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Einführung
In vielerlei Hinsicht ist dieses Kapitel nicht besonders wichtig, denn
in den meisten Fällen ist es nicht ausschlaggebend, warum eine Katze CNI
bekommt – die Behandlung ist gleich, wenn diese Krankheit ausgebrochen ist
(obwohl es im Fall einer
Glomerulonephritis
noch einige andere Möglichkeiten gibt, die man versuchen kann). Ich füge trotzdem
Informationen darüber hier mit ein, da viele Menschen sich scheinbar
selbst für die Krankheit ihrer Katze verantwortlich machen. In Wahrheit
ist CNI jedoch selten vermeidbar - wie im Kapitel
Was ist CNI?
erwähnt, entwickeln ca. 10% der Katzen über zehn Jahren CNI und sogar 30%
der Katzen in einem Alter von über 15 Jahren leiden an dieser Krankheit.
Der Abschnitt „Mögliche Ursachen" ist zu diesem Zeitpunkt genau das:
mögliche Ursachen. Es gibt keine echten Beweise, dass irgendeine
dieser Möglichkeiten wirklich CNI verursachen kann, obwohl einige
Verbindungen stärker auf eine Beteiligung hinweisen (Zahnerkrankungen,
Bluthochdruck) als andere.
Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie einen Überblick über die Gründe
von CNI:
Das Krankenhaus München Schwabing bietet
auf Deutsch Informationen an über mögliche Ursachen von CNI.
Die tierärztliche Hochschule Hannover
bietet
auf Deutsch Informationen an über mögliche Ursachen von CNI.
Die veterinärmedizinische Universität München
zeigt ein Lehrskript über die
Ursachen von CNI.
Selected diseases of the feline kidney (2001) ist eine Arbeit
vorgestellt von Dr. Stephen DiBartola auf dem World Small Animal
Veterinary Association World Congress.
Renal diseases in cats (2002) ist eine
Arbeit vorgestellt von J.P. Pagès auf dem
27th World Small Animal Veterinary Association Congress. Section
2.5.
The Pet Center – hier finden Sie einige hilfreiche Informationen.
Ererbte/Angeborene Abnormalitäten
Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)
Die polyzystische Nierenerkrankung ist eine Krankheit, bei der sich Zysten
in den Nieren bilden. Detaillierte Informationen über PKD können Sie im Kapitel
Verwandte Krankheiten nachlesen.
Renale Dysplasie und Renale Hypoplasie
Bei dieser Erkrankung haben sich die Nieren entweder nicht normal
entwickelt (renale Dysplasie) oder nicht vollständig entwickelt (renale
Hypoplasie). In manchen Fällen einer renalen Hypoplasie hat die Katze nur
eine Niere. Katzen mit nur einer Niere sind meistens männlich, und aus
irgendeinem Grund ist es gewöhnlich die rechte Niere, die fehlt. Katzen, die in einem jungen Alter CNI entwickeln, leiden
häufig an renaler Dysplasie oder Renaler Hypoplasie.
Das Kapitel
Was bedeuten all diese Testergebnisse?
enthält auch
Informationen über Renomegalie (vergrößerte Nieren).
Merck Veterinary Manual hier finden Sie Informationen
über diese
Erkrankungen.
Infektionen
Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)
Eine Nierenbeckenentzündung ist eine bakterielle Infektion der Nieren.
Außerdem kann auch noch eine Infektion der unteren Harnwege hinzukommen.
Wenn sie nicht behandelt werden, steigen die Infektionen der unteren
Harnwege in einigen Fällen bis in die Nieren auf – aber nicht immer.
Katzen mit PKD sind ganz besonders der Gefahr einer Nierenbeckenentzündung
ausgesetzt, da die Bakterien sich tief in den Zysten vergraben können.
Unser PKD-Kater, Harpsie, bekam regelmäßig Anfälle von
Nierenbeckenentzündungen.
Eine Urinkultur und Sedimentuntersuchung sollte veranlasst
werden. Es ist jedoch
ziemlich häufig, dass in der Kultur nichts wächst, wenn die Katze an einer
Niereninfektion statt an einer unteren Harnwegsinfektion leidet.
Ultraschall
kann bei der Diagnoseerstellung einer
Nierenbeckenentzündung hilfreich sein. Aber bei Katzen mit
PKD ist das nur von
eingeschränktem Wert, da die Nieren ohnehin bereits abnormal aussehen.
Um sicherzugehen, dass die Bakterien wirklich vollständig zerstört
wurden, und dass die Infektion vollständig ausgeheilt ist, benötigen
Katzen mit Nierenbeckeninfektionen über einen längeren Zeitraum
(vier bis sechs Wochen oder länger) Antibiotika; das ist eine Empfehlung
der
Washington State University College of Veterinary Medicine. Der Grund ist, dass
die Blutversorgung an der Stelle der meisten Niereninfektionen nicht
ausreichend
ist, es kann also eine Weile dauern, bis die Antibiotika dort ankommen und
die Bakterien abtöten. Wenn Ihre Katze eine Niereninfektion hat, dann
können sich die Blutwerte wieder verbessern, sobald die Infektion unter
Kontrolle ist.
Urinary tract infection (UTI): how to diagnose
correctly and treat (2003), eine Präsentation von Dr. C. Brovida
auf dem 28th World Congress of the World Small Animal Veterinary
Association, enthält Informationen zu Pyelonephritis.
FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)
Katzen mit der
trockenen Form von FIP haben
manchmal vergrößerte Nieren und Nierenprobleme. Auf der Liste Feline
CRF Info haben jedoch nur wenige Katzen FIP.
Dr Diane Addie
ist Dozentin für Veterinärvirologie und eine Expertin für FIP. Ihre Seite
ist in eine ganze Reihe verschiedener Sprachen übersetzt worden.
An update on feline infectious peritonitis
(2001) Horzinek MC & Lutz H Veterinary Sciences Tomorrow 1
ist ein sehr fachmedizinisch geschriebener Artikel, aber Sie finden
dort eine sehr nützliche Diagnose-Aufstellung.
