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Einführung - bitte tief durchatmen!

Pats großartiger Ratschlag an alle, die sich zum ersten Mal mit CNI befassen

Probleme, die Sie vermutlich erkennen können
Dehydrierung Magenübersäuerung Verstopfung Appetitverlust

 

Probleme, die Sie nicht direkt erkennen können

Kalium

ungleichgewicht

Phosphat

ungleichgewicht

Metabolische Azidose Anämie Bluthochdruck

 

Wenn Ihr Tierarzt einen ACE-Hemmer verschrieben hat

(Fortekor, Lotensin oder Enacard)

 

Einführung – Tief durchatmen

Auf dieser Website gibt es eine Menge an Informationen, sodass Sie sich vielleicht wundern, wo Sie anfangen sollen zu lesen; ganz besonders dann, wenn Ihre Katze gerade erst diagnostiziert wurde und Sie ängstlich und aufgeregt sind. Dieses Kapitel fasst erst mal die wichtigsten Dinge zusammen, auf die Sie bei einer CNI Katze achten sollten.

Ich weiss, was Sie jetzt denken: Das ist ein Zusammenfassungskapitel, und dann all diese vielen Überschriften! Das ist ganz offensichtlich eine sehr komplizierte Krankheit!

Ähm, ja, CNI kann kompliziert sein, aber es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Sie mit allen Aspekten gleichzeitig zu tun haben werden, ganz besonders dann nicht, wenn Ihre Katze in einem frühen Stadium diagnostiziert wurde.

In diesem Fall wird es vermutlich völlig ausreichen, wenn Sie sich auf die Dinge konzentrieren, die Ihre Katze stabil erhalten (z.B. die Kontrolle des Phosphatspiegels und vielleicht, indem Sie regelmäßig subkutane Infusionen verabreichen, um eine Austrocknung zu verhindern) und dass sie sich wohlfühlt (z.B. indem Sie die Verstopfung und Magensäure kontrollieren).

Wenn Ihre Katze sich in einer Krise befindet, sind die wichtigsten Dinge, um die Sie sich kümmern sollten, die Behandlung einer Austrocknung (vermutlich wird Ihr Tierarzt sich darum kümmern, indem er sie an einen intravenösen Tropf legt), Appetitverlust, hoher Phosphatspiegel, möglicherweise eine Anämie und Bluthochdruck (falls er vorhanden ist). Wenn Ihre Katze wieder zu Hause ist, können Sie überprüfen, ob irgendwelche der anderen angesprochenen Probleme aufgetreten sind und entsprechende Maßnahmen dagegen ergreifen.

Dieses Kapitel ist in zwei Kategorien unterteilt: Die Probleme, die häufig auch für einen Laien sichtbar sind und die, bei denen Sie normalerweise die Hilfe eines Tierarztes benötigen zusammen mit verschiedenen Tests, die deren Vorhandensein bestätigen. Gleichgültig, in welche Kategorie sie fallen, alle diese Probleme müssen behandelt werden, wenn sie vorhanden sind. Aber wie ich bereits sagte, es ist unwahrscheinlich, dass Sie mit allen gleichzeitig konfrontiert werden. Trotzdem ist es wichtig sie zu kennen, falls sie in Zukunft auftauchen sollten.

