TANYAS UMFASSENDES HANDBUCH

 

ÜBER CHRONISCHE NIERENINSUFFIZIENZ (CNI)

 

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AUF DIESER SEITE:


Gibt es denn überhaupt Hoffnung?


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WAS IST CNI?


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Akute Niereninsuffizienz


 

SCHLÜSSELTHEMEN


Erbrechen, Übelkeit, Appetitverlust und Magensäureüberschuss


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UNTERSTÜTZUNG


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SYMPTOME


Alphabetische Auflistung von Symptomen und Behandlungsmaßnahmen


Ungleichgewicht im Flüssigkeitshaushalt und den Harnwegen (Austrocknung, Wasseransammlung und Harnwegsprobleme)


Störungen im Stoffwechselhaushalt (Erbrechen, Appetitverlust, Magensäureüberschuss, gastrointestinale Probleme, Mundgeschwüre usw.)


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Verschiedene Symptome (Schmerzen, Verstecken usw.)


 

DIAGNOSE: WAS BEDEUTEN ALL DIE TESTERGEBNISSE?


Klinische Chemie: Nierenfunktion, Kalium, andere Tests (ALT, Amylase, (Cholesterin usw.)


Kalzium, Phosphat, Parathormon (PTH) und Sekundärer Hyperparathyreoidismus


Komplettes Blutbild: Rote und weiße Blutzellen: Anämie und Infektion


Urinanalysen (Urintests)


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Renomegalie (vergrößerte Nieren)


Welche Untersuchungen, und

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Normale Referenzwerte


Internationale und amerikanische Messsysteme


 

BEHANDLUNGS

MAßNAHMEN


Welche Behandlungsmaßnahmen sind unverzichtbar


Flüssigkeitshaushalt und Harnprobleme (Wasseransammlung, Infektionen, Inkontinenz, Proteinurie)


Regulierung der Stoffwechselabfälle (Mundgeschwüre, gastrointestinale Blutungen, Antioxidantien, Adsorbentien, Azodyl, Astro's CRF Oil)


Phosphat, Kalzium und Sekundärer Hyperparathyreoidismus (Calcitriol)


Verschiedene Behandlungsmethoden: Stammzellentransplantation, ACE-Hemmer (Fortekor), Steroide, Nierentransplantation


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Ganzheitliche Behandlungsmaßnahmen, einschließlich Slippery elm bark (Ulmenrinde)


ESS (Aranesp, Epogen, Eprex, NeoRecormon) bei schwerer Anämie


Allgemeine Gesundheitsprobleme bei CNI-Katzen: Flöhe, Arthritis, Kognitive Dysfunktion (Demenz), Impfungen


Tipps, wie Sie Ihre Katze medikamentieren können


Wo Sie die notwendige Ausstattung günstig kaufen können


Zusammenarbeit mit Ihrem Tierarzt und das Führen von Aufzeichnungen


 

DIÄT UND ERNÄHRUNG


Ernährungsanforderungen von CNI-Katzen


Die B Vitamine (einschließlich Methylcobalamin)


Was können Sie füttern (und was Sie vermeiden sollten)


So motivieren Sie Ihre Katze zum Fressen


Futterdatentabellen


Dosenfutterangaben


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Futtermittelhersteller


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DIE FLÜSSIGKEITS

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Tipps, wie man subkutane Infusionen verabreicht


Wie man subkutane Infusionen per Infusionsset verabreicht


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Subkutane Infusionen - Wie Sie Ihren TA davon überzeugen können


Dialyse


 

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Überblick


  • Das ist eine weitere dieser Fragen, die sich praktisch jeder stellt, sobald er die Diagnose erhält.

  •  In den meisten Fällen lautet die Antwort: Ja.

  • Diese Seite versucht die verschiedenen Szenarien zu erklären, mit denen Sie konfrontiert werden können, und wie Sie die Chancen Ihrer Katze in jeder dieser unterschiedlichen Situationen erhöhen können.


