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Sie fühlen sich überwältigt? Atmen Sie tief durch, und fangen Sie hier an

Ich weiß nicht, was die Testergebnisse bedeuten, oder welche davon wichtig sind

Blutuntersuchungstests

BUN oder Harnstoff Kreatinin Phosphat
Kalium TCO2 PCV oder Hämatokrit
Andere Testarten
Blutdruck Urinanalyse Ultraschall

 

Wie krank genau ist denn jtzt meine Katze?
Die zusammenbrechende Katze Die stabile Katze Wenn Ihr Tierarzt die Einschläferung empfohlen hat

 

Häufig vorkommende Symptome

Erbrechen Magensäure Mundgeschwüre
Schwäche Verstopfung Heulen/Jaulen
Futterverweigerung Katzenstreu fressen Zuckungen
Erblindung
Meine Katze zeigt Symptome, die nicht hier aufgeführt werden

 

Häufig eingesetzte und bewährte Behandlungsmöglichkeiten

Diät Vitamine ACE Hemmer wie z.B.Fortekor Steroide
Infusionstherapie Magensäure Mundgeschwüre Verstopfung
Kaliumergänzungen Phosphatbinder

 Metabolische Azidose

 Cyproheptadin

Azodyl

Antibiotika

Epogen, Procrit oder Eprex

Norvasc oder Istin (Amlodipin)

Falls Sie kürzlich Metacam (meloxicam) eingesetzt haben

Die Finanzierung all dieser Behandlungsmöglichkeiten

 

Sie sind immer noch überwältigt? Hier ist Pats großartiger Ratschlag an alle, die noch keinerlei Erfahrung mit CNI haben

 

Einführung – Zuerst einmal: Atmen Sie tief durch

Gerade wurde Ihnen mitgeteilt, dass Ihre Katze an CNI leidet, und jetzt sind Sie erschrocken und verängstigt. Dann haben Sie diese Seite entdeckt, und jetzt kommt zu Ihrer Not noch hinzu, dass Sie von der Menge an Informationen hier einfach überwältigt sind. Ganz eindeutig handelt es sich um eine komplizierte Erkrankung, und Sie sind verunsichert, ob Sie es lernen werden, damit umzugehen!

Atmen Sie einmal tief durch, ganz ehrlich: Es ist nicht wirklich so schlimm. Ich hatte keinerlei wissenschaftliche Ausbildung als ich das erste Mal mit CNI konfrontiert wurde. Tatsache ist, ich war eine Sprachwissenschaftlerin, die von wissenschaftlichen Themen eingeschüchert wurde und sie schon während der Schulzeit ablehnte. Aber ich habe es geschafft, mich weiterzubilden. Das war unumgänglich, wenn ich Thomas Leben retten wollte. Sie können das Gleiche tun. Erinnern Sie sich: Wissen ist Macht! Es ist wichtig, dass Sie verstehen was mit Ihrer Katze passiert, um die bestmögliche Behandlung für sie zu bekommen.

Die gute Nachricht ist: Sie müssen nicht alles auf einmal lernen, und ganz sicher müssen Sie auch nicht so viel lernen wie ich. Diese Seite zielt darauf ab, alle möglicherweise auftretenden Probleme einer CNI abzudecken. Die meisten Menschen stellen jedoch fest, dass sie nur mit einigen Problemen der Krankheit fertig werden müssen und dafür ungefähr zehn bis zwanzig Minuten täglich brauchen. Es ist höchst unwahrscheinlich, dass Sie mit allen Symptomen konfrontiert werden oder alle Behandlungen durchführen müssen, die weiter unten aufgeführt sind. Ja, CNI ist anfangs angsteinflößend, aber nach einiger Zeit sollten Sie feststellen, dass es zu einem tragbaren und regelmäßigen Bestandteil Ihres Lebens wird.

Dieses Kapitel ist eine Zusammenfassung. Das Ziel lautet, Ihnen zu sagen:

  • was die wichtigsten Testergebnisse bedeuten;

  • welches die am häufigsten auftretenden Symptome bei CNI sind; und

  • welche Behandlungsmöglichkeiten normalerweise eingesetzt werden.

Dieses Kapitel ist verlinkt zu weiterführenden, detaillierteren Informationen zu jedem Thema, das erwähnt wird. Ich empfehle Ihnen jedoch, wenn Sie dieses Kapitel das erste Mal lesen, es vollständig durchzulesen ohne einem der angegebenen Links zu folgen. Dadurch erhalten Sie einen generellen Überblick über das, was vor Ihnen liegt.

Ich weiß nicht, was die Testergebnisse bedeuten oder welche wichtig sind

Die Bluttests, die Ihr Tierarzt durchführt, werden die Erkrankung an CNI bestätigen und Ihnen eine Vorstellung davon geben, wie schlimm der Fall Ihrer Katze ist. Viele Menschen haben nicht die geringste Ahnung davon, was die meisten dieser Testergebnisse bedeuten. Um Ihnen eine Idee davon zu geben, ist hier eine Zusammenfassung, die Ihnen sagt, was die Haupttestergebnisse bedeuten und welche Art von Symptomen sie auslösen können.

Sie sollten Ihren Tierarzt um eine Kopie aller Testergebnisse bitten, die er veranlasst. Das ist hilfreich, wenn Sie der Feline CRF Information List oder Nierenkranke Katze Liste beitreten. Sie können jedoch dort auch schon Mitglied werden, wenn Sie noch keine Kopie der Blutergebnisse Ihrer Katze haben.

Tests: Blutbild

Ihr Tierarzt wird vermutlich veranlassen:

  1. Die klinische Chemie. Dort werden die Nierenwerte überprüft und auf andere Abweichungen geachtet, die durch schlecht arbeitende Nieren verursacht werden können.

  2. Eine vollständige Hämatologie. Das ist ein Überblick über die Blutzellen Ihrer Katze. Dadurch kann Ihr Tierarzt erkennen, ob eine Anämie vorliegt. Ein häufig bei an CNI erkrankten Katzen auftretendes Problem.

Vermutlich werden Sie ein bis zwei Seiten Testergebnisse erhalten. Aber am Anfang ist das Verständnis der unten erklärten sechs Werte für Sie am Wichtigsten. Falls die Blutergebnisse Ihrer Katze noch andere Werte zeigen, die außerhalb der Referenz liegen, wie z.B. Kalzium, dann finden Sie weiterführende Informationen dazu im Kapitel Was bedeuten all diese Testergebnisse?

Falls Ihr Tierarzt einige Testergebnisse, die außerhalb der Referenz liegen, nicht anspricht, dann fragen Sie ihn warum. Nicht alles muss behandelt werden (ein hoher Cholesterinspiegel ist z.B. bei Katzen nicht so besorgniserregend wie bei Menschen). Aber die unten aufgeführten Werte müssen behandelt werden.

In den USA wird ein anderes Maßeinheitensystem als im Rest der Welt benutzt. In den letzten Jahren wenden aber auch immer mehr deutsche Laboratorien und Tierärzte das amerikanische Maßsystem an. In der Feline CRF Information List wird das US Maßsystem zugrunde gelegt. Wenn Sie dort also Mitglied werden, werden Sie mehr Antworten erhalten, wenn Sie Ihre internationalen Einheiten in die amerikanischen umwandeln. Der Veterinary Information Network Umwandler wird Ihnen wenn nötig diese Arbeit abnehmen. Scrollen Sie die Liste entlang hinunter bis Sie zu dem Wert kommen, den Sie umwandeln möchten (wie z.B. Kreatinin) und dann geben Sie die Zahl Ihrer Katze ein in der Spalte „Enter SI Units to Convert to US Units". Kalium oder Hämatokrit brauchen Sie nicht umzuwandeln, denn sie sind in beiden Systemen gleich.

BUN (Blood Urea Nitrogen = Harnstickstoff) oder Harnstoff

Wenn Sie in den USA leben, werden Sie bei den Testergebnissen Ihrer Katze Harnstickstoff (BUN) finden. In Europa hingegen wird stattdessen häufig Harnstoff stehen. Das ist nicht genau das Gleiche, aber ähnlich. Auch hier wird immer häufiger dem amerikanischen Vorbild gefolgt und BUN in deutschen Laboratorien oder bei Tierärzten eingesetzt.

BUN ist eine der beiden Hauptmaßeinheiten der Nierenfunktion (die andere ist Kreatinin). Bei einer Katze mit CNI ist BUN normalerweise erhöht. BUN ist ein Nebenprodukt der Aufspaltung von mit der Nahrung aufgenommenen Proteinen während des Verdauungsprozesses. Die Nieren filtern ihn aus dem Blut und scheiden ihn mit dem Urin aus. BUN steigt bei einer CNI an, weil die geschädigten Nieren nicht mehr länger in der Lage sind, ihn ausreichend auszufiltern. So bauen sich die Gifte auf und tragen dazu bei, dass die Katze sich schlecht fühlt. Manchmal wird es als „urämisches Gift" bezeichnet (es gibt mehrere). BUN kann jedoch auch aus anderen Gründen ansteigen wie z. B. Austrocknung, Stress oder durch eine sehr proteinhaltige Ernährung, daher ist es keine genaue Maßeinheit für die Nierenfunktion an sich.

Es ist wichtig, zu hohe Harnstoffwerte zu kontrollieren, denn sie können Appetitmangel, zuviel Magensäure, Übelkeit und Erbrechen verursachen.

Harnstickstoff kann durch eine Flüssigkeitstherapie und durch Ernährung kontrolliert werden. Behandlungsmaßnahmen für zu hohe Magensäurespiegel sind ebenfalls hilfreich und können zu einem besseren Wohlgefühl der CNI-Katze beitragen.

Mehr Informationen über BUN finden Sie in dem Kapitel Was bedeuten all diese Testergebnisse?.

