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Startseite > Behandlung > Antibiotika und Schmerzmedikamente

 


Überblick


  • Weder Antibiotika noch Schmerzmedikamente sind Bestandteile einer Standardbehandlung bei CNI-Katzen.

  • Manchmal benötigt eine Katze Antibiotika, um bakterielle Infektionen zu bekämpfen wie beispielsweise Harnwegsinfektionen oder Infektionen bei Zahnerkrankungen.

  •  Gleichweise werden auch hin und wieder nach Operationen Schmerzmedikamente und/oder entzündungshemmende Medikamente verschrieben. Auch bei Arthritis werden sie eingesetzt.


Antibiotika                                                                                                           Zurück nach oben


 

Antibiotika sind nicht Standard bei einer CNI-Behandlung. Verschreibt Ihr TA Ihnen also so ein Medikament, dann fragen Sie ihn nach dem Grund. Bei einigen CNI-Katzen werden sie aufgrund anderer Probleme, wie z.B. Harntraktinfektionen, Nierenentzündungen oder Zahnerkrankungen eingesetzt. Aber das ist keine Routinebehandlung bei CNI-Katzen. Die am häufigsten verschriebenen Antibiotika für Katzen sind:

Der übliche Verabreichungszeitraum für Antibiotika liegt bei zehn bis 14 Tagen. Leidet Ihre Katze jedoch an einer Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis), dann ist ein längerer Zeitraum über vier bis acht Wochen erforderlich. Auch einige Harnwegsinfektionen müssen über einen längeren Zeitraum von ungefähr vier Wochen behandelt werden.

 

Obwohl die meisten Antibiotika bereits innerhalb von 48 Stunden Wirkung zeigen, ist es unbedingt erforderlich, dass Sie den vorgeschriebenen Einnahmezeitraum der Therapie einhalten. Tun Sie das nicht, könnten die Bakterien sich erneut vermehren und eine noch schlimmere Infektion aufflammen, die dann jedoch gegen das Antibiotikum resistent ist. Reagiert Ihre Katze mit starken Nebenwirkungen auf ein Antibiotikum, dann wenden Sie sich an Ihren TA, und besprechen Sie mit ihm den Wechsel zu einem anderen Medikament.

 

Wenn Sie Antibiotika verabreichen, dann kann es nötig sein, die Darmbakterien durch Probiotika wieder ins Gleichgewicht bringen, insbesondere dann, wenn Ihre Katze Durchfall bekommt. Probiotics for the prevention and treatment of antibiotic-associated diarrhea: a systematic review and meta-analysis (2012) Hempel S., Newberry S. J., Maher A. R., Wang Z., Miles J. N., Shanman R., Johnsen B. & Shekelle P. G., Journal of the American Medical Association 307(8) pp1959-69 fanden heraus, wenn Probiotika verabreicht werden, hilft das bei dieser Art des Durchfalls. Es müssen jedoch noch weitere Studien durchgeführt werden, um festzustellen, welche Probiotika am besten bei welcher Antibiotikabehandlung wirken.

 

Bereits eine kleine Menge naturbelassener Joghurt ohne Fruchtgeschmack kann helfen. Aber da viele Katzen an einer Laktoseintoleranz leiden, besteht hier das Risiko, dass sich der Durchfall noch verschlimmern könnte. Aus diesem Grund ist es einfacher, wenn Sie stattdessen ein handelsübliches Präparat in Kapseln kaufen. Dafür stehen eine ganze Reihe verschiedener Produkte zur Verfügung. East meets west: integrative veterinary medicine  (2007) Silver R. J. empfiehlt ein Produkt mit 1 bis 10 Billionen CFU-Einheiten täglich (Scrollen Sie runter bis zu „Probiotic Cultures“ kurz vor dem Ende der Seite). Consumer Lab veröffentlicht einen Bericht über die Wirkungsweise von Probiotika, und wie man das Richtige auswählt. Hier kommt eine Auswahl:

  • Acidophilus ist eine gute Wahl zum Ausbalancieren der Darmbakterien - Pet Education erklärt die Gründe. Effects of lactobacillus acidophilus DSM13241 as a probiotic in healthy adult cats (2006) Marshall-Jones Z. V., Baillon M-L. A., Croft J. M. & Butterwick R. F. American Journal of Veterinary Research 67(6) pp1005-1012 kam zu dem Schluss, dass „die Verabreichung dieses Probiotikums sich auf den ganzen Organismus und die immunmodulatorischen Abläufe bei Katzen positiv auswirkt."

  • Culturelle enthält Lactobacillusbakterien. Die übliche feline Dosierung ist eine halbe Kapsel morgens und eine halbe Kapsel abends während des Zeitraums, an dem die Katze Antibiotika bekommt. Aber besprechen Sie das mit Ihrem TA.

  • Benebac ist für Tiere. Benebac können Sie in Deutschland bei TÄ oder in verschiedenen Online-Shops kaufen. In den USA können Sie es u. a. bei Revival Animal Health bestellen.

  • FortiFlora ist ein Nahrungsergänzungsmittel für Katzen, das Probiotika enthält, zusätzlich aber auch noch Vitamine, Aminosäuren und Eisen. Daher denke ich ist es vielleicht nicht die beste Wahl unter den Probiotika. Aber manche Katzen mögen es sehr, aus diesem Grund kann es hilfreich sein, es in kleinen Mengen dazuzugeben, um so das Futter oder die Tabletten verlockender zu machen. Es ist bei Entirely Pets erhältlich.

  • Obwohl Azodyl ebenfalls eine Art Probiotikum ist, wird es nicht aus denselben Gründen gegeben, aus denen man normalerweise Probiotika gibt (siehe Behandlungsmaßnahmen). Daher sollte es nicht zur selben Zeit wie ein Antibiotikum verabreicht werden. Halten Sie lieber einen Zeitabstand von sechs Stunden ein.

Sie sollten darauf achten, dass in dem Probiotikum tatsächlich nur Acidophilus und Lactobacillusbakterien vorkommen. Es gibt eine ganze Reihe von Präparaten, die auch noch andere Bakterienstämme enthalten, die sowohl nützliche aber auch toxische Stämme ausbilden. Auch in deutschen Produkten sind häufig Elektrolyte und Kohlehydate enthalten, aber auch Zucker, Glukose oder Oligofruktose. Letztere wiederum können zu schmerzhaften Aufgasungen im Darm führen.

 

Clavamox/Synulox (Amoxicillin und Clavulansäure)


Clavamox, in Europa bekannt unter den Handelsnamen Synulox oder Noraclav, ist eine Kombination zweier verschiedener Wirkstoffe: Amoxicillin und Clavulansäure. Gemeinsam wirken sie bei der Behandlung oder Vorbeugung gegen bakterielle Infektionen bei Tieren. Amoxicillin ist ein Antibiotikum aus der Penicillinfamilie. Clavulansäure ist ein Enzyminhibitor, der bestimmte Bakterienenzyme deaktiviert, die Amoxicillin unwirksam machen, d.h., die Clavulansäure kann Bakterien abtöten, gegen die Amoxicillin allein machtlos wäre.

 

Dieses Antibiotikum wird häufig bei Harnwegsinfektion von CNI-Katzen verschrieben. Außerdem neigen die meisten TÄ aus GB automatisch dazu, es routinemäßig bei vielen Infektionen zu verschreiben. Ich mag Synulox nicht zuletzt deswegen, weil es in GB mit einer aromatisierten Schicht versehen auf dem Markt ist, und mein Harpsie sie deshalb ganz unkompliziert aus meiner Hand futterte. Leider kann es aber auch zu Magenproblemen, Erbrechen und Appetitverlust bei manchen Katzen führen. Eine meiner anderen Katzen, Karma, verträgt es nur wenige Tage. Offensichtlich ist das nicht ungewöhnlich, dass Katzen es einige Tage gut vertragen, aber gegen Ende der Verabreichungsdauer dann anfangen, Nebenwirkungen zu zeigen. Daher ist es hilfreich, wenn Sie es nicht auf nüchternen Magen geben. Falls das jedoch nicht hilft, fragen Sie Ihren TA, ob Sie nicht zu einem anderen Antibiotikum wechseln sollten. Hören Sie jedoch nicht einfach auf, Clavamox/Synulox zu verabreichen, denn möglicherweise flammt dadurch die Infektion wieder auf.

