TANYAS INFORMATIONSCENTRUM

ÜBER CHRONISCHES NIERENVERSAGEN (CNI)

BEI KATZEN

URSACHEN VON CNI

 

RÜCKRUFAKTION AMERIKANISCHER KATZENFUTTERSORTEN!

Bitte lesen Sie – viele häufig verfütterte Sorten sind mit Nierenversagen und Todesfällen in Verbindung gebracht worden. Einige dieser Sorten befinden jetzt sich in Europa.

 

 

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Bewiesene Ursachen:

Erbliche oder angeborene Abnormalitäten

Nierenbecken

entzündung und andere Infektionen

Glomerulo

nephritis

Chronische Interstitielle Nephritis Steine und Blockaden

Krebs

Gifte z.B Lilien, Gefrierschutz

mittel

Metacam (Meloxicam)

Amyloidose Perirenale Pseudozysten

 

 

Mögliche (unbewiesene) Ursachen:

Impfungen

Bluthochdruck

Zahnerkrankungen

Kaliummangel

Trockenfutter

ernährung

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Freies Füttern

(ad libitum)

Neue Fußbodenbeläge

 

Einführung

In vielerlei Hinsicht ist dieses Kapitel nicht besonders wichtig, denn in den meisten Fällen ist es nicht ausschlaggebend, warum eine Katze CNI bekommt – die Behandlung ist gleich, wenn diese Krankheit ausgebrochen ist (obwohl es im Fall einer Glomerulonephritis noch einige andere Möglichkeiten gibt, die man versuchen kann). Ich füge trotzdem Informationen darüber hier mit ein, da viele Menschen sich scheinbar selbst für die Krankheit ihrer Katze verantwortlich machen. In Wahrheit ist CNI jedoch selten vermeidbar - wie im Kapitel Was ist CNI? erwähnt, entwickeln ca. 10% der Katzen über zehn Jahren CNI und sogar 30% der Katzen in einem Alter von über 15 Jahren leiden an dieser Krankheit.

Der Abschnitt „Mögliche Ursachen" ist zu diesem Zeitpunkt genau das: mögliche Ursachen. Es gibt keine echten Beweise, dass irgendeine dieser Möglichkeiten wirklich CNI verursachen kann, obwohl einige Verbindungen stärker auf eine Beteiligung hinweisen (Zahnerkrankungen, Bluthochdruck) als andere.

Auf den nachfolgenden Seiten finden Sie einen Überblick über die Gründe von CNI:

Das Krankenhaus München Schwabing bietet auf Deutsch Informationen an über mögliche Ursachen von CNI.

Die tierärztliche Hochschule Hannover bietet auf Deutsch Informationen an über mögliche Ursachen von CNI.

Die veterinärmedizinische Universität München zeigt ein Lehrskript über die Ursachen von CNI.

Selected diseases of the feline kidney (2001) ist eine Arbeit vorgestellt von Dr. Stephen DiBartola auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress.

Renal diseases in cats (2002) ist eine Arbeit vorgestellt von J.P. Pagès auf dem 27th World Small Animal Veterinary Association Congress. Section 2.5.

Das Washington State University College of Veterinary Medicine bietet Informationen an über mögliche Ursachen von CNI (scrollen Sie etwas herunter).

The Pet Center – hier finden Sie einige hilfreiche Informationen.

 

Ererbte/Angeborene Abnormalitäten

Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

Die polyzystische Nierenerkrankung ist eine Krankheit, bei der sich Zysten in den Nieren bilden. Detaillierte Informationen über PKD können Sie im Kapitel Verwandte Krankheiten nachlesen.

Renale Dysplasie und Renale Hypoplasie

Bei dieser Erkrankung haben sich die Nieren entweder nicht normal entwickelt (renale Dysplasie) oder nicht vollständig entwickelt (renale Hypoplasie). In manchen Fällen einer renalen Hypoplasie hat die Katze nur eine Niere. Katzen mit nur einer Niere sind meistens männlich, und aus irgendeinem Grund ist es gewöhnlich die rechte Niere, die fehlt. Katzen, die in einem jungen Alter CNI entwickeln, leiden häufig an renaler Dysplasie oder Renaler Hypoplasie.

 

Das Kapitel Was bedeuten all diese Testergebnisse? enthält auch Informationen über Renomegalie (vergrößerte Nieren).

Merck Veterinary Manual hier finden Sie Informationen über diese Erkrankungen.

Infektionen

 

Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis)

Eine Nierenbeckenentzündung ist eine bakterielle Infektion der Nieren. Außerdem kann auch noch eine Infektion der unteren Harnwege hinzukommen. Wenn sie nicht behandelt werden, steigen die Infektionen der unteren Harnwege in einigen Fällen bis in die Nieren auf – aber nicht immer. Katzen mit PKD sind ganz besonders der Gefahr einer Nierenbeckenentzündung ausgesetzt, da die Bakterien sich tief in den Zysten vergraben können. Unser PKD-Kater, Harpsie, bekam regelmäßig Anfälle von Nierenbeckenentzündungen.

Eine Urinkultur und Sedimentuntersuchung sollte veranlasst werden. Es ist jedoch ziemlich häufig, dass in der Kultur nichts wächst, wenn die Katze an einer Niereninfektion statt an einer unteren Harnwegsinfektion leidet. Ultraschall kann bei der Diagnoseerstellung einer Nierenbeckenentzündung hilfreich sein. Aber bei Katzen mit PKD ist das nur von eingeschränktem Wert, da die Nieren ohnehin bereits abnormal aussehen.