Cornell University College of Veterinary Medicine
zeigt einen
guten Überblick.
Winn
Feline Foundation
bietet Information an über FIP.
Newman Veterinary bietet Informationen über FIP.
Entzündung
Glomerulonephritis
Die Glomeruli sind sehr feine Blutadern in den Nieren, die als Filter
für Abfallprodukte fungieren und Urin produzieren. Wenn sie zerstört sind,
geraten Proteine aus dem Blut, die normalerweise wieder in den Blutstrom
zurückgeführt werden, in den Urin (Proteinurie). In schweren Fällen
verursachen
die daraus resultierenden niedrigen Proteinmengen im Blut einen
Gewichtsverlust und bewirken eine Flüssigkeitsansammlung unter der Haut (subkutane Ödeme).
Eine Erkrankung der Glomeruli ist eine Autoimmunerkrankung und nicht so
häufig wie die interstitielle Krankheit. Sie ist sogar ziemlich selten bei
Katzen und normalerweise eine sekundäre Begleiterscheinung wie z.B. bei
einer Infektion, Entzündungskrankheit oder Diabetes. In manchen Fällen
kann es helfen, Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems
einzusetzen. ACE-Hemmer können
bei Glomerulonephritis ebenfalls von Nutzen sein, weil sie wahrscheinlich eine
Proteinurie
reduzieren.
Im schlimmsten Fall endet eine Glomerulonephritis in "nephrotischem
Syndrom". Nephrotisches Syndrom ist keine eigenständigen
Erkrankungen, sondern
eher eine Ansammlung von Symptomen, die aufgrund der glomerulären Probleme
auftreten.
Die zuerst auftretenden Probleme eines nephrotischen Syndroms sind
Proteinurie,
Ödeme
und/oder Aszites (Bauchwassersucht), niedrige
Albumin- und hohe
Cholesterinwerte. Es
kann auch Durchfall auftreten,
verringertes Urinieren,
Anämie und manchmal
eine
Sattelthrombose (das ist ein Blutklumpen im Bein). Da jedoch eine
Glomerulonephritis
bei Katzen relativ selten auftritt, gilt das auch für das nephrotische
Syndrom.
Pet
Place bietet einen hilfreichen Überblick über diese Krankheit.
Dr. Katherine James bietet Informationen sowohl über
Glomerulonephritis als auch über das nephrotische Syndrom an.
Mar Vista Vet hat sehr hilfreiche Informationen,
auch darüber, wie man eine Glomerulonephritis behandeln soll.
Strategies for protein losing nephropathy
(2001) is a presentation by Dr MS Wallace to the Atlantic Coast
Veterinary Conference in which she discusses glomerulonephritis and amyloidosis.
Merck Veterinary Manual bietet interessante, wenn auch sehr
fachliche Informationen.
E Cure Me ist eine Human-Seite mit
Informationen über das nephrotische Syndrom.
Chronische Interstitielle Nephritis
Im wesentlichen ist es diese Erkrankung, die wir normalerweise als CNI
bezeichnen. Sie kann von jeder der in diesem Kapitel angesprochenen
Ursachen ausgelöst werden Im Grunde ist sie eine meist erst „im hohen
Alter auftretende" Nierenerkrankung. Wenn Menschen altern, dann kann es
passieren, dass sie Krebs bekommen. Katzen hingegen tendieren mehr zu
einer Nierenerkrankung.
Veterinärmedizinische
Histopathologie
bietet eine anschauliche
Beschreibung mit Bildern der interstitiellen Nephritis.
Selected diseases of the feline kidney
(2001) ist eine Studie von Dr. Stephen DiBartola vorgestellt auf dem World Small
Animal Veterinary Association World Congress,
in der auch auf diese Erkrankung
eingegangen wird.
Merck Veterinary Manual bietet einige Informationen über
interstitielle Nephritis und CNI.
Nierensteine und Blockaden
Nierensteine können Nierenerkrankungen verursachen. Die Steine können
kalzifizieren und auf diese Art und Weise Schaden anrichten. Oder sie
verfangen sich in der Harnröhre und sorgen so dafür, dass Abfallprodukte,
die normalerweise durch die Blase ausgeschieden werden, sich bis in die
Nieren aufstauen – das nennt man obstruktive Nephropathie. Wenn die
Nierenblutwerte einer Katze plötzlich extrem hochschießen, kann ein die
Harnröhre blockierender Nierenstein die Ursache sein. Die meisten
Nierensteine sind Kalziumoxalatsteine.
Harnwegsblockaden (siehe
Links und Quellenangaben), die durch das
gegenteilige Problem hervorgerufen werden, nämlich Struvitkristalle (siehe
unten), können zu akutem Nierenversagen führen, wenn sie nicht sofort
behandelt werden. In manchen Fällen bleibt ein chronischer Schaden
zurück.
Bei einigen Katzen werden Kalziumoxalatsteine ausgelöst durch einen
Vitamin-B6-Mangel. In diesem Fall wäre eine
Vitamin-B-Ergänzung hilfreich (fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem
geeigneten Mittel).
Futter, das für CNI-Katzen hergestellt wird wie z. B. Hill’s k/d
ist auch für Katzen mit Kalziumoxalatsteinen geeignet, ob sie nun CNI
haben oder nicht.
Labor Laupeneck
bietet Informationen
über das Management der felinen
Harnwegserkrankungen.
Mar Vista Vet
bietet mehr Informationen über Kalziumoxalatsteine.
Ureteral dilemma: non-surgical
management of ureteroliths (2007)
Adams LG Hill's Symposium on Lower Urinary Tract Disease 2007
pp14-21 berichtet von weiteren Behandlungsmöglichkeiten. Scrollen Sie
runter bis zu Seite 14.