 

Die Züricher Datenbank informiert auf Deutsch über das Medikament.

 

Onmeda bietet ebenfalls Informationen dazu an.

 

Mar Vista Vet bietet Informationen über Clavamox an (achten Sie darauf, dass Sie den zusätzlichen Link zu Amoxicillin anklicken).

 

Pet Place hat ebenfalls Informationen zu Clavamox (Sie müssen sich nicht registrieren lassen, um den Artikel zu lesen. Klicken Sie einfach auf „close“ am Ende des nervenden Pop-ups).

 

Baytril (Enrofloxacin)


Baytril ist ein außerordentlich effektives Breitbandantibiotikum (d.h., es tötet eine große Vielfalt verschiedener Bakterien ab). Es gehört zur Familie der Fluorochinolone. Es eignet sich besonders gut gegen Niereninfektionen, wo es die Bakterien erreichen kann, die sich tief in den Nieren angesiedelt haben, und die weniger leistungsstarke Antibiotika nicht mehr erreichen. Es rettete mehrfach Harpsies Leben.

 

Wie jedes Antibiotikum hat jedoch auch Baytril Nebenwirkungen. Die beunruhigendste ist, dass in einigen seltenen Fällen retinale Probleme auftraten bis hin zur Erblindung, wenn es Katzen in hoher Dosierung verabreicht wurde. In manchen Fällen war die Erblindung reversibel, sobald das Baytril nicht mehr gegeben wurde, aber nicht in allen.

 

Nachdem das Risiko der retinalen Probleme aber offenbar mit der Höhe der Dosierung zusammenhängt (das Problem trat nicht auf bis die empfohlene Höchstdosis dramatisch heraufgesetzt wurde), beträgt die offiziell empfohlene Dosis in den meisten Ländern jetzt 5 mg Baytril pro kg Körpergewicht der Katze einmal täglich. Für den überwiegenden Teil der Katzen ist das eine sichere Dosis. Gleichwohl erwähnt Dr. I. Jurk von der Tufts University Cummings School of Veterinary Medicine (2003), dass, obwohl die meisten Fälle von Erblindung bei Katzen auftraten, die höhere Dosen als 10 bis 20 mg/kg bekamen, eine Katze davon nur 4,6 mg/kg bekommen hatte.

 

Die maximale Dosis für eine 4,5 kg schwere Katze: 4,5 kg x 5 mg pro kg = 22,5 mg täglich.

 

Die empfohlene maximale Behandlungsdauer liegt bei 30 Tagen (Harpsie wurde jedoch aufgrund von Niereninfektionen zweimal über einen längeren Zeitraum problemlos damit behandelt). Baytril wird einmal täglich gegeben. Eine häufigere Verabreichungsweise verringert sogar die Wirksamkeit. Bayer, the manufacturer, recommends giving it  on an empty stomach, ideally an hour before food, preferably wet food.

 

Die meisten Menschen geben Baytril in Tablettenform. Aber es schmeckt nicht gut, daher ist es auch als Kautablette unter dem Namen „Taste Tab“, in den deutschsprachigen Ländern als „Baytril flavour“ erhältlich. Trotzdem wird es von vielen Katzen abgelehnt.

 

Außerdem gibt es eine injizierbare Variante, die in den USA nur für Hunde zugelassen ist. Einige Menschen haben sie auch ihren Katzen gegeben. In den deutschsprachigen Ländern ist diese Form auch für Katzen zugelassen. Es besteht jedoch ein kleines Risiko einer Abszessbildung an der Einstichstelle.

 

Baytril must not be given orally within two hours of products containing calcium or aluminium (such as phosphorus binders) or iron (such as Pet Tinic), because they may inhibit absorption of the Baytril. Sucralfate must also be give separately from Baytril for the same reason. Drugs has some information about this.

 

Baytril sollte nicht innerhalb von zwei Stunden nach Medikamenten gegeben werden, die Kalzium oder Aluminium enthalten (wie z.B. Phosphatbindern) oder Eisen, denn das kann die vollständige Aufnahme von Baytril verhindern. Sucralfat sollte aus bestimmten Gründen ebenfalls getrennt von Baytril gegeben werden. Bei der Züricher Datenbank und Drugs finden Sie dazu weitere Informationen.

 

Baytril kann die Schwelle für Krampfanfälle herabsetzen. Es ist daher nicht die beste Wahl bei Katzen mit einer Tendenz zu Anfällen. Harpsie litt an Epilepsie, glücklicherweise hatte er nie Probleme mit Baytril

 

Mar Vista Vet bietet einen guten Überblick über Baytril an.

 

Pet Place hat ebenfalls Informationen über Baytril (Sie müssen sich nicht registrieren, klicken einfach auf „close“ am Ende des ärgerlichen Pop ups).

 

Bayer, der Hersteller von Baytril stellt einige Informationen zum Erblindungsrisiko bei Katzen zur Verfügung.

 

Dosage and duration of treatment ist ein Bericht von Bayer, dem Hersteller von Baytril, über die empfohlenen Dosierungen und Behandlungsdauer. Dort wird auch erwähnt, dass es am wirksamsten ist, wenn es nur einmal täglich verabreicht wird.

 

US Food and Drug Administration zeigt die Kopie eines Briefes von Bayer, den die Firma an amerikanischen TÄ versandte. Dort wird auf das Risiko der Erblindung bei hohen Dosierungen eingegangen und als maximale Dosis 5 mg pro kg Körpergewicht empfohlen.

 

Tufts University Cummings School of Veterinary Medicine (2003) bietet eine Zusammenfassung von Dr. Isabel Jurk, Leiterin der Ophthalmologie, über die Situation mit Baytril und Erblindungen bei Katzen an.

 

Enrofloxacin-associated retinal degeneration in cats (2001) Gelatt K.N., van der Woerdt A., Ketring K.L., Andrew S.E., Brooks D.E., Biros D.J., Denis H.M., Cutler T.J. Veterinary Ophthalmology 4(2) pp99-106 warnt vor dem Risiko einer Erblindung und empfiehlt, sich eng an die Richtlinien bezüglich der maximalen Dosierung zu halten.

 

Tierarzneimittel Kompendium der Schweiz bietet auf Deutsch Informationen zu Baytril und auch die Warnung vor einer Überdosierung an

 

Antirobe (Clindamycin)


Antirobe (Clindamycin) gehört zur Antibiotikafamilie der Lincosamide. Es ist nur für eine Therapie bei Hunden zugelassen, wird aber auch bei Katzen eingesetzt. Antirobe wird häufig bei Zahnerkrankungen verschrieben, weil es besonders gut anaerobe Bakterien abtötet, die sich sehr häufig im Mund befinden.

 

Wie die meisten Antibiotika kann auch bei Antirobe eine Magenverstimmung auftreten. Es sollte bei CNI-Katzen mit Vorsicht eingesetzt werden, denn die reguläre Dosierung muss angepasst werden. Die Hersteller empfehlen, dass bei der Gabe von Antirobe über einen längeren Zeitraum als 30 Tage, die Nieren- und Leberwerte überprüft werden sollten. 

 

Tierarzneimittel Kompendium der Schweiz bietet Informationen über Antirobe an.

Vetline  - hier finden Sie einige Informationen auf Deutsch über Antirobe (Clindamycin, Cleorobe, Clindahexal oder Clinda).

Mar Vista Vet hat einige Informationen über clindamycin

Pet Place also discusses clindamycin.

 

Convenia (Cefovecin)


Convenia ist Antibiotikum zum Injizieren aus der Klasse der Cephalosporine. Es wurde in Europa 2006, in den USA 2008 eingeführt. In den USA ist es bei Hautinfektionen von Hunden und Katzen und gegen Harnwegsinfektionen bei Hunden zugelassen. In Europa besteht außerdem eine Zulassung zur Anwendung gegen Harnwegsinfektionen bei Katzen.