Um sicherzugehen, dass die Bakterien wirklich vollständig zerstört wurden, und dass die Infektion vollständig ausgeheilt ist, benötigen Katzen mit Nierenbeckeninfektionen über einen längeren Zeitraum (vier bis sechs Wochen oder länger) Antibiotika; das ist eine Empfehlung der Washington State University College of Veterinary Medicine. Der Grund ist, dass die Blutversorgung an der Stelle der meisten Niereninfektionen nicht ausreichend ist, es kann also eine Weile dauern, bis die Antibiotika dort ankommen und die Bakterien abtöten. Wenn Ihre Katze eine Niereninfektion hat, dann können sich die Blutwerte wieder verbessern, sobald die Infektion unter Kontrolle ist.

Washington State University College of Veterinary Medicine diskutiert Pyelonephritis.

Urinary tract infection (UTI): how to diagnose correctly and treat (2003), eine Präsentation von Dr. C. Brovida auf dem 28th World Congress of the World Small Animal Veterinary Association, enthält Informationen zu Pyelonephritis.

 

FIP (Feline Infektiöse Peritonitis)

Katzen mit der trockenen Form von FIP haben manchmal vergrößerte Nieren und Nierenprobleme. Auf der Liste Feline CRF Info haben jedoch nur wenige Katzen FIP.

 

Dr Diane Addie ist Dozentin für Veterinärvirologie und eine Expertin für FIP. Ihre Seite ist in eine ganze Reihe verschiedener Sprachen übersetzt worden.

An update on feline infectious peritonitis (2001) Horzinek MC & Lutz H Veterinary Sciences Tomorrow 1 ist ein sehr fachmedizinisch geschriebener Artikel, aber Sie finden dort eine sehr nützliche Diagnose-Aufstellung.

Cornell University College of Veterinary Medicine zeigt einen guten Überblick.

Winn Feline Foundation bietet Information an über FIP.

Newman Veterinary bietet Informationen über FIP.

Entzündung

Glomerulonephritis

Die Glomeruli sind sehr feine Blutadern in den Nieren, die als Filter für Abfallprodukte fungieren und Urin produzieren. Wenn sie zerstört sind, geraten Proteine aus dem Blut, die normalerweise wieder in den Blutstrom zurückgeführt werden, in den Urin (Proteinurie). In schweren Fällen verursachen die daraus resultierenden niedrigen Proteinmengen im Blut einen Gewichtsverlust und bewirken eine Flüssigkeitsansammlung unter der Haut (subkutane Ödeme).

Eine Erkrankung der Glomeruli ist eine Autoimmunerkrankung und nicht so häufig wie die interstitielle Krankheit. Sie ist sogar ziemlich selten bei Katzen und normalerweise eine sekundäre Begleiterscheinung wie z.B. bei einer Infektion, Entzündungskrankheit oder Diabetes. In manchen Fällen kann es helfen, Medikamente zur Unterdrückung des Immunsystems einzusetzen. ACE-Hemmer können bei Glomerulonephritis ebenfalls von Nutzen sein, weil sie wahrscheinlich  eine Proteinurie reduzieren.

Im schlimmsten Fall endet eine Glomerulonephritis in "nephrotischem Syndrom". Nephrotisches Syndrom ist keine eigenständigen Erkrankungen, sondern eher eine Ansammlung von Symptomen, die aufgrund der glomerulären Probleme auftreten. Die zuerst auftretenden Probleme eines nephrotischen Syndroms sind Proteinurie, Ödeme und/oder Aszites (Bauchwassersucht), niedrige Albumin- und hohe Cholesterinwerte. Es kann auch Durchfall auftreten, verringertes Urinieren, Anämie und manchmal eine Sattelthrombose (das ist ein Blutklumpen im Bein). Da jedoch eine Glomerulonephritis bei Katzen relativ selten auftritt, gilt das auch für das nephrotische Syndrom.

Pet Place bietet einen hilfreichen Überblick über diese Krankheit.

Dr. Katherine James bietet Informationen sowohl über Glomerulonephritis als auch über das nephrotische Syndrom an.

Mar Vista Vet hat sehr hilfreiche Informationen, auch darüber, wie man eine Glomerulonephritis behandeln soll.

Das Washington State University College of Veterinary Medicine hat ebenfalls Informationen über Glomerulonephritis.

Protein losing nephropathy: an overview (2004) Wallace MS bietet Informationen über Glomerulonephritis und Amyloidose an.

Das Washington State University College of Veterinary Medicine bietet Informationen über das nephrotische Syndrom an.

Merck Veterinary Manual bietet interessante, wenn auch sehr fachliche Informationen.

E Cure Me ist eine Human-Seite mit Informationen über das nephrotische Syndrom.

 

Chronische Interstitielle Nephritis

Im wesentlichen ist es diese Erkrankung, die wir normalerweise als CNI bezeichnen. Sie kann von jeder der in diesem Kapitel angesprochenen Ursachen ausgelöst werden Im Grunde ist sie eine meist erst „im hohen Alter auftretende" Nierenerkrankung. Wenn Menschen altern, dann kann es passieren, dass sie Krebs bekommen. Katzen hingegen tendieren mehr zu einer Nierenerkrankung.

 

Veterinärmedizinische Histopathologie bietet eine anschauliche Beschreibung mit Bildern der interstitiellen Nephritis.

Selected diseases of the feline kidney (2001) ist eine Studie von Dr. Stephen DiBartola vorgestellt auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress, in der auch auf diese Erkrankung eingegangen wird.

Merck Veterinary Manual bietet einige Informationen über interstitielle Nephritis und CNI.