Kreatinin (Krea)

Kreatinin ist ein weiteres Abfallprodukt, das die Nieren ausscheiden. Im Allgemeinen wird es als wesentlich genauere Maßeinheit für die Einschätzung der tatsächlichen Nierenfunktion betrachtet als Harnstickstoff oder Harnstoff, da es weniger durch Ernährung, Stress oder Austrocknung beeinflusst wird.

Weil Kreatinin das Grundmaß der Nierenfunktion ist, wird es Ihnen wahrscheinlich bei einer CNI-Katze nicht gelingen, es bis in die normalen Referenzwerte herabzudrücken. Das bedeutet jedoch nicht, dass dieser Wert sich nicht mehr verbessern lässt verglichen mit dem Ausgangswert bei Diagnosestellung. Wenn Sie die CNI wirksam behandeln, kann das sehr gut zu einer Verbesserung des Kreatininspiegels führen. Verfallen Sie also bitte nicht in Panik, wenn die Werte bei Ihrer Katze am Anfang sehr hoch sind.

Mehr über Kreatinin können Sie in dem Kapitel Was bedeuten all diese Testergebnisse? nachlesen.

Phosphat (Phos, P or Pi)

Phosphat und Kalzium sind Mineralien, die sehr wichtig sind für die Nervenfunktion, Muskelkontraktion und Knochenbildung. Ein gesunder Körper sorgt für ein natürliches Gleichgewicht zwischen Phosphat und Kalzium. CNI Nieren können jedoch Phosphat nicht mehr länger in ausreichendem Maß ausfiltern (Hyperphosphatämie). Das wiederum kann sich nachteilig auf den Kalziumspiegel Ihrer Katze auswirken mit möglicherweise ernsten Konsequenzen (siehe Sekundärer Hyperparathyroidismus). Aber nicht nur das, hohe Phosphatspiegel können auch den Fortschritt der CNI beschleunigen, und eine Katze fühlt sich damit miserabel. Daher ist die Kontrolle des Phosphatspiegels einer der wichtigsten Punkte bei der Behandlung von CNI und für das Wohlbefinden Ihrer Katze.

Die Symptome eines zu hohen Phosphatspiegels können sich äußern in allgemeiner Schwäche, einem schwankenden Gang, Juckreiz und Kratzen, Appetitmangel, Zuckungen und Gewichtsverlust.

Vielleicht meint Ihr Tierarzt, dass die Phosphatwerte Ihrer Katze sich noch innerhalb der Referenzwerte bewegen. Aber der obere Referenzbereich bezieht sich auf Kitten, nicht auf erwachsene Katzen, ganz besonders nicht auf CNI-Katzen. Dr. Katherine James, die Beraterin der Feline CRF Liste und Dr. Larry Nagode von der Ohio State University empfehlen daher nachdrücklich, dass der Phosphatwert abgesenkt werden soll, sobald er 1,9 mmol/L/l (US: 6 mg/dl) übersteigt.

Der Phosphatspiegel kann normalerweise sehr einfach kontrolliert werden durch die Zugabe von geruch- und geschmacklosen Phosphatbindern im Futter der Katze, siehe unten.

Mehr über Phosphat können Sie in dem Kapitel Was bedeuten all diese Testergebnisse? nachlesen.

Kalium (K+)

Kalium ist ein Elektrolyt (eine Art Salz), das der Körper auf der zellulären Ebene benötigt, um richtig funktionieren zu können. Ist Kalium aus dem Gleichgewicht, dann beeinflusst das die Muskeln, einschließlich des Herzens.

 

Katzen mit CNI urinieren normalerweise sehr viel, außerdem erbrechen sie öfter. Das kann einen Kaliumverlust bewirken und dazu führen, dass der Spiegel im Körper der Katze zu tief absinkt. Einige CNI-Katzen leiden jedoch unter genau dem gegenteiligen Problem, insbesondere, wenn sie hohe Kreatininwerte haben.

Ein niedriger Kaliumspiegel (Hypokalämie) kann verschiedene Auswirkungen haben, wie z. B. Schwäche (insbesondere in den Hinterbeinen), Zuckungen, Heiserkeit oder Verstopfung. In schweren Fällen kann es passieren, dass die Katze ihren Kopf nicht mehr heben kann aufgrund von Nackenproblemen.

Obwohl die Referenzwerte für Kalium oft bei ungefähr 3,5 beginnen, wird bei CNI-Katzen empfohlen, einen Kaliumspiegel bereits dann zu behandeln, wenn der Wert unter 4,0 mmol/L/l (US: 4,0 mg/dl) oder niedriger fällt. Das Ziel ist ein Wert um 4,4 mmol/L/l (US: 4,4 mg/dl) oder etwas höher. Die normale Behandlungsmethode ist eine Ergänzung durch Tabletten. Es gibt jedoch auch andere Darreichungsformen, wenn es zu schwierig ist, Ihrer Katze eine Tablette zu verabreichen.

Nicht alle CNI-Katzen haben einen niedrigen Kaliumspiegel. Katzen mit einem Wert von 4,4 mmol oder höher brauchen für gewöhnlich keine Kaliumergänzung. Katzen mit hohen Kaliumwerten (über 6,0 mmol) können Zuckungen und Krämpfe bekommen oder schlimmstenfalls eine Herzattacke erleiden.

Mehr Informationen, wie Sie einen zu hohen oder zu niedrigen Kaliumspiegel behandeln können, finden Sie unten.

Mehr über Kalium finden Sie in dem Kapitel Was bedeuten all diese Testergebnisse?.

TCO2 – Gesamtkohlenstoffdioxid

CNI-Katzen neigen zu erhöhten Säurespiegeln im Blut, d.h., der pH-Wert des Blutes sinkt zu tief ab – das bezeichnet man als „Metabolische Azidose". Das hat nichts zu tun mit zuviel Magensäure, die nur auf einer erhöhten Magensäureproduktion beruht.

Leider achten nur die wenigsten Tierärzte routinemäßig auf eine Metabolische Azidose. Zum Teil deswegen, weil es nicht einfach ist sie zu messen. TCO2 oder Gesamtkohlenstoffdioxid im Blut ist der genaueste Weg, um eine Metabolische Azidose zu diagnostizieren. Aber Gesamtkohlenstoffdioxid kann nur von einem speziellen Blutgasmessgerät ermittelt werden, das nur wenige Tierärzte und Labore haben. Falls Ihr Tierarzt oder Ihr Labor Gesamtkohlenstoffdioxid (TCO2) nicht messen können, dann ist Ihr Tierarzt vielleicht in der Lage, den Kohlenstoffdioxidspiegel (CO2) zu ermitteln. Ist der niedrig, kann das ebenfalls auf eine Metabolische Azidose hinweisen. In Deutschland verfügen Tierärzte, die sich auf Pferde spezialisiert haben, manchmal über so ein Gerät.

Eine Metabolische Azidose kann eine ganze Reihe von Auswirkungen haben. Dazu gehören Muskelschwund, eine knochig hervortretende Wirbelsäule, Schwäche in den Hinterbeinen, Erbrechen, Mundgeschwüre, Zuckungen und Anfälle. Daher ist es sehr wichtig sie zu diagnostizieren und zu behandeln wenn sie vorliegt.

Behandlungsmaßnahmen bestehen aus einer Infusionstherapie, Kaliumzitrat oder Natriumbicarbonat.

Mehr über Metabolische Azidose finden Sie in dem Kapitel Was bedeuten all diese Testergebnisse?.

PCV (Packed Cell Volume) oder Hämatokrit

Die Nieren produzieren ein Hormon, genannt Erythropoetin. Es stimuliert das Knochenmark zur Herstellung der roten Blutkörperchen. Durch CNI geschädigte Nieren können dieser Aufgabe häufig nicht mehr in ausreichender Form nachkommen, und wenn keine roten Blutkörperchen mehr hergestellt werden können, resultiert daraus eine Anämie.

PCV und Hämatokrit werden beide verwendet, um eine Anämie einzuschätzen. Ihr Tierarzt testet entweder das eine oder das andere. PCV ist nicht ganz das Gleiche wie Hämatokrit, aber der Unterschied zwischen beiden ist zu minimal, um sich darüber Gedanken machen zu müssen.

Technisch gesehen ist eine Katze anämisch, wenn ihr Hkt-Spiegel unter 30 Prozent liegt (oder bei einigen Laboren unter 25 Prozent). Aber Sie werden vielleicht im Verhalten Ihrer Katze keinen Unterschied sehen bevor der Wert in den unteren 20er Prozenten angekommen ist. Eine Austrocknung kann den Hämatokrit höher erscheinen lassen als er in Wirklichkeit ist. Daher passiert es häufig, dass der Hämatokritwert abfällt, sobald die Katze wieder ausreichend hydriert ist.

Die Symptome einer Anämie beinhalten Schwäche, Appetitverlust, schwere Atmung, Frieren, Fressen von Katzenstreu oder Ablecken von Zement.

Es ist lebensnotwendig eine Anämie zu behandeln. Katzen mit einem Hämatokrit unter 20 Prozent leiden an einer schweren Anämie, und Sie müssen hier sehr schnell handeln, denn eine unbehandelte schwere Anämie ist ein lebensbedrohlicher Zustand. Katzen mit einer schweren Anämie können schwer krank erscheinen (einige jedoch passen sich an eine Anämie sehr gut an und können sie erfolgreich verbergen, wenn sie langsam verläuft). Aber Sie werden normalerwise einen wirklich dramatischen Unterschied bemerken, sobald die Anämie unter Kontrolle ist. Behandlungsmaßnahmen sind Eisen oder ein Vitamin-B-Komplex bei leichteren Fällen. In schwereren Fällen ist der Einsatz von synthetischen Ersatzhormonen (Handelsnamen sind Epogen, Procrit oder Eprex) erforderlich.