 

Convenia ist ausschließlich als Injektionspräparat erhältlich. Die Wirkungsdauer beträgt 14 Tage. Es ist daher sehr praktisch einzusetzen bei Katzen, die Tabletteneinnahmen hassen. Efficacy and safety of cefovecin for the treatment of urinary tract infections in cats (2008), Passmore C.A., Sherington J., Stegemann M.R., Journal of Small Animal Practice 49(6) pp295-301, hat herausgefunden, dass die Wirkung einer einmaligen Convenia-Injektion ebenso lange vorhält wie eine 14tägige orale Verabreichung von Cephalexin.

 

Die meisten Menschen, die mir erzählten, dass sie Convenia einsetzten, waren damit zufrieden. Mein Ollie erhielt es gegen seine Harnwegsinfektion, aber seine Symptome kehrten zehn Tage nach der Injektion wieder zurück. Daher wechselten wir zu Synulox, das bei ihm besser wirkte.

 

Wie jedoch bei jedem anderen Antibiotikum auch, können auch bei Convenia Nebenwirkungen auftreten. Mögliche Nebenwirkungen sind Lethargie, Erbrechen und Durchfall. Es kann auch zu Hautirritationen an der Einstichstelle kommen. Drugs berichtet über einige sehr schwere mögliche, aber sehr selten auftretende, Nebenwirkungen wie hämolytische Anämie oder Lungenödeme.

 

Falls bei Ihrer Katze solche Nebenwirkungen auftreten, dann ist die Tatsache, dass Convenia so lange wirkt, ein Nachteil, denn der Körper Ihrer Katze bleibt den Wirkungen dieses Medikaments weiter ausgesetzt. Convenia kann bis zu 65 Tagen im Körper bleiben. The European Medicines Agency empfiehlt daher, Convenia nur bei Tieren einzusetzen, deren Krankheit nicht auf andere Antibiotika reagiert, oder wo das nicht zu erwarten ist. Pet Place mentions that "Maximum treatment should not exceed 2 injections." Other resources state that it may be used up to three times.

 

Convenia wurde noch nicht bei Katzen mit weit fortgeschrittener Niereninsuffizienz getestet. Aber Drugs berichtet, dass einige Katzen in einer Sicherheitsstudie leicht erhöhte Harnstoff- und Kreatininwerte nach dem Einsatz von Convenia hatten.

 

Famotidin (Pepcid AC) kann die Wirkungsweise von Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine (z.B. Convenia) beeinträchtigen, daher sollten Sie diese trennen.

 

Das Tierarzneimittelkompendium der Schweiz weist darauf hin, dass Convenia nicht ohne Antibiogramm gegeben werden sollte. Außerdem sollte eine Überempfindlichkeit gegen Cefovecin, andere Cephalosporine und Penicilline ausgeschlossen sein. Vom Einsatz bei niereninsuffizienten Tieren wird abgeraten.

 

Die EMA (European Medicines Agency) - äußert sich ebenso (auf Deutsch).

 

Pfizer product overview sheet Pfizer Produktübersicht der amerikanischen Version von Convenia.

 

Pfizer prescribing information Pfizer Verschreibungsinformation für die USA.

 

National Office of Animal Health in GB gibt Information über Kontraindikationen und Warnhinweise zum Einsatz von Convenia.

 

Drugs berichtet über den Sicherheitstest beim Einsatz von Convenia bei Katzen und Hunden.


Schmerzmittel und Entzündungshemmer                                                      Zurück nach oben


 

Zuerst möchte ich betonen, dass CNI normalerweise keine schmerzhafte Erkrankung ist, daher werden für gewöhnlich auch keine Schmerzmittel benötigt. Trotzdem kann es vorkommen, dass eine CNI-Katze hin und wieder ein Schmerzmittel braucht, z.B. wenn die Katze an einer Arthritis oder Pankreatitis leidet oder eine Zahnbehandlung oder andere Operation hatte. Auch eine Sattelthrombose ist schmerzhaft. Aus diesem Grund ist es gut, über die verschiedenen Schmerzmedikamente Bescheid zu wissen, die bei Katzen eingesetzt werden. Dieser Abschnitt behandelt die folgenden:

Es ist leichter, Schmerzen zu verhindern, als zu versuchen, sie zu kontrollieren, sobald sie einmal eingesetzt haben. Steht Ihre Katze z.B. vor einer Zahnoperation, dann stellen Sie sicher, dass sie schon vorher mit dem TA über eine Schmerzbehandlung sprechen.

 

Es ist ziemlich schwierig, ein passendes Schmerzmedikament zu finden, denn viele Schmerzmittel, die bei Hunden und Menschen gut einsetzbar sind, eignen sich nicht für Katzen. The Winn Feline Foundation sponsert eine Studie über Schmerzen bei Katzen: „Development of outcome assessment instruments for chronic pain in cats“ an der University von Pennsylvania. Man hofft, dadurch in der Zukunft besser passende Schmerzmittel entwickeln zu können.

 

The Veterinary Anesthesia and Analgesia Support Group stellt einen hilfreichen Überblick über verschiedene Schmerzmittel zur Verfügung.

 

The Veterinary Anesthesia and Analgesia Support Group bietet einen etwas älteren Überblick über die verschiedenen Schmerzmedikamente an.

 

Schmerzmanagement von Julia Henke,Wolf Erhardt bietet ab Seite 35 ausführliche Informationen über Schmerzmedikamente an.

Anzeichen von Schmerzen bei einer Katze


Leider verstecken Katzen es instinktiv, wenn sie an Schmerzen leiden. Und einige der Anzeichen von Schmerz bei Katzen sind ganz anders als Sie es erwarten würden, wie z.B. Schnurren, Unruhe. Andere mögliche Anzeichen sind Knurren, das Vermeiden von Leuten, sie schlafen sehr viel oder hocken in Kauerstellung. Die folgenden Links können Ihnen dabei helfen festzustellen, ob Ihre Katzen an Schmerzen leidet:

 

Enke Verlag bietet eine Information auf Deutsch an: „Akute Schmerzen bei Katzen erkennen“

 

Tier-Punkt: „Schmerzen bei Katzen frühzeitig erkennen“

The Cat Hospital of Chicago erklärt mehr über Anzeichen von Schmerz bei Katzen und dessen Behandlung.

 

The Cat Hospital of Chicago stellt eine kurze Aufzählung möglicher Schmerzanzeichen zur Verfügung (Tabelle 3).

 

Pet Place stellt einen Überblick zur Verfügung über Schmerzen bei Katzen (Sie müssen nicht den ganzen Artikel lesen, klicken Sie einfach auf „close“ am Ende des ärgerlichen Pop-ups).

 

Opiate


Opiate sind Narkotika, d.h., sie gehören in die gleiche Drogenklasse wie Morphine. Diese Drogen werden aus Schlafmohn gewonnen und sind die stärksten Schmerzmedikamente.

 

Opiates are narcotics, which means they belong to the same drug family as morphine. These drugs are  derived from the poppy and are the most powerful painkillers.  

Vetline bietet einen Artikel an: „Anwendung von Opioiden bei der Katze“.

 

Opiate, eine Bereicherung für die Katzenmedizin? (2009) Alef M Vet-MedReport ist ein Artikel über Opiate für Katzen.Bitte scrollen Sie runter bis Seite 6.

 

The Veterinary Anesthesia and Analgesia Support Group bietet einen Überblick über Opiate an.

Buprenorphin (Buprenex, Vetergesic oder Temgesic)


Buprenorphin ist ein Narkotikum, das dreißig Mal so potent ist wie Morphin. Handelsnamen sind Buprenex (USA), Vetergesic (GB) und Temgesic (D). Opioide sind in Deutschland verschreibungspflichtig und können nur mit Rezept in Apotheken oder beim TA gekauft werden.

 

Buprenorphin sollte nicht oral verabreicht werden, da es dadurch unwirksam wird. Es kann injiziert werden, aber Katzen wird es für gewöhnlich „intrabuccal“ verabreicht, d.h., es wird im Maul in Richtung Wange gespritzt. Es ist geschmacksneutral, daher akzeptieren die meisten Katzen es gut. Durch das Spritzen an die Wange wird Buprenorphin über die Mundschleimhäute absorbiert und wirkt normalerweise schnell, innerhalb von 30 Minuten. Die Wirkung hält acht Stunden vor (das Colorado State University College of Veterinary Medicine führt momentan Untersuchungen über eine Retardversion von Buprenorphin durch, dessen Wirkung bis zu drei Tagen anhalten soll).