Die meisten Menschen haben herausgefunden, dass sie täglich nur 15 bis 20 Minuten mit den zusätzlichen Anforderungen ihrer CNI-Katzen verbringen müssen. Wenn Sie sich also auf die zur Zeit vorhandenen Probleme konzentrieren und noch etwas Glück hinzukommt, dann sollten Sie sehr bald eine große Verbesserung im Wohlfühlen Ihrer Katze bemerken können. Detailliertere Informationen über Symptome, die eventuell auftreten könnten, und die besten Behandlungsmöglichkeiten, finden Sie im Kapitel Verzeichnis der Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Wie schwer der Fall Ihrer Katze auch sein mag, wenn ich Ihnen nur einen einzigen Ratschlag geben dürfte, würde er lauten: Stellen Sie sicher, dass Ihre Katze frisst. Katzen, die auch nur über einen kurzen Zeitraum nicht fressen, (ein oder zwei Tage) haben das Risiko, an einer Hepatischen Lipidose (Leberverfettung) zu erkranken, einer potentiell lebensbedrohlichen Lebererkrankung. Kleintiermedizin hat ein Artikel von Dr. med. vet. Verena Schärer, Klinik für kleine Haustiere, Universität Bern über Leberverfettung. Nicht fressen kann auch die Austrocknung verschlimmern und dazu führen, dass die Katze sich sehr schwach fühlt. Ist jedoch Futter im Magen, dann fühlt sich die Katze sehr oft besser und stärker. Siehe unten und in dem Kapitel So motivieren Sie Ihre Katze zum Fressen. Dort finden Sie weitere Informationen, wie Sie Ihre Katze zum Fressen bewegen können.

Pats großartiger Ratschlag an alle, die sich zum ersten Mal mit CNI befassen

Ich weiß, dass Sie wahrscheinlich noch ziemlich überwältigt sind von der Nachricht. Hier ist ein Ratschlag von Pat, die selber einmal in Ihren Schuhen steckte. Pat ist ein langjähriges Mitglieder der amerikanischen CRF-Liste und sie hat ihren SEM gepflegt und behandelt, als er CNI hatte. Sie blieb helfendes Mitglied der Liste nach SEMs Tod, um anderen zu helfen. Anfang 2006 schrieb sie eine wundervolle Mail an ein neues Mitglieder der CRF Support Liste. Sie drückt da alles so wunderbar aus, viel besser, als ich es könnte, daher habe ich sie gefragt, ob ich ihre Mail hier wiedergeben darf.

"Es tut mir leid, dass Du hier auf dieser Liste sein musst, aber Du hast einen guten Ort gefunden. Vorab, ich kann mich nicht an einen einzigen Menschen erinnern, der hierher kam und nicht in seelischem Aufruhr war. Es scheint völlig gleichgültig zu sein, wieviele Katzen man hat oder aus welchen Lebensumständen heraus der Einzelne kommt, jeder ist erst einmal am Boden zerstört.

Also... Deine geliebte Katze ist einen Tag nach der Diagnose immer noch ganz genau die gleiche Katze wie vor der Diagnose. Das einzige, was sich jetzt geändert hat, ist die Information in deinem Kopf. Diese Katzen sind so wunderbare Vorbilder für uns – wenn sie sich wohlfühlen, dann ist alles wunderbar. Wenn sie sich nicht wohlfühlen, dann benötigen sie Hilfe. Mein Rat ist, stell Dich der Angst, erkenne sie als das, was sie ist, und werde Dir darüber klar, dass sie sich jetzt bei Dir eingezogen ist. Du musst ihr aber keine spezielle Beachtung schenken. Lass sie im Hintergrund vor sich hinköcheln mit dem Deckel obendrauf and machen was sie will. In der Zwischenzeit kannst du dich weiterbilden, indem Du die überwältigende CNI-Webseite liest. Stück für Stück, so dass Du sofort in der Lage zu reagieren bist, wenn ein Problem auftaucht. Vorbeugen zur rechten Zeit erspart viel Mühe und Leid :-)

Es gibt keine Heilung bei CNI (jedenfalls momentan). Aber das Leben selbst ist lebensgefährlich. Das lässt sich schlichtweg nicht ändern. Aber es gibt einiges, was man tun kann bei Katzen mit CNI, und es gibt einiges zu lernen über Nieren und ihre Funktion und was ihnen hilft und was nicht und was man nicht tun sollte. In der Zwischenzeit wird sich Dein Mädchen nicht ihren hübschen Kopf zerbrechen, sondern sie wird ganz normale Katzendinge tun :-)