Gibt es denn überhaupt Hoffnung?                                                              Zurück nach oben


 

In den meisten Fällen würde ich sagen, ja. Ich kann zwar nicht versprechen, dass Ihre Katze die Krise überwinden wird oder noch jahrelang leben, aber zwei Dinge kann ich Ihnen versichern: Erstens, dass die Blutwerte nicht die ganze Geschichte erzählen, und zweitens, wenn Sie die Krankheit nicht behandeln, wird das ihre Überlebenschancen ganz sicher verringern.

 

Aber so wenig wie ich Ihnen versprechen kann, dass die Geschichte Ihrer Katze eine Erfolgsgeschichte wird, kann auch Ihr TA nicht sicher wissen, dass sie es nicht wird. Keiner von uns verfügt über eine Kristallkugel (sollte Ihr TA jedoch eine haben, dann finden Sie bitte für mich heraus, woher sie/er sie hat, denn ich möchte auch eine kaufen. Ich könnte sie wirklich gut gebrauchen). TÄ haben gewisse Vorstellungen basierend auf den Testergebnissen der Katze und ihrer vorher gemachten Erfahrungen. Aber es spielen so viele weitere Faktoren mit hinein, z.B. wie ist die Einstellung Ihrer Katze und wo liegt ihre Toleranzgrenze (mein Thomas futterte wie ein Scheunendrescher selbst als sein Kreatininwert bereits über 7 mg/dl (650 µmol/L lag)? Oder wie proaktiv Ihr TA ist, welche Behandlungen eingesetzt werden und selbstverständlich auch Ihre Bemühungen als betreuende Person. Die einzigen beiden Punkte, die wir kontrollieren können, sind die beiden letzterwähnten (möglicherweise noch, welchen TA Sie aufsuchen, obwohl das auch davon abhängt, wo Sie leben). Daher empfehle ich Ihnen, sich auf diese Punkte zu konzentrieren. Und egal was passiert – Sie wissen dann, dass Sie Ihr Bestes gegeben haben.

 

In Prolonging the life of the renal failure patient (2000), Waltham Focus 10 (3), Dr. Jonathan Elliott dass „in einer rückblickenden Studie, der Zusammenhang zwischen der Höhe des Plasmakreatininspiegels und der Überlebenszeit von Katzen, die zum Zeitpunkt der Diagnose stabil waren, sehr  gering war. Nur bei fünf Prozent traf die aufgrund der ursprünglich vorhandenen Plasmakreatininkonzentration vorhergesagte Überlebenszeit zu".

 

In The laboratory diagnosis of feline kidney disease (2008) Heine R., Veterinary Focus 18(2) pp16-22, stellt Dr. Heine fest, dass „Katzen manchmal, insbesondere in Fällen, wo sie aufgrund einer obstruktiven FLUTD eine akute Niereninsuffizienz mit Kreatininwerten zwischen 1600 bis 1800 μmol/L (20,98- 23,6 mg/dL) bekamen, sich trotzdem wieder wieder erholten.“

 

Boyd L. M., Langston C., Thompson K., Zivin K. & Imanishi M., Journal of Veterinary Internal Medicine 22(5) pp1111-7 fand heraus, dass „die mittlere Überlebensdauer von Katzen in IRIS Stadium IIb ab dem Zeitpunkt der Diagnose bei 1151 Tagen lag (Bereich 2-3107), damit überlebten sie länger als die durchschnittliche Überlebensrate in Stadium III (Mittelwert 778, Bereich 22-2100) oder Stadium IV (mittlerer Wert 103, Bereich 1-1920).“ Aber der Mittelwert ist nur der Mittelpunkt: Zwar lebten 50 Prozent der Katzen kürzer als der Durchschnitt, aber umgekehrt lebten 50 Prozent auch länger als der Durchschnitt. D.h, traurigerweise verstarben 50 Prozent der Katzen in Stadium 4 in weniger als vier Monaten. Was ich jedoch interessant finde, ist, dass zumindest eine Katze in Stadium 4 1920 Tage nach Diagnosestellung noch lebte – oder anders gesagt: mehr als fünf Jahre!