 

Die übliche Dosis ist 0,01 bis 0,03 mg/kg intrabuccal. Eine 4,55 kg schwere Katze würde demnach 0,046 bis 0,136 mg bis zu dreimal täglich erhalten. Das sind schwer abmessbare Mengen. Viele TÄ haben daher kleine Spritzen vorrätig, die bereits die korrekte Dosis enthalten. Sie müssen also nur noch den Inhalt im Maul Ihrer Katze gegen die Wange spritzen.

 

Die meisten Menschen, die mir dazu schrieben, berichten, dass Buprenorphin ein außerordentlich wirksames Medikament mit wenig Nebenwirkungen ist. Die häufigste Nebenwirkung ist eine Sedierung, auch das Atmen kann sich verlangsamen oder erweiterte Pupillen können auftreten. Einige Katzen schnurren mehr und werden sehr liebebedürftig, während andere wiederum rastlos werden.

 

Buprenorphin wird über die Leber verstoffwechselt, daher ist es für CNI-Katzen, die ständig Schmerzmittel benötigen, eine gute Wahl. Trotzdem kann es sein, dass CNI-Katzen das Medikament langsamer verarbeiten. Sprechen Sie daher mit Ihrem TA darüber, ob er eine niedrigere Dosis für angebracht hält. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie es zusammen mit Cyproheptadin (einem Appetitanreger) geben, denn beide Medikamente zusammen können einen stärkeren Sedierungseffekt bewirken.

 

Leider ist Buprenorphin teuer. Aber obwohl die 5 ml Ampullen günstiger sind, ist es trotzdem besser, die 1 ml Ampullen zu kaufen, denn die 5 ml Ampullen enthalten ein Konservierungsmittel, das unangenehm schmeckt.

 

Viovet in GB verkauft  5 x 1 ml Ampullen Buprenorphin für 14,12 £.

 

Diamondback Drugs in den USA verkauft einen Zweimonatsbedarf an Buprenorphin für unter 30 US$. 

 

DocCheckFlexikon und Onmeda haben ausführliche Informationen über Buprenorphin.

 

Pharmazie gibt die Gebrauchsanleitungen von Buprenovet 0,3 mg/ml Injektionslösung für Hunde und Katzen.

 

Mar Vista Vet bietet einen Überblick an über Buprenorphin.

 

Systemic update of buprenorphine by cats after oral mucosal administration (2003) Robertson S. A., Taylor P. M. & Sear J. W., Veterinary Record 152(22) pp675-8. In dieser Studie wurde herausgefunden, dass die Wirkung von Buprenorphin durch die Absorption über die Mundschleimhaut genauso effektiv ist wie eine Injektion. Die Mehrheit der Katzenbesitzer bevorzugt diese Verabreichungsmethode.

 

The National Office of Animal Health aus GB stellt einen Überblick über Buprenorphin zur Verfügung, in dem auch auf die Nebenwirkungen und Interaktionen mit anderen Medikamenten eingegangen wird.

 

Pet Place hat ebenfalls Informationen über Buprenorphin (Sie müssen sich nicht registrieren lassen, um den Artikel zu lesen. Klicken Sie einfach auf „close“ am Ende des Pop-ups).

Fentanyl (Duragesic)


Fentanyl ist ein Narkotikum, das zur gleichen Klasse wie die Morphine gehört. Aus diesem Grund ist es ein sehr gut wirksames Schmerzmittel. Für gewöhnlich wird es in Form eines Pflasters auf die Haut geklebt, das den Wirkstoff dann langsam über einen Zeitraum von vier bis fünf Tagen freigibt. Nebenwirkungen sind selten und für gewöhnlich geringfügig wie z.B. eine Pflasterallergie. Die am häufigsten auftretende schwerere Nebenwirkung (obwohl auch die noch relativ selten ist), ist eine Beeinträchtigung der Atmung, die sich in Form einer Lethargie äußert. Glücklicherweise wird diese Nebenwirkung durch das Entfernen des Pflasters schnell wieder aufgehoben.

 

Fentanyl sollte nicht bei Katzen eingesetzt werden, die Anipryl aufgrund einer kognitiven Dysfunktion (Senilität) bekommen. Durch Wärme kann sich die Abgabemenge des Wirkstoffs erhöhen, das kann sehr gefährlich sein. Aus diesem Grund sollten Katzen mit einem Fentanylpflaster keinen Zugang zu Hitze haben (wie z.B. Heizkissen, Katzenkachelofen). Achten Sie darauf sicherzustellen, dass die Katze das Pflaster nicht entfernen oder daran lecken kann.

 

Meine Indie (sie hat keine CNI) bekam nach einer umfangreichen Zahnbehandlung ein Fentanylpflaster, um ihr die nachoperativen Schmerzen zu nehmen. Das Pflaster kam auf eine kleine rasierte Stelle an einem ihrer Hinterbeine und blieb dort einige Tage. Es wirkte gut bei ihr. Sie war etwas gedämpft (das könnte aber auch eine Nachwirkung der Operation gewesen sein), aber das war die einzige Nebenwirkung. Bis zu einem Drittel der Katzen absorbiert jedoch weniger von dem Medikament als für eine wirkungsvolle Schmerzkontrolle notwendig ist. Achten Sie also auf Anzeichen von Schmerzen bei Katzen, damit Sie wissen, ob es bei Ihrer Katze ausreichend wirkt.

 

Vet Contact hat einige Informationen auf Deutsch

 

Pharmakotherapie bei Haus- und Nutztieren wird ausführlich über Fentanyl Auskunft gegeben.

 

Mar Vista Vet bietet einige Informationen zu Fentanyl an.

Tramadol


Genau genommen ist Tramadol kein Opiat, sondern es wirkt auf die Opioidrezeptoren ein. Daher führe ich es nicht in dieser Kategorie mit auf.

 

Tramadol ist ein sicheres Medikament when used at appropriate dosage levels, und Nebenwirkungen sind selten wie u.a. Sedierung und Verstopfung. Es ist auch bekannt, dass es zu Halluzinationen und Krampfanfällen bei Menschen führen kann. Es sollte daher bei Katzen mit einer Vorgeschichte von Anfällen vorsichtig eingesetzt werden. Leider schmeckt es Katzen sehr bitter.

 

Tramadol ist auch als Generikum erhältlich. Das bedeutet, es ist nicht teuer. Für gewöhnlich wird es als 50 mg Tablette verkauft. Die Dosierung ist 1 bis 2 mg/kg zwei- bis dreimal täglich. Eine 4,55 kg schwere Katze würde also 4,5 bis 9 mg zwei- bis dreimal täglich erhalten. In der Praxis beginnen viele Halter einfach mit einer Viertel 50 mg-Tablette (12,5 mg) zweimal täglich. Es wird weitestgehend über die Leber verstoffwechselt, aber ungefähr 30 Prozent werden auch über die Nieren ausgeschieden. Aus diesem Grund wird Ihr TA die Dosis bei CNI-Katzen vielleicht niedriger ansetzen.

 

Ondansetron inhibits the analgesic effects of tramadol: a possible 5-HT3 spinal receptor involvement in acute pain in humans (2002) Arcioni R., della Rocca M., Romano S., Romano R., Pietropaoli P. & Gasparetto A., Anesthesia and Analgesia 94(6) pp1553-7 berichtet, dass Ondansetron (normalerweise wird es gegen Übelkeit bei CNI-Katzen eingesetzt) die schmerzstillende Wirkung von Tramadol bis zu 50 Prozent bei Menschen herabsetzen kann.

 

Mar Vista Vet bietet einige Information zu Tramadol an. Dort wird erwähnt, wenn man Tramadol gleichzeitig mit dem Appetitanreger Mirtazapin einsetzt, sich das Risiko eines Serotoninsyndroms erhöht.