Mehr über Anämie finden Sie im Kapitel Anämie.

Andere Tests

 

Blutdruck

Bluthochdruck ist sehr häufig bei CNI-Katzen, denn die Nieren produzieren Renin, das den Blutdruck kontrolliert. Geschädigte Nieren sind dazu nicht mehr ausreichend in der Lage.

Bluthochdruck ist sehr gefährlich – er kann zu Schlaganfällen führen, Anfälle auslösen und Blindheit verursachen. Und er kann sogar töten. Aber da nur wenige sichtbare Symptome auftreten bis es zu einer Krise kommt, muss er bereits vorher mit einem Blutdruckgerät überwacht werden.

Leider verfügen viele Tierärzte nicht über die Ausstattung zur Blutdruckmessung (obwohl das Gerät nur ca. US$1000 kostet). Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob er so ein Gerät hat, und wenn ja, dann veranlassen Sie, dass er den Blutdruck Ihrer Katze überprüft. Falls er es nicht hat, fragen Sie doch einfach mal höflich nach, ob er nicht in eines investieren möchte. Dann telefonieren Sie alle Tierärzte in Ihrer Umgebung ab (oder Sie bitten Ihren Tierarzt darum), um jemanden zu finden, der den Blutdruck Ihrer Katze messen kann. Falls Sie wirklich niemanden finden können, schauen Sie im Kapitel Symptome nach Alternativen, auch wenn diese bei weitem nicht ideal sind.

Falls der Blutdruck dauerhaft über 160 liegt, sollte er behandelt werden. Dies gelingt leicht mit einem Medikament namens Amlodipin (bekannt als Norvasc in den USA und Istin in vielen Teilen Europas).

Mehr über hohen Blutdruck finden Sie in dem Kapitel Was bedeuten all diese Testergebnisse?.

Urinanalyse

Dabei handelt es sich um einen Test mit dem Urin Ihrer Katze. Ein Bestandteil kann der Test auf das Spezifische Uringewicht sein. Daraus kann der Tierarzt erkennen, wie stark der Urin Ihrer Katze verdünnt ist (CNI-Katzen haben normalerweise einen sehr verdünnten Urin). Außerdem kann er hilfreich für den Tierarzt sein, um zu erkennen, ob Ihre Katze eine Harnwegsinfektion hat.

Mehr über Urinanalysen finden Sie in dem Kapitel Was bedeuten all diese Testergebnisse?.

Ultraschall

Manchmal wollen Tierärzte einen Ultraschall von den Nieren machen. Das kann hilfreich sein, wenn die Katze größere Nieren als normal hat (das kann ein Hinweis auf Krebs sein, eine Blockade irgendwo oder eine Erbkrankheit namens PKD), oder wenn Sie eine Niereninfektion vermuten. In den meisten Fällen jedoch bestätigt ein Ultraschall lediglich das Vorhandensein von CNI und ist für den weiteren Behandlungsplan nicht weiter hilfreich. Falls das der Fall bei Ihrer Katze ist, können sie sich den Ultraschall und das Geld sparen.

Mehr über Ultraschall finden Sie in dem Kapitel Was bedeuten all diese Testergebnisse?.

Es gibt noch eine ganze Reihe anderer Tests, die manchmal angeboten werden. Mehr darüber finden Sie in dem Kapitel Was bedeuten all diese Testergebnisse?.

Wie krank ist also meine Katze?

Die Menschen sind oft starr vor Angst wenn ihr Tierarzt Dinge sagt wie „bei Ihrer Katze sind nur noch 25 Prozent restliche Nierenfunktion erhalten". Aber tatsächlich ist es normal, dass eine CNI erst dann diagnostiziert wird, wenn bereits 66 bis 75 Prozent der Nierenfunktion verlorengegangen sind. Im Kapitel Was ist CNI? erhalten Sie eine Erklärung, warum das so ist.

Das Wort „Insuffizienz" (Versagen) in CNI erschreckt die meisten Menschen, wenn sie es zum ersten Mal hören. Aber in Wirklichkeit kommt es hier auf das Wort „chronisch" an. Das bedeutet, dass in den meisten Fällen CNI eine fortschreitende Krankheit ist und daher der Tod nicht notwendigerweise bereits vor der Tür steht.

In dem Kapitel Wie schlimm ist es? bekommen Sie eine Vorstellung davon, wie ernst die Blutwerte Ihrer Katze sind. Aber denken Sie daran, sie sind nicht das „A" und „O". Wie krank Ihre Katze ist hängt davon ab, ob sie sich zum Zeitpunkt der Diagnose in einer Krise befindet oder nicht, und außerdem wie gut Ihre Katze mit der CNI umgehen kann. Einigen Katzen merkt man selbst bei sehr hohen Blutwerten erstaunlich wenig an.

Katzen in der Krise: Der Zusammenbruch

Viele Katzen befinden sich zum Zeitpunkt der Erstdiagnose in einer Krise (auch genannt „Zusammenbruch") aufgrund einer Austrocknung. CNI-Katzen neigen dazu, um so mehr Urin abzusetzen, je mehr ihre Nieren versagen. Die Katzen trinken mehr und mehr, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen, der durch das vermehrte Urinieren entsteht. Aber irgendwann können sie nicht mehr genug trinken, um die verlorene Flüssigkeit zu ersetzen. Sie trocknen aus und brechen zusammen.

Bevor Sie zu Ihrem Tierarzt gehen, finden Sie hier einige der Anzeichen, die Ihnen vielleicht auffallen werden, wenn Ihre Katze in einer Krise ist:

  • Die Katze kann es sich nicht mehr bequem machen und liegt in Kauerstellung (ähnlich wie die Sphinx; klicken Sie hier nach einem Foto);

  • Sie bemerken schlechten Atemgeruch, und auch sonst hat Ihre Katze einen strengen Körpergeruch;

  • Sie hat trübe, vielleicht sogar eingesunkene Augen und nimmt keinen Blickkontakt mehr auf;

  • Ihre Katze wird sich vermutlich weigern etwas zu essen und vielleicht sogar zu trinken.

Wenn Sie dann zum Tierarzt gehen, und die Blutwerte und andere Tests gemacht werden, wird man Ihnen für gewöhnlich sagen, dass die Blutwerte Ihrer Katze sehr hoch sind. Das passiert, weil eine ernsthafte Austrocknung die meisten Werte künstlich anhebt.

Ich kann es gar nicht oft genug betonen: Es kommt überhaupt nicht darauf an, wie hoch die Werte bei der Erstdiagnose sind, ganz besonders dann nicht, wenn die Katze schwer ausgetrocknet ist. Sie müssen abwarten und sehen wie sie sich entwickeln, wenn die Katze stabilisiert wurde. Harnstickstoff lag bei meinem Thomas bei der Erstdiagnose bei 241 (der oberste Referenzwert geht bis 36), trotzdem erholte er sich wieder.

Wenn sich Ihre Katze in einer Krise befindet, dann ist das erste, worum Sie sich kümmern müssen, die Austrocknung. Für gewöhnlich wird sie durch intravenöse Infusionen behandelt. Das bedeutet, die Katze muss einige Tage stationär aufgenommen werden. Ich persönlich würde jede meiner Katzen mit einem Kreatininwert von über 6 für drei bis vier Tage an einen intravenösen Tropf hängen lassen (ein Tag ist dafür nicht ausreichend). Ist die Katze wieder rehydriert, fühlt sie sich auch wieder etwas besser und wirkt auch dementsprechend. Einige Katzen jedoch fühlen sich in einer Klinik so unwohl, dass sie erst zu Hause wieder auf die Beine kommen.

Die Katze kann weiterhin an Appetitlosigkeit leiden. Sie muss jedoch essen. Daher ist es unbedingt erforderlich, dass Sie sie assistenzfüttern wenn nötig. Da Katzen mit einem hohen Harnstoffwert auch häufig Probleme mit zuviel Magensäure haben, bitten Sie Ihren Tierarzt, das ebenfalls zu behandeln.

Eine Katze mit hohen Blutwerten kann ebenfalls an einer Anämie leiden und wird sicherlich auch einen zu hohen Phosphatspiegel haben. Bluthochdruck kann ebenfalls vorliegen. Gegen alle diese Beschwerden müssen die dafür geeigneten Behandlungsmaßnahmen begonnen werden. Bei Katzen mit hohen Kreatininspiegeln rate ich davon ab, mit ACE Hemmer wie Fortekor anzufangen.

Ihre Katze hat vielleicht immer noch hohe Blutwerte, wenn Sie sie nach Hause bringen. Aber verfallen Sie nicht in Panik. Sie können noch absinken, wenn Sie zu Hause die Behandlung weiter durchführen. Sobald Ihre Katze zu Hause ist, können Sie die Ratschlägen unten befolgen, um sie zu stabilisieren.

 

Die stabile Katze

Befindet sich Ihre Katze nicht in einer Krise, dann wird der Kreatininwert für gewöhnlich zwischen 300 bis 350 oder niedriger liegen (USA: 3 bis 3,5 oder niedriger). Ja, diese Werte sind immer noch um einiges höher als sie wirklich sein dürften, aber sie werden als mittelschwer bezeichnet. Sie können sogar noch etwas höher sein. Einige Katzen können besser mit hohen Werten umgehen als andere.

