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Überblick


  • Ein Mangel an roten Blutkörperchen im Körper wird als Anämie bezeichnet.

  • Da eine Anämie bei CNE-Katzen häufig auftritt, ist es wichtig, dass Sie darauf vorbereitet sind, um schnell reagieren zu können.

  • Eine unbehandelte Anämie kann eine Katze erheblich schneller töten als CNE. Eine schwer anämische Katze erweckt einen sehr kranken Eindruck, glücklicherweise ist das sehr gut behandelbar, daher geben Sie bitte die Hoffnung nicht auf.

  • Es lohnt sich, die Anämie einer CNE-Katze zu behandeln, das University College of Veterinary Medicine stellt fest: „Eine Anämie ist bei Katzen kein Indikator für eine schlechte Prognose, die meisten leben trotz Anämie noch über 300 Tage.“ Einige Katzen, die gut eingestellt sind, leben sogar noch sehr viel länger.


Was ist eine Anämie?


 

Eine Anämie ist ein Mangel an roten Blutkörperchen im Körper. Es ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, das viele Ursachen haben kann. Das Knochenmark stellt die roten Blutkörperchen her und entlässt sie dann in den Blutstrom. Ein Bestandteil ist das Protein Hämoglobin, dessen Aufgabe der Sauerstofftransport durch den Körper ist. Bei einer Anämie sind nicht mehr genug rote Blutkörperchen vorhanden, um alle Körperzellen mit dem benötigten Sauerstoff zu versorgen, dadurch kann der Körper seinen Aufgaben nicht mehr ausreichend nachkommen.

 

Es gibt zwei Arten von Anämie: die regenerative und die nicht-regenerative. Sinkt die Anzahl der roten Blutkörperchen im Körper, antwortet das Knochenmark darauf normalerweise mit einer Produktionserhöhung.

  • Regenerative Anämie: vermehrter Verlust.

    Das Knochenmark produziert noch rote Blutkörperchen, aber sie gehen entweder schneller als normalerweise verloren oder schneller zugrunde.

     

  • Non-regenerative Anämie: wenig oder gar keine Produktion mehr

    Das Knochenmark stellt keine neuen roten Blutkörperchen mehr her.

Bei Katzen ist die nicht-regenerative Anämie häufiger als die regenerative.

 

International Cat Care erklärt, warum Katzen anfälliger für eine Anämie sind: „Die Überlebenszeit ihrer roten Blutkörperchen ist kürzer (um die 70 Tage) als die vieler anderer Spezies (ungefähr 110 bis 120 Tage bei Hunden und Menschen). Daher ist ihr Grundumsatz an roten Blutkörperchen höher, und eine Anämie entwickelt sich schneller bei einer Produktionsstörung.“

 

Eine unbehandelte Anämie kann eine Katze erheblich schneller töten als die CNE. Eine stark anämische Katze macht einen schwerstkranken Eindruck, aber glücklicherweise ist sie sehr gut behandelbar, also geben Sie bitte die Hoffnung nicht auf. Das University College of Veterinary Medicine sagt: „Eine Anämie ist bei Katzen kein Indikator für eine schlechte Prognose, die meisten leben trotz Anämie noch über 300 Tage.“ Analyzing feline anemia (2006) Lewis H. B., Banfield July/Aug pp18-23 fand heraus, dass 68 Prozent der Katzen zwischen drei und acht Jahren und 49 Prozent der Katzen über acht Jahren ein Jahr nach der Diagnose einer Anämie immer noch lebten, und das trotz der Tatsache, dass manche dieser Katzen an Anämieformen litten, deren Behandlung eine echte Herausforderung ist. 

 

Eine Behandlung der Anämie ist nicht nur Lebensverlängerung, sondern auch Lebensqualität, denn der Unterschied im Verhalten einer Katze und ihrem Wohlbefinden ist oft erstaunlich, wenn die Anämie unter Kontrolle gebracht wurde. Und die Behandlungsmaßnahmen funktionieren, auch wenn es etwas dauert, bis sie Wirkung zeigen (ungefähr zwei Wochen, außer bei Bluttransfusionen, die wirken sofort). Daher würde ich Ihnen raten, die Anämie mindestens zwei Wochen lang zu behandeln, bevor Sie sich für eine Euthanasie entscheiden.

 

Blut und Blutbildung ist ein laienverständlich geschriebener Artikel.

Laboklin stellt einen Leitfaden: „Anämien bei Hund und Katze“ zur Verfügung.

How Stuff Works ist ein gut verständlicher Artikel über die Entstehung von Blutzellen.

Understanding anaemia ist ein Auszug aus einem Buch von Ed Uthman.

Pet Place zeigt einen Überblick über Katzenanämie (sie müssen sich nicht anmelden, klicken Sie einfach auf „close“ unten).

 


Warum eine Anämie bei CNE-Katzen auftritt


 

Bei jeder Katze kann eine Anämie auftreten, aber es gibt eine Reihe von CNE-verwandte Gründen, warum dies passieren kann. Deswegen steht in Anaemia of renal disease: what is it, what to do and what's new (2011) Chalhoub S., Langston C. & Eatroff A., Journal of Feline Medicine & Surgery 13(9) pp629-40 steht: "Schätzungsweise entwickeln 30 bis 65 Prozent aller CNE-Katzen eine Anämie, wenn ihre Krankheit weiter voranschreitet.“

 

Managing anemia in patients with chronic kidney disease (2011) Chalhoub S., Langston C. E., Veterinary Medicine May 2011  beschreibt die Ursachen einer Anämie bei CNE-Katzen detaillierter.

 

Cornell University College of Veterinary Medicine erklärt mehr zu den Gründen einer Anämie bei CNE (scrollen Sie runter bis „Chronic Kidney Disease).

 

Die Hauptursachen einer Anämie bei CNE-Katzen sind:

 

Erythropoetinmangel


Der Hauptursache einer Anämie bei CNE-Katzen ist der Mangel an einem Hormon namens Erythropoetin. Erythropoetin wird von den Nieren hergestellt und regt das Knochenmark zur Blutzellenproduktion an. Dieser Vorgang heißt „Erythropoese“.

 

Schreitet die Nierenerkrankung weiter voran, können die Nieren irgendwann nicht mehr genug Erythropoetin herstellen. Als Folge wird das Knochenmark nicht mehr zur Produktion roter Blutzellen stimuliert und eine nicht-regenerative Anämie entsteht.

 

Urämie


Eine der Hauptaufgaben der Nieren ist die Regulierung und Entfernung von Abfallprodukten aus dem Körper. Beim Voranschreiten der CNE können die Nieren diese Aufgaben nicht mehr ausreichend erfüllen, und die Giftstoffe reichern sich im Blut an. Das nennt man „Urämie“.

 

Die Urämie kann eine ganze Reihe negativer Auswirkungen auf den Körper haben, und einige davon tragen auch zu einer Anämie bei. Zum Beispiel verringert sich durch einen Sekundären Hyperparathyreoidismus die Erythropoese. Urämische Gifte wie die Parathormone werden nicht mehr effektiv genug von den kranken Nieren ausgeschieden und wirken sich ebenfalls negativ auf die Erythropoese aus. In Role of secondary hyperparathyroidism in erythropoietin resistance of chronic renal failure patients (2002) Drücke T. B. & Eckardt K.-U., Nephrology Dialysis Transplantation 17Supp.5 pp17-21 wird das erwähnt, dort steht aber auch, dass der Einfluss geringer ist als der eines Eisenmangels oder einer Entzündung.

 

Selbst wenn eine Katze noch rote Blutkörperchen herstellen kann, beträgt deren Lebenszeit bei gesunden Katzen 70 bis 80 Tage, bei CNE-Katzen jedoch nur noch ungefähr die Hälfte dieses Zeitraums. Managing anemia in patients with chronic kidney disease (2011) Chalhoub S., Langston C. E., Veterinary Medicine May 2011 sagt „Ein noch unbekanntes urämisches Toxin wird verdächtigt, die Lebensdauer der roten Blutzellen zu beeinträchtigen.“

 

Eine Urämie kann außerdem bei Magen-Darm-Blutungen eine Rolle spielen, die wiederum eine Anämie verursachen oder verschlechtern können. Managing anemia in patients with chronic kidney disease (2011) Chalhoub S., Langston C. E., Veterinary Medicine May 2011 schreiben dazu: "CNE und Urämie erhöhen das Risiko gastrointestinaler Blutungen bei Tieren mit daraus folgendem Blutverlust.“

 

Vitamin B-Mangel


Anaemia of renal disease: what is it, what to do and what's new (2011) Chalhoub S., Langston C. & Eatroff A., Journal of Feline Medicine & Surgery 13(9) pp629-40 betonen: „Für die Erythropoese sind mehrere B-Vitamine nötig. Dazu gehören Cobalamin (B12), Folsäure (B9), Niacin (B3) und Pyridoxin (B6). Ein Mangel an diesen Vitaminen kann zu einer Verschlimmerung der Anämie führen und eine Erythropoetin-Resistenz verschärfen.“

 

Vitamin B-Mangelerscheinungen treten bei CNE-Katzen häufig auf, denn durch den vermehrten Urinabsatz werden die wasserlöslichen B-Vitamine mit ausgeschwemmt, das führt zu einer nicht-regenerativen Anämie.

 

Der Einsatz von ACE-Hemmern oder ARB


Diese Medikamente werden bei CNE-Katzen mit einer Proteinurie sehr häufig eingesetzt. Aber sie können möglicherweise die Anämie in einigen Katzen verschlimmern. Anaemia of renal disease: what is it, what to do and what's new (2011) Chalhoub S., Langston C. & Eatroff A.,Journal of Feline Medicine & Surgery 13(9) pp629-40 steht: „Angiotensin-Converting-Enzyme (ACE)-Hemmer stehen in Verdacht, sowohl die Angiotensin-II-induzierte Freisetzung von Erythropoetin zu verringern, als auch die pluripotente hemopoietische Stammzellenrekrutierung zu verhindern.“

 

Eisenmangel


Rote Blutkörperchen enthalten das Protein Hämoglobin, das für den Sauerstofftransport im Körper zuständig ist. Zur Bildung des Hämoglobins wird Eisen benötigt. Bei einer Katze mit niedrigem Eisenspiegel haben die roten Blutkörperchen daher große Mühe, neue rote Blutzellen herzustellen, daraus kann sich eine sogenannte Eisenmangelanämie entwickeln.

 

Diese Anämieart kann sowohl regenerativ als auch nicht-regenerativ sein. Das Cornell University College of Veterinary Medicine sagt: „Normalerweise tritt ein Eisenmangel bei erwachsenen Tieren durch chronischen Blutverlust auf.“ Dort steht weiter: „Dauert der Blutverlust an, erschöpfen sich die Eisenvorräte des Körpers. Enthält dann die Nahrung nicht genug Eisen, um den Bedarf einer erhöhten Blutzellproduktion zu decken, ist der Eisenmangel ein einschränkendes Hindernis und verringert eine effektive Erythropoese.“

 

Liegen bei der Katze dann noch andere Erkrankungen vor, die zu einer Anämie beitragen, wie z.B. Infektionen, die den Körper dazu veranlassen, das Eisen zu sequestrieren (verstecken) (siehe unten), ist es wahrscheinlicher, dass die Eisenmangelanämie nicht-regenerativ ist.