 

Die Züricher Datenbank hat Informationen zu Tramadol auf Deutsch.

 

Wedgewood Pharmacy bietet einen Überblick über Tramadol an.

Nichtsteroidale Entzündungshemmer (NSAIDs)


Nichtsteroidale Entzündungshemmer helfen dabei, eine Entzündung zu reduzieren und werden bis zu einem bestimmten Grad auch zur Schmerzlinderung eingesetzt. NSAIDs hemmen die Prostaglandinproduktion, indem sie sich an Enzyme, sogenannte Cyclooxygenasen (COX), binden. Es gibt zwei verschiedene Arten von COX: COX-1 und COX-2. COX-1 schützt insbesondere die Nieren und den Verdauungstrakt, während COX-2 Schmerzen und Entzündungen verursacht. Angestrebt wird daher, den COX-2-Spiegel abzusenken, ohne auf den COX-1-Spiegel einzuwirken. Aber selbst wenn nur der COX-2-Spiegel reduziert wird, wird dadurch noch nicht das Risiko von Nebenwirkungen beseitigt.

 

Meloxicam (Metacam) hemmt vorzugsweise den COX-2-Spiegel, d.h., es wirkt effektiv auf COX-2 ein und verringert dadurch Schmerzen und Entzündungen, aber gleichzeitig reduziert es bis zu einem gewissen Grad auch den COX-1-Spiegel.

 

Robenacoxib (Onsior) ist ein selektives NSAID, d.h., es wirkt sich effektiv auf das COX-2 aus und reduziert Schmerzen und Entzündungen, aber beeinflusst nicht den COX-1-Spiegel.

 

NSAIDs werden hauptsächlich in der Humanmedizin und bei Hunden eingesetzt. Bei Krankheiten wie Arthritis sind sie sehr wirksam. Leider verstoffwechseln Katzen sie nur schlecht. Außerdem gibt es nur begrenzte Forschungsergebnisse über Langzeitbehandlungen bei Katzen, daher zögern viele TÄ, diese Medikamente bei Katzen einzusetzen. The Veterinary Anesthesia and Analgesia Support Group betont, dass „extreme Vorsicht angewandt werden sollte, wenn nichtsteroidale Entzündungshemmer bei Katzen eingesetzt werden sollen“.

 

Die am häufigsten auftretenden Nebenwirkungen von NSAIDs bei Katzen sind Nierenerkrankungen und gastrointestinale Probleme. Nachdem CNI-Katzen ohnehin schon nierenkrank sind und ebenso oft an gastrointestinalen Problemen leiden wie z. B. Magenübersäuerung, sind NSAIDs daher nicht die beste Wahl bei CNI-Katzen. Manchmal haben Sie jedoch keine andere Wahl als sie einzusetzen z.B. bei Katzen mit schwerer Arthritis, denn ständige Schmerzen sind unzumutbar.

 

NSAIDS sollten nicht gleichzeitig mit Kortikosteroiden eingesetzt werden. Eine engmaschige Überwachung ist erforderlich wenn sie bei Katzen verabreicht werden, die außerdem ACE-Hemmer (z.B. Fortekor oder Vasotop) oder Diuretika bekommen. Denn diese Medikamente zusammen können das Risiko von Nierenerkrankungen erhöhen.

 

Vetline stellt einen Artikel über die Langzeitanwendung von nichtsteroidalen Entzündunghemmern auf Deutsch zur Verfügung.

 

Non-steroidal anti-inflammatory drug (NSAID) toxicity in dogs and cats: pathophysiology, diagnosis and monitoring (2006) Totten J., Brown H. M., LeRoy B. E., erklären mehr über die Risiken, die bei NSAIDs auftreten können und auf welche Warnzeichen man achten sollte.

 

What every practitioner should know about NSAIDs in cats (2007) Hardie E. M. schreibt über verschiedene NSAID und wie wichtig die Dosierung ist.

 

The Veterinary Anesthesia and Analgesia Support Group bietet einen Überblick über den Einsatz von NSAIDs an.

 

ISFM and AAFP consensus guidelines: long-term use of NSAIDs in cats (2010) Journal of Feline Medicine and Surgery 12, pp521-538 ist ein Vortrag der International Society of Feline Medicine und der American Association of Feline Practitioners. Auf Seite 530 gibt es einen Kasten, in dem über den Einsatz von NSAIDs bei nierenkranken Katzen geschrieben wird. Boehringer-Ingelheim, der Hersteller von Metacam, unterstützte finanziell die Entwicklung dieser Richtlinien.

 

Effects of non-steroidal anti-inflammatory drugs (NSAIDs) on renal function (2007) Brown S. A., State of the Art in Renal Disease in Dogs and Cats Proceedings, Vetoquinol Academia berichtet (auf Seite 31) über den Einsatz von NSAIDs bei CNI. Dr. Brown schreibt: „Es ist seit langem bekannt, dass NSAIDs eine gute renale Sicherheit für eine Kurzzeitbehandlung bei gesunden Tieren bieten. Leider werden sie auch häufig bei älteren Tieren mit einer Bandbreite verschiedener klinischer oder subklinischer Erkrankungen eingesetzt oder bei Tieren, die in Narkose gelegt und operiert werden. Die Studie über die Auswirkungen von NSAIDs auf die Nieren zeigt, dass die COX-2 selektiven Medikamente nicht unbedingt sicherer für die Nieren sind. In gut hydrierten und sonst gesunden Katzen mit IRIS in den Stadien I und II einer Chronischen Niereninsuffizienz (CNI), scheinen NSAID im allgemeinen gut toleriert zu werden.

 

How to use NSAIDs in animals with chronic kidney disease (2012) Brown SA Presentation to the Florida Veterinary Medical Association 83rd Annual Conference is a very technical guide.

 

Robenacoxib (Onsior)


Robenacoxib ist ein nichtsteroidaler Entzündungshemmer (NSAID). Er ist seit 2009 in GB für Katzen zugelassen zur Behandlung bei akuten Schmerzen und Entzündungen des Bewegungsapparates (z.B. Arthritis) über einen Zeitraum von bis zu sechs Tagen. Im April 2011 wurde er in den USA für Katzen zugelassen. Die US-Zulassung gilt für die Behandlung postoperativer Schmerzen und bei Entzündungen. Für letztere gilt ein Zeitraum von drei Tagen bei einmal täglicher Verabreichung.

 

Nachdem Robenacoxib zu 30 Prozent über die Nieren ausgeschieden wird, sollte es bei CNI-Katzen mit Vorsicht eingesetzt und engmaschig überwacht werden. Setzen Sie Robenacoxib nicht gleichzeitig mit Kortikosteroiden ein. Eine engmaschige Überwachung ist erforderlich wenn sie bei Katzen verabreicht werden, die außerdem ACE-Hemmer (z.B. Fortekor oder Vasotop) oder Diuretika bekommen. Denn diese Medikamente zusammen können das Risiko von Nierenerkrankungen erhöhen.

 

Züricher Datenbank stellt Informationen zu Onsior auf Deutsch zur Verfügung.

 

Pharmazie stellt den Beipackzettel von Onsior ins Netz.

 

Onsior Cat Package Leaflet ist das Merkblatt, das dem Medikament Onsior in GB beiliegt.

 

The National Office of Animal Health in GB gibt einen Überblick über Onsior.

Aspirin


Aspirin ist ein weiterer nichtsteroidaler Entzündungshemmer. Aspirin kann für Katzen toxisch sein, da sie es nur sehr langsam auscheiden. Üblicherweise wird es daher bei Katzen nicht zur Schmerzmedikation angewandt, aber manchmal wird es bei Herzerkrankungen eingesetzt, wenn die Vorteile die Risiken überwiegen. In solchen Fällen wird in sehr niedrigen Dosen alle drei Tage verschrieben.

 

Aspirin könnte eine metabolische Azidose auslösen.

 

Züricher Datenbank stellt Informationen zu Aspirin auf Deutsch ein.

 

Mar Vista Vet bietet Information zu Aspirin an.