Wie auch immer das Stadium ist – wenn sich Ihre Katze nicht in einer Krise befindet und nicht ausgetrocknet ist, dann ist es höchst unwahrscheinlich, dass Ihre Katze an einen intravenösen Tropf muss. Ich habe in der letzten Zeit von einigen Tierärzten gehört, die Katzen mit einem Kreatininwert von 300 (USA:3) oder niedriger, die sich nicht in einer Krise befinden, an einen intravenösen Tropf hängen. Das erscheint mir als absolut zuviel des Guten. Die Chancen stehen gut, dass die meisten dieser Katzen noch nicht einmal subkutane Infusionen benötigen, geschweige denn intravenöse. Hinzu kommt, dass es erheblich günstiger für Sie ist und sehr viel weniger stressig für Ihre Katze, wenn Sie intravenöse Infusionen vermeiden können.

Sie werden jedoch einen Behandlungsplan für zu Hause aufstellen müssen. Das muss nicht unbedingt schwierig sein, wenn die Diagnose bei Ihrer Katze früh genug gestellt wurde. In diesem Fall müssen Sie sich einfach nur auf die Dinge konzentrieren, die notwendig sind, um Ihre Katze zu stabilisieren ( wie z.B. die Kontrolle des Phosphatspiegels). Und bei Katzen mit einem Kreatininspiegel über 300 (USA: 3,5) müssen Sie vielleicht schon regelmäßig subkutane Infusionen verabreichen, um eine Austrocknung zu vermeiden. Außerdem sollten Sie dafür sorgen, dass sie sich wohl fühlt (indem Sie z.B. auf Verstopfung oder zuviel Magensäure achten). Im Grunde genommen kommt es darauf an, die Blutwerte und Symptome im Auge zu behalten, darauf zu achten, welche Probleme auftreten können und dann die dafür angemessene Behandlung vorzunehmen.

Die meisten Menschen benötigen lediglich zehn bis zwanzig Minuten täglich für die zusätzlichen Bedürfnisse ihrer CNI-Katze, und das beinhaltet auch die Zeit für die Infusion (die nicht alle Katzen sofort benötigen). Wenn Sie sich auf die vorhandenen Probleme konzentrieren und außerdem ein wenig Glück auf Ihrer Seite steht, dann sollten Sie schon sehr bald eine Verbesserung im Wohlgefühl Ihrer Katze bemerken können. Detailliertere Informationen über die Symptome können Sie in dem Kapitel Verzeichnis der Symptome und Behandlungsmöglichkeiten nachlesen.

Selbst wenn eine Katze stabil ist, ist es trotzdem normal für sie, wenn sie hin und wieder mal einen schlechten Tag hat, insbesondere kurz nach der Diagnosestellung. Versuchen Sie nicht in Panik zu geraten, falls das passiert. Versuchen Sie alles zu behandeln, was zur Problemlösung beitragen kann (wenn Ihre Katze z.B. verstopft ist, wird sie sich sehr unwohl fühlen), und mit Glück werden Sie feststellen, nachdem alle Probleme unter Kontrolle sind, dass Ihre Katze im Großen und Ganzen über eine angemessene Lebensqualität verfügen wird.

Wie schwer auch immer der Fall Ihrer Katze sein mag, wenn ich Ihnen nur einen einzigen Rat geben dürfte, dann würde der lauten: Stellen Sie sicher, dass ihre Katze isst. Katzen, die nur über einen kurzen Zeitraum (ein oder zwei Tage) ohne Essen bleiben, gehen ein Risiko ein, an eine hepatische Lipidose zu erkranken. Das ist eine möglicherweise lebensbedrohliche Lebererkrankung. Fasten kann außerdem noch den Austrocknungszustand verschlimmern und die Katze sehr schwach machen. Wohingegen Futter im Magen oft dazu beiträgt, dass Ihre Katze sich besser und stärker fühlt. Siehe unten. In dem Kapitel So motivieren Sie Ihre Katze zum Fressen finden Sie Informationen, wie Sie Futter in Ihre Katze hineinbekommen.

Wenn Ihr Tierarzt die Euthanasie empfohlen hat

 

In der letzten Zeit habe ich immer öfter von Menschen gehört, deren Katzen gerade erst diagnostiziert wurden, dass Ihr Tierarzt bereits die Euthanasie empfiehlt. Ich höre Dinge wie „mein Tierarzt sagt, meine Katze leidet an einer Anämie, und das ist nicht behandelbar. Daher sollte ich sie einschläfern lassen". Oder „der Tierarzt sagt seine Blutwerte sind so hoch, dass sie sich nie wieder auf einen annehmbaren Wert absenken lassen werden (und das sogar bei Katzen mit einem Kreatininwert von ungefähr 300 oder 3,5 nach amerikanischen Werten). Und dann natürlich noch der Klassiker: „Sie ist sehr krank, und es wäre das Beste für sie". Sehr häufig bieten diese Tierärzte bei Katzen mit hohen Werten noch nicht einmal intravenöse Infusionen an. Oder wenn sie es tun, dann nur für einen Tag (und es ist höchst unwahrscheinlich, dass das ausreicht), und dann geben sie auf.

Ich habe kein Interesse daran auf Tierärzte zu schimpfen, aber dieser Trend macht mich nachdenklich. Kein Tierarzt hat eine Kristallkugel. Und an CNI erkrankte Katzen können furchtbar krank aussehen bei der Erstdiagnose, ganz besonders dann, wenn sie ausgetrocknet sind. Ich war nach einer Operation letztes Jahr selber ausgetrocknet, und ich sah definitiv so schlecht aus wie ich mich fühlte.

Ich habe gesagt, ich fühlte mich schlecht. Aber ich hatte keine Schmerzen deswegen. CNI wird generell nicht als eine schmerzhafte Erkrankung angesehen (eine Ausnahme ist das Endstadium einer PKD. Das ist eine genetische Nierenerkrankung. Es kann schmerzhaft sein, wenn die Zysten platzen). Der Zustand der Austrocknung fühlt sich im Großen und Ganzen wie ein schlimmer Alkoholkater an mit starken Kopfschmerzen und einem flauen Magen. CNI-Katzen leiden häufig an zuviel Magensäure, das verursacht Magenschmerzen. Sie können verstopft sein oder haben eine Anämie, die sie schwächt. Aber nichts von diesen Dingen ist wirklich sehr schmerzhaft. Und alle diese Probleme sind behandelbar. Fakt ist, dass es oft recht einfache Behandlungsmethoden sind, die schnell für das Wohlbefinden einer CNI Katze sorgen.

Ich würde in den meisten Fällen vorschlagen, dass Sie mindestens über einen Zeitraum von zwei Wochen, wenn nicht länger, versuchen sollten Ihrer Katze zu helfen, bevor Sie sich für die Euthanasie entscheiden. Und wenn Ihre Katze sehr hohe Blutwerte hat, dann ist ein Tag am intravenösen Tropf einfach nicht lange genug, um zu entscheiden, ob sich für Ihre Katze noch einmal das Blatt wenden kann oder nicht! Lesen Sie den Rest dieser Seite, ganz besonders den Abschnitt Katzen in der Krise, um zu herauszufinden, welche Probleme Ihre Katze haben kann, und tun Sie Ihr Bestes, um sie zu behandeln. Ich kann nicht versprechen, dass die Behandlung Ihrer Katze funktionieren wird. Aber es gibt eine ziemlich gute Chance, dass es helfen wird. Und selbst wenn nicht, dann haben Sie zumindest die Gewissheit und Ihren Seelenfrieden, dass Sie Ihr Bestes versucht haben.

Häufig auftretende Symptome

 

Jetzt folgt eine kurze Aufzählung der Symptome, die häufig bei einer CNI auftreten. Manche dieser Probleme, wie z.B. Verstopfung, sind nicht lebensbedrohlich, aber sie können einen Riesenunterschied für das Wohlgefühl Ihrer Katze darstellen. Andere, wie nicht fressen wollen, können ernsthafte Probleme verursachen, wenn sie nicht angegangen werden.

 

Erbrechen

Eines der klassischen Symptome einer an CNI erkrankten Katze ist das Erbrechen von klarem Schaum. Für gewöhnlich ist die Ursache davon zuviel Magensäure. Andere Gründe für Erbrechen sind eine metabolische Azidose oder der Einsatz einiger Sorten von Antibiotika. Manchmal wird Erbrechen auch durch eine Verstopfung ausgelöst, insbesondere wenn Ihre Katze erbricht, nachdem sie kurz zuvor auf dem Katzenklo war. Wenn Sie Ihrer Katze subkutane Infusionen verabreichen und sie regelmäßig danach erbricht, dann kann das auch durch die Art der eingesetzten Infusionsflüssigkeit ausgelöst werden.

 

Magensäure

Die Gifte im Blut einer CNI-Katze können eine erhöhte Magensäure verursachen oder, in schweren Fällen, Magengeschwüre. Viele CNI-Katzen leiden an exzessiver Magensäureproduktion. Wenn Kreatinin, und insbesondere Harnstoff, erhöht sind, ist es gut möglich, dass Ihre Katze dieses Problem ebenfalls hat. Wenn der Magen Ihrer Katze laute Gurgellaute von sich gibt, sie nur wenig Hunger zeigt oder klaren Schaum erbricht, mit den Zähnen knirscht oder mit dem Kopf über der Wasserschüssel kauert, dann sollte der Verdacht von zuviel Magensäure bei Ihnen aufkommen. Manchmal scheint es auch so, als wolle die Katze essen. Aber sie riecht nur kurz am Futter und geht dann wieder weg (das kann aber auch ein Zeichen von Mundgeschwüren sein).

 

Mundgeschwüre

Die Gifte, die der Körper produziert, können Geschwüre verursachen. Mundgeschwüre können auch das Zeichen einer metabolischen Azidose sein. Sie können die Geschwüre im Katzenmaul sehen wenn Sie reinschauen oder – in schweren Fällen - wenn Ihre Katze Blut erbricht (das kann auch ein Zeichen für eine Blutung im gastrointestinalen Trakt sein).