 

Nierensteine und Blockaden

Nierensteine können Nierenerkrankungen verursachen. Die Steine können kalzifizieren und auf diese Art und Weise Schaden anrichten. Oder sie verfangen sich in der Harnröhre und sorgen so dafür, dass Abfallprodukte, die normalerweise durch die Blase ausgeschieden werden, sich bis in die Nieren aufstauen – das nennt man obstruktive Nephropathie. Wenn die Nierenblutwerte einer Katze plötzlich extrem hochschießen, kann ein die Harnröhre blockierender Nierenstein die Ursache sein. Die meisten Nierensteine sind Kalziumoxalatsteine.

 

Harnwegsblockaden (siehe Links und Quellenangaben), die durch das gegenteilige Problem hervorgerufen werden, nämlich Struvitkristalle (siehe unten), können zu akutem Nierenversagen führen, wenn sie nicht sofort behandelt werden. In manchen Fällen bleibt ein chronischer Schaden zurück.

 

Bei einigen Katzen werden Kalziumoxalatsteine ausgelöst durch einen Vitamin-B6-Mangel. In diesem Fall wäre eine Vitamin-B-Ergänzung hilfreich (fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem geeigneten Mittel).

 

Futter, das für CNI-Katzen hergestellt wird wie z. B. Hill’s k/d ist auch für Katzen mit Kalziumoxalatsteinen geeignet, ob sie nun CNI haben oder nicht.

Labor Laupeneck bietet Informationen über das Management der felinen Harnwegserkrankungen.

Mar Vista Vet bietet mehr Informationen über Kalziumoxalatsteine.

Ureteral dilemma: non-surgical management of ureteroliths (2007) Adams LG Hill's Symposium on Lower Urinary Tract Disease 2007 pp14-21 berichtet von weiteren Behandlungsmöglichkeiten. Scrollen Sie runter bis zu Seite 14.

Management and outcome of cats with ureteral calculi: 153 cases (1984 - 2002) (2005) Kyles A.E., Hardie E.M., Wooden B.G., Adin C.A., Stone E.A., Gregory C.R., Mathews K.G., Cowgill L.D., Vaden S., Nyland T.G., Ling G.V. Journal of the American Veterinary Medical Association 226(6) pp937-44 beschreibt eine große Anzahl von Fällen, die über einen Zeitraum von 18 Jahren aufgetreten sind und stellt fest, dass sogar nach einer erfolgreichen Behandlung viele Katzen eine beeinträchtigte Nierenfunktion haben.

Oxalate degradation by intestinal lactic acid bacteria in dogs and cats (2004) Weese JS, Weese HE, Yuricek L, Rousseau J Veterinary Microbiology 101(3) pp161-6  erwähnt, dass der Einsatz von Prebiotika, die auch Fruktooligosaccharideprodukte (FOS) enthalten, einer Art fermentierter Fasern , helfen können, die Bildung von Kalziumoxalatsteinen zu verringern.

Harpsie's Website Hier finden Sie einige Informationen über Steine und Blockaden (auf englisch).

 

Krebs – Renales Lymphom (Lymphsarkom)

Ein Lymphom (Lymphsarkom) ist die häufigste Form von Nierenkrebs bei Katzen. Die weißen Blutkörperchen, genannt Lymphozyten, werden kanzerös und produzieren Tumore. Ungefähr 50 Prozent der Katzen mit einem Lymphom haben ebenfalls feline Leukämie.

Lymphome können in verschiedenen Körperregionen auftreten. Wenn sie in den Nieren erscheinen, wird das renales Lymphom genannt. Wenn das renale Lymphom voranschreitet, kann es Nierenversagen verursachen. Es gibt eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten, normalerweise handelt es sich um Chemotherapie.

Renal diseases in cats (2002) ist eine Vorstellung von J.P. Pagès auf dem 27th World Small Animal Veterinary Association Congress. Abschnitt 2.5 erklärt renalen Krebs.

The Feline Cancer Resources Website bietet Information und viele Links an.

Mehr Links zum Thema feliner Krebs finden Sie im Kapitel Links und Quellenangaben.

 

Gifte

 

Lilien und Gefrierschutzmittel

Bekannte Nierengifte sind Lilien und Gefrierschutzmittel, die Katzen versehentlich Auflecken oder Fressen können (der Geschmack von Gefrierschutzmitteln wirkt leider sehr anziehend auf Katzen). In den meisten Fällen verursachen sie Akutes Nierenversagen, aber in manchen Fällen, selbst wenn sich die Katze wieder erholt, kann ein zurückbleibender Nierenschaden zu CNI führen.

 

Lilien

Die Ernährungspraxis Birga Dexel hat für Katzen giftige Pflanzen und Ernährungsstoffe aufgelistet.

Cats and Kittens Magazine bietet Informationen an von der ASPCA über die Gefahren von Lilien – sie verursachen akutes Nierenversagen bei Katzen.

Purdue University School of Veterinary Medicine weist ebenfalls auf die Giftigkeit von Lilien für Katzen hin.

Cats Protection bietet ebenfalls Informationen über die Giftigkeit von Lilien an.

 

Gefrierschutzmittel

Gefrierschutzmittel sind ein häufiger Grund für ein Akutes Nierenversagen bei Katzen. Manchmal scheinen Katzen sich wieder zu erholen, erkranken dann aber wieder. Es ist absolut notwendig, schnellstmöglich Hilfe bei einem Tierarzt zu suchen, selbst dann, wenn es so aussieht, als würde die Katze sich wieder erholen. Eine frühe Behandlung hat einen entscheidenden Einfluss auf die Überlebenschance der Katze.