Management and outcome of cats with ureteral
calculi: 153 cases (1984 - 2002) (2005)
Kyles A.E.,
Hardie E.M.,
Wooden B.G.,
Adin C.A.,
Stone E.A.,
Gregory C.R.,
Mathews K.G.,
Cowgill L.D.,
Vaden S.,
Nyland T.G.,
Ling G.V. Journal of the American
Veterinary Medical Association 226(6) pp937-44 beschreibt eine
große Anzahl von Fällen, die über einen Zeitraum von 18 Jahren aufgetreten
sind und stellt fest, dass sogar nach einer erfolgreichen Behandlung viele
Katzen eine beeinträchtigte Nierenfunktion haben.
Oxalate degradation by intestinal lactic acid
bacteria in dogs and cats (2004)
Weese JS, Weese HE, Yuricek L, Rousseau J Veterinary Microbiology
101(3) pp161-6 erwähnt, dass der Einsatz von Prebiotika, die
auch Fruktooligosaccharideprodukte (FOS) enthalten, einer Art
fermentierter Fasern , helfen können, die Bildung von
Kalziumoxalatsteinen zu verringern.
Harpsie's
Website Hier finden Sie einige
Informationen über Steine und Blockaden (auf
englisch).
Krebs – Renales Lymphom (Lymphsarkom)
Ein Lymphom (Lymphsarkom) ist die häufigste Form von Nierenkrebs bei
Katzen. Die weißen Blutkörperchen, genannt Lymphozyten, werden kanzerös
und produzieren Tumore. Ungefähr 50 Prozent der Katzen mit einem Lymphom
haben ebenfalls feline Leukämie.
Lymphome können in verschiedenen Körperregionen auftreten. Wenn sie in
den Nieren erscheinen, wird das renales Lymphom genannt. Wenn das renale
Lymphom voranschreitet, kann es Nierenversagen verursachen. Es gibt eine
Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, normalerweise handelt es sich um
Chemotherapie.
Renal diseases in cats (2002) ist eine
Vorstellung von J.P. Pagès auf dem 27th World Small Animal Veterinary
Association Congress. Abschnitt 2.5 erklärt renalen Krebs.
The Feline Cancer Resources Website bietet Information und viele
Links an.
Mehr Links zum Thema feliner Krebs finden Sie im Kapitel
Links und Quellenangaben.
Gifte
Lilien und Gefrierschutzmittel
Bekannte Nierengifte sind Lilien und Gefrierschutzmittel, die
Katzen versehentlich Auflecken oder Fressen können (der Geschmack von
Gefrierschutzmitteln wirkt leider sehr anziehend auf Katzen). In den
meisten Fällen verursachen sie
Akutes Nierenversagen, aber in manchen
Fällen, selbst wenn sich die Katze wieder erholt, kann ein zurückbleibender
Nierenschaden zu CNI führen.
Lilien
Die Ernährungspraxis Birga Dexel hat für
Katzen giftige Pflanzen und Ernährungsstoffe aufgelistet.
Cats and Kittens Magazine
bietet Informationen an von der
ASPCA über die Gefahren von Lilien – sie verursachen akutes Nierenversagen
bei Katzen.
Purdue University School of Veterinary Medicine
weist ebenfalls auf die
Giftigkeit von Lilien für Katzen hin.
Cats Protection bietet ebenfalls
Informationen über die Giftigkeit von Lilien an.
Gefrierschutzmittel
Gefrierschutzmittel sind ein
häufiger Grund für ein Akutes Nierenversagen bei Katzen. Manchmal scheinen
Katzen sich wieder zu erholen, erkranken dann aber wieder. Es ist
absolut notwendig, schnellstmöglich Hilfe bei einem Tierarzt zu suchen,
selbst dann, wenn es so aussieht, als würde die Katze sich wieder erholen.
Eine frühe Behandlung hat einen entscheidenden Einfluss auf die
Überlebenschance der Katze.
US Food & Drug Administration - antidote for
antifreeze poisoning
- Informationen zu diesem Thema.
Pet Place - drei Seiten mit
ausführlichen Informationen über Gefrierschutzmittelvergiftungen.
Washington State University College of Veterinary
Medicine -
Informationen über
Gefrierschutzmittelvergiftungen.
Metacam (Meloxicam)
Metacam (Meloxicam) ist ein nicht-steroidales, anti-inflammatorisches
Medikament (NSAID). Es wird sowohl als Injektionslösung als auch flüssig
zur oralen Eingabe hergestellt. Für Hunde sind beide Varianten zugelassen.
Aber da Katzen nicht-steroidale Antiphlogistika
nur sehr schlecht verstoffwechseln, ist Meloxicam in den USA für sie nur
als Injektionsflüssigkeit zugelassen. Der Grund ist, dass es nur für eine
einmalige Schmerzbehandlung nach einer Operation zugelassen ist. Die
Injektionsflüssigkeit wurde jedoch nur bei einer einzigen Narkoseart
getestet.
In Europa war es genauso. Auch hier war für Katzen
nur die Injektionslösung für eine einmalige Behandlung nach einer
Operation zugelassen. Im Juni 2007 änderte sich das. Ab da wurde die orale
Suspension für Katzen zur langfristigen Schmerzbehandlung zugelassen wie
z.B. für Katzen mit Arthritis. Die feline orale Suspension von Metacam
enthält 0,5 mg/ml Wirkstoff, die kanine Variante 1,5 mg/ml.
Es scheint, dass in den USA Meloxicam immer mehr und immer öfter ohne
dafür zugelassen zu sein, in der flüssigen (oralen) Variante als
Dauermedikation eingesetzt wird. Da aber keine feline Version erhältlich
ist, verwenden die TÄ die kanine Version in einer geringeren Dosierung.
Metacam wird jedoch häufig tropfenweise verabreicht und daher nicht exakt
abgemessen, das kann zu einer Überdosierung führen.
Leider ist Meloxicam nephrotoxisch, d.h., es ist giftig für die Nieren. Es
kann zu einem Dauerschaden an den Nieren kommen (papilläre Nekrose).
Es scheint, dass eine Reihe von Katzen an akuter
oder chronischer Niereninsuffizienz erkrankten,
nachdem sie Meloxicam erhalten hatten.