Besorge Dir eine Kopie der Blutwerte und poste sie an die Gruppe (einschließlich der Referenzwerte) und bewahre die Kopien aller Tests und Laboruntersuchungen usw. gut auf. Es ist schwierig, mit einer chronischen Erkrankung umzugehen. Aus diesem Grund beschwöre ich dich jetzt, dich um die wichtigen Punkte zu kümmern, und es dann erstmal beiseite zu legen. Es gibt keine Möglichkeit, dem emotionalen Rauf und Runter mit diesen Katzen zu entkommen. Das wird selbstverständlich auch eintreten. Aber wenn es Dir möglich ist, dann betrachte Deine Katze als sehr lebendig, denn sie ist es und sollte noch lange Zeit so bleiben mit Deiner Aufmerksamkeit und Liebe. Ihr Herz schlägt, ihre Lungen atmen, ihre Zunge wäscht sich. Das Leben pulsiert immer noch durch sie. Wenn Du durchdrehst, dann wird sie einen treuen und für sie sprechenden Freund verlieren. Und wir wollen ganz sicher nicht, dass das passiert :-)"

Probleme, die Sie vermutlich erkennen können

In diesem Abschnitt werden Probleme besprochen, die normalerweise auch von einem Laien erkannt werden, zumindest dann, wenn Sie wissen, worauf Sie achten müssen. Einige dieser Probleme, wie eine Verstopfung, sind nicht lebensbedrohlich, aber sie können einen großen Unterschied im Wohlbefinden Ihrer Katze ausmachen. Andere, wie nicht Fressen, können schwere und ernsthafte Probleme hervorrufen, wenn sie nicht behandelt werden.

Dehydrierung

Dehydrierung (Flüssigkeitsmangel) tritt bei Katzen mit CNI sehr häufig auf, weil sie die Fähigkeit verlieren, ihren Urin zu konzentrieren. Daher setzt die Katze mehr Urin ab, und obwohl sie versucht, mehr Wasser zu trinken, um den vermehrten Urinabsatz auszugleichen, wird es ihr irgendwann nicht mehr gelingen, und eine Austrocknung tritt ein. Wenn das Blutbild Ihrer Katze hohe Werte anzeigt (Kreatinin, Harnstoff, Anorganisches Phosphat), ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihre Katze ausgetrocknet ist. Der Tierarzt wird vielleicht vorschlagen, der Katze intravenös Flüssigkeiten zu verabreichen, um ihrem Körper die fehlende Feuchtigkeit wieder zuzuführen. Wenn Ihre Katze niedrigere Werte aufweist, oder die Werte nach der Infusion sinken, aber der Kreatininwert liegt über 300 (US: 3.5), dann werden Sie vermutlich bemerken, dass es ihr besser geht durch regelmäßige subkutane Infusionen, die einer erneuten Dehydrierung vorbeugen. In diesem Fall können Sie sich vom Tierarzt zeigen lassen, wie eine Infusion gelegt werden muss, damit Sie es zu Hause selbst machen können. Die regelmäßigen Infusionen können das Wohlbefinden Ihrer Katze sehr verbessern, jedoch muss zuerst sichergestellt sein, dass Ihre Katze keine Herzkrankheit hat.

Mehr Infos finden Sie auf der Seite Intravenöse und Subkutane Flüssigkeitstherapie.

Magenübersäuerung

Viele Katzen mit CNI leiden an einer Übersäuerung des Magens. Falls Kreatinin und besonders Harnstoff/BUN erhöht sind, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass Ihre Katze ebenfalls an diesem Problem leidet. Ein übersäuerter Magen führt häufig dazu, dass die Katze nicht mehr essen will und öfter erbricht (meist klaren Schaum). Hier gibt es ein sehr wirksames Mittel, Slippery Elm Bark (siehe Ganzheitlicher Behandlungsansatz). Eine andere Möglichkeit sind H2 Rezeptorenblocker. Das sind Medikamente, die die Säureproduktion unterdrücken, statt sie nur zu neutralisieren. Einer dieser H2 Rezeptorenblocker ist Famotidin. Wenn Sie Famotidin verwenden, beginnen Sie normalerweise mit einem Viertel einer 10mg Tablette jeden zweiten Tag. Wenn es nötig ist, können Sie die Dosis bis zu einem Viertel einer Tablette 2x täglich erhöhen (alles mit dem Einverständnis Ihres Tierarztes natürlich). Das Kapitel Behandlungsmöglichkeiten enthält mehr Informationen über Medikamente und außerdem noch Tips zur Kontrolle von Magensäure und Übelkeit.