 

Demnach würde ich sagen, dass Katzen, die in einem Frühstadium mit noch niedrigen Blutwerten diagnostiziert werden, die besten Chancen besitzen – viele von ihnen leben noch jahrelang. Und auch wenn es seltener ist, so können doch auch einige Katzen mit hohen Werten noch einige Jahre leben. Die längste Überlebenszeit einer CNI-Katze, die mir bekannt ist, lag bei 16 Jahren nach Diagnosestellung, zu dem Zeitpunkt war sie sechs Monate alt. Die zweitlängste Überlebenszeit lag bei zwölf Jahren, Zum Zeitpunkt der Diagnosestellung war sie drei Jahre. Also ja! In manchen Fällen besteht Hoffnung. Wie das Kapitel Erfolgsgeschichten zeigt, haben sogar manche Katzen mit hohen Werten noch Jahre vor sich.

 

Sehr viel hängt von der einzelnen Katze ab: Wie krank sie zum Zeitpunkt der Diagnose ist, wie groß ihr Kampfwille ist, wie gut sie damit zurechtkommt, behandelt zu werden, wie gut die tierärztliche Versorgung ist, die sie bekommt und traurigerweise auch bis zu einem gewissen Punkt, wie tief Ihre Taschen sind (obwohl viele Behandlungen vermutlich weniger kosten als Sie befürchten, siehe Kapitel Wo man das Zubehör günstig bekommen kann. Das ist nicht nur meine Meinung: In Renal disease (2006) schreibt Dr. D. Polzin: „Mit der richtigen Therapie überleben Katzen in den CNI-Stadien 2 und 3 normalerweise ein bis drei Jahre...viele überleben jedoch sehr viel länger. Eine Vielzahl von Faktoren beeinflussen die Prognose bei CNI sowohl günstig als auch ungünstig. Dazu gehören die Qualität der medizinischen Versorgung des Patienten, das Ausmaß der Zusammenarbeit zwischen TA und Tierhalter und wie groß der Einsatz des Besitzers ist.“

 

Einige TÄ empfehlen fast sofort eine Euthanasie. Aber CNI wird generell nicht als schmerzhafte Erkrankung betrachtet (eine Austrocknung fühlt sich ein wenig wie ein Alkoholkater an, unangenehm, aber nicht quälend). Es besteht daher also kein Grund, eine nicht mehr rückgängig zu machende Entscheidung zu überstürzen.

 

Daher verstehe ich TÄ nicht, die den willkürlich gewählten Standpunkt „wenn es ihr morgen/in drei Tagen/oder was auch immer für einem Zeitpunkt nicht besser geht, dann müssen wir einschläfern“ einnehmen. In der überwiegenden Mehrzahl der Fälle müssen Sie Ihre Katze wenigstens zwei Wochen richtig behandeln, bevor Sie eine fundierte Entscheidung treffen können. Außerdem ist die Entscheidung zur Euthanasie ganz allein Ihre Entscheidung und nicht die des TA, denn Sie müssen danach mit den Schuldgefühlen und dem Verlustschmerz leben, die auf solch eine Entscheidung häufig folgen. Lassen Sie sich daher nicht bereits am Tag der Diagnosestellung zur Euthanasie überreden, und auch nicht, wenn sich die Blutwerte Ihrer Katze nach einem oder zwei Tagen am intravenösen Tropf noch nicht verbessert haben, denn in den meisten Fällen besteht Grund zur Hoffnung. Die Katze benötigt einfach etwas Zeit, um sich mit der richtigen, ganz auf ihre speziellen Bedürfnisse zugeschnittenen Behandlung, zu stabilisieren.

 


Katze ohne Krise                                                                                               Zurück nach oben


 

Wenn die CNI bei Ihrer Katze im Frühstadium diagnostiziert wurde und/oder sie stabil ist, haben Sie in mehrfacher Hinsicht Glück, weil sie sich durch sorgfältige Überwachung und mit der richtigen Behandlung noch Monate oder sogar Jahre wohl fühlen kann.

 

Auch für Katzen, die stabil sind, aber relativ hohe Blutwerte haben – vielleicht am oberen Ende von Stadium 3 stehen – gibt es noch Hoffnung: Es ist möglich, dass die Werte durch die Behandlung wieder fallen. Aber selbst wenn das nicht passiert, besteht immer noch die Möglichkeit, dass Ihre Katze einige Zeit in diesem Stadium bleibt.