Eine Studie,
Long-term safety, efficacy and palatability of oral meloxicam at 0.01-0.03mg/kg for treatment of osteoarthritic pain in cats
(2008) Gunew M.N., Menrath V.H., Marshall R.D. Journal of Feline
Medicine & Surgery 10(3) pp235-41,
überwachte 40 Katzen, die wegen ihrer Arthritis fast sechs Monate lange
Metacam erhielten. Drei der Katzen hatten bereits vor dieser Studie renale
Erkrankungen. Die Studie fand heraus, dass „keine schädlichen Auswirkungen
der renalen Funktion bei den untersuchten Katzen auftrat." Diese Studie
wurde von dem Hersteller von Metacam finanziert.
Metacam-Dosierung
Die oben erwähnte Studie erweckt den Eindruck, dass es ganz besonders auf
die Dosierung ankommt. Da in den USA die feline Form von Metacam nicht
erhältlich ist, müssen die TÄ die dreimal stärkere kanine Variante
einsetzen. Dabei kann es möglich sein, dass sie nicht ganz genau die
korrekte Dosis verabreichen. Insbesondere dann, wenn sie es tropfenweise (Metacam
hat einen Tropfaufsatz) direkt ins Maul geben, anstatt die korrekte Dosis
vorher genau in mg auszurechnen.
The National Office of Animal Health
beschreibt das
für Katzen in GB empfohlenen Dosis. Die übliche Dosis von oralem Meloxicam
mit 0,5 mg/ml Wirkstoff ist:
-
0.1mg/kg bei der ersten Dosis;
-
0.05mg/kg einmal täglich ist
die Folgedosierung;
-
die orale Variante sollte
nicht nach einer Injektion verabreicht werden.
The Veterinary Anesthesia and Analgesia Support
Group empfiehlt sogar eine noch vorsichtigere
Dosierung bei einem Langzeiteinsatz:
Lascelles Protocol (VAA 2007)
-
0.1 mg/kg während der ersten
1-3 Tage;
-
danach 0.025
mg/kg alle 48 bis 72 Stunden. Um eine genaue Dosierung vornehmen zu
können, benötigen Sie Tuberculin- oder Insulinspritzen ohne Nadeln.
Robertson VCNA Protocol (SAP
2008)
Gunew et al Protocol (FMS 2008)
Wir setzten Metacam bei Harpsie ein. Während
unserer Abwesenheit stürzte er vom Sofa, und seine Arthritis flammte akut
auf. Er hatte furchtbare Schmerzen, die andere Schmerzmedikamente nicht
wegnehmen konnten (er schrie vor Schmerzen). Es
half ihm sehr gut, er hatte auch keine langfristigen Nebenwirkungen
dadurch. Aber da Harpsie an
PKD litt, gaben wir ihm nur die
geringstmögliche Dosis und verabreichten es auch wesentlich seltener als
normalerweise empfohlen wird. Er war trotzdem schmerzfrei. Einen Monat
später ließen wir seine Nierenwerte überprüfen (sie waren in Ordnung).
Obwohl
Meloxicam ein sehr wirkungsvolles Schmerzmittel ist, würde ich es trotzdem
nicht für eine Katze empfehlen, die bereits an CNI erkrankt ist. Das
englische
National Office of Animal Health
warnt ebenfalls: „Geben Sie es nicht Tieren, die an gastrointestinalen
Krankheiten leiden wie Reizungen oder Blutungen, oder deren Leber-, Herz-
oder Nierenfunktion beeinträchtigt ist." Wenn Sie sich dazu entscheiden,
es bei einer Katze ohne CNI einzusetzen, dann empfehle ich Ihnen, die
Dosierung niedriger anzusetzen als empfohlen, so wie es bei der unten
erwähnten Studie der Fall war.
Wenn Sie
Meloxicam einsetzen und Ihre Katze bekommt CNI, dann informieren Sie sich
unten wie Sie das am besten behandeln, und wie Sie es den
Aufsichtsbehörden melden können.
Meloxicam kann
mit
ACE-Hemmern interagieren wie z.B. Benazepril (Fortekor oder
Lotensin), Vasotop (Ramipril) oder Enalapril (Enacard). Verabreichen Sie
daher nicht beide Medikamente ohne eine vorherige Rücksprache mit Ihrem
TA.
Metacam Links
Effects of meloxicam on plasma iohexol clearance as
a marker of glomerular filtration rate in conscious healthy cats
(2009) Goodman LA, Brown SA, Torres BT, Reynolds LR & Budsberg SC
American Journal of Veterinary Research 70(7) pp826-30. In
dieser Studie wurde die
glomeruläre
Filtrationsrate (eine Nierenfunktionsmessung) bei sechs gesunden
Katzen vor und nach einer kurzzeitigen Therapie mit Meloxicam getestet, es
wurden keine Nierenschäden gefunden.
Metacam Reference Page ist die
Zusammenfassung des Herstellers zur Genehmigung von Metacam bei Katzen.
Dort steht, dass es nur als einmalige Injektion zugelassen ist.
The Metacam Professional Insert
(NASA 1410213) , genehmigt von
der US Food and Drug Administration, hält fest (Seite 2): "als
Folge einer wiederholten oralen Medikamentierung wurde über Nierenversagen
von Katzen berichtet".
Im
Freedom of Information Summary,
herausgegeben von der US Food and Drug Administration, wird auf
Seite 23 erwähnt, dass nach der Verabreichung von Metacam zur Abmilderung
postoperativer Schmerzen 8,3 Prozent der Katzen dieser Studie erhöhte
Harnstoffspiegel hatten und 12,5 Prozent eine
Anämie. Zum
Vergleich traten keine Fälle erhöhter Harnstoffspiegel bei den Katzen der
Studie auf, die ein anderes Schmerzmittel erhielten, obwohl 6,1 Prozent
von ihnen an Anämie litten (eine mögliche Ursache für eine Anämie ist eine
Entzündung. Daraus erklärt sich teilweise diese Tatsache). Die Studie
kommt zu folgendem Schluss: „Meloxicam,
wenn zuerst subkutan injiziert und anschließend weitere neun Tage
oral in einer Dosierung von >0.3 mg/kg
verabreicht wurde, führte zu schweren
Nebenwirkungen bis hin zum Tod."