 

Verstopfung

Der Flüssigkeitsmangel im Körper von CNI-Katzen kann auch Verstopfung verursachen. Auch hier kann Slippery Elm Bark helfen. Wenn Sie aber nicht die Möglichkeit haben es zu bekommen, können Sie den Tierarzt nach Lactulose fragen. Dieses Mittel ist fast überall rezeptfrei erhältlich. Normalerweise bekommt die Katze davon 1-2 ml zweimal täglich. Weitere Informationen über Lactulose und andere Mittel gegen eine Verstopfung finden Sie unter Behandlungsmöglichkeiten.

 

Appetitlosigkeit

Das ist ein sehr häufiges Problem von CNI-Katzen, und zusammen mit der Austrocknung, ist es das potentiell gefährlichste der sichtbaren Symptome. Die möglichen Ursachen dafür sind z.B. zuviel Magensäure, Anämie (Blutarmut) etc . Wenn Sie diese Probleme behandeln (siehe Verzeichnis der Symptome und Behandlungsmöglichkeiten), werden Sie hoffentlich bald feststellen, dass Ihre Katze wieder Appetit hat. Es ist wichtig, dass Ihre Katze regelmässig Futter zu sich nimmt. Katzen, die auch nur über einen kurzen Zeitraum nicht fressen, (ein oder zwei Tage) haben das Risiko, an einer Hepatischen Lipidose (Leberverfettung) zu erkranken, einer potentiell lebensbedrohlichen Lebererkrankung. Kleintiermedizin hat ein Artikel von Dr. med. vet. Verena Schärer, Klinik für kleine Haustiere, Universität Bern über Leberverfettung.

 

Wenn Sie Ihre Katze überzeugen können, das Diätfutter, das Sie beim Tierarzt für sie kaufen zu essen – wunderbar. Wenn aber Ihre Katze, wie viele, dieses Futter verweigert – hier ein paar Tips.

  1. Wenn der Zustand Ihrer Katze kritisch ist, füttern Sie, was immer sie essen mag. Babynahrung (ohne Zwiebeln), Hill's a/d. Versuchen Sie alles, um sie zum Essen zu motivieren. Später können Sie sich darum kümmern, geeignetes Futter für sie zu finden.

  2. Wenn die Krise überstanden ist, dann ist es immer noch wichtiger, dass Ihre Katze überhaupt frisst, selbst wenn es keine Nierendiät ist. Studien über die Gabe von eiweissreduziertem Essen bei Nierenkrankheiten wurden an Ratten und Menschen durchgeführt, nicht an Katzen. Aktuelle Studien an Katzen haben keinen klaren Vorteil einer eiweissreduzierten Diät gezeigt. Daher ist es möglich, dass der Eiweissgehalt des Futters nicht so kritisch ist, wie man immer geglaubt hat. Mehr dazu unter Futterzusammenstellungen und Ernährungsanforderungen. Falls Ihr Tierarzt eine Nierendiät empfiehlt, dann versuchen Sie, wenn es geht, Ihre Katze auf sie umgewöhnen. Aber führen Sie sie langsam, nach und nach, ein – siehe Was soll ich füttern?. Falls Ihre Katze eine Nierendiät verweigert, versuchen Sie, zumindest ein Futter mit einem niedrigen Phosphorgehalt zu geben. Details zu den Futtersorten finden Sie unter Nassfutter und Trockenfutter.