 

US Food & Drug Administration - antidote for antifreeze poisoning - Informationen zu diesem Thema

Washington State University College of Veterinary Medicine - ausführliche Informationen über Gefrierschutzmittelvergiftungen.

Pet Place - drei Seiten mit ausführlichen Informationen über Gefrierschutzmittelvergiftungen.

 

Metacam (Meloxicam)

Metacam (Meloxicam) ist ein nicht-steroidales, anti-inflammatorisches Medikament (NSAID), das sowohl als Injektionslösung als auch flüssig zur oralen Verabreichung hergestellt wird. Beide Darreichungsformen sind für Hunde zugelassen. Da Katzen nicht-steroidale Antiphlogistika nur sehr schwer verstoffwechseln können, ist es in den USA für Katzen nur als Injektionslösung zugelassen. Der Grund ist, dass es nur als einmalige Verabreichung zur Schmerzbehandlung nach einer Operation vorgesehen ist.

 

So war es bisher auch in Europa. Aber im Juni 2007 wurde auch die orale Form von Metacam für Katzen zur längerfristigen Schmerzbehandlung, z.B. bei Katzen mit Arthritis, zugelassen. Die neue feline Version von Metacam ist eine 0,5 mg/ml oral zu verabreichende Suspension. Zum Vergleich: Die kanine Version ist eine 1,5 mg/ml Suspension. Auch in den USA scheint Meloxicam immer häufiger zulassungsüberschreitend in der flüssigen (oralen) Variante als Dauermedikation eingesetzt zu werden. Da aber keine feline Version erhältlich ist, benutzen die TÄ die kanine Version in einer verringerten Dosis.

 

Leider ist Meloxicam nephrotoxisch, d.h., es ist giftig für die Nieren. Es kann einen Dauerschaden an den Nieren anrichten (papilläre Nekrose). Als Folge davon scheint es, dass eine Reihe von Katzen an akuter oder chronischer Niereninsuffizienz erkrankte, nachdem sie Meloxicam erhalten hatten. Ich frage mich daher, warum das Medikament in Europa zur Dauermedikation für Katzen zugelassen wurde.

 

Auch wenn Meloxicam ein sehr wirksames Schmerzmittel ist, würde ich nicht empfehlen, es bei einer bereits an CNI erkrankten Katze einzusetzen. Ich wäre generell sehr vorsichtig mit dem Einsatz dieses Medikaments bei Katzen. Wir setzten es bei Harpsies Arthritis ohne Probleme ein. Aber wir verabreichten ihm nur eine winzige Dosis und sehr viel seltener als empfohlen. Außerdem überprüften wir einen Monat später seine Nierenwerte.

 

Ich würde den Einsatz von Metacam nur unter außergewöhnlichen Umständen empfehlen. Falls Sie es einsetzen, und Ihre Katze erkrankt an CNI, dann finden Sie weiter unten Informationen, wie Sie sie am besten behandeln können.

 

ACE-Hemmer können Wechselwirkungen mit Metacam hervorrufen, einem nicht-steroidalen Antiphlogistikum. Also geben Sie Ihrer Katze nicht ohne Rücksprache mit Ihrem Tierarzt die beiden Medikamente gleichzeitig. Aber ich würde Ihnen von einem Einsatz von Metacam bei CNI-Katzen ohnehin abraten.

 

 Der Umgang mit Nebenwirkungen von Metacam in den USA

Wenn Sie glauben, dass Ihre Katze eine Niereninsuffizienz durch den Einsatz von Metacam erlitten hat, dann sollten Sie das dem Hersteller mitteilen. Die Telefonnummer lautet 1-866-METACAM (638-2226). Sie werden wahrscheinlich direkt mit Dr. Carey verbunden sein. Dr. Carey wird zusammen mit Ihrem TA einen Behandlungsplan erstellen.

 

Die meisten Katzen, die wegen Metacam an einer Niereninsuffizienz erkranken, leiden an einer akuten Niereninsuffizienz (ANI), und ihre Blutwerte sind oft extrem hoch, der Kreatininwert häufig in den oberen 10ern. Geben Sie auf keinen Fall die Hoffnung auf! Eine akute Niereninsuffizienz ist schwierig zu behandeln, aber es ist nicht unmöglich. Ein aggressiver Behandlungsplan sollte in den meisten Fällen zu einem dramatischen Abfall der Werte führen. Also entscheiden Sie sich bitte nicht sofort für die Euthanasie.

 

Der Hersteller empfiehlt ein Behandlungsprogramm von vier bis fünf Tagen stationär am intravenösen Dauertropf. Daran schließen sich vier bis sechs Wochen subkutaner Infusionen zu Hause an. Aber sprechen Sie mit ihm und sehen Sie, was er für Ihre Katze empfiehlt. Ich würde Ihnen außerdem raten, dass Sie den Hersteller um die Übernahme der TA-Kosten bitten. Ich weiß, dass sie das bei einigen Menschen getan haben, wenn sie auch nicht immer die gesamten Kosten übernommen haben.

 

Sie sollten den Vorfall außerdem der Food & Drug Administration melden. Offensichtlich ist der Hersteller nicht dazu verpflichtet, jeden Fall von Niereninsuffizienz der FDA zu melden, denn Nierenversagen ist bereits auf dem Beipackzettel als mögliche Nebenwirkung mit aufgeführt (siehe der zweite Link unten). Aber ich glaube, dass es sehr wichtig ist, dass das FDA sich über das ganze Ausmaß dieses Problems klar wird. Beim FDA Consumer Complaints Co-ordinator finden Sie Einzelheiten über entsprechende Anlaufstellen für jeden Bundesstaat in den USA.