 

Carprofen (Rimadyl)


Carprofen ist ein NSAID, das eingesetzt wird zur Behandlung von Arthritis bei Hunden. Der Hersteller warnt vor dem Einsatz bei Katzen, daher würde ich das Mittel vermeiden.

 

Toxicology brief: managing acute carprofen toxicosis in dogs and cats (2009) Mensching D. Veterinary Medicine berichtet über die Risiken einer Carprofen-Behandlung und mögliche Anzeichen einer Vergiftung.

 


Meloxicam (Metacam oder Meloxidyl)                                                         Zurück nach oben


 

Meloxicam ist ebenfalls ein nichtsteroidaler Entzündungshemmer (NSAID). Es ist sowohl als Injektion als auch in flüssiger (oraler) Form erhältlich. Obwohl es in GB als Dauertherapie für Katzen mit Arthritis zugelassen ist (und ich habe es selbst erfolgreich bei meiner PKD-Katze eingesetzt, der jedoch keine CNI hatte), gibt es Befürchtungen, dass es Niereninsuffizienz verursachen könnte, insbesondere, wenn es in höheren Dosierungen eingesetzt wird wie beispielsweise in den USA, wo katzengeeignete Dosen nicht erhältlich sind.

Meloxicam Überblick


Meloxicam ist ein nichtsteroidales, anti-inflammatorisches Medikament (NSAID). Es wird sowohl als Injektionslösung als auch flüssig zur oralen Eingabe hergestellt. Unter den Handelsname Metacam  sind für Hunde beide Varianten zugelassen. Aber da Katzen nichtsteroidale Antiphlogistika nur sehr schlecht verstoffwechseln, ist Metacam in den USA für sie nur als Injektionsflüssigkeit zugelassen. Der Grund ist, dass es nur für eine einmalige Schmerzbehandlung nach einer Operation zugelassen ist. Die Injektionsflüssigkeit wurde jedoch nur bei einer einzigen Narkoseart getestet.

 

In Europa war es genauso. Auch hier war für Katzen nur die Injektionslösung für eine einmalige Behandlung nach einer Operation zugelassen. Im Juni 2007 änderte sich das. Ab da wurde die feline orale Suspension für Katzen zur langfristigen Schmerzbehandlung zugelassen wie z.B. für Katzen mit Arthritis. Die feline orale Suspension von Metacam enthält 0,5 mg/ml Wirkstoff, die kanine Variante 1,5 mg/ml. Eine weitere Meloxicam-Variante wurde 2011 unter dem Namen „Meloxidyl“ in GB eingeführt.

 

Es scheint, dass in den USA Meloxicam immer mehr und immer öfter, ohne dafür zugelassen zu sein, in der flüssigen (oralen) Variante als Dauermedikation eingesetzt wird. Da aber keine feline Version erhältlich ist, verwenden die TÄ die kanine Version, theoretisch in einer geringeren Dosierung. Meloxicam wird jedoch häufig tropfenweise verabreicht und daher nicht exakt abgemessen, das könnte zu einer Überdosierung führen.

 

Leider scheint es, dass Meloxicam nephrotoxisch sein könnte, d.h., giftig für die Nieren. Es könnte in einigen Fällen sogar zu einem Dauerschaden an den Nieren kommen (papilläre Nekrose). Es scheint, dass eine Reihe von Katzen an akuter oder chronischer Niereninsuffizienz erkrankten, nachdem sie Meloxicam erhalten hatten.

 

Das ist nicht unausweichlich so. Eine Studie, Long-term safety, efficacy and palatability of oral meloxicam at 0.01-0.03mg/kg for treatment of osteoarthritic pain in cats (2008) Gunew M.N., Menrath V.H., Marshall R.D. Journal of Feline Medicine & Surgery 10(3) pp235-41, überwachte 40 Katzen, die wegen ihrer Arthritis fast sechs Monate lang Metacam erhielten. Drei der Katzen hatten bereits vor dieser Studie renale Erkrankungen. Die Studie fand heraus, dass „keine schädlichen Auswirkungen der renalen Funktion bei den untersuchten Katzen auftrat."

 

Retrospective case-control study of the effects of long-term dosing with meloxicam on renal function in aged cats with degenerative joint disease (2011) Gowan R. A., Lingard A. E., Johnston L.,  Stansen W., Brown S. A., Malik R., Journal of Feline Medicine & Surgery 13(10) pp752-761. Rückblickend wurden hier die Krankenakten einer TA-Praxis der letzten fünf Jahre ausgewertet und der Schluss gezogen, dass „eine Langzeittherapie mit Metacam bei einer mittleren Dosierung von 0,02 mg/kg/Tag bei älteren Katzen mit CNI sicher verabreicht werden kann, vorausgesetzt, ihr Zustand ist stabil. Die Ergebnisse weisen außerdem darauf hin, dass Meloxicam sogar das Voranschreiten einer Nierenerkrankung bei Katzen mit sowohl Arthritis als auch CNI durch direkte oder indirekte Wirkung verlangsamen könnte.“ Die Studie spekuliert weiter, dass Meloxicam den Fortschritt der CNI aufhalten könnte, indem es die Proteinurie verlangsamt. (Neuere Studien weisen darauf hin, dass Medikamente derselben Familie wie Meloxicam eine Proteinurie bei Menschen und Ratten reduziert).

 

A retrospective analysis of the effects of meloxicam on the longevity of aged cats with and without overt chronic kidney disease (2012) Gowan R. A., Baral R. M., Lingard A. E., Catt M. J., Stansen W., Johnston L. & Malik R., Journal of Feline Medicine and Surgery 14(12) pp876-81 erforschte den Einsatz von Meloxicam bei Katzen mit CNI. In dieser Studie wurden die Krankenberichte von 82 Katzen, alle älter als sieben Jahre, untersucht, die während eines Zeitraums von sechs Monaten oder länger Meloxicam bekommen hatten. Bei 47 dieser Katze war vorher bekannt, dass sie unter CNI litten, die anderen 35 zeigten keine offensichtlichen Symptome einer CNI. Die Studie hält fest: „Eine orale Langzeitbehandlung mit Meloxicam verkürzte offenbar nicht die Lebenserwartung von Katzen mit einer bereits bestehenden, stabilen CNI, noch nicht einmal bei Katzen in den IRIS Stadien II und III.“

 

Nichtsdestotrotz gab die US Food & Drug Administration im Oktober 2010 bekannt, dass auf alle Metacam-Produkte eine „black box warning“, ein Warnverweis, angebracht werden soll, der lautet: „Warnung. Wiederholter Einsatz von Meloxicam bei Katzen wurde in Zusammenhang gebracht mit akuter Niereninsuffizienz und Tod. Geben Sie Katzen weder injizierbares noch orales Meloxicam vermehrt hintereinander, siehe Kontraindikationen, Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen für weitere Informationen.“

Meloxicam Dosierung


Es scheint, dass es insbesondere auf die Dosierung ankommt. Da in den USA die feline Form von Metacam nicht erhältlich ist, müssen die TÄ die dreimal stärkere kanine Variante einsetzen. Dabei kann es möglich sein, dass sie nicht ganz genau die korrekte Dosis verabreichen. Insbesondere dann, wenn sie es tropfenweise (Metacam hat einen Tropfaufsatz) direkt ins Maul geben, anstatt die korrekte Dosis vorher genau in mg auszurechnen. In einem Brief an amerikanische TÄ steht: „Die orale Suspension von Metacam ist in den USA nicht für den Einsatz bei Katzen lizenziert. Leider kommen Behandlungsschäden bei Katzen manchmal vor, und in den letzten fünf Jahren wurde kontinuierlich über Probleme berichtet. Die Mehrheit dieser Fälle trat jedoch durch die nicht vorschriftsmäßige Anwendung der stärker konzentrierten 1,5 mg/ml Rezeptur bei Katzen auf.“

 

Es scheint auch riskanter zu sein, wenn eine Katze nach einer Meloxicaminjektion anschließend mit der oralen Variante weiterbehandelt wird. Freedom of Information Summary (2004) von der US Food and Drug Administration warnt: „Meloxicam, wenn zuerst subkutan injiziert, und dann über weitere neun Tage oral verabreicht mit einem Dosis von > 0.3 mg/kg, wurde mit schwere Nebenwirkungen bis hin zum Tod in Verbindung gebracht.“

 

The National Office of Animal Health stellt mehr Informationen ein über die für Katzen in GB empfohlene Dosierung. Die übliche Dosis der 0,5 mg/ml Stärke des oralen Meloxicam beträgt:

  • 0,1 mg/kg Erstdosis;

  •  0,05 mg/kg alle weiteren Dosen die einmal täglich verabreicht werden;

  • the oral form should not be given after using the injectible form. die orale Variante sollte nicht verabreicht werden, wenn das Medikament zuvor bereits injiziert wurde.