 

Wenn Ihre Katze stabil ist, obwohl ihre Werte am oberen Ende von Stadium 3 oder im 4. Stadium liegen, wird sie offensichtlich gut mit der CNI fertig. Das ist eigentlich ein gutes Zeichen, trotzdem sollte mit der Behandlung so schnell wie möglich begonnen werden, falls nötig auch vorübergehend am intravenösen Tropf (IV).

 


Die Katze in der Krise: Vielleicht am IV Tropf                                             Zurück nach oben


 

Da es so schwierig ist, CNI rechtzeitig zu diagnostizieren (siehe Was passiert bei CNI, um den Grund zu verstehen), kann es passieren, dass Ihre Katze sich bei der Diagnosestellung bereits in einer Krise befindet. Bitte geben Sie nicht gleich den Mut auf, wenn das der Fall sein sollte. Besonders auch dann nicht, wenn Ihre Katze schon zusammengebrochen ist (siehe Symptome) und nun am Tropf hängt, wie es auch bei Thomas passierte. Viele Katzen haben bei der Diagnose katastrophale Blutwerte, oder haben plötzlich eine Krise, nachdem sie schon längere Zeit an CNI leiden. Das ist oft die Folge einer schweren Dehydratation (Austrocknung). Die echten Blutwerte zeigen sich erst dann, wenn Ihre Katze wieder rehydriert ist und stabilisiert wurde. Bei weniger kritischen Fällen genügen subkutane (unter die Haut) Infusionen, bei schweren Fällen durch einen intravenösen Tropf (IV). Wenn Ihre Katze an einer Infektion leidet, dann müssen Sie zuerst die unter Kontrolle bringen, bevor man sagen kann, wie kritisch die Situation wirklich ist. Auch Bluthochdruck kann die Blutwerte dramatischer erscheinen lassen als sie sind. Das wahre Ausmaß zeigt sich, sobald der Bluthochdruck unter Kontrolle gebracht wurde.

 

Katzen mit einer schweren Anämie (Hämatokrit unter 20 Prozent) erwecken häufig einen schwerstkranken Eindruck. Aber sobald Sie die Anämie unter Kontrolle gebracht haben, geht es ihnen normalerweise erheblich besser, und der Unterschied zwischen vorher und nachher ist dramatisch.

 

Einige Katzen mit hohen Nierenwerten leiden in Wirklichkeit an einer akuten Niereninsuffizienz (ANI) statt an CNI. ANI ist zwar schwer zu behandeln, aber wenn die Behandlung erfolgreich ist, besteht die Chance, dass die Katze wieder völlig gesund wird.

 

Es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, wie eine Katze, die aufgrund eines Zusammenbruchs wegen sehr hoher Blutwerte am intravenösen Tropf war, darauf anspricht:

  1. die Blutwerte der Katze verbessern sich am Tropf, sie sieht besser aus, fühlt sich besser und bleibt auch zu Hause stabil;

  2. die Blutwerte der Katze verbessern sich zwar durch den intravenösen Tropf nicht (manchmal verschlechtern sie sich sogar noch), trotzdem geht es ihr sichtlich besser, und die Blutwerte sinken langsam zu Hause (normalerweise mit der Hilfe subkutaner Infusionen);

  3. Die Blutwerte der Katze verbessern sich weder durch intravenöse noch durch subkutane Infusionen, trotzdem fühlt sich die Katze wohler, und es geht ihr trotz der hohen Blutwerte weiterhin gut;

  4. Die Blutwerte der Katze verbessern sich nicht durch den intravenösen Tropf, es geht ihr auch zu Hause weiterhin schlecht und sie wird eingeschläfert;

  5. Die Blutwerte der Katze verbessern sich durch den Tropf oder auch nicht, aber sobald sie wieder zu Hause ist, erleidet sie einen erneuten Zusammenbruch.