The US Food and Drug
Administration
verwarnte die Hersteller von Metacam 2003 wegen
irreführender Behauptungen zu ihrem Produkt und des Verschweigens
wichtiger Sicherheitsinformationen.
Die European Medicines Agency
erwähnt auf Seite 36: „Setzen Sie es
nicht bei Tieren ein, die an Magen-/Darmbeschwerden wie einer Reizung oder
Blutung leiden oder an eingeschränkter Leber-, Herz- oder Nierenfunktion".
Außerdem wird dort erklärt, dass Metacam bei dehydrierten Tieren vermieden
werden sollte „da dann möglicherweise das Risiko einer Nierentoxizität
besteht". Und es wird davor gewarnt, die orale Form von Metacam
einzusetzen nachdem es per Injektion verabreicht wurde.
Das Institut für
Veterinärpharmakologie und –toxikologie Zürich
weist ebenfalls auf die Gefahr des Wirkstoffes Meloxicam für Katzen
hin:
Hier finden
Sie eine zusammenfassende Beschreibung von Metacam 0,5 mg/ml für Katzen,
inklusive der Warnungen, ebenfalls veröffentlicht vom Institut für
Veterinärpharmakologie und –toxikologie Zürich.
Unter
Interaktionen
wird aufgeführt, dass Meloxicam nicht mit bestimmten anderen
Medikamenten gegeben werden darf (wie Cortison oder Entwässerungsmitteln).
Pet
Place weist darauf hin, dass bei „Meloxicam als
Nebenwirkung die Nierenfunktion geschädigt werden kann, und es zu
plötzlich auftretenden schweren Schäden (Papillarnekrose)
führen kann".
Mar Vista Vet bietet ebenfalls
einige Informationen über Metacam an und gibt den Rat, es nicht bei Katzen
mit Nieren-, Leber- oder Herzkrankheiten einzusetzen. Ebenso wenig bei
Katzen, die ausgetrocknet sind oder Magengeschwüre haben.
Provet
warnt vor dem Einsatz von Metacam.
Metacam risks in cats
lautet der Artikel einer Perser- und Himalayakatzenrettungsstation.
Metacam
UK
ist die britische Website des Herstellers über den Einsatz von Metacam bei
Hunden. Dort wird erwähnt, dass das Medikament kürzlich zugelassen wurde
als Dauermedikation für Katzen. Aber es werden nur sehr wenige
Informationen dazu angeboten.
Metacam USA
ist die amerikanische Website des Herstellers über den Einsatz von Metacam
bei Hunden.
Metacam Deutschland ist die deutsche Website des
Herstellers über den Einsatz von Metacam bei verschiedenen Tierarten.
Was tun, wenn Nebenwirkungen durch Metacam auftreten
Die meisten Katzen, die aufgrund einer Metacambehandlung an
Niereninsuffizienz erkranken, leiden an einer
Akuten Niereninsuffizienz (ANI), und ihre Blutwerte können
extrem hoch sein. Kreatinin liegt dann häufig im hohen Zehnerbereich.
Geben Sie aber die Hoffnung nicht auf! Akutes Nierenversagen ist schwierig
zu behandeln, aber nicht unmöglich: Durch einen aggressiven
Behandlungsplan sollten die Werte in den meisten Fällen dramatisch
absinken. In einigen Fällen kommt es sogar
wieder zu einer völligen Erholung. Der Hersteller hat einer Betroffenen
gesagt, dass sogar 77 Prozent der Katzen, die durch Metacam eine
Nierenschädigung erlitten, durch eine sofortige und richtige Behandlung
sich wieder erholen. Also entscheiden Sie sich nicht sofort für eine
Einschläferung. Wenn ich das richtig verstanden habe, geht der Hersteller
jedoch davon aus, dass ein Kreatininwert mit einer 3 vor dem Komma als
gesundheitlich stabil betrachtet. Und obwohl das kein kritischer Wert ist
oder gar eine Grundlage zur Euthanasie, weist es doch darauf hin, dass ein
bleibender Nierenschaden vorhanden ist.
Der vom Hersteller empfohlene Behandlungsplan besteht aus vier bis fünf
Tagen in einer Klinik am intravenösen Tropf, gefolgt von vier bis sechs
Wochen subkutaner Infusionen zu Hause.
In den USA
Wenn Sie glauben, dass Ihre Katze aufgrund einer Metacambehandlung eine
Niereninsuffizienz bekommen hat, dann sollten Sie das den Herstellern
mitteilen. Die Nummer, die Sie in den USA anwählen sollten lautet
1-866-METACAM (638-2226). Vermutlich werden Sie dann mit Dr. Carey oder
Dr. Grubb sprechen, die dann zusammen mit Ihrem TA einen Behandlungsplan
ausarbeiten werden.
Ich würde Ihnen auch raten, dass Sie den Hersteller auf die Übernahme der
Behandlungskosten ansprechen. Ich weiß, dass er das für einige Menschen
getan hat, auch wenn er nicht unbedingt alle Kosten übernommen hat.
Möglicherweise übernimmt er sogar alle Kosten, wenn Ihr TA dort persönlich
anruft.
Sie sollten den Vorfall auch der Food & Drug Administration melden.
Offenbar sind die Hersteller nicht dazu verpflichtet, irgendwelche Fälle
von Nierenversagen der FDA zu melden, da eine mögliche Niereninsuffizienz
bereits als Nebenwirkung auf der Information in der Packungsbeilage steht
(beachten Sie den zweiten Link unten). Ich denke, es ist sehr wichtig,
dass die FDA über alle auftretenden Probleme umfassend informiert wird.