 

Wenn Sie in Deutschland sind, und Ihre Katze aufgrund der Einnahme von Metacam Akutes Nierenversagen oder CNI bekommt, dann sollten Sie oder Ihr Tierarzt das sowohl dem Hersteller als auch der dafür zuständigen genehmigenden Behörde mitteilen. In Deutschland ist es das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die entsprechende Abteilung lautet Pharmokovigilanz - Instrument zur Überwachung und Betreuung von Tierarzneimitteln. Dort finden Sie auch den Link zum Meldeformular.

 

E-mail von Boehringer Ingelheim

Im August 2007 erhielt ich eine email von Boehringer Ingelheim, dem Hersteller von Metacam. Darin stand folgendes:

 

"Bei den umfangreichen Zulassungstudien hat sich gezeigt, dass Metacam® nicht nephrotoxisch ist und nicht, wie andere NSAIDs bei der Katze über die Glukoronidierung ausgeschieden wird, sondern oxydiert wird. Somit ist die Verstoffwechselung von Metacam® für die Katze kein Problem. Metacam® kann in keinster Weise als nephrotoxisch (Gift für die Niere) bezeichnet werden. Die von Ihnen angeführten Papillarnekrosen kommen nicht durch die Toxizität von Metacam® zustande, sondern durch den verminderten Blutfluss in der Niere, da NSAIDs einen Einfluss auf die Nierendurchblutung haben. Daher ist der Einsatz von Metacam® bei CNI nicht empfehlenswert, da die eh schon geschädigte Niere durch die dann auch noch veränderte Durchblutung weiteren Schaden nehmen kann."

 

Ich fragte nach Kopien der ausführlichen Studien, auf die sie sich beziehen. Aber mir wurde mitgeteilt, dass ich sie aus "wettbewerbsrelevanten Gründen" nicht einsehen könne. Es ist mir daher nicht möglich, weitere Kommentare dazu abzugeben. Ich schlage vor, dass Sie diesen ganzen Abschnitt über Metacam lesen, ebenso die unten aufgeführten Links bezüglich der amerikanischen Version von Metacam (das ist die Version für Hunde und dreimal stärker als die für Katzen). Dann ziehen Sie Ihre eigenen Schlussfolgerungen.

 

Metacam Reference Page ist eine Zusammenfassung des Herstellers über die Zustimmung zur Verwendung von Metacam bei Katzen. Dort steht, dass es nur als einmalige Injektion zugelassen ist.

The Metacam Professional Insert, zugelassen von der US Food and Drug Administration, hält fest (Seite 2): "es wurde über Nierenversagen berichtet als Folge von einer wiederholten oralen Gaben bei Katzen" ("renal failure has been reported as an outcome of repeated oral dosing of cats").

Im Freedom of Information Summary (2004) von der US Food and Drug Administration wird auf Seite 23 erwähnt, dass nach der Verabreichung von Metacam zur Abmilderung postoperativer Schmerzen 8,3 Prozent der Katzen dieser Studie erhöhte Harnstoffspiegel hatten und 12,5 Prozent eine Anämie. Zum Vergleich traten keine Fälle erhöhter Harnstoffspiegel bei den Katzen der Studie auf, die ein anderes Schmerzmittel erhielten, obwohl 6,1 Prozent von ihnen an Anämie litten (eine mögliche Ursache für eine Anämie ist eine Entzündung. Daraus erklärt sich teilweise diese Tatsache). Die Studie kommt zu folgendem Schluss: "Meloxicam, zunächst verabreicht als subkutane Injektion und anschließend über neun Tage weiter oral verabreicht mit >0.3 mg/kg, war verbunden mit schweren Nebenwirkungen bis hin zum Tod." ("Meloxicam, when initially dosed as a subcutaneous injection followed by oral dosing for nine days at > 0.3 mg/kg was associated with severe adverse effects, including death.")

The US Food and Drug Administration verwarnte die Hersteller von Metacam 2003 wegen ihrer irreführenden Behauptungen über ihr Produkt und das Verschweigen wichtiger Sicherheitsinformationen.

Die European Medicines Agency stellt fest (Seite 36) „setzen Sie es nicht bei Tieren ein, die an Magen-/Darmbeschwerden wie einer Reizung oder Blutung leiden oder an eingeschränkter Leber-, Herz- oder Nierenfunktion". Außerdem wird dort erklärt, dass Metacam bei dehydrierten Tieren vermieden werden sollte „da dann ein mögliches Risiko einer Nierentoxizität besteht". Und es wird davor gewarnt, die orale Form von Metacam einzusetzen nachdem es per Injektion gegeben wurde. Auch wenn die injizierbare Form von Metacam post-operativ eingesetzt wird, wurde das bislang nur bei Katzen getestet, die eine spezielle Art von Anästhesie erhielten.

Pet Place hat einige Informationen über Metacam und den Ratschlag, es nicht bei Katzen einzusetzen, bevor nicht mehr Studien darüber durchgeführt wurden.

Mar Vista Vet hat ebenfalls einige Informationen über Metacam und den Rat, es nicht bei Katzen mit Nieren-, Leber- oder Herzkrankheiten einzusetzen. Ebensowenig bei Katzen, die ausgetrocknet sind oder Magengeschwüre haben.

Provet warnt vor dem Einsatz von Metacam.

Metacam Risks in Cats lautet der Artikel einer Perser und Himalayakatzenrettungsstation.

Arthritis in Cats and Dogs Pet Forum enthält einige Mails von Mitgliedern, die Probleme nach dem Einsatz von Metacam bei Ihren Katzen hatten (einige hatten aber auch, wie wir z.B., gute Ergebnisse).