The Veterinary Anesthesia and Analgesia Support Group erwähnt sogar einige noch vorsichtigere Dosierungen bei einem Langzeiteinsatz:

 

Lascelles Protocol (VAA 2007)

  • 0,1 mg/kg während der ersten 1 bis 3 Tage;

  • danach 0,025 mg/kg alle 48 bis 72 Stunden. Um eine genaue Dosierung vornehmen zu können, benötigen Sie Tuberkulin- oder Insulinspritzen ohne Nadeln. 

Robertson VCNA Protocol (SAP 2008)

  • 0,05 mg/kg am ersten Tag;
  • 0,025 mg/kg alle 24 Stunden oder weniger (titrieren Sie die geringstnötige Dosis).

Gunew et al Protocol (FMS 2008)

  • 0,01 – 0,03 mg/kg einmal täglich
  • dies ist der Behandlungsplan der o.g. Studie.

Wir setzten Metacam bei Harpsie ein. Während unserer Abwesenheit stürzte er vom Sofa, und seine Arthritis flammte akut auf. Er hatte furchtbare Schmerzen, die andere Schmerzmedikamente nicht lindern konnten (er schrie vor Schmerzen). Es half ihm sehr gut, er erlitt dadurch auch keine langfristigen Nebenwirkungen. Aber da Harpsie an PKD litt, gaben wir ihm nur die geringstmögliche Dosis und verabreichten es auch wesentlich seltener als normalerweise empfohlen wird. Er war trotzdem schmerzfrei. Einen Monat später ließen wir seine Nierenwerte überprüfen (sie waren in Ordnung). 

 

Obwohl Meloxicam ein sehr wirkungsvolles Schmerzmittel ist, würde ich es trotzdem nicht für eine Katze empfehlen, die bereits an CNI erkrankt ist. Das englische National Office of Animal Health sagt ebenfalls: „Geben Sie es nicht Tieren, die an gastrointestinalen Krankheiten leiden wie Reizungen oder Blutungen, oder deren Leber-, Herz-, Blutung- oder Nierenfunktion beeinträchtigt ist." In der Studie, Effects of non-steroidal anti-inflammatory drugs (NSAIDs) on renal function (2007) Brown S.A. State of the Art in Renal Disease in Dogs and Cats Proceedings, Vetoquinol Academia, stellt Dr. Brown jedoch auf Seite 31 fest „bei gut hydrierten und ansonsten gesunden Katzen in den IRIS Stadien I und II einer Chronischen Niereninsuffizienz (CNI), scheinen NSAIDs generell gut vertragen zu werden“. Er empfiehlt eine engmaschige Überwachung, das Vermeiden einer Austrocknung oder von zu niedrigem Blutdruck und es nicht länger als zehn Tage einzusetzen.

 

Wenn Sie sich dazu entscheiden, Meloxicam einer Katze ohne CNI zu geben, dann würde ich eine niedrigere als die empfohlene Dosierung wählen.

 

Wenn Sie sich für Meloxicam entscheiden, und Ihre Katze bekommt CNI, dann informieren Sie sich unten, was Sie tun können, und wie Sie es den Aufsichtsbehörden melden können.

 

Meloxicam kann mit ACE-Hemmern interagieren wie z.B. Benazepril (Fortekor oder Lotensin), Vasotop (Ramipril) oder Enalapril (Enacard). Verabreichen Sie daher nicht beide Medikamente ohne eine vorherige Rücksprache mit Ihrem TA. 

 

Development of an injection site sarcoma shortly after meloxicam in an unvaccinated cat (2011) Munday J. S., Banyay K., Aberdein D., French A. F., Journal of Feline Medicine & Surgery 13(12) pp988-91, berichten über eine Katze, die ein Sarkom (eine Krebsart) an der Stelle bekam, wo Meloxicam injiziert wurde. Das ist extrem selten.

 

Meloxicam Links


Effects of meloxicam on plasma iohexol clearance as a marker of glomerular filtration rate in conscious healthy cats (2009) Goodman L. A., Brown S. A., Torres B.T., Reynolds L. R. & Budsberg S. C., American Journal of Veterinary Research 70(7) pp826-30. In dieser Studie wurde die glomeruläre Filtrationsrate (eine Nierenfunktionsmessung) bei sechs gesunden Katzen vor und nach einer kurzzeitigen Therapie mit Meloxicam getestet, es wurden keine Nierenschäden gefunden.

 

Metacam Package Insert for Cats (NADA141-219) bezieht sich auf die injizierbare Form von Metacam in den USA, auf der ein „black box warning“, ein Warnverweis auf Anordnung der FDA steht, der lautet: „Warnung. Wiederholter Einsatz von Meloxicam bei Katzen wurde in Zusammenhang gebracht mit akuter Niereninsuffizienz und Tod. Geben Sie Katzen weder injizierbares noch orales Meloxicam vermehrt hintereinander, siehe Kontraindikationen, Warnungen und Vorsichtsmaßnahmen für weitere Informationen.“

 

The Metacam Professional Insert (NASA 141-213) für orale Metacam, genehmigt von der US Food and Drug Administration, hält fest (Seite 2): "als Folge einer wiederholten oralen Medikamentierung wurde über Niereninsuffizienz von Katzen berichtet".

 

Freedom of Information Summary (2004) herausgegeben von der US Food and Drug Administration - hier wird auf Seite 23 erwähnt, dass nach der Verabreichung von Metacam zur Abmilderung postoperativer Schmerzen 8,3 Prozent der Katzen in der Studie erhöhte Harnstoffspiegel hatten und 12,5 Prozent eine Anämie. Zum Vergleich traten keine Fälle erhöhter Harnstoffspiegel bei den Katzen der Studie auf, die ein anderes Schmerzmittel erhielten, obwohl 6,1 Prozent von ihnen an Anämie litten (eine mögliche Ursache für eine Anämie ist eine Entzündung. Daraus erklärt sich teilweise diese Tatsache). Die Studie kommt zu folgendem Schluss: „Meloxicam, wenn zuerst subkutan injiziert und anschließend weitere neun Tage oral in einer Dosierung von >0.3 mg/kg verabreicht, wurde mit schweren Nebenwirkungen bis hin zum Tod ASSOC

 

The American Association of Feline Practitioners stellt einige Richtlinien über den Umgang mit Metacam für amerikanische TÄ zur Verfügung.

 

Das Institut für Veterinärpharmakologie und –toxikologie Zürich weist ebenfalls auf die mögliche Gefahr des Wirkstoffes Meloxicam für Katzen hin: Hier finden Sie eine zusammenfassende Beschreibung von Metacam 0,5 mg/ml für Katzen, inklusive der Warnungen, ebenfalls veröffentlicht vom Institut für Veterinärpharmakologie und –toxikologie Zürich. Unter Interaktionen wird aufgeführt, dass Meloxicam nicht mit bestimmten anderen Medikamenten gegeben werden darf (wie Cortison oder Entwässerungsmitteln).

 

The US Food and Drug Administration verwarnte die Hersteller von Metacam 2004 wegen irreführender Behauptungen zu ihrem Produkt und des Ausschliessens wichtiger Sicherheitsinformationen.

 

The European Medicines Agency erwähnt auf Seite 36: „Setzen Sie es nicht bei Tieren ein, die an Magen-/Darmbeschwerden wie einer Reizung oder Blutung leiden oder an eingeschränkter Leber-, Herz- oder Nierenfunktion". Außerdem wird dort erklärt (Seite 103), dass Metacam bei dehydrierten Tieren vermieden werden sollte „da dann möglicherweise das Risiko einer Nierentoxizität besteht". Und es wird davor gewarnt, die orale Form von Metacam einzusetzen nachdem es per Injektion verabreicht wurde.