 


Andere Ursachen einer Anämie


 

Es gibt noch eine ganze Reihe anderer möglicher Ursachen für eine Anämie, und es können durchaus mehrere davon zusammen auftreten. Beispiel: Eine CNE-Katze hat eine Anämie aufgrund eines Erythropoetinmangels, außerdem kommt noch eine Harnwegsinfektion dazu, die ebenfalls zur Anämie beiträgt. Sie und Ihr TA sollten daher nicht automatisch davon ausgehen, dass die Anämie Ihrer Katze alleine durch einen Erythropoetinmangel ausgelöst wird, denn es ist möglich, dass eine andere oder noch eine zusätzliche Behandlung nötig ist, immer abhängig von der Ursache.

 

Katzeninfo bietet einen gut verständlichen Text zu Anämie bei Katzen an.

 

Feline anaemias: a diagnostic challenge (2002) ist eine Studie über verschiedene Ursachen von Anämien, vorgestellt auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress Dr. Urs Giger.

Basic approach to anaemia diagnosis (2005) ist eine Studie über verschiedene Ursachen von Anämien, vorgestellt auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress von Harold Tvedten.

Feline non-regenerative anemia: pathophysiology and etiologies (2009) White C., & Reine N., Compendium: Continuing Education for Veterinarians 31(7) ppE1-E7 bietet einen Überblick über die verschiedenen Ursachen einer nicht-regenerativen Anämie an.

Merck Veterinary Manual erklärt Anämie in einer zwar sehr wissenschaftlichen aber informativen Art und Weise.

Cornell University College of Veterinary Medicine klärt über die verschiedenen Ursachen von Anämien auf.

 


Nicht-Regenerative Anämien


Fällt die Anzahl der roten Blutkörperchen, sollte das Knochenmark beginnen, neue herzustellen. Bei einer nicht-regenerativen Anämie findet diese Reaktion aber nicht statt, das Knochenmark reagiert nicht. Bei Katzen tritt eine nicht-regenerative Anämie öfter auf als eine regenerative.

 

Entzündung oder Infektion


Häufig ist auch eine Entzündung die Ursache einer Anämie, insbesondere bei Katzen mit chronischen Erkrankungen wie einer CNE. In dem Artikel Iron status of cats with chronic kidney disease (2015) Gest J., Langston C. & Eatroff A., Journal of Veterinary Internal Medicine 29 pp1489-1493 steht: „Es ist interessant, dass die TIBC (Bindungskapazität des Gesamteisens) bei Entzündungen signifikant niedriger ist. Da die TIBC bei Katzen mit CNE im Vergleich zu gesunden Katzen auch signifikant niedriger ist, bedeutet diese Studie, dass bei dieser Gruppe von CNE-Katzen Entzündungen vorlagen.“ Anämien treten auch bei krebskranken Katzen häufig auf oder bei der entzündlichen Darmerkrankung inflammatory bowel disease (IBD).

 

Auch Infektionen können zu einer nicht-regenerativen Anämie führen. Zum Teil aufgrund der damit verbundenen Entzündung, zum Teil beruht es auf der Art und Weise, wie der Körper mit bakteriellen Infektionen generell umgeht. Bakterien ernähren sich von Eisen. Hat eine Katze daher eine Infektion, dann sequestriert der Körper das Eisen (d.h., das Eisen wird im Körper weggesperrt statt im Blutstrom belassen). Da Eisen für die Blutzellproduktion notwendig ist, entsteht daher eine Eisenmangelanämie. Iron metabolism in pathogenic bacteria (2000) Ratledge C. & Dover L. G., Annual Review of Microbiology 54 pp881-941 geben weitere Erklärungen dazu.

 

Wenn das der einzige Grund ist, warum Ihre Katze an einer Anämie leidet und Sie bekommen den Auslöser der Infektion oder Entzündung in den Griff, kann sich die Anämie wieder verbessern oder sogar völlig verschwinden. Einer meiner Kater (der nicht an CNE erkrankt war) neigte zu Pyelonephritis (Nierenbeckenentzündung). Jedesmal, wenn er eine Pyelonephritis bekam, wurde er anämisch. Sobald die Infektion erfolgreich mit Antibiotika bekämpft worden war, verschwand die Anämie auch ohne weitere Behandlungen wieder.

 

Anemia of inflammation and chronic disease ist ein Artikel des  National Institute of Diabetes and Digestive and Kidney Diseases über diese Probleme bei Menschen.

DocCheckFlexicon stellt Informationen aus dem Humanbereich unter dem Titel „Anämie bei chronischer Erkrankung“ zur Verfügung.

MedizinInfo bietet auch Informationen an.

 

Gastrointestinale Blutungen


Wie oben beschrieben, können durch urämische Gifte verursachte gastrointestinale Blutungen zur Entwicklung einer nicht-regenerativen Anämie mit beitragen.

 

Gastrointestinale Blutungen können auch aus anderen Gründen auftreten. In diesem Fall ist die Anämie regenerativ, zumindest anfangs. Das Cornell University College of Veterinary Medicine schreibt: „Chronischer externer Blutverlust, insbesondere, wenn er langsam oder intermittierend auftritt, führt zu einer sich langsam entwickelnden Anämie, die anfangs regenerativ ist (erhöhte Retikulozytenzählung). Hält der Blutverlust lange genug an und entleert die Eisenspeicher, und ist die Eisenaufnahme aus der Nahrung nicht ausreichend, um den durch die vermehrte Produktion roter Blutkörperchen erhöhten Eisenbedarf genügend sicherzustellen, wird Eisen zum limitierenden Faktor und die effektive Erythropoese verringert.“

 

Akute gastrointestinale Blutungen führen meistens schnell zu einer Anämie im Gegensatz zum Erythropoetinmangel, wo sie sich meistens langsam entwickelt.  Fällt daher der HKT-Spiegel (eine Anämie-Maßeinheit, siehe unten) plötzlich ab, dann achten Sie darauf, dass Ihr TA auch gastrointestinale Blutungen als mögliche Ursache mit ins Kalkül zieht.

 


Regenerative Anämien


 

Bei einer regenerativen Anämie werden im Knochenmark ganz normal neue rote Blutkörperchen gebildet, aber aus irgendeinem Grund gehen sie verloren oder sterben schneller als sie sollten. Es gibt verschiedene Arten regenerativer Anämien. Manchmal werden sie in folgende Gruppen aufgeteilt:

  • Hämorrhagisch: die roten Blutkörperchen gehen durch Blutverlust verloren

  • Hämolytisch: die roten Blutkörperchen im Blutstrom werden zerstört

Abgesehen von den unten erwähnten Anämietests kann die Bestimmung von Totalprotein (Gesamteiweiß) Ihren TA bei der Suche unterstützen, welche Art von regenerativer Anämie am wahrscheinlichsten ist, denn bei Blutverlust fällt Gesamteiweiß oft ab.

 

Flöhe


Ein schwerer Flohbefall kann eine Anämie durch Blutverlust verursachen, insbesondere bei Welpen, denn Flöhe trinken Blut. Bei Mar Vista Vet finden Sie mehr Informationen dazu.

 

Flöhe können auch die Ursache für eine feline infektiöse Anämie sein.

 

Weitere Informationen auf Deutsch finden Sie bei Tierarztpraxis Nidderau.

 

Gastrointestinale Blutungen


Wie oben beschrieben, können durch urämische Gifte verursachte gastrointestinale Blutungen zur Entwicklung einer nicht-regenerativen Anämie mit beitragen.

 

Gastrointestinale Blutungen können auch aus anderen Gründen auftreten. In diesem Fall ist die Anämie regenerativ, zumindest anfangs. Das Cornell University College of Veterinary Medicine schreibt: „Chronischer externer Blutverlust, insbesondere, wenn er langsam oder intermittierend auftritt, führt zu einer sich langsam entwickelnden Anämie, die anfangs regenerativ ist (erhöhte Retikulozytenzählung). Hält der Blutverlust lange genug an und entleert die Eisenspeicher, und ist die Eisenaufnahme aus der Nahrung nicht ausreichend, um den durch die vermehrte Produktion roter Blutkörperchen erhöhten Eisenbedarf genügend sicherzustellen, wird Eisen zum limitierenden Faktor und die effektive Erythropoese verringert.“

 

Akute gastrointestinale Blutungen führen meistens schnell zu einer Anämie im Gegensatz zum Erythropoetinmangel, wo sie sich meistens langsam entwickelt.  Fällt daher der HKT-Spiegel (eine Anämie-Maßeinheit, siehe unten) plötzlich ab, dann achten Sie darauf, dass Ihr TA auch gastrointestinale Blutungen als mögliche Ursache mit ins Kalkül zieht.

 

Eisenmangel


Rote Blutkörperchen enthalten ein Protein namens Hämoglobin, das für den Sauerstofftransport im Körper zuständig ist. Zur Bildung des Hämoglobin wird Eisen benötigt. Bei einer Katze mit niedrigem Eisenspiegel haben die roten Blutkörperchen große Mühe, neue rote Blutzellen herstellen zu können, daraus kann sich eine sogenannte Eisenmangelanämie entwickeln.

 

Diese Anämieart kann sowohl regenerativ als auch nicht-regenerativ sein. Cornell University College of Veterinary Medicine sagt: „Normalerweise tritt ein Eisenmangel bei erwachsenen Tieren durch chronischen Blutverlust auf.“ Dort steht weiter: „Wenn der Blutverlust andauert, werden die Eisenvorräte des Körpers erschöpft. Enthält dann die Nahrung nicht genug Eisen, um den Bedarf bei einer erhöhten Blutzellproduktion zu decken, stellt der Eisenmangel ein einschränkendes Hindernis dar und verringert eine effektive Erythropoese.“

 

Liegen bei der Katzen dann noch andere Erkrankungen vor, die zu einer Anämie beitragen, wie z.B. Infektionen, die den Körper dazu veranlassen, das Eisen zu sequestrieren (verstecken) (siehe unten), ist es wahrscheinlicher, dass die Eisenmangelanämie nicht-regenerativ ist.

 

Durch Medikamente ausgelöste Anämien


 

Methimazol gegen Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreoidismus)


Bei Katzen mit einer Schilddrüsenüberfunktion kann es bei einer Behandlung mit Methimazol in seltenen Fällen zu einer Anämie kommen. Wenn, dann passiert das meistens innerhalb der ersten drei Monate. Nach Absetzen des Medikaments verschwindet das Problem normalerweise wieder innerhalb von zwei Wochen.

 

Can methimazole cause anemia in hyperthyroid cats? (2013) Peterson M. E.  schreibt mehr zu diesem Problem.

 

Auch in der Züricher Datenbank wird erwähnt, dass Methimazol in seltenen Fällen zu einer hämolytischen Anämie führen kann.