Mundgeschwüre sind schmerzhaft für die Katze und führen oft zu Appetitmangel oder sie möchte fressen, ist aber dazu nicht mehr in der Lage. Die Katze nähert sich dann der Futterschüssel, riecht am Futter und geht wieder weg.

Schwäche, insbesondere in den Hinterbeinen

Viele CNI-Katzen sind bei der Erstdiagnose schwach. Ursachen dafür können eine Austrocknung oder Anämie sein. Andere mögliche Gründe sind ein hoher Phosphatspiegel, ein niedriger Phosphatspiegel, metabolische Azidose, Verstopfung und ein Kalziumungleichgewicht. Wenn Sie und Ihr Tierarzt herausfinden können, was der Grund ist und ihn angemessen behandeln, dann werden Sie feststellen, dass sich dieses Symptom sehr verbessern wird.

Noch mehr Informationen über Schwäche finden Sie im Kapitel Verzeichnis der Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Verstopfung

Die Austrocknung, die eine CNI begleitet, kann eine Verstopfung hervorrufen. Die Symptome sind – mal abgesehen von dem offensichtlichen, dass sich kein Kot im Katzenklo befindet – ein unbeholfener Gang, Erbrechen nach Benutzung des Katzenklos, Appetitverlust, Koten neben das Katzenklo und überraschenderweise auch Durchfall. Eine Verstopfung kann normalerweise schnell und einfach behandelt werden.

 

Heulen/Jammern

CNI Katzen heulen oft, besonders nachts. Das Heulen ist manchmal das Ergebnis hoher Giftspiegel im Blut. Es kann jedoch auch andere Ursachen haben wie z. B. Taubheit, eine Schilddrüsenüberfunktion, Bluthochdruck oder einfach auch nur hohes Alter und eine damit verbundene mögliche kognitive Dysfunktion (Senilität). Bestimmte Medikamente wie z. B. Periactin (Cyproheptadin), ein Appetitanreger, oder Anabole Steroide wie z.B. Stanazole (Winstrol), können eine Katze ebenfalls zum Jaulen veranlassen.

 

Futterverweigerung

Das ist ein sehr häufiges Phänomen bei CNI-Katzen. Die Gründe sind für gewöhnlich zuviel Magensäure, ein hoher Phosphatspiegel, Austrocknung, Verstopfung, Flüssigkeitsaufschwemmung und Geruchsverlust. Viele Katzen verweigern insbesondere auch die Nierendiät. Normalerweise hilft es, wenn Sie die Ursache behandeln. Aber einige CNI-Katzen benötigen immer eine Aufmunterung zum Fressen.

 

Katzenstreu fressen

Das ist ein klassisches Anzeichen für eine Anämie, obwohl es auch manchmal bei Katzen mit einem Kalziumungleichgewicht auftritt. Es sollte aufhören, sobald die Anämie unter Kontrolle ist.

 

Zuckungen

Zuckungen sind relativ häufig bei CNI-Katzen. Gründe dafür können ein zu hoher Phosphatspiegel, ein zu hoher oder zu niedriger Kaliumspiegel, Kalziumungleichgewicht (insbesondere Kopfzucken), eine Schilddrüsenüberfunktion oder ein Vitamin-B-Mangel sein. Zuckungen können außerdem durch hohe Giftspiegel ausgelöst werden. Wenn Ihre Katze nur während der Infusionen zuckt, kann es entweder durch die Art der Flüssigkeit verursacht werden oder weil die Infusionsflüssigkeit zu kalt (Zimmertemperatur) ist.

 

Erblindung

Manchmal werden CNI-Katzen blind, und das kann ganz plötzlich passieren. Achten Sie auf die Pupillen Ihrer Katze, und überprüfen Sie, ob sie vergrößert oder sehr schwarz sind, selbst bei hellem Licht. Falls ja, verfallen Sie bitte nicht in Panik. Die häufigste Ursache für die Erblindung einer CNI-Katze ist Bluthochdruck. Aber wenn Sie mit der richtigen Behandlung  (ein Medikament namens (Amlodipin – Norvasc oder Istin) so schnell wie möglich beginnen, hat Ihre Katze eine reelle Chance ihr Augenlicht wiederzuerlangen.

 

Meine Katze zeigt Symptome, die hier nicht aufgelistet werden

Wenn die Symptome, die Sie interessieren, hier nicht mit aufgezählt werden, dann überprüfen Sie die lange Liste möglicher Symptome im Kapitel Verzeichnis der Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Dort finden Sie weiterführende Links zu detaillierten Beschreibungen möglicher Ursachen und deren angemessener Behandlung. Und verfallen Sie nicht in Panik. Sie werden keinesfalls mit allen diesen Problemen konfrontiert werden!

 

Häufig eingesetzte Behandlungsmöglichkeiten

 

Nun folgt eine Liste einiger Behandlungsmöglichkeiten, die man Ihnen anbieten wird. Wenn Sie in Europa leben kann ich Ihnen so gut wie garantieren, dass Ihnen nur die ersten vier erwähnten Behandlungen angeboten werden, oder sogar nur einige davon. Möglicherweise auch noch Antibiotika. Aber viele der anderen Behandlungsmöglichkeiten sind genauso wichtig, wenn nicht noch wichtiger. Das hängt vom Zustand Ihrer Katze ab.

 

Diät

Eine Diät ist die am weitesten verbreitete Behandlungsmethode einer CNI. Ihr Tierarzt wird Ihnen wahrscheinlich eine Nierendiät verschreiben. Das ist ein Futter mit relativ niedrigen Protein- und Phosphatwerten. Der Grund dafür ist, dass weniger Protein auch weniger Arbeit für die Nieren bedeutet. Und ein niedriger Phosphatspiegel ist hilfreich für CNI-Katzen, die sehr oft unter erhöhten Phosphatspiegeln leiden.

Falls Ihre Katze das Diätfutter isst, dann geben Sie es ihr auf jeden Fall. Sie sollten jedoch versuchen, es ganz allmählich einzuführen, denn dies erhöht die Chancen, dass Ihre Katze jegliches neue Futter akzeptiert.

Leider ist aber Appetitverlust ebenfalls sehr häufig bei CNI-Katzen, und diese Futtersorten können etwas trocken sein. Viele Katzen sind auch der Meinung, dass sie nicht so gut schmecken. Ihr Tierarzt wird Ihnen oft sagen, dass es unbedingt erforderlich ist, dass Ihre Katze ausschließlich dieses Futter isst. Aber Katzen, selbst wenn sie nur kurze Zeit hungern (ungefähr zwei Tage), laufen Gefahr an einer hepatischen Lipidose zu erkranken. Das ist eine potentiell tödliche Lebererkrankung. Wenn Ihre Katze sich also weigert, die Nierendiät zu futtern, verfallen Sie nicht in Panik – gar nicht zu fressen ist gefährlicher für sie.

Wenn Sie gerade mitten in einer Krise stecken, dann füttern Sie einfach was immer Ihre Katze möchte. Babygläschen (ohne Zwiebeln), Hill’s a/d. Irgendwas. Hauptsache, Sie bekommen Nahrung in sie hinein. Im Kapitel So motivieren Sie Ihre Katze zum Fressen finden Sie weitere Tipps.

Versuchen Sie außerdem alle möglichen Probleme zu behandeln wie z.B. zuviel Magensäure, eine Anämie usw. Sobald Sie die unter Kontrolle haben kann es durchaus passieren, dass der Appetit Ihrer Katze von selber zurückkehrt.

Sobald Ihre Katze sich stabilisiert hat, können Sie immer noch versuchen, sie nach und nach langsam an das neue Futter zu gewöhnen. Falls Sie trotzdem keinen Erfolg damit haben, dann ist das kein Grund zur Verzweiflung: Es ist auf jeden Fall viel wichtiger, dass Ihre Katze überhaupt frisst, als dass sie Nierendiät frisst. Die Studien, die beweisen, dass eine proteinreduzierte Diät notwendig ist bei CNI, wurden an Ratten und Menschen durchgeführt, nicht an Katzen. Neuere Studien an Katzen haben bislang noch keinen klaren Vorteil einer proteinreduzierten Diät gezeigt. Es kann also sein, dass proteinreduziertes Futter für CNI-Katzen nicht so kritisch wichtig ist wie früher angenommen wurde (siehe Futterzusammenstellungen und Ernährungsanforderungen).

Liegt Harnstoff jedoch ständig über 60 bis 80, geht es den meisten Katzen besser, wenn in ihrem Futter weniger Protein ist, das sie verarbeiten müssen (aber machen Sie sich darüber keine Sorgen, wenn Ihre Katze sich in einer Krise befindet. Sehen Sie dann zu, dass Sie überhaupt Futter in sie hineinbekommen. Die Chancen stehen ohnehin gut, dass der Harnstoffwert von selber wieder abfällt, sobald Sie die Krise im Griff haben). Sie können sich für verschreibungspflichtige Diäten entscheiden oder versuchen, andere Futtersorten mit niedrigeren Protein- und Phosphatwerten zu finden.

Wenn Sie gerne eine verschreibungspflichtige Diät verfüttern würden, aber Ihre Katze verweigert das Futter, probieren Sie eine andere Sorte aus. In Deutschland gibt es vier Sorten Diätfutter: Virbac (nur Trockenfutter); Royal Canin/Waltham; Eukanuba; und Hill's. Hill's k/d gibt es mit zwei verschiedenen Rezepturen. Das normale und das k/d mit Huhn. Viele Menschen haben herausgefunden, dass ihre Katzen das letztere bevorzugen. Hill's stellt auch eine g/d Diät her für Katzen im Frühstadium einer CNI mit noch kaum erhöhten Blutwerten. In UK gibt es fünf Sorten: Hill’s k/d, Royal Canin Waltham Feline Renal Veterinary Diet, Purina PVD NF; Eukanuba Renal Formula; und Specific Kidney Support. In den USA sind sechs erhältlich: Waltham Royal Canin LP21, Hill’s k/d, IVD Select Care Modified (bekannt als MediCal in Kanada), Eukanuba Multi-Stage Renal Diet, Hi Tor Neo (ohne Verschreibung erhältlich, sein Fettgehalt ist ziemlich hoch, das kann hilfreich sein bei einer Katze, die immer mehr an Gewicht verliert) und Purina NF Kidney Function Brand Formula. Hill’s hat auch eine g/d Diät. Sie ist gedacht für das CNI Frühstadium, wenn die Blutwerte noch kaum erhöht sind. Im Kapitel Wo Sie das Zubehör günstig bekommen finden Sie Onlinegeschäfte, wo Sie verschreibungspflichtige Diäten in Deutschland günstiger bekommen.