Natürlich kann ich nicht vorhersagen, in welche Kategorie Ihre Katze gehört. Aber eine Behandlung ist normalerweise durchaus lohnend, insbesondere dann, wenn Ihre Katze an  einer Nierenentzündung leidet, denn die Blutwerte können sich wieder verbessern, sobald die Infektion unter Kontrolle ist.

 

In der letzten Zeit beunruhigt mich die zunehmende Zahl von Tierärzten, die lediglich einen Tag intravenöser Flüssigkeitstherapie anbieten und dann den Betroffenen zur Euthanasie raten, wenn sich die Werte der Katze nach dieser kurzen Behandlungszeit nicht verbessert haben. In den meisten Fällen ist dies meiner Meinung nach unangebracht. Sicher, es kann nicht jede CNI-Katze gerettet werden. Aber die Euthanasie ist eine unwiderrufliche Entscheidung, bei der Sie sich sehr sicher sein sollten. Für die meisten Menschen bedeutet das, dass sie ihrer Katze jede mögliche Chance ermöglichen möchten. Dr. S. DiBartola sagt: „Bilden Sie sich kein Urteil über eine lethargische, ausgetrocknete Katze mit extrem erhöhten Laborwerten. Eine zwei- bis dreitägige gewissenhafte Behandlung am intravenösen Tropf können einen enormen Unterschied ausmachen.“

 

Für eine schwerkranke Katze sind nur ein oder zwei Tage am Infusionstropf einfach nicht lange genug. Thomas war vier ganze Tage und Nächte am Tropf. Erst am dritten Tag fing er wieder an, ein wenig zu fressen. Thomas’ Werte verbesserten sich jedoch gar nicht unter den IV-Infusionen. Sein Harnstoff lag bei 89 mmol/L (BUN: 241 mg/dl) zum Zeitpunkt der Diagnosestellung, und dieser Wert verbesserte sich auch tatsächlich nicht nach vier Tagen und Nächten am Tropf. Bei einigen Katzen verschlechtern sich sogar manchmal noch die Blutwerte während sie am Tropf hängen. Geraten Sie dann bitte nicht gleich in Panik! Ihre Katze wurde nicht über Nacht so schwer krank, und es geht ihr nach zwei oder drei Tagen Behandlung nicht unbedingt gleich besser.

 

Meine TÄ glaubte, dass Thomas in die Kategorie 5 der von mir oben erwähnten fünf Kategorien fallen wurde. Aber in Wirklichkeit war er in Kategorie 2. Es ging ihm ein bißchen besser nach den vier Tagen und nach weiterer Behandlung zu Hause erholte er sich den nächsten paar Wochen bis seine Werte auf Harnstoff 27 mmol/L (BUN: 76 mg/dl) und Kreatinin 316 µmol/L (US: 3.57 mg/dl) gefallen waren, wo sie einige Monate lang stabil blieben.

 

Selbst wenn Ihre Katze sich in Kategorie 4 befinden sollte, würde ich Ihnen empfehlen sicherzustellen, dass sie eine angemessene Behandlungszeit am Tropf erhält und auch eine vernünftige Chance zur Stabilisierung zu Hause. Der Aufenthalt beim Tierarzt ist für die meisten Katzen sehr stressig, häufig benötigen sie einige Tage der Rekonvaleszenz zu Hause, bevor es ihnen besser geht.

 


Wenn sich die Blutwerte nach einer Zeit der Stabilität wieder verschlimmern Nach oben


 

Wenn wir den Krankheitsverlauf einer CNI mit der Annäherung an einen Abgrund vergleichen, dann fällt auf, dass sich bei ziemlich vielen CNI-Katzen die Blutwerte in Phasen verschlechtern. Ganz so, als ob sie sich dem Abgrund schrittweise nähern. Aber nach jedem Schritt folgt dann oft wieder eine Weile der Stabilität. Thomas, zum Beispiel, verharrte in Stadium 2 (siehe oben) bei einem Kreatininwert von 318 µmol/L (US: 3,57 mg/dl) - das ist fast doppelt so hoch wie der Normalwert - über sechs Monate. Erst dann rückte er einen Schritt weiter, kam aber wieder ein paar Monate mit einem Kreatininwert von 627 µmol/L (US: über 7 mg/dl) gut zurecht und erfreute sich während dieser Zeit einer sehr hohen Lebensqualität. Bei anderen Katzen zeigen sich nicht unbedingt solche extremen Veränderungen, die Verschlechterungen können auch allmählich auftreten und die Abstände ein Jahr oder sogar länger dauern.