 

Aluminiumhydroxidvergiftung


Wenn Sie Aluminiumhydroxid als Phosphatbinder einsetzen, kann das in seltenen Fällen zu eine Aluminiumvergiftung führen, die wiederum eine Anämie auslösen kann.

 

Ein mögliches Früherkennungszeichen einer Aluminiumvergiftung ist eine Veränderung des MCV. Diese Maßeinheit bestimmt die Größe der roten Blutkörperchen. Ist MCV bei Ihrer Katze niedrig (das nennt man Mikrozytose), bedeutet das, die roten Blutkörperchen sind kleiner als normal. Das kann sowohl ein Eisenmangel sein als auch ein mögliches Anzeichen für eine Aluminiumvergiftung. Dieses Phänomen tritt normalerweise auf, bevor physische Symptome zu sehen sind. Achten Sie daher darauf, den MCV-Wert Ihrer Katze zu überwachen, wenn Sie Aluminiumhydroxid einsetzen.

 

Convenia (Cefovecin)


Convenia ist ein Antibiotikum der Cephalosporinklasse. Es wird injiziert und ist in den USA zur Behandlung von Hautinfektionen bei Hunden und Katzen zugelassen, außerdem bei Harnwegsinfektionen von Hunden. In Europa ebenfalls, aber zusätzlich auch noch für Harnwegsinfektionen bei Katzen.

 

In seltenen Fällen können Antibiotika dieser Klasse, einschließlich Convenia, eine hämolytische Anämie verurachen.

 

Oxidative Schäden: Zwiebeln oder Knoblauch


Zwiebeln oder Knoblauch im Futter können bei Katzen eine ganz spezifische hämolytische Anämie verursachen, die sogenannte „Heinz Antikörperanämie“

 

Feline Infektiöse Anämie (FIA): Hämotrope Mykoplasmen (Hämobartonellen)


Die häufigste Ursache einer Anämie bei sonst gesunden Katzen ist die feline infektiöse Anämie. Sie wird von ansteckenden Erregern namens hämotrope Mykoplasmen verursacht. Eine Variante davon ist „mycoplasma haemofelis“ (früher bekannt unter dem Namen feline Hämobartonellen). Sie heften sich an die roten Blutkörperchen von Katzen, deren Immunsystem versucht, sie zu zerstören, dabei werden auch die eigenen roten Blutkörperchen zerstört. Kann der Körper dann nicht schnell genug neue rote Blutkörperchen bilden, bekommt die Katze eine Anämie.

 

Übertragen werden sie durch Parasiten, normalerweise Flöhe. Leider zeigen sie sich nicht immer in Tests. Neuere PCR-Tests sind verlässlicher beim Nachweis dieser infektiösen Erreger, aber es dauert, bis das Ergebnis vorliegt.

 

Durch FIA können Katzen sehr krank werden, daher behandeln manche TÄ selbst dann, wenn die Tests negativ sind oder auf sich warten lassen. Die übliche Behandlung ist ein Antibiotikum namens Doxycyclin, das über einen Zeitraum von drei bis vier Wochen verabreicht wird, manchmal werden zusätzlich noch Kortikosteroide benötigt. Ist die Katze schwer anämisch, kann auch eine Bluttransfusion erforderlich sein.

 

Laboklin stellt eine Erklärung auf Deutsch zur Verfügung.

Katzeninfo bietent auch eine deutsche Information an.

Bei Pet Place finden Sie mehr Informationen darüber.

Mar Vista Vet hat einige gute und detaillierte Informationen über FIA.

Effectively treating cats with FHM (2006) Fazio K. A., Banfield pp36-42 gibt Informationen über Behandlungsmöglichkeiten.

 

Immunvermittelte Hämolytische Anämie (IMHA)


Die immunvermittelte hämolytische Anämie entsteht durch eine Autoimmunreaktion. Der Katzenkörper zerstört dabei die eigenen roten Blutzellen, das führt zu einer schweren Anämie, die auch noch schwer behandelbar ist. Die hauptsächlichen Ursachen sind eine Mycoplasma haemofelis Infektion (siehe FIA oben) und die feline Leukämie.

 

Mögliche Behandlungsmaßnahmen sind Kortikosteroide  und Cyclosporine, aber auch Bluttransfusionen sind häufig erforderlich, vorzugsweise wird dabei statt des ganzen Blutes eine Erythrozytenkonzentration verabreicht. In Immune mediated hemolytic anemia: can we beat this disease (2011) Mineo H., Veterinary Medicine sind weitere Behandlungsmöglichkeiten erklärt.

 

Laboklin bietet einen fachlichen Überblick über immunvermittelte Anämien auf Deutsch an.

Veterinary Partner bietet einen Überblick über IMHA an.

IMHA: diagnosing and treating a complex disease (2008) Shaw N & Harrell K Veterinary Medicine informiert über IMHA.

Diagnosis of immune-mediated hemolytic anemia (2013) Archer T & Mackin A Today's Veterinary Practice 3(4) pp32-36 diskutiert die Diagnose von IMHA.

Management of immune-mediated hemolytic anemia: a common hematologic disorder in dogs and cats (2014) Archer T & Mackin A Today's Veterinary Practice 4(2) pp41-46 diskutiert die Behandlung von IMHA.

Feline non-regenerative immune-mediated anaemia: features and outcome in 15 cases (2016) Black V., Adamantos S., Barfield D. & Tasker S., Journal of Feline Medicine & Surgery 18(8) pp597-602 beschreibt, welche Behandlungsmethoden sich als am wirksamsten herausgestellt haben.

 

Hypophosphatämie (erniedrigter Phosphatspiegel)


Hypophosphatämie (erniedrigter Phosphatspiegel im Blut) kann eine hämolytische Anämie auslösen lt. Immune mediated hemolytic anemia: can we beat this disease (2011) Mineo H., Veterinary Medicine. The Merck Veterinary Manual schreibt, dass das normalerweise als „Begleiterscheinung bei Diabetes, hepatischer Lipidose und dem Refeeding-Syndrom auftritt“.

 

Erniedrigte Phosphatspiegel sind bei CNE-Katzen sehr selten, sie neigen vielmehr zu erhöhten Phosphatspiegeln.

 

Erythrozyten-Pyruvatkinase-Mangelanämie (PK Mangel)


Abessinier, Somali and Bengalkatzen können diese genetische Form einer Anämie bekommen. The Veterinary Genetics Laboratory at the University of California at Davis bietet dazu einige Informationen an. Einen deutschen Text finden Sie dazu bei Katzenfreunde Norddeutschland

 

Die Interessengemeinschaft Herzgesunde Katze bittet um Teilnahme an einer Studie zu PK-Defizienz bei Maine Coon und Norwegischen Waldkatzen, um diesen Gendefekt bei diesen, aber auch einer Reihe anderer Rassen, nicht weiter zu verbreiten.

 


Symptome und Risiken einer Anämie


 

Es kann so aussehen, als sei die Anämie Ihrer Katze plötzlich aufgetreten. Das ist bei einer Katze mit gastrointestinalen Blutungen auch möglich. Üblicherweise entwickelt sie sich jedoch bei einem Erythropoetinmangel nach und nach, dadurch passt sich der Katzenkörper diesem Mangel an, und die Katze zeigt häufig erst dann Symptome, wenn die Anämie bereits relativ weit fortgeschritten ist.

 

Schwer anämische Katzen sehen häufig schwerstkrank aus, und sie benehmen sich auch so. Mein Thomas konnte die Treppen nicht mehr nach unten steigen und schon der kurze Weg zum Katzenklo bedeutete für ihn eine heftige Anstrengung. Glücklicherweise ist eine Anämie meistens behandelbar.

 

Folgende Symptome können auftreten:

Atemlosigkeit


Aufgrund des Mangels an roten Blutkörperchen, die den ganzen Körper mit Sauerstoff versorgen, ist auch in den Körpergeweben zuwenig Sauerstoff. Daher atmet die Katze öfter und tiefer, um mehr Sauerstoff aufzunehmen.

 

Schwäche


Auch sie wird durch einen Sauerstoffmangel im Gewebe verursacht, denn die Zellen können dadurch nicht mehr ausreichend funktionieren.

 

Katzenstreu fressen oder an Beton lecken


Ein häufig auftretendes Symptom, das Sie vielleicht gar nicht in Zusammenhang mit einer Anämie bringen, ist das Fressen von Katzenstreu oder Ablecken von Steinen oder Beton. Einige Katzen fressen auch Eis, Schnee oder Erde. Viele TÄ wissen gar nicht, dass dieses Verhalten auf eine Anämie hinweisen kann. Aber ich höre das sehr oft. Werden dann die Blutwerte überprüft, ist so gut wie immer eine Anämie vorhanden. Sehr selten ist das Fressen von Katzenstreu oder Ablecken von Steinen oder Beton stattdessen das Anzeichen eines Kalziumungleichgewichts. Aber wo auch immer die Ursache liegt: Wenn Sie dieses Symptom bei Ihrer Katze bemerken, gehen Sie mit ihr zum TA.

 

Das Problem wird hoffentlich verschwinden, sobald die Anämie unter Kontrolle ist. In der Zwischenzeit weichen Sie bitte auf ein nicht-klumpendes Katzenstreu aus Papier, Korn oder Holz aus.

 

Feline compulsive behavior (2005) Moon-Fanelli A., erwähnt, dass das Fressen von Katzenstreu das Symptom einer Anämie sein kann.

Pet Place beschreibt den Fall einer anämischen Katze, die Streu fraß.

The Mayo Clinic schreibt, dass das Fressen von Eis ein Anämieanzeichen sein kann.

 

Beschleunigter Herzschlag


Bei einer anämischen Katze beschleunigt sich der Herzschlag bei dem Versuch, die geringere Hämoglobinmenge durch den Körper zu pumpen. Einen beschleunigten Herzschlag bezeichnet man als Tachykardie. Manchmal verursacht eine Anämie auch ein Herzgeräusch.

 

Bluthochdruck (Hypertension)


Das Herz versucht durch verstärktes Pumpen den Körper mit mehr Blut und dadurch Sauerstoff zu versorgen. Eine Hypertension kann zu Erblindung oder Schlaganfällen führen, daher ist es wichtig, sie zu behandeln, wenn sie vorliegt.

 

Ödeme und Herzversagen


Das Herz kann den Hämoglobinmangel nur bis zu einem gewissen Grad ausgleichen. Wird das Problem nicht behandelt, zirkuliert irgendwann das Blut nicht mehr richtig, staut sich auf, Flüssigkeit tritt ins Körpergewebe über und führt zu einer Anschwellung, einem „Ödem". Tritt ein Ödem in den Lungen auf, heißt es Pulmonarödem, unbehandelt kann es tödlich verlaufen.