FDA Consumer Complaints Co-ordinator
– dort finden sie die Ansprechpartner der einzelnen Bundesstaaten
aufgelistet.
Europa
Wenn Sie in
Europa leben, und Ihre Katze aufgrund der
Einnahme von Metacam
akutes Nierenversagen
oder CNI bekommt, dann sollten Sie oder Ihr Tierarzt das sowohl dem
Hersteller als auch der dafür zuständigen genehmigenden Behörde mitteilen.
In Deutschland
ist es das Bundesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit (BVL). Die entsprechende Abteilung lautet
Pharmakovigilanz - Instrument zur Überwachung und
Betreuung von Tierarzneimitteln.
Dort finden Sie auch den Link zum Meldeformular.
Swissmedic ist die schweizerische
Überwachungsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte. Eine Meldung
über unerwünschte Arzneimittelwirkungen können
Sie hier
abgeben.
AGES PharmMed
in Wien ist die österreichische Überwachungsbehörde.
Wenn Sie in GB leben, dann sollten Sie es beim
Veterinary Medicines Directorate
melden.
Autoimmunerkrankungen
Amyloidose
Amyloid ist eine Proteinvariante des Körpers. Bei einer Amyloidose
lagert sich Amyloid in den Organen und Körpergeweben ab, wo es nicht
hingehört und beschädigt sie. Bei Katzen werden diese Ablagerungen oft in
den Nieren gefunden, und im Laufe der Zeit führen sie zu CNI. Amyloidose
ist nicht besonders häufig, sie kommt überwiegend bei Abessinierkatzen
vor, manchmal auch bei Siamesen und Orientalen.
Katzenfreunde Norddeutschland eV
bietet einen
informativen Artikel zu dieser Erkrankung.
Strategies for protein losing nephropathy
(2001) is a presentation by Dr MS Wallace to the Atlantic Coast
Veterinary Conference in which she discusses glomerulonephritis and amyloidosis.
Perirenale Pseudozysten
Perirenale Pseudozysten sind große, flüssigkeitsgefüllte Säcke,
die sich um eine oder beide Nieren einer Katze bilden. Sie scheinen bei
männlichen Katzen häufiger aufzutreten, und die Katze kann gesund
erscheinen bis auf eine Zunahme des Bauchumfangs. Gewöhnlich
reagiert sie aber tastempfindlich. Bei einer Untersuchung, die
üblicherweise per
Ultraschall
durchgeführt wird, sind die Nieren häufig
vergrößert.
Die Zysten können behandelt werden, indem man die Flüssigkeit drainiert,
aber das ist oft nur eine vorübergehende Maßnahme. Das Entfernen der
Zystenwand ist effektiver. In schwereren Fällen kann es
notwendig sein, eine Niere zu entfernen. Die Entfernung der Zystenwand
kann effektiver sein, aber in schweren Fällen ist es oft auch
erforderlich, eine Niere ganz zu entfernen. Das ist jedoch der letzte
Ausweg, denn er kann zu CNI führen. Viele Katzen mit diesen Zysten neigen
ohnehin zu Nierenschäden (sie befinden sich häufig bereits im Frühstadium
von CNI) und/oder Harnwegsinfektionen. Der dritte Link
unten zeigt jedoch, dass die Prognose für gewöhnlich gut ist, wenn die
begleitende CNI nicht schwer ist und keine anderen Erkrankungen vorliegen.
Die Tierhochschule Hannover zeigt
Röntgenbilder verschiedener Krankheitszustände von Katzennieren und
-blasen, darunter auch Perirenale Pseudozysten (Seite 7).
Perinephric pseudocysts in the cat: a retrospective
study and review of the literature (1999)
Ochoa V.B.,
DiBartola S.P.,
Chew D.J.,
Westropp J.,
Carothers M.,
Biller D. Journal of Veterinary
Internal Medicine 13(1) pp47-55 berichtet über 13 solcher
Fälle.
Clinical exposures: a perinephric pseudocyst in a
cat (2005) Morrow B.L. Veterinary
Medicine berichtet über eine Katze mit diesem Problem und gibt einen
guten Überblick über die Zysten und die Behandlungsmöglichkeiten.
Berkshire Vet berichtet, wie die Zysten
erfolgreich bei einer jungen Katze namens Daisee entfernt wurden .
Vermutete Ursachen (nicht bewiesen)
Sie sind genau das – Gebiete, wo Menschen Vermutungen
anstellen, aber es gibt keine echten Beweise, dass sie CNI verursachen.
Obwohl der Verdacht bei einigen, wie z.B. Zahnerkrankungen, stärker ist
als bei anderen. Hier ist noch mehr Forschung notwendig, und sie wird in
manchen Fällen auch bereits durchgeführt.
Zahnerkrankungen
Bei Menschen gibt es eine Beziehung zwischen Zahnerkrankungen und
Herzerkrankungen. Bei den Katzen scheint es aber, dass Zahnerkrankungen in
Verbindung zu Nierenerkrankungen stehen. Viele Katzen scheinen eine CNI zu
entwickeln kurz nachdem sie eine Zahnbehandlung hatten, oft ohne dass die
nötigen Vorsichtsmaßnahmen für ältere Katzen durchgeführt wurden. Auf der
anderen Seite, auch Katzen, die nie eine Zahnbehandlung bekamen, scheinen
ein erhöhtes Risiko für eine Nierenerkrankung zu haben. Dieses
Thema wird detailliert im Kapitel
Verwandte Krankheiten besprochen.
Pfizer
Animal Health erwähnt, dass
Zahnerkrankungen zu Nierenversagen führen können.
Bluthochdruck
Viele Jahre dachte man, dass Bluthochdruck bei Katzen das Ergebnis
einer anderen Erkrankung ist, wie z.B. CNI oder Schilddrüsenüberfunktion.
Die Wahrheit ist, dass Bluthochdruck häufiger auftritt bei Katzen mit
diesen Erkrankungen. Es wird aber auch langsam klar, dass ein primärer
Bluthochdruck bei Katzen existiert und in der Tat zur
Entwicklung von CNI beitragen kann. Sie finden mehr Informationen über Bluthochdruck in
den Kapiteln
Symptome,
Was bedeuten all diese Testergebnisse? und
Behandlungsmöglichkeiten.