  3. Sobald der Harnstoffwert/BUN einmal ständig über 60 – 80 liegt, fühlen sich die meisten Katzen besser, wenn sie eiweißreduziertes Futter verarbeiten müssen (aber machen Sie sich keine Sorgen darüber, wenn Ihre Katze sich in einer Krise befindet, dann müssen Sie einfach nur Futter in sie hineinbekommen). Vielleicht entscheiden Sie sich für eine Nierendiät oder versuchen, andere Futtersorten mit niedrigem Eiweißgehalt zu finden. Wenn Sie eine Nierendiät verfüttern wollen, aber Ihre Katze sich verweigert, dann versuchen Sie verschiedene Sorten. Nierendiäten gibt es von Hill's, Virbac, Eukanuba und Waltham/Royal Canin. Hill’s hat auch eine g/d Diät, die für das Frühstadium von CNI entwickelt wurde, wenn die Werte noch kaum erhöht sind. Ihr Tierarzt wird nicht alle Sorten vorrätig haben, kann sie aber bestellen. Sie können sich auf der jeweiligen Homepage der Futterhersteller genau über Sorten und Inhaltsstoffe informieren. Mehr Informationen finden Sie auch unter Kontaktangaben zu Futtermittelherstellern.  Siehe Wo Sie Zubehör günstig bekommen nach Online-Lieferanten von Nierendiäten reduzierten Preisen.

  4. Unter Diät und Ernährung finden Sie noch mehr Informationen, außerdem Tips, wie man Katzen zum Essen überreden kann.

Probleme, die Sie nicht direkt erkennen können

Diese Abteilung behandelt Probleme, bei denen Sie die Hilfe Ihres Tierarztes benötigen und verschiedene Tests, die belegen können, ob das Problem existiert. Sie können sehr gut Symptome dieser Probleme sehen, trotzdem wissen Sie nicht, welche Ursache dahintersteckt (z. B. Metabolische Azidose kann Erbrechen verursachen. Katzen, die aufgrund eines Bluthochdrucks erblindet sind, springen vielleicht nicht mehr und scheinen daher schwach zu sein.)

Kalium

Ungefähr 30% aller CNI Katzen haben einen zu niedrigen Kaliumwert. Wenn der Wert Ihrer Katze unter 4,4 mmol/L ist (Norm 3,0 – 4,8 mmol/l), fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem Mittel, um Kalium zuführen zu können. Ein übliches Mittel hierfür ist Tumil-K. Geben Sie jedoch keine Kaliumergänzungen ohne das Wissen und die Zustimmung Ihres Tierarztes – hohe Kaliumwerte können gefährlich sein. Weitere Informationen finden Sie unter Behandlungsmöglichkeiten. 

 

Phosphor

Die meisten CNI-Katzen haben sehr hohe Phophatwerte, weil Ihre geschädigten Nieren das überflüssige Phosphat nicht mehr länger ausreichend ausscheiden können. Das führt dazu, dass die Katzen sich immer schlechter fühlen, und es beschleunigt den Krankheitsverlauf der CNI. Die normalen Phosphatreferenzwerte im Blut beziehen sich auf Katzen aller Altersgruppen. Aber idealerweise sollte der Phosphatwert bei einer CNI Katze nicht höher als 1.3 mmol/L/l liegen (US: 4 mg/dl). Liegt der Spiegel über 1.9 mmol/L/l (US: 6 mg/dl), dann sollten Sie Ihren Tierarzt auf den Einsatz von Phosphatbindern ansprechen. Sie binden das überschüssige Phosphat im Verdauungstrakt und reduzieren daher die Last für die Nieren. Die wirkungsvollsten Binder enthalten Aluminiumhydroxid. Mehr Informationen zu den Präparaten und ihrer Dosierung finden Sie unter Behandlungsmöglichkeiten und Wo Sie das Zubehör günstig bekommen können. Phosphatbinder müssen mit dem Futter gegeben werden, idealerweise mit einer Stunde Abstand zu anderen Medikamenten.