 

The University of North Carolina klärt über die Risiken einer Anämie in Verbindung mit Herzversagen bei Menschen auf 

 

Andere Symptome


Fast alle anämischen Katzen zeigen: 

  •  Appetitverlust, häufig stark ausgeprägt

  • extreme Lethargie

  • blasse Augenlider oder Gaumen

  • Kälteempfindlichkeit, daher suchen sie warme Plätze auf


Diagnose


 

Die genaue Ursache einer Anämie herauszufinden kann eine Herausforderung sein, und um es noch schwieriger zu machen, häufig gibt es mehr als nur einen Grund. Zuerst wird ihr TA die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) und Hämatokrit (Hkt) testen, um herauszufinden, ob eine Anämie vorliegt. Häufig benötigt er aber noch weitere Werte (Retikulozyten und Eisen), um die Ursache herauszufinden.

 

Laboklin bietet eine ausführliche Information zum Thema auf Deutsch an.

Klinische Labordiagnostik in der Tiermedizin bietet ab S. 141 diese Algorithmen auf Deutsch an.

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet einen diagnostischen Algorithmus über Anämie generell an.

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet einen diagnostischen Algorithmus über nicht-regenerative Anämie im besonderen an.

Anemia diagnostic tree (2010) Kiss C. M. & Pierce B. J., NAVC Clinician's Brief bietet einen diagnostischen Algorithmus an, der die Unterscheidung zwischen beiden Formen erleichtern soll.

Feline nonregenerative anemia: diagnosis and treatment (2009) White C & Reine N Compendium: Continuing Education for Veterinarians 31(7) ppE8-12 diskutiert die Diagnose und Behandlung von nicht-regenerativen Anämien.

Blutentnahme zum Testen


Ihr TA muss Ihrer Katze Blut entnehmen, um Tests auf CNE und Anämie machen zu können. Das ist nicht unproblematisch bei CNE-Katzen, denn in Managing anemia in patients with chronic kidney disease (2011) Chalhoub S., Langston C. E., Veterinary Medicine May 2011 steht: "Eine häufige Blutentnahme bei Patienten im Krankenhaus, insbesondere bei kleinen Tieren, kann zu einer Anämie beitragen.“ Dies trifft auch auf Katzen zu, die nicht stationär behandelt werden, aber denen alle paar Tage Blut entnommen wird.

 

Möchte Ihr TA nur überprüfen, ob überhaupt eine Anämie vorliegt, benötigt er/sie normalerweise nicht viel Blut – ein winziger Tropfen aus dem Ohr kann schon ausreichen (sorgen Sie dafür, dass das Ohr warm ist), denn manche Maschinen benötigen nicht mehr. Bitten Sie daher Ihren TA, diese Methode einzusetzen. Veterinary Partner bietet eine Beschreibung an, wie man eine Blutentnahme aus dem Ohr bei diabetischen Katzen entnehmen kann, ebenso Sugar Cats.

 

Diabetes-Ratgeber bietet diese Information auf Deutsch an, ebenso Diabetes-Katzen (incl. Video).

 

Bluttest zu Hause


Einige Mitglieder aus Tanya's CKD Support Group benutzen einen Home Haematocrit Tester, ein Gerät, womit sie selbst zu Hause den Hämatokrit überprüfen können, damit sie ihrer Katze den Stress häufiger Tierarzt-Besuche ersparen können und sich das Geld für häufige Tests.  Hier finden Sie die Erklärung auf Deutsch. Wenn Sie Ihrer anämischen Katze aber Erythropoetin-stimulierende Substanzen (ESS) verabreichen, können Sie TA-Besuche nicht völlig umgehen, denn Sie müssen auch den Blutdruck überprüfen lassen. Hätte ich persönlich eine schwer anämische Katze (Hkt unter 18  Prozent), insbesondere, wenn meine Katze ein ESS wie Darbepoetin oder Epoetin (Aranesp oder Eprex) bekäme, würde ich regelmäßige TA-Besuche vorziehen. Aber bei einer stabilen anämischen Katze, insbesondere, wenn die TA-Besuche für sie einen enormen Stress darstellen, ist es wahrscheinlich überlegenswert, einen Heimtester einzusetzen.

 

SpinCrit Centrifuge ist das Gerät, das die meisten Leute aus Tanya's CKD Support Group für den Heimgebrauch gekauft haben. Sie haben herausgefunden, dass die Maschine ziemlich genau misst (der Unterschied beträgt ca. zwei Prozent gegenüber den Tierarzt-Messungen). Mit 210 bis 245 US$ plus Versandkosten (10 US$ USA, 35 US$ Kanada, 45 US$ Europa) ist es ziemlich teuer, aber mit der Zeit kann es sich bezahlt machen, und es ist jedenfalls sehr viel weniger stressig als regelmäßige TA-Besuche. Leider ist es seit Oktober 2015 nicht mehr erhältlich, aber vielleicht ändert sich das wieder. Eventuell möchten Sie auch ein anderes Modell kaufen wie das hier bei Amazon. Es kostet 69,99 US$, aber ich kann nicht sagen, wie genau es ist.

 

Amazon Deutschland verkauft ebenfalls verschiedene Mikrozentrifugen, die Preise gehen ab 99,95 € los.

 

Wenn Sie ein Heimtestgerät kaufen, vergleichen Sie bitte die ersten Ergebnisse mit denen Ihres TA, um sicherzustellen, dass Sie es richtig machen, und um Ihrem TA zu zeigen, dass Sie auch zu Hause genaue Ergebnisse erzielen können.

 

Ein Mitglied aus Tanya's CRF Support Group fand einen möglichen Kompromiss: Er entnahm dem Ohr seiner Katze Blut und brachte es seinem TA zur Analyse. Das ersparte ihr den Stress der Fahrt, trotzdem erhielt er ein genaues Ergebnis.

 

Regenerative und nicht-regenerative Anämie


Es gibt zwei Arten von Anämie: die regenerative und die nicht-regenerative:

  • Regenerative Anämie: vermehrter Verlust roter Blutkörperchen

    Die roten Blutkörperchen gehen entweder schneller verloren oder werden schneller zerstört. Das Knochenmark stellt neue Zellenjedoch weiterhin ganz normal her. Hier besteht die Möglichkeit, dass sich der Körper wieder von ganz alleine, ohne äußere Hilfe, erholt. Ist Ihre Katze beispielsweise anämisch, weil Sie ihr Zwiebeln gefüttert haben, dann sollte sich dieses Problem von selbst erledigen, sobald Sie ihr keine Zwiebeln mehr geben.

     

  • Nicht-regenerative Anämie: Wenig oder gar keine Blutzellproduktion mehr

Das Knochenmark stellt keine neuen roten Blutkörperchen mehr her oder nicht genug. In diesem Fall benötigt die Katze Hilfe in Form einer adäquaten Behandlung.

Viele (aber nicht alle) Katzen, die sowohl CNE als auch Anämie haben, leiden an einer nicht-regenerativen Form, die durch Probleme mit der Produktion eines Hormones namens Erythropoetin verursacht wird (siehe Warum eine Anämie bei CNE-Katzen auftritt). Ihre Katze könnte jedoch auch unter einem anderen Anämietyp leiden, nicht selten gibt es sogar mehrere Auslöser.

 

Rote Blutzellen (RBC): Erythrozyten


Normalerweise weist ein niedriger Erythrozytenspiegel auf eine Anämie hin, denn wenn die Katze nicht mehr genug rote Blutkörperchen herstellen kann, oder die roten Blutkörperchen schneller zerstört werden, als das Knochenmark sie herstellen kann, wird sie anämisch.

 

Katzen sind anfällig für eine Anämie, denn, wie International Cat Care erklärt, „ihre roten Blutkörperchen haben eine kürzere Überlebensspanne (um die 70 Tage) als die anderer Tiere (um die 110 bis 120 Tage bei Hunden und Menschen).

 

Bei CNE-Katzen ist es sogar noch schlimmer. Die Lebenszeit der roten Blutkörperchen bei Nierenerkrankungen beträgt ungefähr 50 Prozent gegenüber der gesunder Katzen. Bei älteren Katzen neigen die roten Blutzellen auch zu einer kürzeren Lebenszeit, ebenso bei Patienten mit Infektionen oder Entzündungen. Nachdem all das auf die meisten CNE-Katzen zutrifft, sind diese Katzen auch sehr viel anfälliger für eine Anämie.

 

Die roten Blutkörperchen sind oft blass, wenn der MCV erniedrigt ist.

 

Eine erhöhte Erythrozytenzahl kann ein Hinweis auf eine Austrocknung sein.

 

Blood cell guide ist eine nützliche Information von IDEXX über Blutzellen.

Physiologische Blutbilder ist die gleiche Information von IDEXX auf Deutsch.

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet ebenfalls einige Informationen über rote Blutkörperchen an.

 

Hämatokrit (HCT)


Ihr Tierarzt kann durch einen Bluttest, genannt Hämatokrit (Hkt), feststellen, ob Ihre Katze anämisch ist und wie schwer die Anämie ist. Der Hämatokrit misst die Anzahl der roten Blutkörperchen im Verhältnis zum gesamten Blutvolumen. Das Blut wird in einer Zentrifuge geschleudert, und Ihr Tierarzt misst dann die Rückstände. Diese Tests unterscheiden nicht zwischen alten Blutzellen und neuen, sind aber trotzdem ein nützlicher und genauer Test für Anämie.

 

Für diesen Test benötigt man nur eine winzige Menge Blut, und die meisten TÄ haben die nötige Ausrüstung dazu in ihren Praxen, so dass Sie innerhalb weniger Minuten bereits das Ergebnis erhalten. Manche Menschen machen auch einen Heimtest (siehe oben).

 

Technisch gesehen ist eine Katze bei einem Hämatokritwert unter 30 Prozent anämisch (bei einigen Laboren auch schon unter 25 Prozent). Vielleicht fällt Ihnen kein Unterschied im Verhalten Ihrer Katze auf, bevor sich der Wert den 20 Prozent nähert. Ein Wert unter 20 Prozent wird normalerweise als schwere Anämie betrachtet und muss schnell und mit höchster Priorität behandelt werden. 

 

Zusammenfassend:

 

Hämatokrit-Spiegel in Prozent Grad der Anämie
Über 30 (25 in einigen Laboren) keine
20 - 29 (25 in einigen Laboren) mild
15 - 19 schwer
11 - 15 sehr schwer
Unter10 kritisch

 

Ihr TA muss den Hkt in Zusammenhang mit anderen Werten betrachten. Sind beispielsweise sowohl Hkt als auch Gesamteiweiß bei Ihrer Katze erniedrigt, insbesondere Albumin, dann können gastrointestinale Blutungen, eine chronische Infektion oder Entzündung vorliegen (siehe oben). Katzen mit einer Infektion oder Entzündung haben normalerweise einen niedrigen Hkt kombiniert mit bestimmten Veränderungen im weißen Blutbild.

 

Bei einer Austrocknung liegt der Hämatokritspiegel scheinbar höher als es tatsächlich der Fall ist. Sobald Ihre Katze rehydriert ist, fällt Hkt dann jedoch wieder. Nehmen wir an, der Hkt Ihrer ausgetrockneten Katze liegt bei 24 Prozent. Das wäre noch keine Anämie. Aber sobald die Austrocknung korrigiert wurde (durch intravenöse oder subkutane Flüssigkeitsgaben), fällt der Hämatokrit zum Beispiel auf 20 Prozent ab – ein Hinweis auf eine bestehende Anämie.