 

Wenn Ihre Katze bereits hohe Blutwerte hat und diese sich noch verschlechtern, dann versuchen Sie, sich nicht zu sehr entmutigen zu lassen. Kreatinin ist keine lineare Maßeinheit. Die Verschlechterung eines ohnehin bereits ziemlich hohen Kreatininwertes ist daher nicht so schrecklich wie es zuerst aussieht. Im Kapitel Diagnose finden Sie ausführlichere Erklärungen dazu.

 

Auch wenn sich die Blutwerte Ihrer Katze plötzlich verschlechtert haben, geben Sie bitte die Hoffnung noch nicht auf. Überarbeiten Sie den Behandlungsplan, fügen Sie gegebenenfalls weitere Behandlungsmaßnahmen hinzu (eventuell auch einige Zeit am intravenösen Tropf, falls die Blutwerte hoch sind, und Ihr Tierarzt dem zustimmt) und arbeiten Sie eng mit Ihrem Tierarzt zusammen. Es kann durchaus möglich sein, dass Ihre Katze sich trotz hoher Blutwerte wieder stabilisiert. Wenn sich der Phosphatspiegel Ihrer Katze verschlechtert, ist es ganz besonders wichtig, dass Sie ihn unter Kontrolle bekommen, denn ein hoher Phosphatspiegel kann den Verlauf der Krankheit beschleunigen, und außerdem fühlen sich viele Katzen dadurch sehr unwohl.

 


Wenn sich die Blutwerte plötzlich verschlechtern                                      Zurück nach oben


 

Bitte geraten Sie nicht in Panik, wenn sich die Blutwerte Ihrer Katze plötzlich verschlechtern. Das kann bedeuten, dass sich die CNI verschlimmert, aber es gibt noch eine Reihe anderer möglicher Ursachen. Infektionen, ganz besonders Nierenentzündungen, können eine Verschlechterung der Blutwerte verursachen, genau wie Nierensteine. Durch eine Ultraschalluntersuchung kann festgestellt werden, ob eine dieser Ursachen vorliegt.

 

Bei vielen Katzen können auch durch einen unkontrollierten hohen Blutdruck Verschlechterungen der Blutwerte auftreten, die sich wieder verbessern, sobald der Bluthochdruck unter Kontrolle gebracht wurde.

 

Wenn der Phosphatspiegel Ihrer Katze zu hoch ist, ist es ganz besonders wichtig, dass Sie ihn unter Kontrolle bekommen, denn das beschleunigt den Verlauf der CNI, außerdem geht es vielen CNI-Katzen damit sehr schlecht.

 


Wenn eine Katze mit niedrigen Blutwerten schwer krank scheint                 Zurück nach oben


 

Ich würde erwarten, dass eine Katze mit niedrigen Blutwerten (Kreatinin unter 3,5 mg/dl, Stadium 1, 2 und im unteren Bereich von Stadium 3 nach dem IRIS Einstufungssystem) noch nicht besonders krank erscheint. Diese Katzen erbrechen hin und wieder oder haben Durchfall, manchmal wollen sie auch nicht fressen, aber im Großen und Ganzen geht es ihnen gut, so lange sie nicht ausgetrocknet sind und genug fressen.

 

Wenn daher Ihre Katze trotz niedriger Blutwerte Anzeichen einer Erkrankung zeigt (lethargisch ist und generell krank wirkt), und auch dann noch, wenn die offensichtlichen Probleme bereits behandelt wurden, dann sollten Sie Ihren TA auf mögliche andere Ursachen ansprechen. Viele Katzen mit Bluthochdruck fühlen sich krank, aber sobald ihr Blutdruck wieder normal ist, geht es ihnen wieder gut. Mein Ollie hatte niedrige Nierenwerte (Kreatinin lag bei 2,8mg/dl ), aber er litt ziemlich oft unter Durchfällen. Es stellte sich dann heraus, dass sie von einer Schilddrüsenüberfunktion verursacht wurden, und sie verschwanden, als die Schilddrüse wieder unter Kontrolle war.