 

Metabolische Azidose (Störung im Säure-Basen-Haushalt)

Bis zu zwei Drittel aller CNI-Katzen bekommen irgendwann dieses Problem. Es bedeutet, dass die pH Werte im Körper der Katze aus dem Gleichgewicht geraten sind und eine Übersäuerung verursachen. Dies kann zu Erbrechen, Mundgeschwüren, Schwäche und Muskelschwund führen – wenn es also auftritt, müssen Sie es behandeln. Wenn das Blutbild Ihrer Katze einen pH-Wert (Blutgasanalyse) unter 16 zeigt, dann beraten Sie sich mit dem Tierarzt über die Gabe von Natriumbicarbonat (Natron) oder Kaliumcitrat, um dieses Problem zu behandeln. Falls Ihr Tierarzt keinen Test auf Metabolische Azidose durchgeführt hat, dann bitten Sie darum. Weitere Informationen finden Sie unter Behandlungs möglichkeiten.

 

Anämie

Wenn der Erythrozyten- oder Hämatokritwert Ihrer Katze unter 30% liegt, leidet sie an Anämie. Liegt die Erythrozytenzahl zwischen 20% und 30%, können ein Eisenpräparat, B-Vitamine oder Anabole Steroide ausreichen, um die Situation in den Griff zu bekommen. Liegt der Wert unter 20%, leidet die Katze an einer schweren Anämie, gegen die härtere Geschütze aufgefahren werden müssen. Hier kann eine Behandlung mit Erythropoetin (Präparate: Epogen, Procrit oder Eprex) helfen. Mehr Informationen im Kapitel Anämie.

 

Hoher Blutdruck

Dieser tritt bei gut zwei Dritteln der CNI-Katzen auf. Lassen Sie den Blutdruck beim Tierarzt messen, die meisten Tierärzte machen dies nicht routinemäßig. Wenn Ihre Katze plötzlich erblindet ist, dann ist der häufigste Grund dafür Bluthochdruck. Und wenn Sie schnell genug handeln, ist es möglich, dass Ihre Katze wieder sehen kann oder zumindest einen Teil ihrer Sehkraft zurückerhält. Das übliche Mittel zur Behandlung von Bluthochdruck ist ein Medikament namens Norvasc (Amlodipine oder Istin) - die meisten Katzen scheinen dieses Medikament sehr gut zu vertragen, und es ist das einzige Medikament, das Ihrer Katze die Chance gibt, ihre Sehkraft wiederzuerlangen, wenn sie sie verloren hat. Mehr Informationen unter Behandlungsmöglichkeiten.

 

ACE-Hemmer (Benazepril oder Enalapril)

Der Tierarzt hat möglicherweise ein Medikament mit dem Wirkstoff Benazepril verschrieben (in Europa und UK unter dem Namen Fortekor, in USA Lotensin) oder Enalapril (Handelsname Enacard). Diese Medikamente sind eigentlich für das Herz und bekannt als ACE-Hemmer. Aktuelle Studien zeigten, dass diese Medikamente – speziell Benazepril – bei CNI-Katzen zumindest im Anfangsstadium vielleicht helfen können. Sie müssen aber wissen, dass noch keine detaillierten wissenschaftlichen Studien veröffentlicht wurden. Außerdem können diese Medikamente – am Anfang der Therapie – einen Anstieg des Kreatininwertes bewirken. Man sollte also 7-10 Tage nach Beginn der Therapie ein Blutbild machen lassen, um dies zu überprüfen. Ich persönlich würde dies nicht als alleinige Behandlungsmethode einsetzen, nicht ohne auch die anderen oben erwähnten Methoden anzuwenden, wenn sie angebracht sind, und ich würde diese Behandlung auch nicht einsetzen, wenn der Kreatininwert meiner Katze über 310 liegt (USA: 3.5).

Wenn Ihre Katze unter Bluthochdruck leidet, besonders wenn sie erblindet ist, dann helfen ACE-Hemmer nicht. Ein Medikament namens Amlodipine (Norvasc oder Istin) ist das Medikament der Wahl bei Katzen mit Bluthochdruck. Es kann dabei helfen, dass Ihre Katze ihre Sehkraft wieder erhält. Mehr Informationen darüber finden Sie unter Behandlungsmöglichkeiten.

           

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Diese Seite zuletzt überarbeitet: 30 Januar 2006

 

Die Links auf dieser Seite wurden zuletzt überprüft: 17 August 2006

 

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