Falls sich Ihre Katze generell weigert, verschreibungspflichtige Futtersorten zu fressen, dann zielen Sie zumindest darauf ab, Futter mit reduziertem Phosphatgehalt zu verfüttern – sehen Sie nach in den Nassfutter- und Trockenfutter-Kapiteln nach infrage kommenden Sorten. Royal Canin und Techni-Cal sind Futtersorten in UK mit niedrigem Phosphatgehalt und Sensible Choice ist eine populäre Marke in den USA. Bestimmte Geschmacksrichtungen von Fancy Feast sind ebenfalls nicht unbedingt schlecht für CNI-Katzen.

In den Kapiteln Futterzusammenstellungen und Ernährungsanforderungen, Was soll ich füttern? und So motivieren Sie Ihre Katze zum Fressen finden Sie eine Menge mehr Informationen zu dem Thema.

Vitamine

B-Vitamine sind wasserlösliche Vitamine. Sie fehlen oft bei CNI-Katzen, weil sie ihnen durch das häufige Urinieren verloren gehen. Vitamin-B-Mangel kann zu Appetitlosigkeit führen oder manchmal auch Zuckungen verursachen oder Juckreiz. Ein Vitamin-B-Mangel ist auch dafür bekannt, dass er eine nicht-regenerative Anämie hervorrufen kann. Ihr Tierarzt wird daher vielleicht eine Vitamin B-Supplementierung vorschlagen, um diese Probleme zu vermeiden. Britische Tierärzte verabreichen oft Vitamin B -Injektionen, aber Sie können ihn auch oral verabreichen.

Im Gegensatz dazu sind zusätzliche Gaben der Vitamine A, C und D nicht geeignet für CNI Katzen.

Im Kapitel Futterzusammenstellungen und Ernährungsanforderungen finden Sie weitere Informationen über Vitamine.

ACE Hemmer: Fortekor (Benazepril) oder Enacard (Enalapril)

Wenn Sie in einem anderen Land als den USA leben, wird Ihr Tierarzt Ihnen höchstwahrscheinlich ein Medikament namens Fortekor (bekannt als Lotensin in den USA) verschreiben. Einige amerikanische Tierärzte verschreiben ein ähnliches Medikament genannt Enacard.

Diese Medikamente sind eigentlich Herzmedikamente und unter dem Namen „ACE Hemmer" bekannt. Einige neuere Studien, insbesondere zum Einsatz von Benazepril, deuten an, dass die Medikamente bei einer CNI hilfreich sein könnten, zumindest im frühen Stadium. Aus diesem Grund ist Fortekor in Europa und Kanada für die Behandlung chronisch nierenkranker Katzen zugelassen.

Obwohl Fortekor bereits vor einigen Jahren zugelassen wurde, sind die vollständigen wissenschaftlichen Studien bis heute leider immer noch nicht veröffentlicht. Die bislang erhältlichen und vorliegenden Nachweise sind noch nicht eindeutig. Aus diesem Grund ist der Einsatz von Fortekor zur Behandlung von CNI in amerikanischen Veterinärzirkeln immer noch umstritten. Ganz sicher ist es kein Wundermedikament. Einigen Katzen scheint es zu helfen, anderen nicht.

Der Hauptgrund, warum ich zögere einen ACE Hemmer einzusetzen ist, wenn sie zum ersten Mal verabreicht werden, können diese Medikamente den Kreatininspiegel ansteigen lassen. Aus diesem Grund sollten Sie die Blutwerte Ihrer Katze sieben bis zehn Tage später überprüfen lassen. Das scheinen viele Tierärzte nicht zu tun. Ich persönlich würde Fortekor bei einer CNI-Katze nur dann einsetzen, wenn sie an einer Proteinurie leidet. Ich persönlich würde es auch nicht als Behandlung einsetzen, wenn der Kreatininwert meiner Katze höher als 300 (USA: 3,5) liegt. Denn ich hätte die Befürchtung, dass der mögliche Kreatininanstieg durch das Medikament schon ausreichend sein könnte, um meine Katze in den Tod zu treiben.

Falls Ihre Katze an Hochdruck leidet, insbesondere, wenn sie daran bereits erblindet ist, dann ist ein ACE Hemmer nicht das richtige Medikament. Bei CNI-Katzen, die an Bluthochdruck leiden, ist ein Medikament namens Amlodipin (Norvasc oder Istin) das Mittel der Wahl. Es kann sogar dazu führen, dass Ihre Katze wieder sehen kann, was ACE Hemmer nicht schaffen können.

Weitere Informationen über den Einsatz von Fortekor oder Enacard finden Sie im Kapitel Behandlungsmöglichkeiten.

Steroide

Wenn Sie in GB leben oder anderen europäischen Ländern, wird man Ihnen wahrscheinlich Steroide anbieten. In den USA scheinen die Tierärzte Steroide nicht routinemäßig einzusetzen.

Steroide werden entweder zur Appetitanregung gegeben oder als generelles Aufbaumittel, aber sie haben einige mögliche Nebenwirkungen. Ich konnte feststellen, dass es Thomas durch die Steroide in seiner Gesamtverfassung besser ging. Aber er war auch bereits sehr krank bei der Erstdiagnose. Katzen, die in einem frühen Stadium diagnostiziert werden, haben wahrscheinlich keinen so großen Nutzen davon. Sie sollten sich bei Ihrem Tierarzt vorher über die möglichen Risiken informieren, bevor Sie sich für ihren Einsatz entscheiden. Weitere Informationen über Steroide finden Sie im Kapitel Behandlungsmöglichkeiten.

Infusionstherapie

Wenn Ihre Katze bei der Diagnosestellung schwer ausgetrocknet ist mit hohen Blutwerten, dann wird Ihr Tierarzt – gleichgültig wo Sie wohnen - Ihnen wahrscheinlich intravenöse Infusionen anbieten, um Ihre Katze wieder zu rehydrieren.

Wenn die Blutwerte Ihrer Katze niedriger sind bei der Diagnose oder nach intravenösen Infusionen, und der Kreatininwert liegt über 300 (US: 3,5), dann werden Sie wahrscheinlich feststellen, dass es ihr mit regelmäßigen subkutanen Infusionen besser geht und dadurch eine Austrocknung vermieden wird. Subkutane Infusionen sind in den USA gängige Praxis und werden dort routinemäßig verordnet. Leider sind sie in Europa noch ziemlich ungewöhnlich und nicht leicht zu erhalten.

Die meisten Katzen erhalten subkutan täglich ungefähr maximal 100 ml. Ihr Tierarzt kann Ihnen zeigen, wie Sie die subkutanen Infusionen Ihrer Katze zu Hause selber verabreichen können. Und sie tragen wirklich dazu bei, dass Ihre Katze sich sehr viel besser fühlt. Sie sollten jedoch vor der Verabreichung sicherstellen, dass Ihre Katze nicht an einer Herzkrankheit leidet.

Liegt der Kreatininwert Ihrer Katze unter 3 bis 3,5, dann sind die Chancen gut, dass sie auch ohne subkutane Infusionen ausreichend hydriert ist. Subkutane Infusionen sind Stress für die Nieren. Es macht also keinen Sinn zu infundieren, bevor nicht die Vorteile die Nachteile überwiegen. Wenn Ihr Tierarzt Ihnen bereits subkutane Infusionen für Ihre Katze empfiehlt, obwohl der Kreatininwert noch unter 3 bis 3,5 liegt, dann fragen Sie ihn nach dem Grund.

Im Kapitel Intravenöse und subkutane Flüssigkeitstherapie finden Sie mehr Informationen zu diesem Thema.

Magensäure

Die effektivste Behandlungsmethode gegen zuviel Magensäure ist Slippery Elm Bark aus Gesundheitsläden (siehe Ganzheitlichen Behandlungsansatz) und/oder ein Medikament namens Famotidin, Handelsname ist Pepcid AC (nicht Pepcid Complete).

Normalerweise beträgt die Anfangsdosierung von Pepcid AC jeden zweiten Tag ein Viertel einer 10 mg Tablette. Falls notwendig, können Sie auch bis zu einem Viertel einer 10 mg Tablette zweimal täglich verabreichen (nur mit Zustimmung Ihres Tierarztes selbstverständlich).

Weitere Informationen über Pepcid und andere praktische Tipps zur Magensäurekontrolle und Übelkeit finden Sie im Kapitel Behandlungsmöglichkeiten.

Mundgeschwüre

Slippery Elm Bark kann, wie bereits weiter oben erwähnt, hilfreich sein bei zuviel Magensäure. Es kann auch zu einem Sirup verkocht werden und dann zur Behandlung von Mundgeschwüren eingesetzt werden. Viele Menschen haben diese Therapie bereits schon sehr effektiv eingesetzt. Im Kapitel Ganzheitlichen Behandlungsansatz finden Sie weitere Informationen über Slippery Elm Bark, und wie Sie den Sirup zubereiten können.