 

Bei Katzen mit Hyperthyreoidismus (Schilddrüsenüberfunktion) können die Hkt-Werte am oberen Ende des Referenzwertes liegen.

 

Retikulozyten


Der Hkt Test zeigt, ob Ihre Katze anämisch ist, aber er zeigt nicht, ob die Anämie regenerativ oder nicht-regenerativ ist. Eine "regenerative" Anämie bedeutet, der Katzenkörper kann die Anämie noch ohne Hilfe von außen überwinden. Bei einer "nicht-regenerativen" Anämie hingegen benötigt die Katze Hilfe durch verschiedene Behandlungsmaßnahmen. Die meisten (aber nicht alle) CNE-Katzen, die an einer Anämie leiden, sind an der nicht-regenerativen Variante erkrankt. Der Grund dafür liegt in einem Problem bei der Erythropoetinherstellung (siehe Warum tritt eine Anämie bei CNE-Katzen auf). Es können aber noch andere Probleme zu ihrer Anämie mit beitragen.

 

Der einzige Weg, sicher herauszufinden, ob Sie es mit einer regenerativen oder nicht-regenerativen Anämie zu tun haben, ist ein Retikulozytentest. Retikulozyten sind im Knochenmark hergestellte unreife rote Blutkörperchen, die im Alter von fünf bis sieben Tagen im Blutkreislauf auftreten. Eine Anämie ist ein Mangel an roten Blutkörperchen, auf die der Körper normalerweise mit einer vermehrten Produktion roter Blutkörperchen reagiert. Bei einer regenerativen Anämie sehen Sie daher viele Retikulozyten - das bedeutet, das Knochenmark stellt noch Blutzellen her. Bei nicht-regenerativer Anämie (häufig bei CNE) bewirkt ein Mangel an Erythropoetin, dass das Knochenmark nicht mehr oder nicht mehr ausreichend in der Lage ist, die alten zu ersetzen. Also werden nur wenige oder gar keine Retikulozyten mehr zu sehen sein.

 

Leider ist es unwahrscheinlich, dass der Retikulozytentest (die meisten Labore messen nur aggregierte Retikulozyten) zuverlässig ist, bevor die Anämie nicht bereits ziemlich fortgeschritten ist. Damit der Katzenkörper mit einer schnellen Regeneration reagiert, muss die Anämie bereits weit fortgeschritten sein. Solange der Hämatokritwert noch nicht mindestens fünf Tage unter 20 Prozent liegt, macht ein Retikulozytentest daher wenig Sinn. Erschwerend kommt hinzu, dass die meisten TÄ Retikulozyten nicht selbst testen können, der Test muss von einem externen Labor gemacht werden, das kostet zusätzlich Zeit.

 

Viele TÄ gehen daher bei einer CNE-Katze von einer durch Erythropoetinmangel verursachten nicht-regenerativen Anämie aus und behandeln entsprechend. Bei Katzen mit einer leichteren Anämie (Hkt über 20 Prozent), empfehlen sie vielleicht B-Vitamine. Schwieriger ist es bei Katzen mit einem Hkt unter 20 Prozent. In diesen Fällen ist die Behandlung ein dringenderes Problem, und Sie müssen schnell handeln. Ganz besonders dann, wenn es Ihrer Katze schlecht geht. In diesem Fall rät Ihr TA vielleicht zum Einsatz von Erythropoese-stimulierenden Substanzen (ESS) wie Darbepoetin alfa (Aranesp) oder Epoetin alfa (Epogen, Eprex, oder Procrit), manchmal auch Epoetin beta (NeoRecormon), die bei durch einen Erythropoetinmangel entstandenen nicht-regenerativen Anämien eingesetzt werden. Angesichts der mit dieser Behandlung verbundenen möglichen Risiken möchten Sie vielleicht fünf Tage warten und erst sehen, wie der Retikulozytentest ausfällt, um sicher zu sein, dass es sich um eine nicht-regenerative Anämie handelt. Auf der anderen Seite dauert es aber bis zu zwei Wochen, bis ESS Wirkung zeigt. Abzuwarten kann daher riskant sein, denn Ihrer Katze wird es schlecht gehen, und die Anämie könnte sich weiter verschlechtern, während Sie warten.

 

Meine TÄ war der Meinung, dass es wichtiger ist, Thomas schnellstmöglich zu behandeln. Seine Anämie war bereits stark ausgeprägt (Hkt lag bei 18 Prozent, er war sehr schwach und hatte Atemprobleme), daher ging sie davon aus, dass er an der durch die CNE verursachten nicht-regenerativen Anämie litt, die durch einen Erythropoetinmangel entsteht. Wir begannen also sofort mit der ESS-Behandlung, (Eprex) statt noch einige weitere Tage oder länger auf die Ergebnisse eines Retikulozytentests zu war. Für Thomas war es die richtige Entscheidung.

 

Retikulozytentest


Diese Tabelle teilt  die unterschiedlichen Grade der Retikulozytenzählung ein. Denken Sie daran: Sie ist nur bei Katzen mit einer schweren Anämie aussagekräftig (Hkt unter 20 Prozent).

 

Der normale Regenerationswert bei gesunden, nicht-anämischen Katzen liegt bei ungefähr einem Prozent (um die 50 000 bis 60 000 Retikulozyten). Bei einer anämischen Katze erwarten Sie aber einen erheblich höheren Anstieg, denn Sie gehen davon aus, dass das Knochenmark – wenn es kann – unter Hochdruck beschäftigt ist, neue rote Blutzellen zu produzieren. Das ist aber nur möglich, wenn ausreichend Erythropoetin und Eisen zur Verfügung stehen. Ist die Retikulozytenzählung also immer noch niedrig (unter einem Prozent) oder sogar bei Null, obwohl der Hämatokrit schon fünf Tage oder länger unter 20 Prozent liegt, dann ist das ein Hinweis auf eine nicht-regenerative Anämie.

 

Grad der Regeneration Retikulozyten in Prozent

Absolute Retikulozyten

Normal/Unerheblich Unter 1.00 Unter 60,000

Leicht

1.00 - 2.5

60,000 - 100,000

Moderat

2.5 - 5.00

100,000 - 200,000

Schwer Über 5.00 Über 200,000

 

Selbst wenn die Menge akzeptabel scheint, reicht sie möglicherweise trotzdem nicht aus, den Hunger des Körpers nach roten Blutkörperchen ausreichend zu befriedigen. Üblicherweise wird die Retikulozytenzahl in Prozentzahlen ausgedrückt, daher muss sie an den Grad der Anämie angeglichen werden. Beispielsweise zählt ein Prozent Retikulozyten bei einer Katze mit einem Hämatokritwert von 20 Prozent doppelt so viel wie ein Prozent Retikulozyten bei einer Katze mit einem Hämatokrit von nur zehn Prozent.

 

Angenommen, der Hämatokrit Ihrer Katze liegt bei 18 Prozent, die gemessene Retikulozytenzahl ist 0,75 Prozent. Sie multiplizieren den Hkt mit dem gemessenen Wert, teilen das Ergebnis durch den normalen Hkt-Wert (35 Prozent bei den meisten Laboren). In diesem Fall würden Sie auf ein korrigiertes Ergebnis von 0,39 Prozent kommen, was auf eine nicht-regenerative Anämie hinweist.

 

Liegt aber der Hämatokrit Ihrer Katze bei 13 Prozent und die gemessene Hämatokritzahl bei 0,75 Prozent, dann wäre das errechnete Resultat 0,28. Das ist ebenfalls eine nicht-regenerative Anämie, aber sie ist viel schwerer (d.h., je niedriger der korrigierte Wert ist, umso niedriger ist die regenerative Antwort.

 

Ich weiß, das ist kompliziert, und wahrscheinlich sind Sie schon genug gestresst durch die Anämie Ihrer Katze. Grundsätzlich gilt: Liegt der Hämatokritspiegel Ihrer Katze länger als fünf Tage unter 20 Prozent, bitten Sie Ihren TA um einen Retikulozytentest und fragen Sie ihn, ob die Anämie regenerativ ist oder nicht. Ist Ihre Katze jedoch schwer krank, sollten Sie unbedingt sofort mit einer Behandlung mit B-Vitaminen beginnen, sollten Sie unbedingt sofort mit einer Behandlung mit B-Vitaminen beginnen, und zugleich andere offensichtliche Probleme, wie beispielsweise eine Infektion, behandeln. Evtl. entscheiden Sie sich auch gleich für Erythropoese-stimulierenden Substanzen (ESS) (Eprex, Neorecormon, Aranesp usw.), bevor Sie das Ergebnis des Retikulozytentests erfahren, oder Sie verzichten unter diesen Umständen auch gleich ganz auf diesen Test.

 

Retikulozytenzahl bei Hunden und Katzen ist eine deutsche Information von IDEXX

Scil animal care company stellt eine Anweisung zur Durchführung eines Retikulozytentests auf Deutsch zur Verfügung, in dem Sie aber auch Erklärungen, Bilder, Tabellen und Rechenbeispiele finden.

The differential diagnosis of feline anaemia (2006) ist eine Präsentation von Dr. S. Tasker auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress 2006, wo Sie mehr Erklärungen über Retikulozyten und Anämie erhalten.

Cornell University College of Veterinary Medicine stellt ebenfalls weitere Informationen über Retikulozyten zur Verfügung. Hier finden Sie außerdem eine Tabelle über die absoluten Retikulozyten.

 

Eisenspiegel


Hämoglobin ist das Hauptsauerstofftransportprotein der roten Blutkörperchen und benötigt für die Herstellung Eisen. Bei einer Katze mit niedrigem Eisenspiegel kann daher eine Anämievariante namens „Eisenmangelanämie“ entstehen.

 

Eisen kommt in der Nahrung, insbesondere im Fleisch, vor. Aus diesem Grund ist eine Eisenmangelanämie bei Katzen selten. Liegt jedoch bei der Katze eine Entzündung oder Infektion vor, ist ein Eisenmangel möglich, denn der Körper sequestriert (versteckt) in diesem Fall das Eisen. Iron metabolism in pathogenic bacteria (2000) Ratledge C. & Dover L. G., Annual Review of Microbiology 54 pp881-941 erklären mehr zu diesem Thema.

 

Katzen mit plötzlichem Blutverlust, wie z.B. durch gastrointestinale Blutungen, können ebenfalls an einem Eisenmangel leiden. Ebenso Katzen, denen häufig (einmal wöchentlich oder sogar öfter), größere Mengen Blut für Tests entnommen wird.

 

Um den Eisenspiegel im Körper bestimmen zu können, gibt es verschiedene Tests:

Erythrozytenvolumen (Mean Corpuscular Volume (MCV))


Dies ist eine Maßeinheit über die Größe der roten Blutkörperchen.