 

Manchmal leiden Katzen, die ständig krank wirken, obwohl ihre offensichtlichen Probleme behandelt werden, an einem gastrointestinalen Problem. Eine Pankreatitis ist eine häufige Ursache bei CNI-Katzen. Andere mögliche Verursacher sind Inflammatory Bowel Disease (IBD), eine chronische Darmentzündung oder Krebs (Lymphom). Daher wäre es in einem solchen Fall ratsam, einen Ultraschall der Bauchorgane zu veranlassen, um diese Ursachen ausschließen zu können.

 


Behandeln Sie die Katze, nicht die Blutwerte                                               Zurück nach oben


 

Testergebnisse sind wichtig, aber sie sind nicht alles.  Aus diesem Grund pflegen wir in Tanyas CRF Support Gruppe das Mantra: „Behandle die Katze, nicht ihre Blutwerte!" Selbstverständlich ist es immer noch wichtig, dass Sie alles tun was Sie können, um die Blutwerte zu verbessern und alle auftretenden Probleme zu behandeln. Dadurch wird sich Ihre Katze nicht nur besser fühlen, es wird auch ihre Chancen auf ein längeres Leben erhöhen. Dieses Mantra will einfach nur betonen, dass es vielen Katzen trotz schlechter Blutwerte erstaunlich gut geht. Es gibt keine Garantien, und es ist eine Gratwanderung, aber normalerweise lohnt sich ein Therapieversuch. Natürlich müssen Sie dabei auch die Persönlichkeit Ihrer Katze beim Kampf gegen CNI in ihre Überlegungen mit einbeziehen.

 

Einige Tierärzte meinen, dass Katzen, deren Werte in IRIS Stadium 2, hohe Blutwerte und daher eine sehr schlechte Prognose haben. In Tanya's CRF Support Gruppe werden diese Zahlen jedoch als „mittlere Werte" angesehen. Tatsächlich haben viele Katzen der Gruppenteilnehmer drei, vier Jahre oder sogar noch länger mit Werten der Stadium 2 gelebt. Katzen mit solchen Blutwerten sollten eigentlich in die Kategorie „Niereninsuffizienz" und nicht in die mit „Nierenversagen" eingeteilt werden.

 

Dr. Katherine James schreibt, dass sich die meisten Menschen für die Euthanasie entscheiden, wenn sich die Kreatininwerte konstant zwischen 600 und 900 µmol/L bewegen (US: 7.5 bis 10 mg/dl), und es den Katzen wirklich schlecht geht. Das ist jedoch nur eine grobe Richtlinie. Katzen in Phase 3, die trotz intravenöser Therapie und ausreichender Rehydrierung sehr hohe Blutwerte haben, sprechen trotzdem manchmal noch sehr gut auf eine Behandlung an und genießen noch mehrere Monate bei guter Lebensqualität. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn sich ihre Werte nur langsam über einen längeren Zeitraum verschlechtert haben, und ihre Körper dadurch Zeit hatten, sich an eine reduzierte Nierenfunktion zu gewöhnen. Selbst für Katzen, die sich zum Zeitpunkt der Diagnose in einer Krise befinden, gibt es immer noch Hoffnung: Vet Info schildert den Fall einer Katze mit CNI, die noch weitere acht Jahre lebte obwohl sie sich zu Beginn der Behandlung in einer Krise befand (klicken Sie auf „Kidney Failure: Daily Fluid Treatment").

 

Im Kapitel Erfolgsgeschichten werden die Geschichten einiger CNI-Katzen in verschiedenen Stadien der Krankheit erzählt, die noch ein glückliches - und in vielen Fällen auch langes - Leben führen konnten incl. der Geschichte von Paris, die ihre Diagnose 16 Jahre überlebte.

 

 

 

 

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Diese Seite zuletzt überarbeitet:  03. November 2011

Links auf dieser Seite zuletzt überprüft:  27. März 2012

 

   

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