Bei schweren Mundgeschwüren können Antibiotikagaben erforderlich sein. Und bei wirklich hartnäckigen Geschwüren werden Sie ein Medikament genannt Sucralfate in Betracht ziehen müssen. Es bildet eine Schutzschicht über den Geschwüren und bringt sie dadurch zum Abheilen. Handelsnamen sind Antepsin in UK, Carafate in den USA und Ulcogant in Deutschland. Weitere Informationen über die Behandlung von Mundgeschwüren finden Sie im Kapitel Behandlungsmöglichkeiten.

Verstopfung

Slippery Elm Bark kann auch bei diesem Problem helfen (siehe Ganzheitlichen Behandlungsansatz), oder Sie fragen Ihren Tierarzt, ob Sie Laktulose benutzen sollen. In den meisten Ländern ist es frei verkäuflich, nur in den USA benötigen Sie dafür ein Rezept. Die übliche Dosis beträgt 1 bis 2 ml zweimal täglich, aber Sie können sich auch nach der Wirkung richten. Weitere Informationen über Laktulose und andere Behandlungsmethoden einer Verstopfung finden Sie im Kapitel Behandlungsmöglichkeiten.

 

Kaliumergänzungen

Liegt der Blutwert Ihrer Katze bei 4,0 mmol/L (US: 4,0 mg/dl) oder niedriger, dann fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem Kaliumsupplement. Das gebräuchlichste ist Tumil-K, in Deutschland Kalium Verla Granulat. Weitere Informationen über Kalium finden Sie im Kapitel Behandlungsmöglichkeiten. Verabreichen Sie jedoch Kalium nicht ohne Wissen und Zustimmung Ihres Tierarztes. Zu hohe Kaliumspiegel können gefährlich sein.

Wenn der Kaliumspiegel Ihrer Katze erhöht ist, sollten Sie den Bluttest gleich noch einmal wiederholen, denn die häufigste Ursache dafür ist ein Fehler bei der Messung. Sollte Ihre Katze tatsächlich erhöhte Kaliumwerte haben, finden Sie im Kapitel Behandlungsmöglichkeiten mehr Informationen darüber, was Sie tun können.

Hoher Phosphatspiegel

Falls der Phosphatspiegel Ihrer Katze über 1,9 mmol/L/l (US: 6 mg/dl) liegt, sollten Sie Ihren Tierarzt nach einem Phosphatbinder fragen. Er bindet das überschüssige Phosphat im Verdauungstrakt und verringert daher die Belastung der Nieren. Phosphatbinder müssen zusammen mit dem Futter verabreicht werden und idealerweise mit einem Zeitabstand von einer oder zwei Stunden zu anderen Medikamenten.

Man wird Ihnen wahrscheinlich einen Binder namens Epakitin oder Ipakitine anbieten, aber das ist nicht immer die beste Wahl. Eine andere häufig angebotene Variante ist Alternagel. Das ist jedoch mit Pfefferminzgeschmack, den die meisten Katzen verabscheuen.

Die besten Phosphatbinder sind Aluminiumhydroxidbinder. Vielen Tierärzten ist nicht bekannt, dass sie in geruch- und geschmacklosen Verbindungen vorliegen und daher einfach unters Katzenfutter gemischt werden können, ohne dass die Katze das überhaupt bemerkt. Einzelheiten dazu finden Sie in den Kapiteln Behandlungsmöglichkeiten und Wo Sie das Zubehör günstig bekommen können.

Metabolische Azidose

Das bedeutet, dass der Blut-pH-Wert der Katze ins Ungleichgewicht geraten ist und zuviel Säure vorhanden ist. Wenn bei den Blutwerten Ihrer Katze ein Wert genannt TCO2 oder CO2 vorhanden ist, und er unter 16 liegt, dann bitten Sie Ihren Tierarzt Natriumbicarbonat oder Kaliumzitrat einzusetzen, um dieses Problem zu behandeln. Weitere Informationen über Metabolische Azidose finden Sie im Kapitel Behandlungsmöglichkeiten.

 

Cyproheptadin

Cyproheptadin (Periactin oder Peritol) ist ein Antihistaminikum, das bei Katzen als Nebenwirkung appetitanregend wirkt. Leider kann es auch noch andere Nebenwirkungen haben. z.B. kann es die Katze stark aufwühlen, Schreie auslösen usw. Oder es verursacht die gegenteilige Wirkung und ruft Lethargie hervor. Es wirkt auch nicht bei allen Katzen.

Einige Tierärzte verabreichen eine sehr hohe Dosis. Es ist aber für gewöhnlich besser mit einer niedrigen anzufangen, und sollte es nötig sein, die Dosis langsam zu erhöhen. Ihr Ziel ist eine Dosis, die appetitanregend auf Ihre Katze wirkt, die sie jedoch nicht unnötig erregt oder lethargisch macht. Viele Menschen mit CNI-Katzen haben herausgefunden, dass eine Dosis von 0,5 mg einmal täglich sehr gut funktioniert. Fragen Sie also Ihren Tierarzt, ob sie nicht mit dieser Dosierung starten können und sie nur falls erforderlich dann erhöhen.

Cyproheptadin wirkt normalerweise innerhalb von zwei Stunden, obwohl einige Katzen schon nach 15 Minuten hungrig sind. Stellen Sie also sicher, dass Sie Ihrer Katze sofort frisches Futter anbieten können.

Cyproheptadin kann zwar Ihre Katze dazu animieren zu futtern, aber besser ist es, den Grund für die Appetitlosigkeit Ihrer Katze herauszufinden und den zu behandeln. Cyproheptadin ist jedoch oft ein wirksames Mittel gegen Appetitlosigkeit. Ich würde es auf jeden Fall lieber als Valium einsetzen (Diazepam). Im Kapitel So motivieren Sie Ihre Katze zum Fressen finden Sie noch mehr Informationen über Cyproheptadine und andere Appetitanreger.

Azodyl

Azodyl ist im Wesentlichen eine Art Probiotikum. Probiotika werden normalerweise dazu eingesetzt, um die Darmbakterien wieder auszubalancieren. Insbesondere nach dem Einsatz von Antibiotika. Mehr darüber finden Sie im Absatz Antibiotika.

Azodyl enthält Stammkulturen dreier verschiedener Bakterienarten. Die Hersteller von Azodyl behaupten, dass die Stammkulturen ihrer Bakterien eine besonders hohe Bindungsneigung zu den wichtigsten urämischen Giften haben, die bei CNI auftreten. Azodyl soll sich damit verbinden und dadurch den Spiegel der urämischen Gifte im Blut von CNI Katzen absenken.

Ich habe einige Berichte von Menschen gehört, die Azodyl benutzt haben. Die meisten scheinen zu glauben, dass es ihren Katzen geholfen hat. Aber eine Person sagte, ihre Katze hätte davon erbrochen, und wiederum andere glauben, dass es keinen Unterschied macht.

Katzen Azodyl zu verabreichen kann problematisch sein. Erstens ist die erforderliche Dosis sehr hoch: Eine Katze mit einem Gewicht von fünf bis neun Pfund würde lt. einer Tabelle von Kibow Biotech täglich drei Kapseln benötigen. In der Tabelle werden die Dosierungen nach Gewicht aufgeführt.

Zweitens sind die Azodyl-Kapseln magensaftresistent. Das bedeutet, die Kapsel entlässt ihre Inhaltsstoffe erst im Darm statt im Magen. Aus diesem Grund sollten die Kapseln nur als Ganzes verabreicht werden. Der Inhalt ist jedoch in Kapseln der Größe 1 verpackt, das ist für die meisten Katzen sehr groß. Einige Leute öffnen die Kapseln und streuen den Inhalt auf das Futter. Aber wenn Sie das tun gibt es keine Garantie, dass der Inhalt wie erforderlich den Darm erreicht. Wenn Sie sich für diese Art der Verabreichung entscheiden, empfehlen die Hersteller, die Dosis zu verdoppeln.

Für einige Katzen scheint Azodyl von Nutzen zu sein. Wenn Sie aber Schwierigkeiten mit der Verabreichung haben, dann würde ich es vergessen. Es ist kein unentbehrliches Mittel und kann ziemlich teuer sein.

Antibiotika

Antibiotika werden nicht routinemäßig bei einer CNI Behandlung eingesetzt, auch wenn es manchmal so scheint, als würden einige Tierärzte sie routinemäßig verschreiben. Bei Katzen jedoch mit einer Harnwegs-, Nieren-, Zahninfektion und schweren Mundgeschwüren können sie notwendig sein.

Weitere Informationen über Antibiotika finden Sie im Kapitel Behandlungsmöglichkeiten.

Anämie

Falls der Hämatokritspiegel Ihrer Katze unter 30 Prozent (25 Prozent bei einigen Laboren) liegt, leidet Ihre Katze an einer Anämie. Die Behandlung hängt von der Schwere der Anämie ab:

  • Liegt der Hämatokrit zwischen 20 und 30 Prozent, dann kann ein Eisenergänzungsmittel, B-Vitamine oder Anabole Steroide wie Winstrol-V oder Nandoral ausreichen, um sie zu kontrollieren.

  • Liegt der Hämatokrit niedriger als 20 Prozent, dann leidet Ihre Katze an einer schweren Anämie, und Sie müssen sie energischer behandeln. Falls es sich dabei um eine durch CNI ausgelöste nicht-regenerative Anämie handelt, sollten Sie eine Behandlungsmethode mit Erythropoetin (rhEpo) in Erwägung ziehen, insbesondere, wenn der Hämatokritwert näher bei 15 als bei 20 Prozent liegt. Die Handelsnamen sind Epogen, Procrit oder Eprex. Viele Tierärzte sind Epogen gegenüber sehr ablehnend eingestellt. Aber Sie müssen sich darüber im Klaren sein, dass eine schwere Anämie Ihre Katzen töten wird bevor es die CNI kann. Wir begannen mit der Epogentherapie bei Thomas als sein Hämatokrit bei 18 Prozent lag. Für uns war diese Entscheidung ein Kinderspiel, denn die Alternative wäre gewesen, dass wir uns zurücklehnen und dabei zusehen, wie Thomas an der Anämie stirbt. Wir haben diese Entscheidung niemals bereut.