Metacam Deutschland ist die deutsche Website des Herstellers über den Einsatz von Metacam bei verschiedenen Tierarten.

Metacam UK ist die britische Website des Herstellers über den Einsatz von Metacam bei Hunden.

Metacam USA ist die amerikanische Website des Herstellers über den Einsatz von Metacam bei Hunden.

 

Autoimmunerkrankungen

 

Amyloidose

Amyloid ist eine Proteinvariante des Körpers. Bei einer Amyloidose lagert sich Amyloid in den Organen und Körpergeweben ab, wo es nicht hingehört und beschädigt sie. Bei Katzen werden diese Ablagerungen oft in den Nieren gefunden, und im Laufe der Zeit führen sie zu CNI. Amyloidose ist nicht besonders häufig, sie kommt überwiegend bei Abessinierkatzen vor, manchmal auch bei Siamesen und Orientalen.

 

Katzenfreunde Norddeutschland eV bietet einen informativen Artikel zu dieser Erkrankung.

Das Washington State University College of Veterinary Medicine bietet Informationen über Amyloidose an.

Protein losing nephropathy: an overview (2004) Wallace MS bietet Informationen über Glomerulonephritis und Amyloidose an.

 

Perirenale Pseudozysten
Perirenale Pseudozysten sind große, flüssigkeitsgefüllte Säcke, die sich um eine oder beide Nieren einer Katze bilden. Sie scheinen bei männlichen Katzen häufiger aufzutreten, und die Katze kann gesund erscheinen bis auf eine Zunahme des Bauchumfangs. Gewöhnlich reagiert sie aber tastempfindlich. Bei einer Untersuchung, die üblicherweise per Ultraschall durchgeführt wird, sind die Nieren häufig vergrößert.

 

Die Zysten können behandelt werden, indem man die Flüssigkeit drainiert, aber das ist oft nur eine vorübergehende Maßnahme. Das Entfernen der Zystenwand ist effektiver. In schwereren Fällen kann es notwendig sein, eine Niere zu entfernen. Die Entfernung der Zystenwand kann effektiver sein, aber in schweren Fällen ist es oft auch erforderlich, eine Niere ganz zu entfernen. Das ist jedoch der letzte Ausweg, denn er kann zu CNI führen. Viele Katzen mit diesen Zysten neigen ohnehin zu Nierenschäden (sie befinden sich häufig bereits im Frühstadium von CNI) und/oder Harnwegsinfektionen. Der dritte Link unten zeigt jedoch, dass die Prognose für gewöhnlich gut ist, wenn die begleitende CNI nicht schwer ist und keine anderen Erkrankungen vorliegen.

 

Die Tierhochschule Hannover zeigt Röntgenbilder verschiedener Krankheitszustände von Katzennieren und -blasen, darunter auch Perirenale Pseudozysten (Seite 7).

Perinephric pseudocysts in the cat: a retrospective study and review of the literature (1999) Ochoa V.B., DiBartola S.P., Chew D.J., Westropp J., Carothers M., Biller D. Journal of Veterinary Internal Medicine 13(1) pp47-55 berichtet über 13 solcher Fälle.

Clinical exposures: a perinephric pseudocyst in a cat (2005) Morrow B.L. Veterinary Medicine berichtet über eine Katze mit diesem Problem und gibt einen guten Überblick über die Zysten und die Behandlungsmöglichkeiten.

Berkshire Vet berichtet, wie die Zysten erfolgreich bei einer jungen Katze namens Daisee entfernt wurden .

Vermutete Ursachen (nicht bewiesen)

Sie sind genau das – Gebiete, wo Menschen Vermutungen anstellen, aber es gibt keine echten Beweise, dass sie CNI verursachen. Obwohl der Verdacht bei einigen, wie z.B. Zahnerkrankungen, stärker ist als bei anderen. Hier ist noch mehr Forschung notwendig, und sie wird in manchen Fällen auch bereits durchgeführt.

Zahnerkrankungen

Bei Menschen gibt es eine Beziehung zwischen Zahnerkrankungen und Herzerkrankungen. Bei den Katzen scheint es aber, dass Zahnerkrankungen in Verbindung zu Nierenerkrankungen stehen. Viele Katzen scheinen eine CNI zu entwickeln kurz nachdem sie eine Zahnbehandlung hatten, oft ohne dass die nötigen Vorsichtsmaßnahmen für ältere Katzen durchgeführt wurden. Auf der anderen Seite, auch Katzen, die nie eine Zahnbehandlung bekamen, scheinen ein erhöhtes Risiko für eine Nierenerkrankung zu haben. Dieses Thema wird detailliert im Kapitel Verwandte Krankheiten besprochen.

 

Pfizer Animal Health erwähnt, dass Zahnerkrankungen zu Nierenversagen führen können.

 

Bluthochdruck

Viele Jahre dachte man, dass Bluthochdruck bei Katzen das Ergebnis einer anderen Erkrankung ist, wie z.B. CNI oder Schilddrüsenüberfunktion. Die Wahrheit ist, dass Bluthochdruck häufiger auftritt bei Katzen mit diesen Erkrankungen. Es wird aber auch langsam klar, dass ein primärer Bluthochdruck bei Katzen existiert und in der Tat zur Entwicklung von CNI beitragen kann. Sie finden mehr Informationen über Bluthochdruck in den Kapiteln Symptome, Was bedeuten all diese Testergebnisse? und Behandlungsmöglichkeiten.