Feline hypertension: risks and management
(2005) ist eine Präsentation von Dr. Clarke Atkins auf dem 30.
Weltkongress der World Small
Animal Veterinary Association, in der er feststellt, "zu der
Schwierigkeit, die Entwicklung von Bluthochdruck bei Nierenerkrankungen zu
verstehen kommt hinzu, dass Nierenerkrankungen einen Hochdruck
hervorrufen, und Hochdruck ruft wiederum Nierenerkrankungen hervor."
(auf Englisch: "adding to the confusion in
understanding the pathogenesis of hypertensive renal disease, renal
disease begets hypertension and hypertension begets renal disease").
Bei
Vet Med Report, Sonderausgabe V5
2002 finden Sie auf Seite 6 einen Artikel über
„Feline Hypertension: Klinische Bedeutung und Management“.
Eine Impfverbindung?
Eine Studie der Colorado State University,
Parenteral administration of FVRCP vaccines induces antibodies against
feline renal tissues (2002) Lappin MR, Jensen WA, Chandrashekar R & Kinney SD
Presentatation to the American College of Veterinary Internal
Medicine Forum, Dallas, weist vorsichtig in die Richtung einer
Verbindung zwischen felinen Impfungen und Nierenversagen hin.
Diese Verbindung entsteht, weil feline Impfstoffe auf Nierenzellen
gezüchtet werden, sogenannten Crandall Reese Feline Kidney (CRFK) cells.
Es ist seit langem bekannt, dass das Wachstum der Impfstoffe auf diesem
Weg neben den gewollten Antikörpern auch unidentifizierte Antikörper
produziert. Aber erst vor kurzem wurde entdeckt, dass diese
unidentifizierten Antikörper zu Nierengewebe wurden. Diese zusätzlichen Antikörper kommen
in allen modifizierten Lebend- oder Totimpfstoffen vor, aber sie treten
nicht bei intranasalen Impfungen auf. In UK werden normalerweise
Lebendimpfstoffe eingesetzt.
In einer weiteren Studie:
Investigation of the induction of antibodies against
Crandell-Rees feline kidney cell lysates and feline renal cell lysates
after parenteral administration of vaccines against feline viral
rhinotracheitis, calicivirus, and panleukopenia in cats (2005)
Lappin M.R.,
Jensen W.A.,
Jensen T.D.,
Basaraba R.J.,
Brown C.A.,
Radecki S.V.,
Hawley J.R. American Journal of Veterinary Research 66(3)
pp506-511,
wurde festgestellt, dass die "Hypersensibilisierung mit
CNFK-Proteinzellen laut einer 56-Wochen-Studie nicht zu einer
Nierenerkrankung bei Katzen führen".
Eine etwas neuere Studie:
Interstitial nephritis in cats inoculated with
Crandell Rees feline kidney cell lysates (2006) Lappin M.R.,
Basaraba R.J., Jensen W.A. Journal of Feline Medicine and Surgery
8(5) pp353-6,
hat herausgefunden, dass 50 Prozent der Katzen dieser Studie, die normale
Impfstoffe erhielten, laut Biopsie eine
interstitielle
Nephritis (CNI) entwickelten. Diese Katzen wurden jedoch zwölfmal
innerhalb von 50 Wochen geimpft. Das ist ganz offensichtlich wesentlich
häufiger als normalerweise (die zur Zeit gültige Impfempfehlung in den USA
für Katzen lautet, dass sie nur einmal alle drei Jahre geimpft werden
sollten). Eine Gruppe der Katzen dieser Studie bekamen intranasale
Impfungen. Sie entwickelten keinerlei Anzeichen einer interstitiellen
Nephritis.
Ich habe mich mit Dr. Lappin in Verbindung gesetzt, der
die Studien durchführte. Er teilte mir mit, dass er zum jetzigen Zeitpunkt
(2007) bezüglich der Impfungen von Katzen dazu rät, den Richtlinien der
American Association of Feline Practitioners
von 2006 zu folgen. Er empfiehlt außerdem, nur die Impfungen verabreichen
zu lassen, die den Lebensumständen Ihrer Katze entsprechen.
Ungeachtet dieser vorsichtigen Befunde würde ich
sowieso eine nierenkranke Katze nicht mehr impfen lassen.
Impfungen sind für gesunde Katzen vorgesehen, und eine CNI-Katze ist nicht
gesund. Sobald bei Thomas CNI diagnostiziert wurde, meinte unsere
Tierärztin, dass es nicht klug wäre, ihm weiter seine normalen Impfungen
zu geben, und wir stimmten ihr zu. Für
gesunde Katzen können intranasale Impfungen sicherer sein. Bitte lesen Sie im Abschnitt
Behandlungsmöglichkeiten weitere Informationen über den Einsatz
von Impfungen bei Katzen, und besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, was
für Ihre Katze das richtige ist.
Colorado State University
hat einen Bericht über die oben
genannte Studie.
Heska bietet Informationen über
intranasale Impfungen an.
Heska bietet außerdem einen Vortrag von
Dr. Lappin an zur momentanen Impfdebatte (die jedoch sehr fachbezogen ist).
Kaliummangel
Eine Studie,
Chronic renal disease and potassium depletion in
cats (1992) (no abstract
provided) Dow S.W. & Fettman M.J. Seminars in Veterinary Medicine and
Surgery (Small Animal) 7 (3) pp198-201, schlägt vor, dass alle
CNI-Katzen mit Kalium supplementiert werden sollten, sogar dann, wenn es
nicht so aussieht, als hätten sie erniedrigte Kaliumspiegel. Manche
Menschen gehen sogar noch weiter und glauben, dass alle älteren Katzen mit
Kalium supplementiert werden sollten, ob sie nun CNI haben oder nicht.