 

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet dazu weitere Informationen an.

 

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet einen MCV-Rechner an.

 

Med4you hat Informationen auf Deutsch.

 

Normozytärer MCV


Der MCV ist normal. Das sehen Sie meistens bei CNE-Katzen mit einer nicht-regenerativen Anämie, die durch einen Erythropoetin- und nicht durch einen Eisenmangel entstanden ist.

 

Makrozytärer MCV


In diesem Fall ist MCV erhöht, die roten Blutkörperchen sind größer als normal. Da neu gebildete rote Blutkörperchen meistens größer als normal sind, kann das ein Hinweis auf eine regenerative Anämie sein. Ein erhöhter MCV-Wert tritt manchmal auch bei Katzen mit Hyperthyreoidismus auf.

 

Ein erhöhter MCV kann ebenfalls auf einen Vitamin-B12- und Folsäuremangel hinweisen. In diesen Fällen ist die Anämie höchstwahrscheinlich nicht-regenerativ.

 

Mikrozytärer MCV


Der MCV ist erniedrigt, das bedeutet, die roten Blutkörperchen sind kleiner als normal. Das mag auf einen Eisenmangel hinweisen. Mögliche Ursachen sind gastrointestinale Blutungen oder eine chronische Lebererkrankung. Auch bei CNE-Katzen tritt er auf. Iron status of cats with chronic kidney disease (2015) Gest J., Langston C. & Eatroff A., Journal of Veterinary Internal Medicine 29 pp1489-1493 sagt: „TSAT and MCV (mean corpuscular volume), eine Mikrozytose – waren bei anämischen im Vergleich zu nicht-anämischen CNE-Katzen signifikant niedriger. Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl ein absoluter als auch ein funktionaler Eisenmangel besteht. Die funktionale Anämie tritt wahrscheinlich als Begleiterscheinung der verringerten Erythropoese der kranken Nieren auf, ebenso wie bei einer Entzündungsanämie.“

 

Eine Mikrozytose kann auch Frühwarnzeichen einer Aluminiumvergiftung sein. Das ist sehr selten, muss aber ausgeschlossen werden, wenn Sie Aluminiumhydroxid als Phosphatbinder einsetzen.

 

Bei einem erniedrigten MCV müssen Sie zuerst herausfinden, ob die Ursache ein Eisenmangel ist, bevor Sie Hals über Kopf Eisen supplementieren. Es gibt drei Haupttests eines Eisenmangels, leider sind sie nicht überall erhältlich und auch nicht immer zuverlässig.

 

Eisen


Dabei wird die Menge an Eisen gemessen, die im Blut zirkuliert. Der Test muss nüchtern durchgeführt werden, und mindestens 24 Stunden vorher darf kein Eisensupplement mehr gegeben worden sein.

 

Ist der Eisenwert im Blut niedrig, besteht die Möglichkeit, dass die Katze an einem Eisenmangel leidet, insbesondere dann, wenn Ferritin und TIBC (siehe unten) ebenfalls erniedrigt sind.

 

Bei einem niedrigen Eisenspiegel im Blut aber normalem oder hohem Ferritinwert  (siehe unten) liegt möglicherweise eine Infektion vor.

 

Auch bei chronischen Krankheiten (wie z.B. CNE oder Inflammatory Bowel Disease), wird der Eisenwert im Blut zu niedrig sein, ebenso TIBC, aber Ferritin normal oder erhöht.

 

Nach einigen Bluttransfusionen ist Serumeisen normalerweise hoch, daher dürfen diese Katzen kein Eisensupplement erhalten.

 

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet Informationen über Eisen an.

 

Informationen auf Deutsch finden Sie bei Jameda.

 

Ferritin


Mit dieser Messmethode kann herausgefunden werden, wie viel Eisen der Körper in löslicher Form gespeichert hat.

 

Niedrige Werte können auf einen Eisenmangel hinweisen, insbesondere, wenn Eisen und TIBC ebenfalls niedrig sind.

 

Hohe Spiegel können auf eine Entzündung oder auf eine Eisenüberladung (z.B. von einer Bluttransfusion) hinweisen.

 

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet Informationen zu Ferritin an.

 

Bei med4you finden Sie Informationen zu Ferritin auf Deutsch.

 

Totale Eisenbindungskapazität: TEBK (Total Iron Binding Capacity oder TIBC)


Damit wird gemessen, wie hoch die Leistungsfähigkeit des Blutes ist, Eisen in die Zellen zu transportieren, wo es gebraucht wird. In Iron status of cats with chronic kidney disease (2015) Gest J., Langston C. & Eatroff A., Journal of Veterinary Internal Medicine 29 pp1489-1493 steht: „Die totale Eisenbindungskapazität war bei CNE-Katzen im Vergleich zu gesunden Katzen signifikant niedriger.“ Weiter: „TIBC ist bei einer Entzündung erniedrigt. Nachdem TIBC bei CNE-Katzen im Vergleich zu gesunden Katzen signifikant niedriger ist, beweisen die Ergebnisse, dass in dieser Gruppe von CNE-Katzen Entzündungen vorliegen.“

 

Wenn eine Katze an einem Eisenmangel leidet, sind Eisen, Ferritin und TEBK erniedrigt.

 

Wird die Anämie einer Katze durch eine chronische Krankheit verursacht (z.B. durch Inflammatory Bowel Disease, eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung), werden sowohl der Serumeisenwert als auch der TIBC eher niedrig sein, aber Ferritin erhöht.

 

Liegt bei einer Katze ein Eisenüberschuss vor, sind die Eisenspiegel erhöht, TEBK erhöht oder normal.

 

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet Informationen über TIBC an.

Med4you auf Deutsch.

 

Mittlere Hämoglobinkonzentration eines Erythrozyten (Mean Cell Haemoglobin Concentration oder MCHC)


Kann Ihr TA weder Ferritin noch TEBK ermitteln, halten Sie sich stattdessen an den MCHC. Wie der Name schon sagt, bestimmt diese Maßeinheit die Hämoglobinkonzentration in einer roten Blutzelle. Dieser Wert lässt sich errechnen, wenn Sie wissen, wie hoch der Hämoglobinwert (Hb) liegt.

MCHC = (Hb geteilt durch HKT) x 100

Liegt er normal (ungefähr bei 33 Prozent), brauchen Sie sich vermutlich keine Sorgen zu machen.

 

Sind jedoch sowohl MCHC als auch MCV niedrig, weist das auf eine Eisenmangelanämie hin.

 

Ist MCHC erhöht, fragen Sie Ihren TA, ob die Blutprobe hämolytisch ist.

 

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet einige Informationen zu MCHC an.

 

Krankheiten der Katze von M. Horzinek bietet Informationen auf Deutsch an.

 


Behandlungsmöglichkeiten


 

Die Behandlung einer Anämie ist sehr wichtig, da sie gravierende Auswirkungen auf den Körper hat. Im schlimmsten Fall tötet sie. Es gibt eine Reihe verschiedener Therapiemöglichkeiten. Welche Sie einsetzen, hängt von der Ursache und der Schwere der Anämie ab.

 

Wenn Sie die Ursache für die Anämie Ihrer Katze kennen, können Sie das Problem und damit die Anämie behandeln. Hat Ihre Katze z.B. eine Infektion und Sie behandeln sie mit Antibiotika, dann sollte sich die Anämie nach und nach wieder bessern.

 

Ist Ihnen der Grund unbekannt, dann wird Ihr TA verschiedene Möglichkeiten in Betracht ziehen und so lange mögliche Gründe ausschließen, bis die wahrscheinlichste Ursache gefunden ist (vergessen Sie nicht, es können auch mehrere Gründe für eine Anämie vorliegen). Bitte lesen Sie oben dazu mehr.

 

Auf jeden Fall würde ich Ihnen immer und für jede anämische Katze den Vitamin-B-Komplex empfehlen, egal welche Ursache zugrundeliegt.

 

Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind Flohbehandlungen, sollte Ihre Katze Flöhe haben, Antibiotika bei bakteriellen Infektionen, die Behandlung gastrointestinaler Blutungen mit Sucralfat und Kortikosteroiden, wenn Ihre Katze an einer Immunerkrankung leidet. Nachdem eine Anämie bei CNE-Katzen auf so vielen Ursachen beruhen kann, ist es wichtig, dass Sie wachsam bleiben und geeignete Maßnahmen ergreifen.

Möglicher Behandlungsplan bei CNE-Katzen


Nachdem diese Website für CNE-Katzen gedacht ist, finden Sie hier eine Tabelle mit den üblichen Behandlungsmaßnahmen bei CNE-Katzen, deren Anämie durch einen Erythropoetinmangel verursacht wird. Einige dieser Behandlungsarten eigenen sich auch für Katzen mit anderen Anämieformen, z.B. Bluttransfusionen für Katzen, die aus irgendeinem anderen Grund stark anämisch sind.

 

Schwere der Anämie

Erforderliche Behandlungsmaßnahmen

HKT-Spiegel

Vitamin B

Supplement

Erythropoese-stimulierende Substanzen (Aranesp, Eprex usw.) Eisensupplemente

Bluttransfusion

Über 20%

Ja Nein Nein* Nein

Zwischen 15% und 19%

Ja Ja Ja** Nein

Unter 15%

Ja Ja Ja** Möglicherweise

Unter 10%

Ja Ja Ja** Ja

*außer es ist bekannt, dass Ihre Katze einen Eisenmangel hat

**Katzen ohne Infektionen können Eisen in allen Varianten bekommen. Katzen mit einer Infektion sollte kein Eisen gegeben werden, ausgenommen davon ist die Variante als Hämeisen (siehe unten)

 

Korrektur eines Vitamin-B-Mangels


Ich empfehle für jede CNE-Katze eine Vitamin-B-Ergänzung, das kann sehr hilfreich sein und ist nicht toxisch, da die überflüssigen Mengen einfach mit dem Urin wieder ausgeschieden werden. Managing anemia in patients with chronic kidney disease (2011) Chalhoub S., Langston C. E., Veterinary Medicine May 2011 schreiben: „B-Vitamine, wie B12, Folsäure, Niacin und Vitamin B6 sind wichtig für die Erythrogenese. Bei Patienten mit Polyurie wird eine Supplementation empfohlen, auch wenn deren Anteil an einer allgemeinen Verbesserung der Anämie minimal ist.“

 

Ich befürchte, ich bin nicht ganz damit einverstanden, dass eine Vitamin-B-Supplementation nur eine minimale Auswirkung auf eine Anämie hat. Nach meinen Erfahrungen kann das manchmal bei Katzen mit einer leichten bis mittleren Anämie (Hkt von 20 bis 30 Prozent) schon als alleinige Behandlung ausreichen.

 

Katzen mit einer schwereren Anämie (Hkt unter 20 Prozent) sollten ebenfalls B-Vitamine bekommen, aber sie benötigen zusätzlich noch ein ESS und Eisensupplement.