 

Feline hypertension: risks and management (2005) ist eine Präsentation von Dr. Clarke Atkins auf dem 30. Weltkongress der World Small Animal Veterinary Association, in der er feststellt, "zu der Schwierigkeit, die Entwicklung von Bluthochdruck bei Nierenerkrankungen zu verstehen kommt hinzu, dass Nierenerkrankungen einen Hochdruck hervorrufen, und Hochdruck ruft wiederum Nierenerkrankungen hervor." (auf Englisch: "adding to the confusion in understanding the pathogenesis of hypertensive renal disease, renal disease begets hypertension and hypertension begets renal disease").

Bei Vet Med Report, Sonderausgabe V5 2002 finden Sie auf Seite 6 einen Artikel über „Feline Hypertension: Klinische Bedeutung und Management“.

 

Eine Impfverbindung?

Eine Studie der Colorado State University, Parenteral administration of FVRCP vaccines induces antibodies against feline renal tissues (2002) Lappin MR, Jensen WA, Chandrashekar R & Kinney SD Presentatation to the American College of Veterinary Internal Medicine Forum, Dallas, weist vorsichtig in die Richtung einer Verbindung zwischen felinen Impfungen und Nierenversagen hin.

Diese Verbindung entsteht, weil feline Impfstoffe auf Nierenzellen gezüchtet werden, sogenannten Crandall Reese Feline Kidney (CRFK) cells. Es ist seit langem bekannt, dass das Wachstum der Impfstoffe auf diesem Weg neben den gewollten Antikörpern auch unidentifizierte Antikörper produziert. Aber erst vor kurzem wurde entdeckt, dass diese unidentifizierten Antikörper zu Nierengewebe wurden. Diese zusätzlichen Antikörper kommen in allen modifizierten Lebend- oder Totimpfstoffen vor, aber sie treten nicht bei intranasalen Impfungen auf. In UK werden normalerweise Lebendimpfstoffe eingesetzt.

In einer weiteren Studie: Investigation of the induction of antibodies against Crandell-Rees feline kidney cell lysates and feline renal cell lysates after parenteral administration of vaccines against feline viral rhinotracheitis, calicivirus, and panleukopenia in cats (2005) Lappin M.R., Jensen W.A., Jensen T.D., Basaraba R.J., Brown C.A., Radecki S.V., Hawley J.R. American Journal of Veterinary Research 66(3) pp506-511, wurde festgestellt,  dass die "Hypersensibilisierung mit CNFK-Proteinzellen laut einer 56-Wochen-Studie nicht zu einer Nierenerkrankung bei Katzen führen".

Eine etwas neuere Studie: Interstitial nephritis in cats inoculated with Crandell Rees feline kidney cell lysates (2006) Lappin M.R., Basaraba R.J., Jensen W.A. Journal of Feline Medicine and Surgery 8(5) pp353-6, hat herausgefunden, dass 50 Prozent der Katzen dieser Studie, die normale Impfstoffe erhielten, laut Biopsie eine interstitielle Nephritis (CNI) entwickelten. Diese Katzen wurden jedoch zwölfmal innerhalb von 50 Wochen geimpft. Das ist ganz offensichtlich wesentlich häufiger als normalerweise (die zur Zeit gültige Impfempfehlung in den USA für Katzen lautet, dass sie nur einmal alle drei Jahre geimpft werden sollten). Eine Gruppe der Katzen dieser Studie bekamen intranasale Impfungen. Sie entwickelten keinerlei Anzeichen einer interstitiellen Nephritis.

Ich habe mich mit Dr. Lappin in Verbindung gesetzt, der die Studien durchführte. Er teilte mir mit, dass er zum jetzigen Zeitpunkt (2007) bezüglich der Impfungen von Katzen dazu rät, den Richtlinien der American Association of Feline Practitioners von 2006 zu folgen. Er empfiehlt außerdem, nur die Impfungen verabreichen zu lassen, die den Lebensumständen Ihrer Katze entsprechen.

Ungeachtet dieser vorsichtigen Befunde würde ich sowieso eine nierenkranke Katze nicht mehr impfen lassen. Impfungen sind für gesunde Katzen vorgesehen, und eine CNI-Katze ist nicht gesund. Sobald bei Thomas CNI diagnostiziert wurde, meinte unsere Tierärztin, dass es nicht klug wäre, ihm weiter seine normalen Impfungen zu geben, und wir stimmten ihr zu. Für gesunde Katzen können intranasale Impfungen sicherer sein. Bitte lesen Sie im Abschnitt Behandlungsmöglichkeiten weitere Informationen über den Einsatz von Impfungen bei Katzen, und besprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, was für Ihre Katze das richtige ist.

Colorado State University hat einen Bericht über die oben genannte Studie.

Heska bietet Informationen über intranasale Impfungen an.

Heska bietet außerdem einen Vortrag von Dr. Lappin an zur momentanen Impfdebatte (die jedoch sehr fachbezogen ist).

 

Kaliummangel

Eine Studie, Chronic renal disease and potassium depletion in cats (1992) (no abstract provided) Dow S.W. & Fettman M.J. Seminars in Veterinary Medicine and Surgery (Small Animal) 7 (3) pp198-201, schlägt vor, dass alle CNI-Katzen mit Kalium supplementiert werden sollten, sogar dann, wenn es nicht so aussieht, als hätten sie erniedrigte Kaliumspiegel. Manche Menschen gehen sogar noch weiter und glauben, dass alle älteren Katzen mit Kalium supplementiert werden sollten, ob sie nun CNI haben oder nicht.