 

Pet Place weist darauf hin, dass bei „Meloxicam als Nebenwirkung die Nierenfunktion geschädigt werden kann, und es zu plötzlich auftretenden schweren Schäden (Papillarnekrose) führen kann".

 

Mar Vista Vet bietet ebenfalls einige Informationen über Metacam an und gibt den Rat, es nicht bei Katzen mit Nieren-, Leber- oder Herzkrankheiten einzusetzen. Ebenso wenig bei Katzen, die ausgetrocknet sind oder Magengeschwüre haben. It does, however, also mention that meloxicam may be of some use for certain inoperable cancers.

 

Provet hat einige Warnungen vor dem Einsatz von Metacam.

 

Metacam UK ist die britische Website des Herstellers über den Einsatz von Metacam bei Hunden. Dort wird erwähnt, dass das Medikament kürzlich zugelassen wurde als Dauermedikation für Katzen. Aber es werden nur sehr wenige Informationen dazu angeboten.

 

Metacam USA ist die amerikanische Website des Herstellers über den Einsatz von Metacam bei Hunden.

 

Was tun, wenn Nebenwirkungen durch Meloxicam auftreten


Wenn Sie glauben, dass Ihre Katze aufgrund einer Metacambehandlung eine Niereninsuffizienz bekommen hat, dann sollten Sie das den Herstellern mitteilen. Die Nummer, die Sie in den USA anwählen sollten, lautet 1-866-METACAM (638-2226). Vermutlich werden Sie dann mit Dr. Carey oder Dr. Grubb sprechen, die dann zusammen mit Ihrem TA einen Behandlungsplan ausarbeiten werden. If you are in Canada, the contact number is 1-800-325-9167 but the manufacturer will only speak to vets.

 

Die meisten Katzen, die aufgrund einer Metacambehandlung an Niereninsuffizienz erkranken, leiden an einer Akuten Niereninsuffizienz (ANI), und ihre Blutwerte können extrem hoch sein. Kreatinin liegt dann häufig im hohen Zehnerbereich (mg/dl). Geben Sie aber die Hoffnung nicht auf! Akute Niereninsuffizienz ist schwierig zu behandeln, aber nicht unmöglich: Durch einen aggressiven Behandlungsplan sollten die Werte in den meisten Fällen dramatisch absinken. In einigen Fällen kommt es sogar wieder zu einer völligen Genesung. Der Hersteller hat einer Betroffenen gesagt, dass sogar 77 Prozent der Katzen, die durch Metacam eine Nierenschädigung erlitten, durch eine sofortige und richtige Behandlung sich wieder erholen. Also entscheiden Sie sich nicht sofort für eine Einschläferung. Wenn ich das richtig verstanden habe, geht der Hersteller jedoch davon aus, dass ein Kreatininwert mit einer 3 vor dem Komma als gesundheitlich stabil zu betrachten ist. Und obwohl das kein kritischer Wert ist oder gar eine Grundlage zur Euthanasie, weist es doch darauf hin, dass ein bleibender Nierenschaden vorhanden ist.

 

Der vom Hersteller häufig empfohlene Behandlungsplan besteht aus vier bis fünf Tagen in einer Klinik am intravenösen Tropf, gefolgt von vier bis sechs Wochen subkutaner Infusionen zu Hause. Aber sprechen Sie mit ihnen wenn Sie sich in den USA befinden und erkundigen Sie sich, was sie für Ihre Katze vorschlagen. Ich würde Ihnen außerdem empfehlen, dass Sie den Hersteller um die Übernahme der Behandlungskosten bitten. Ich weiß, dass sie das bei einigen Menschen getan haben, auch wenn sie nicht unbedingt die vollen Kosten übernommen haben. Es sieht so aus, als würden sie aber mehr bezahlen, wenn Ihr TA dort anruft.

 

Wenn Sie in den USA leben, dann sollten Sie den Vorfall auch der Food & Drug Administration melden. Offenbar sind die Hersteller nicht dazu verpflichtet, auftretende Fälle von Niereninsuffizienz der FDA zu melden, da eine mögliche Niereninsuffizienz bereits als Nebenwirkung auf der Information in der Packungsbeilage steht (beachten Sie den zweiten Link oben). Ich denke, es ist sehr wichtig, dass die FDA über alle auftretenden Probleme umfassend informiert wird. FDA Consumer Complaints Co-ordinator – dort finden Sie die Ansprechpartner der einzelnen Bundesstaaten aufgelistet.

 

If you are in Canada, you should report it to the Veterinary Drugs Directorate.

 

Wenn Sie in GB leben, dann sollten Sie es Veterinary Medicines Directorate melden.

 

In Deutschland ist es das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die entsprechende Abteilung lautet Pharmakovigilanz - Instrument zur Überwachung und Betreuung von Tierarzneimitteln. Dort finden Sie auch den Link zum Meldeformular.

 

Swissmedic ist die schweizerische Überwachungsbehörde für Arzneimittel und Medizinprodukte. Eine Meldung über unerwünschte Arzneimittelwirkungen können Sie hier abgeben.

 

AGES PharmMed in Wien ist die österreichische Überwachungsbehörde.

 

Andere Schmerzmedikamente


 

Gabapentin


Gabapentin ist ein Antiepileptikum (es wird eingesetzt, um Anfälle zu verhindern), aber es kann auch hilfreich bei Schmerzen sein, insbesondere bei arthritischen oder neuropathischen Schmerzen.  Eine mögliche Nebenwirkung ist eine Sedierung. Es könnte riskant sein einer Katze ein Antiepileptikum zu geben, die nie einen Krampfanfall hatte.

 

Gabapentin wird über die Nieren ausgeschieden, daher sollten CNI-Patienten eine niedrigere Dosis bekommen, außerdem müssen sie genau überwacht werden solange sie unter diese Medikament bekommen. Gabapentin darf nicht plötzlich abgesetzt werden, sondern muss langsam ausgeschlichen werden.

 

Mar Vista Vet bietet einige Informationen über Gabapentin an.

 

Paracetamol/Acetaminophen


Paracetamol (Europa) oder Acetaminophen /Tylenol (USA) ist für Katzen giftig, mit einer nur sehr geringen Sicherheitsspanne. Daher können selbst minimale Dosen bereits extrem gefährlich sein. Bitte geben Sie Ihrer Katze niemals Paracetamol/Acetaminophen.

 

Die Züricher Datenbank stellt in „Klinische Toxikologie“ Informationen über die Gefährlichkeit von Paracetamol für Kleintiere zur Verfügung.

 

Die Tierklinik Tholen beschreibt die Auswirkung von Paracetamol auf Katzen.

Tylenol (acetaminophen) toxicosis in cats (1998) ist ein Artikel des Indiana Animal Disease Diagnostic Laboratory.

 

The 10 most common toxicoses in cats (2006) Merola V & E Dunayer Veterinary Medicine June 2006 pp339-342 führt Acetaminophen an achter Stelle auf.

 

 

 

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Diese Seite zuletzt überarbeitet: 26. Juni 2014

Links auf dieser Seite zuletzt überprüft: 27. April 2012

 

   

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Ich habe mich sehr bemüht sicherzustellen, dass alle Informationen auf dieser Website richtig sind. Aber ich bin KEIN Tierarzt, nur eine ganz normale Person, die mit drei ihrer Katzen chronische Nierenerkrankungen durchlebt hat.

Diese Website dient nur Informationszwecken und nicht dazu, Diagnosen zu erstellen oder eine Katze zu behandeln. Bevor Sie irgendeine der hier beschriebenen Behandlungsmaßnahmen ausprobieren, MÜSSEN Sie einen Tierarzt aufsuchen und sich professionellen Rat für die richtige Behandlung Ihrer Katze holen und ihre individuellen Anforderungen. Sie sollten auch keine der hier beschriebenen Behandlungsarten ohne Kenntnis und Zustimmung Ihres TA einsetzen.

 

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