 

Ihr TA kann Ihnen ein passendes Ergänzungsmittel verschreiben oder Ihrer Katze eine Vitamin-B-Injektion geben. Seien Sie bitte bei einem Multivitaminpräparat vorsichtig, denn das enthält häufig auch noch andere Vitamine wie A und D, die für CNE-Katzen ungeeignet sind.

 

Da die B-Vitamine so wichtig sind für CNE-Katzen, haben sie hier ein eigenes Kapitel.

 

Erythropoese-stimulierende Substanzen (ESS)


Eine andere Behandlungsmöglichkeit bei Anämie sind die Erythropoese stimulierende Substanzen (ESS). Diese Medikamente werden unter den Namen Epogen, Eprex, Procrit, Aranesp oder NeoRecormon verkauft. Da dies ein ziemlich umfassendes Thema ist, finden Sie mehr darüber in einer eigenen Seite hier.

 

Leidet Ihre Katze aufgrund eines Erythropoetinmangels an einer nicht-regenerativen Anämie, und der Hämatokritwert liegt unter 20 Prozent, sollten Sie Erythropoese-stimulierende Substanzen in Erwägung ziehen, kurz ESS. Diese Medikamente werden unter den Handelsnamen Epogen, Eprex, Procrit, Aranesp und NeoRecormon gehandelt. Da es sich um eine sehr komplexe Thematik handelt, gibt es für ESS hier ein eigenes Kapitel.

 

Eisenergänzungsmittel: Überblick


Wie oben erklärt, sollten Sie Eisenergänzungsmittel nur dann supplementieren,

  • wenn die Tests ergeben, dass sie benötigt werden; oder

  • wenn Sie Ihrer Katze ein ESS geben.

Lassen Sie sich von Ihrem TA beraten, ob und wann Sie damit beginnen. Auf keinen Fall darf Ihre Katze ein eisenhaltiges Supplement vor oder nach einer Bluttransfusion bekommen, da sonst das Risiko einer Eisenvergiftung besteht. Bei Pet Education finden Sie Informationen zum Eisenbedarf von Katzen. Pet Place hat außerdem einige Informationen über Eisenvergiftung, sowie The Toxicity of iron, an essential element (2006) Albretsen J Veterinary Medicine Feb 2006 pp82-90.

 

Katzen, bei denen eine ESS-Therapie mit Epogen oder Aranesp begonnen wird, bekommen üblicherweise eine Eisenergänzung, denn der Körper der Katze ist damit beschäftigt, neue rote Blutkörperchen zu bilden. Bei dieser Produktion besteht ein erhöhter Eisenbedarf. Managing anemia in patients with chronic kidney disease (2011) Chalhoub S., Langston C. E., Veterinary Medicine May 2011 schreiben: „Es ist ratsam, zu Beginn und während einer ESS-Therapie auch Eisen mit zu verabreichen, um eine adäquate Resonanz zu erreichen.“ ISFM consensus guidelines on the diagnosis and management of feline chronic kidney disease (2016) Sparkes A. H., Caney S., Chalhoub S., Elliott J., Finch N., Gajanayake I., Langston C., Lefebvre H., White J. & Quimby J., Journal of Feline Medicine & Surgery 18 pp219-239 stellen fest: „Eine Eisensupplementation wird generell empfohlen, um sicherzustellen, dass ein Eisenmangel nicht zu der Anämie beiträgt.“

 

Spricht Ihre Katze nicht auf ESS an, obwohl Sie es in ausreichender Menge und häufig genug verabreichen (siehe ESS), dann denken Sie an die Möglichkeit eines zu niedrigen Eisenspiegels und überprüfen Sie, ob ein Eisenmangel wie oben erklärt vorliegt.

 

Managing iron deficiency anemia (2014) Kvitko-White H. & Cook A. K., erklären die Behandlung einer Eisenmangelanämie.

Managing anemia in patients with chronic kidney disease (2011) Chalhoub S., Langston C. E., Veterinary Medicine May 2011 bieten Informationen an, wann und wie bei einer ESS-Therapie Eisen ergänzt werden sollte.

Use of erythropoietin and calcitriol for chronic renal failure in dogs and cats (2005) Sanderson S., Präsentation auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress 2005 gibt weitere Erklärungen, wann und wie man Eisensupplemente zusammen mit ESS einsetzt.

 

Eisenergänzungsmittel: Ihre Auswahlmöglichkeiten


 

Folgende Eisenergänzungsmittel gibt es:

  • oral, normalerweise werden sie zu Hause einmal täglich gegeben. Orale Eisensupplemente können Magenprobleme verursachen, und die Absorption ist nicht immer gewährleistet.

  • injizierbar, normalerweise werden sie einmal monatlich vom TA verabreicht. Die Injektion in den Muskel kann schmerzhaft sein, aber sie funktioniert gut und schnell. Der Nachteil ist, dass sie bei einigen wenigen Katzen eine schwere allergische Reaktion hervorrufen kann, außerdem kann die Wirkungsdauer von einem Monat nachteilig sein, wenn die Katze nicht wirklich eine Eisensupplementation benötigt.

  • Durch die Ernährung (Hämeisen), die in einigen Fällen passend ist.

Für Katzen, die ESS bekommen, ist die Injektion die beste Wahl.

 

Katzen ohne Infektionen können Eisen in jeglicher Form bekommen. Katzen mit einer Infektion sollten kein Eisen erhalten, eine mögliche Ausnahme ist in Form von Eisen aus Fleisch.

 

Injizierbare Eisenergänzungsmittel (Eisendextran): Dosierung


Die am häufigsten eingesetzte Form injizierbaren Eisens ist Eisendextran. Bei dieser Variante verabreicht Ihr TA einmal monatlich eine Spritze. Geben Sie keinesfalls zusätzlich noch orale Eisensupplemente, wenn Ihre Katze diese Spritze bekommen hat.

 

Injizierbares Eisen wird für Katzen, die ESS bekommen, empfohlen. ISFM consensus guidelines on the diagnosis and management of feline chronic kidney disease (2016) Sparkes A. H., Caney S., Chalhoub S., Elliott J., Finch N., Gajanayake I., Langston C., Lefebvre H., White J. & Quimby J., Journal of Feline Medicine & Surgery 18 pp219-239 empfiehlt, zu Beginn einer ESS-Therapie 50 mg Eisendextran intramuskulär zu injizieren und monatlich zu wiederholen.

 

Managing anemia in patients with chronic kidney disease (2011) Chalhoub S., Langston C. E., Veterinary Medicine May 2011 stellen fest: „Intramuskuläre Eisendextraninjektionen alle drei oder vier Wochen können (im Vergleich zu oralem Eisen) die bessere Alternative sein. Die Dosis beträgt gewöhnlich 50 mg/Katze.“

 

Drugs bietet weitere Informationen über Eisendextran an.

 

Die Schweizer Tierarzneimitteldatenbank bietet Informationen auf Deutsch an.

 

Orale Eisensupplemente: Dosierung


Es gibt eine Reihe möglicher Produkte (siehe unten). Die Dosierung für Patienten, die ESS bekommen:

 

Managing anemia in patients with chronic kidney disease (2011) Chalhoub S., Langston C. E., Veterinary Medicine May 2011 empfehlen „50 bis 100 mg/täglich für Katzen (das entspricht 10 bis 20 mg elementarem Eisen)“.

 

ISFM consensus guidelines on the diagnosis and management of feline chronic kidney disease (2016) Sparkes A. H., Caney S., Chalhoub S., Elliott J., Finch N., Gajanayake I., Langston C., Lefebvre H., White J. & Quimby J., Journal of Feline Medicine & Surgery 18 pp219-239 geben 50 bis 100 mg Eisensulfat als tägliche orale Dosis an, betonen aber, dass es „weniger ideal“ ist als die injizierbare Form.

 

Iron deficiency in dogs and cats Ewing P., Angell Animal Medical Center schreibt, dass diese Dosierungsempfehlungen auch auf eine Eisensupplementation bei einer Eisenmangelanämie zutreffen.

 

Orale Eisensupplemente: Marken


Bei der Suche nach einem geeigneten Mittel für Ihre Katze denken Sie bitte daran, dass 100 mg Eisensulfat 20 mg elementares Eisen enthalten.

 

Spatone


Spatone ist eine interessante Alternative, wenn Ihr TA einverstanden ist. Hier finden Sie Informationen auf Deutsch, in Deutschland wird es auch unter dem Namen „Ferrotone“ gehandelt, enthält dann aber häufig Apfelkonzentrat und/oder Vitamin C, die nicht gut für CNE-Katzen sind. Achten Sie darauf, nur Spatone ohne diese Zusätze zu kaufen.

 

Spatone ist ein Gesundheitswasser, das natürlich auftretendes Eisen enthält. Der Hersteller behauptet, dass auf diese Art und Weise aufgenommenes Eisen vom Körper leichter verwertet wird und weiß von etlichen Hunden, die das Produkt problemlos akzeptieren. Mehrere Mitglieder von Tanya's CRF Support Group geben es mit Zustimmung ihres TA ihrer Katze.

 

Lt. Hersteller enthält ein Beutel (20 ml) Spatone „üblicherweise 5 mg elementares Eisen“. Managing anemia in patients with chronic kidney disease (2011) Chalhoub S., Langston C. E., Veterinary Medicine May 2011 empfehlen täglich 10 bis 20 mg elementares Eisen. Wenn Sie also einer Katze, die ESS bekommt, Eisen verabreichen, sollten Sie ihr zwei bis vier Beutel Spatone täglich geben.

 

Allerdings soll Spatone über eine hohe Absorptionsfähigkeit verfügen (bis zu 40 Prozent). Der Hersteller empfiehlt daher für Katzen täglich ½ bis 1½ (0,5 bis 1,5) Beutel und sagt, das entspräche 100 mg Eisensulfat (20 mg elementares Eisen).

 

Spatone wird in Schachteln mit 28 oder 42 Beuteln verkauft. Das Wasser schmeckt nach Eisen, daher empfiehlt der Hersteller, es zusätzlich mit Wasser zu strecken.

 

Deutschland / A / CH

Amazon

verkauft 28 Beutel Spatone ab 13,34 €.

 

Hier finden Sie Quellen in den USA, UK und Kanada.

 

Eisen mit B-Vitaminen


Bevitasel HK

Das ist eine gute Wahl, es enthält neben Eisen auch noch B-Vitamine und Folsäure. Es ist speziell für Katzen und Hunde in Pulverform erhältlich und kann unter das Futter gemischt werden.

 

Vetdiscount 100 g für 5,40 €

Fuettern und Fit 100 g für 4,69

Premiumtierfutter100 Gramm für €5,39

jeweils zuzüglich Versandkosten, Stand: August 2016).

 

Fortain

Das ist eine Trockensubstanz des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und wird vom Schwein gewonnen. Es besteht zu 92 Prozent aus Protein und enthält 0,28 Prozent Hämeisen. Der Hersteller Fortan empfiehlt bis 5 kg/KG ½ TL täglich, 5 bis 10 kg/KG  1 TL täglich. Ein TL entspricht 2,5 g.