Während es wahr ist, dass die Bluttests den Kaliumspiegel in den
Körperzellen nicht genau wiedergeben, nämlich dort, wo das Kalium benötigt
wird (bei Was bedeuten all diese Testergebnisse? finden Sie mehr
Informationen darüber), heißt dies nicht automatisch, dass jede Katze von
einer Kaliumsupplementierung profitieren würde. Eine neuere Studie
Muscle potassium content and potassium glouconate
supplementation in normokalemic cats with naturally ocurring chronic renal
failure (1997)
Theisen S.K.,
DiBartola S.P.,
Radin M.J.,
Chew D.J.,
Buffington C.A.,
Dow S.W. Journal of Veterinary Internal Medicine
11(4) pp212-217, hat
herausgefunden, dass es CNI-Katzen mit normalem Kaliumspiegel, die
zusätzlich Kalium erhielten, nicht besser ging, als vergleichbaren Katzen,
die ein Placebo erhielten.
Eine kaliumreduzierte, ansäuernde Diät (siehe
unten) an Katzen mit
normaler Nierenfunktion zu verfüttern, reduziert die gastro-intestinale
Absorption von Kalium und kann daher zu einem Kaliummangel führen. Ich
würde daher nicht empfehlen, dass Sie solche Diäten älteren Katzen geben.
Und diese Diäten sollten ohnehin überhaupt nicht an CNI-Katzen verfüttert
werden (siehe
Diät und Ernährung).
Ich wäre vorsichtig damit, bei irgendeiner Katze mit einem
Blutkaliumwert von gut über 4 mmol/l Kalium zu supplementieren. Hohe
Kaliumspiegel können sich schnell entwickeln, besonders, wenn die CNI
voranschreitet, und sie sind potenziell sehr gefährlich (siehe
Was
bedeuten all diese Testergebnisse?).
Trockenfutterdiät
Es wird vermutet, dass das ausschließliche Verfüttern von Trockenfutter
zu einer chronischen Austrocknung führt, die wiederum im Gegenzug zu CNI
führt. Das ist nicht bewiesen, aber es ist richtig, dass Katzen generell
von mehr Wasser in ihrem Futter profitieren, ganz besonders CNI-Katzen,
aber auch Katzen mit
FLUTD. Im Kapitel
Diät und Ernährung finden
Sie mehr Informationen über Trockenfutter versus Nassfutter.
Ansäuernde Diäten
Viele kommerzielle Futtersorten wurden im Laufe der letzten zehn Jahre
neu zusammengestellt, um die „Gesundheit des Urintrakts" zu unterstützen
oder sie zielen jedenfalls in diese Richtung. Hauptsächlich wurden diese
Diäten angesäuert, um dadurch das Risiko zu reduzieren, dass die Katzen
FLUTD bekommen.
Katzen mit FLUTD neigen zu einem zu alkalischen Urin und sind daher dem
Risiko einer Struvitkristall- Entwicklung ausgesetzt, die in einem alkalischen Umfeld entsteht. Bei Katzen, die jedoch nicht
in der Gefahr sind, FLUTD zu bekommen, kann der Urin zu stark angesäuert
werden. Und das kann dann im Gegenproblem enden, bei Kalziumoxalatsteinen, die sich in einer
übersauerten Umgebung entwickeln. Diese Steine können, anders als Struvit,
nicht aufgelöst werden durch eine Diät; man kann sie nur chirurgisch entfernen. Es wird spekuliert, dass die
ansäuernden Diäten eine Rolle bei der Zunahme von
Nierensteinen
spielen,
die wiederum im Gegenzug ein Risikofaktor für die Entwicklung von CNI
sind.
Ansäuernde Diäten können auch beitragen zu
niedrigen Kaliumspiegeln.
Freies Füttern (ad libitum)
Eine 2002 durchgeführte Studie,
Diet and lifestyle variables as risk factors for
chronic renal failure in pet cats (2002) Hughes K.L., Slater M.R.,
Geller S., Burkholder W.J., Fitzgerald C. Preventive Veterinary Medicine
55(1) pp1-15, verglich Katzen aus drei Gruppen: Frei
gefütterte mit Ballaststoffen; frei gefütterte mit Faktor-2 (einer
variablen Mischung aus Ballaststoffen, Magnesium, Protein, Natrium und
Asche); und nur Ballaststoffen. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass das freie Füttern in Verbindung
gebracht werden kann mit einer Zunahme des Risikos, an CNI zu erkranken.
Sie ließen jedoch die Katzen nicht einfach nur dann futtern, wann sie
wollten, sie gaben ihnen außerdem noch Zusätze. Es ist daher nicht
bekannt, ob allein das freie Füttern zu den gleichen Ergebnissen führen
würde.
Ich persönlich habe immer Futter frei zur Verfügung gestellt und werde
das auch weiterhin tun. In der freien Natur fressen Katzen natürlich viele
Male am Tag. Siehe
Diät und Ernährung für mehr Informationen zu
diesem Thema.
Neue Fußbodenbeläge
Manche Menschen in der CRF Support Liste glauben, dass neue Teppiche
und Fußböden potenzielle Gifte für Katzen enthalten. Mehrere Menschen
stellten fest, dass ihre Katzen CNI entwickelten kurz nachdem der neue
Boden verlegt worden war. Teppiche und andere Bodenbedeckungen können
verschiedene ausgasende organische Stoffe enthalten, besonders auf der
Rückseite.
The Carpet
and Rug Institute in den USA empfiehlt, den
Raum 48 bis 72 Stunden gut zu lüften, in dem der neue Teppich verlegt wurde. Katzen scheinen ganz besonders empfindlich auf
Gerüche zu reagieren:
Aromaöle z.B. sind giftig für Katzen, denn
ihnen fehlt die dafür im Stoffwechsel vorgesehene Voraussetzung, um sie zu
verarbeiten. Ich würde daher empfehlen, wenn es möglich ist, dass Sie die
Katzen mehrere Tage nach der Verlegung fern von neuen Teppichen und
Fußböden halten.
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