Während es wahr ist, dass die Bluttests den Kaliumspiegel in den Körperzellen nicht genau wiedergeben, nämlich dort, wo das Kalium benötigt wird (bei Was bedeuten all diese Testergebnisse? finden Sie mehr Informationen darüber), heißt dies nicht automatisch, dass jede Katze von einer Kaliumsupplementierung profitieren würde. Eine neuere Studie Muscle potassium content and potassium glouconate supplementation in normokalemic cats with naturally ocurring chronic renal failure (1997) Theisen S.K., DiBartola S.P., Radin M.J., Chew D.J., Buffington C.A., Dow S.W. Journal of Veterinary Internal Medicine 11(4) pp212-217, hat herausgefunden, dass es CNI-Katzen mit normalem Kaliumspiegel, die zusätzlich Kalium erhielten, nicht besser ging, als vergleichbaren Katzen, die ein Placebo erhielten.

Eine kaliumreduzierte, ansäuernde Diät (siehe unten) an Katzen mit normaler Nierenfunktion zu verfüttern, reduziert die gastro-intestinale Absorption von Kalium und kann daher zu einem Kaliummangel führen. Ich würde daher nicht empfehlen, dass Sie solche Diäten älteren Katzen geben. Und diese Diäten sollten ohnehin überhaupt nicht an CNI-Katzen verfüttert werden (siehe Diät und Ernährung).

Ich wäre vorsichtig damit, bei irgendeiner Katze mit einem Blutkaliumwert von gut über 4 mmol/l Kalium zu supplementieren. Hohe Kaliumspiegel können sich schnell entwickeln, besonders, wenn die CNI voranschreitet, und sie sind potenziell sehr gefährlich (siehe Was bedeuten all diese Testergebnisse?).

Trockenfutterdiät

Es wird vermutet, dass das ausschließliche Verfüttern von Trockenfutter zu einer chronischen Austrocknung führt, die wiederum im Gegenzug zu CNI führt. Das ist nicht bewiesen, aber es ist richtig, dass Katzen generell von mehr Wasser in ihrem Futter profitieren, ganz besonders CNI-Katzen, aber auch Katzen mit FLUTD. Im Kapitel Diät und Ernährung finden Sie mehr Informationen über Trockenfutter versus Nassfutter.

 

Ansäuernde Diäten

Viele kommerzielle Futtersorten wurden im Laufe der letzten zehn Jahre neu zusammengestellt, um die „Gesundheit des Urintrakts" zu unterstützen oder sie zielen jedenfalls in diese Richtung. Hauptsächlich wurden diese Diäten angesäuert, um dadurch das Risiko zu reduzieren, dass die Katzen FLUTD bekommen. Katzen mit FLUTD neigen zu einem zu alkalischen Urin und sind daher dem Risiko einer Struvitkristall- Entwicklung ausgesetzt, die in einem alkalischen Umfeld entsteht. Bei Katzen, die jedoch nicht in der Gefahr sind, FLUTD zu bekommen, kann der Urin zu stark angesäuert werden. Und das kann dann im Gegenproblem enden, bei Kalziumoxalatsteinen, die sich in einer übersauerten Umgebung entwickeln. Diese Steine können, anders als Struvit, nicht aufgelöst werden durch eine Diät; man kann sie nur chirurgisch entfernen. Es wird spekuliert, dass die ansäuernden Diäten eine Rolle bei der Zunahme von Nierensteinen spielen, die wiederum im Gegenzug ein Risikofaktor für die Entwicklung von CNI sind.

Ansäuernde Diäten können auch beitragen zu niedrigen Kaliumspiegeln.

Freies Füttern (ad libitum)

Eine 2002 durchgeführte Studie, Diet and lifestyle variables as risk factors for chronic renal failure in pet cats (2002) Hughes K.L., Slater M.R., Geller S., Burkholder W.J., Fitzgerald C. Preventive Veterinary Medicine 55(1) pp1-15, verglich Katzen aus drei Gruppen: Frei gefütterte mit Ballaststoffen; frei gefütterte mit Faktor-2 (einer variablen Mischung aus Ballaststoffen, Magnesium, Protein, Natrium und Asche); und nur Ballaststoffen. Die Wissenschaftler schlossen daraus, dass das freie Füttern in Verbindung gebracht werden kann mit einer Zunahme des Risikos, an CNI zu erkranken. Sie ließen jedoch die Katzen nicht einfach nur dann futtern, wann sie wollten, sie gaben ihnen außerdem noch Zusätze. Es ist daher nicht bekannt, ob allein das freie Füttern zu den gleichen Ergebnissen führen würde.

Ich persönlich habe immer Futter frei zur Verfügung gestellt und werde das auch weiterhin tun. In der freien Natur fressen Katzen natürlich viele Male am Tag. Siehe Diät und Ernährung für mehr Informationen zu diesem Thema.

Neue Fußbodenbeläge

Manche Menschen in der CRF Support Liste glauben, dass neue Teppiche und Fußböden potenzielle Gifte für Katzen enthalten. Mehrere Menschen stellten fest, dass ihre Katzen CNI entwickelten kurz nachdem der neue Boden verlegt worden war. Teppiche und andere Bodenbedeckungen können verschiedene ausgasende organische Stoffe enthalten, besonders auf der Rückseite. The Carpet and Rug Institute in den USA empfiehlt, den Raum 48 bis 72 Stunden gut zu lüften, in dem der neue Teppich verlegt wurde. Katzen scheinen ganz besonders empfindlich auf Gerüche zu reagieren: Aromaöle z.B. sind giftig für Katzen, denn ihnen fehlt die dafür im Stoffwechsel vorgesehene Voraussetzung, um sie zu verarbeiten. Ich würde daher empfehlen, wenn es möglich ist, dass Sie die Katzen mehrere Tage nach der Verlegung fern von neuen Teppichen und Fußböden halten.

             

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Diese Seite zuletzt überarbeitet: 26. Februar 2010

 

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