  • Die oben genannten Behandlungsmöglichkeiten brauchen Zeit, um zu wirken. Falls die Anämie Ihrer Katze besonders schwer ist (Hämatokrit unter 15 Prozent), sollten Sie eine Bluttransfusion in Erwägung ziehen, um die Zeit zu überbrücken bis die anderen Behandlungen anlaufen.

Weitere Informationen über Anämie finden Sie im Kapitel Anämie.

Hochdruck (Bluthochdruck)

Er tritt bei ungefähr zwei Dritteln aller CNI-Katzen auf. Bitten Sie daher Ihren Tierarzt, den Blutdruck Ihrer Katze regelmäßig zu überprüfen. Viele Tierärzte tun dies nicht automatisch. Sollte Ihre Katze plötzlich erblinden, dann ist die häufigste Ursache dafür Bluthochdruck. Und wenn Sie sie schnell genug behandeln lassen, kann Ihre Katze sogar einen Teil oder ihre gesamte Sehkraft wiedererlangen.

Selbst wenn Ihre Katze nicht erblindet ist, jedoch Bluthochdruck vorliegt, muss er behandelt werden. Das Medikament der Wahl bei CNI Katzen mit Bluthochdruck ist Amlodipin (Handelsnamen sind Norvasc oder Istin). Die Mehrzahl der Katzen verträgt es sehr gut, und die Gefahr ist im Vergleich zu anderen Medikamenten weniger hoch, dass es das gegenteilige Problem, einen zu niedrigen Blutdruck, hervorruft. Und es ist das einzige Medikament, das Ihrer Katze die Chance ermöglicht, ihr Augenlicht wiederzugewinnen, falls sie erblindet ist.

Weitere Informationen über Bluthochdruck finden Sie im Kapitel Behandlungsmöglichkeiten.

Metacam (meloxicam)

Metacam ist ein nicht-steroidales, antiinflammatorisches Medikament (NSAID). Bei Katzen sollte es einmalig als Schmerzmittel nach einer Operation eingesetzt werden. Jedoch sieht es so aus, als ob Meloxicam immer häufiger bei Katzen entgegen der Zulassung auch in der flüssigen (oralen) Form als Dauergabe eingesetzt wird wie z.B. gegen Arthritis. Leider ist Metacam toxisch für die Nieren und kann eine akute oder chronische Niereninsuffizienz hervorrufen. Falls Ihre Katze Metacam bekam kurz vor oder nachdem die CNI diagnostiziert wurde, dann bitten Sie Ihren Tierarzt sofort damit aufzuhören.

Mehr Informationen über Metacam finden Sie hier.

Die Finanzierung der Behandlungsmaßnahmen

 

Es ist gut, über die möglichen Behandlungsmaßnahmen Bescheid zu wissen. Aber es kann deprimierend sein, wenn Geld eine Rolle spielt, und das tut es für die meisten Menschen. Es kann ganz besonders furchtbar sein, wenn Ihre Katze einen Zusammenbruch erleidet und stationär behandelt werden muss. Einige Tierkliniken in Großstädten berechnen ein Vermögen für diesen Service.

Die gute Nachricht ist, dass Sie wahrscheinlich gar nicht alle oben beschriebenen Behandlungsmaßnahmen benötigen werden. Und für die Behandlung zu Hause ist es für gewöhnlich oft möglich, die meisten Dinge, die Sie benötigen, günstig online zu erstehen. Für die durchschnittliche Katze, die Infusionen und Phosphatbinder benötigt nachdem sie sich stabilisiert hat, ist es häufig möglich, dass sich die wöchentlichen Behandlungskosten auf nur US$5 belaufen. Andere Behandlungsmaßnahmen einschließlich Epogen, von dem viele Tierärzte glauben, dass eine Ampulle US$300 kostet, können auch oft viel günstiger gekauft werden.

Im Kapitel Wie man mit CNI umgehen kann finden Sie Tipps, wie man mit den finanziellen Belastungen zurechtkommen kann und welche Wege es gibt, um die Versorgung Ihrer Katze bezahlen zu können. Im Kapitel Wo Sie das Zubehör günstig bekommen können finden Sie Einzelheiten zu Lieferanten mit vernünftigen Preisen in Deutschland.

Pats großartiger Ratschlag an alle, die sich zum ersten Mal mit CNI befassen

Dies war Ihr Crashkurs zu CNI. Ich weiß, dass Sie wahrscheinlich noch ziemlich überwältigt sind von der Nachricht. Hier ist ein Ratschlag von Pat, die selber einmal in Ihren Schuhen steckte. Pat ist langjähriges Mitglied der amerikanischen CRF-Liste, und sie hat ihren SEM gepflegt und behandelt, als er CNI hatte. Sie blieb Mitglied in der Liste nach SEMs Tod, um anderen zu helfen. Anfang 2006 schrieb sie eine wundervolle Mail an ein neues Mitglied der CRF Support Liste. Sie drückt da alles so wunderbar aus, viel besser, als ich es könnte, daher habe ich sie gefragt, ob ich ihre Mail hier wiedergeben darf.

"Es tut mir leid, dass Du hier auf dieser Liste sein musst, aber Du hast einen guten Ort gefunden. Vorab, ich kann mich nicht an einen einzigen Menschen erinnern, der hierher kam und nicht in seelischem Aufruhr war. Es scheint völlig gleichgültig zu sein, wie viele Katzen man hat oder aus welchen Lebensumständen jeder Einzelne kommt, jeder ist erst einmal am Boden zerstört.

Also... Deine geliebte Katze ist einen Tag nach der Diagnose immer noch ganz genau die gleiche Katze wie vor der Diagnose. Das einzige, was sich jetzt geändert hat, ist die Information in deinem Kopf. Katzen sind so wunderbare Vorbilder für uns – wenn sie sich wohlfühlen, dann ist alles wunderbar. Wenn sie sich nicht wohlfühlen, dann benötigen sie Hilfe. Mein Rat ist, stell Dich der Angst, erkenne sie als das an, was sie ist, und werde Dir klar darüber, dass sie jetzt bei Dir eingezogen ist. Du musst ihr aber keine spezielle Beachtung schenken. Lass sie im Hintergrund vor sich hinköcheln mit dem Deckel obendrauf und machen was sie will. In der Zwischenzeit kannst Du Dich weiterbilden, indem Du die überwältigende CNI-Webseite liest. Stück für Stück, sodass Du sofort in der Lage bist zu reagieren, wenn ein Problem auftaucht. Vorbeugen zur rechten Zeit erspart viel Mühe und Leid :-)

Es gibt keine Heilung bei CNI (jedenfalls momentan). Aber das Leben selbst ist lebensgefährlich. Das lässt sich schlichtweg nicht ändern. Doch es gibt einiges, was man tun kann bei Katzen mit CNI, und es gibt einiges zu lernen über Nieren und ihre Funktion und was ihnen hilft und was nicht und was man nicht tun sollte. In der Zwischenzeit wird sich Deine Katze nicht ihren hübschen Kopf zerbrechen, sondern sie wird ganz normale Katzendinge tun :-)

Besorge Dir eine Kopie der Blutwerte und poste sie an die Gruppe (einschließlich der Referenzwerte) und bewahre die Kopien aller Tests und Laboruntersuchungen usw. gut auf. Es ist schwierig, mit einer chronischen Erkrankung umzugehen. Aus diesem Grund beschwöre ich dich jetzt, dich um die wichtigen Punkte zu kümmern, und es dann erstmal beiseite zu legen. Es gibt keine Möglichkeit, dem emotionalen Rauf und Runter mit diesen Katzen zu entkommen. Das wird selbstverständlich auch eintreten. Aber wenn es Dir möglich ist, dann betrachte Deine Katze als sehr lebendig, denn sie ist es und sollte noch lange Zeit so bleiben mit Deiner Aufmerksamkeit und Liebe. Ihr Herz schlägt, ihre Lungen atmen, ihre Zunge wäscht sich. Das Leben pulsiert immer noch durch sie. Wenn Du durchdrehst, dann wird sie einen treuen und für sie sprechenden Freund verlieren. Und wir wollen ganz sicher nicht, dass das passiert :-)"

Ein letztes Wort von mir

Ich weiß, CNI ist eine erschreckende Diagnose. Ich erhielt sie bereits dreimal. Das erste Mal bei Tanya war ich noch nicht online, und obwohl ich versucht habe ihr zu helfen weiß ich rückblickend, dass da so viel mehr gewesen wäre, was ich hätte tun können, um ihr zu helfen.

Für Sie ist das anders. Sie haben diese Webseite. Seien Sie ruhig ängstlich aber bedenken Sie: Es liegt in Ihrer Verantwortung, Ihrer Katze zu helfen. Betrachten Sie das nicht als Angst einflößend. Denn es ist auf jeden Fall besser als die andere Wahl: Hilflos dabei zusehen zu müssen, wie Ihre Katze stirbt, wie ich es im Grunde genommen bei Tanya tun musste. Lesen Sie diese Webseite. Und bilden Sie sich selber weiter über die oben angesprochenen grundlegenden Dinge. In den meisten Fällen besteht jedoch Hoffnung. Sie können es schaffen.

             

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Diese Seite zuletzt überarbeitet: 26. Februar 2010

 

Die Links auf dieser Seite wurden zuletzt überprüft: 8. Januar 2008

 

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