 

Fortain kostet beim Hersteller 80 g 4,70 € und 250 g 11,95 €

Im Internet oder auch im lokalen Tierfutterhandel finden Sie viele Bezugsquellen mit variierenden Preisen.

 

Hier finden Sie Quellen von Eisen mit B-Vitaminen in den USA, UK und Kanada.

 

Andere Produkte


Hämatopan 50 (Dragees) der Fa. Wolff (Humanpräparat) wird in der deutschen Nierenliste häufig empfohlen. Es ist frei verkäuflich in Apotheken und enthält neben Eisen auch Folsäure. Die Dosierung beträgt 1/10 - max. 1/8 Tablette täglich kurz nach dem Fressen (der besseren Verträglichkeit wegen). 20 Dragees Hämatopan 50 kosten ab 4 €

 

Hier finden Sie Quellen von anderen Produkten in den USA, UK und Kanada.

 

Orale Eisenergänzung durch Futter


Wenn möglich, ziehen manche Menschen es vor, ihre Katzen auf natürlichem Weg mit Eisen zu versorgen, z.B. bei Infektionen. Geben Sie keiner Katze Eisen, die eine bakterielle Infektion hat, denn Bakterien blühen mit Eisen auf. Aus diesem Grund sequestriert der Katzenkörper bei einer Entzündung oder Infektion das Eisen (d.h., das Eisen wird dem Blutstrom entnommen und u.a. in der Leber weggespeichert), um die Bakterien nicht noch zusätzlich zu füttern. Das bedeutet, der Körper ist nicht imstande, das Eisen zu nutzen, das Sie verabreichen, es kann sich jedoch in der Leber aufstauen.

 

In den meisten Fällen ist eine Infektion oder Entzündung nur kurzfristig, dann ist keine Eisenergänzung nötig. Wenn Ihre Katze also während dieser Zeit eine zusätzliche Eisenergänzung benötigt, könnten Sie Ihren TA fragen, ob Sie das Eisen nicht durch Fleisch geben können. Der Verarbeitungsprozess im Körper unterscheidet sich hier offenbar etwas, daher könnte das geeignet sein.

 

Einige Menschen verfüttern erfolgreich ein kleines Stück Hühnerleber (ein bis zwei EL, ein- oder zweimal die Woche). Die meisten Katzen scheinen Leber zu mögen. Sie sollten aber nicht zu oft Leber verfüttern, denn sie enthält sehr große Mengen an Vitamin A und auch an Phosphat, aber die o.g. Menge sollte kein Risiko sein, besprechen Sie das mit Ihrem TA. Wenn Sie es vorziehen, nicht selbst rohe Leber anfassen zu müssen, können Sie Stewart's Flavor Enhancer nehmen. Es ist sowohl als Rinder- als auch Hühnerleber erhältlich. Besprechen Sie die Menge mit Ihrem TA.

 

Hühnerherz wäre vielleicht eine bessere Wahl. Es enhält nicht so viel Eisen wie Leber (nur zwei Drittel der in der Leber enthaltenen Menge), aber dafür hat es viel weniger Phosphat und Vitamin A.

 

Frische oder gefrorene Hühnerherzen oder –leber finden Sie in D, A oder CH in Supermärkten (Tiefkühltheke, manchmal auch frisch) oder beim Metzger.

 

Eisensupplemente: Neben- und Wechselwirkungen


Eisenergänzungsmittel können Verstopfung oder Magenschmerzen verursachen. Theoretisch sollte Eisen auf leeren Magen eingenommen werden, aber mit dem Futter gegeben reduziert sich das Risiko von Magenproblemen.

 

Aluminiumhydroxid (ein Phosphatbinder) sollte idealerweise getrennt von Eisen verabreicht werden, denn der Binder kann die Absorption des Eisens verringern. Bei RxList finden Sie weitere Information über diese Wechselwirkung.

 

Nach einer Bluttransfusion sollten Sie Ihrer Katze kein Supplement geben, das Eisen enthält, sonst besteht das Risiko einer Eisentoxizität.

 

Auch bei einer vorhandenen bakteriellen Infektion ist Eisen tabu, denn Bakterien wachsen und gedeihen durch Eisen. Leidet eine Katze an einer Entzündung oder Infektion, sequestriert der Katzenkörper das Eisen (das heißt, es wird zurückgehalten und weggespeichert statt in den Blutstrom entlassen), um nicht die Bakterien damit zu füttern. Der Katzenkörper ist dann nicht in der Lage, das hinzugefügte Eisen zu nutzen, stattdessen kann es sich in der Leber anspeichern.

 

Besprechen Sie eine Eisendosierung grundsätzlich mit Ihrem TA, denn bei einer Überdosis kann Eisen sehr gefährlich werden. Toxicology brief: the toxicity of iron, an essential element (2006) Albretsen J., Veterinary Medicine Feb 2006 erklärt die Risiken und Auswirkung von zuviel Eisen und erwähnt, dass es neben anderen Problemen auch eine metabolische Azidose auslösen kann.


Bluttransfusionen


 

Einführung


Katzen können genau wie Menschen Bluttransfusionen erhalten. Sie werden bei schwer anämischen Katzen eingesetzt, z.B., bei CNE-Katzen, die Hilfe benötigen, um die Zeit zu überbrücken, bis ein ESS wirkt. Oder bei Katzen, die plötzlich sehr viel Blut verloren haben (z. B. bei einem Verkehrsunfall oder schweren gastrointestinalen Blutungen), oder die eine Antikörperreaktion auf ESS entwickelt haben.

 

Ein grober Anhaltspunkt, ab wann man eine Transfusion in Betracht ziehen sollte, könnte sein, wenn der Hämatokrit unter 13 bis 15 Prozent liegt und insbesondere dann, wenn die Katze sehr kämpfen muss, um mit der Anämie fertig zu werden. Oder wenn der Hämatokrit plötzlich stark abgefallen ist, denn dadurch hat der Körper der Katze keine Zeit, sich an die Anämie anzupassen.

 

Vetline stellt unter dem Titel „Transfusion von Blut und Blutersatzstoffen“ eine Zusammenfassung zum Thema vor.

Transfusion medicine -do's and don'ts (2010) ist ein Vortrag von Dr. U. Giger auf dem 35th World Small Animal Veterinary Association 2010 World Congress

Feline anaemias - therapeutic options and transfusion therapy (2002) ist ein Vortrag von Urs Giger auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress.

Canine and feline transfusions: tips, tricks and techniques for success Houchen H. & Woodson B., ist ein hilfreicher Artikel über Bluttransfusionen

Idiosyncrasies in feline blood transfusions (2012) Schumacher D., Veterinary Technician May 2012 ppE1-5 bietet einen Überblick über Bluttransfusionen und mögliche Probleme an.

 

Wie Bluttransfusionen durchgeführt werden


Obwohl einige Risiken damit verbunden sind, ist eine Bluttransfusion normalerweise keine große Prozedur. Das Blut wird entweder einer Spenderkatze der Klinik entnommen oder einer als Spender in Frage kommenden Katze eines Kunden, manchmal auch von Blutbanken (siehe unten). Es kann sowohl als Vollblut aber auch als Erythrozytenkonzentration verabreicht werden.

 

Die Katze bekommt das Spenderblut durch einen intravenösen Tropf. Normalerweise bleibt sie nur drei bis vier Stunden beim TA, gerade lange genug, um das Blut zu bekommen (es wird langsam gegeben), und um eine mögliche Reaktion zu überwachen (manchmal kommt es zu Durchfall, auch Übelkeit kann bei schlecht abgestimmten Transfusionen auftreten, ebenso Fieber).

 

Erhält Ihre Katze eine Bluttransfusion, darf Sie keine Eisen enthaltenden Supplemente bekommen, da sonst das Risiko einer Eisenintoxikation besteht.

 

Bluttransfusionen Wirksamkeit


Idealerweise verdoppelt sich der Hämatokritwert, aber das ist nicht immer so, insbesondere nicht bei CNE-Katzen. Anemia of chronic kidney disease (2009) Langston C. L. CVC in San Diego Proceedings schreibt: „Die Lebenszeit der transfundierten Blutkörperchen ist aufgrund der urämischen Umgebung und wegen kleinerer Inkompatibilitätsreaktionen verkürzt.“ Trotzdem geht es den meisten Katzen unmittelbar nach einer Transfusion sehr viel besser und sie benehmen sich auch so. Bei einem gut passenden Spender (siehe unten), kann die Wirkung vier bis fünf Wochen vorhalten. Verliert die Katze aber weiterhin Blut (z.B. durch gastrointestinale Blutungen), verkürzt sich die Zeitspanne.

 

The Merck Veterinary Manual bietet eine Übersicht über Bluttransfusionen an. Dort wird erklärt, wie Sie errechnen können, welchen Hkt-Spiegel Sie nach einer gut abgestimmten Transfusion erwarten können.

 

Assessment of five formulae to predict post-transfusion packed cell volume in cats (2014) Reed N., Espadas I., Lalor S. M. & Kisielewicz, Journal of Feline Medicine & Surgery 16(8) pp651-656 fand heraus, dass die folgende Berechnung am einfachsten ist und die genauesten Treffer bezüglich einer Vorhersage des Hkt-Spiegels nach einer Bluttransfusion ergibt, obwohl sie sich immer noch um acht Prozent vom tatsächlichen Ergebnis unterscheiden kann:

  • Anstieg des Hkt (in Prozent) nach einer Transfusion ist die Menge des infundierten Spenderbluts in ml geteilt durch das Gewicht in kg der die Spende erhaltenden Katze multipliziert mit 2.

  • Beispiel: Eine 4,5 kg schwere Katzen bekommt 50 ml Spenderblut, dann würde man von einem anschließenden Hkt-Anstieg von 5,5 Prozent ausgehen. Bei 30 ml Blut wäre es ein Anstieg von 3,3 Prozent.

Feline Blutgruppen


Genau wie bei Menschen haben auch Katzen verschiedene Blutgruppen, wenn auch weniger bekannten:

  • A        ist die häufigste Gruppe, insbesondere bei Nichtrassekatzen;

  • B        kommt relativ häufig bei Rassekatzen) vor; und

  • AB     ist selten

Bei Katzen gibt es jedoch, anders als Menschen, keine Universalspendergruppe (wenn bei Menschen die Blutgruppe unbekannt ist, können sie die universelle Blutgruppe 0 negativ' ohne Nebenwirkungen erhalten, um eine Krise zu überstehen). Katzen mit der Blutgruppe AB können jedoch Blut sowohl von Blutgruppe A- als auch B-Spendern erhalten, obwohl Feline nonregenerative anemia: diagnosis and treatment (2009) White C .& Reine N., Compendium: Continuing Education for Veterinarians 31(7) ppE8-12 festhalten, dass „Katzen der Blutgruppe AB am besten mit AB oder A transfundiert werden sollten.“

 

In Notfallsituationen, wenn eine Katze ohne Transfusion sterben müsste (z.B. nach einem Verkehrsunfall), kann ein Tierarzt auch eine Transfusion veranlassen, ohne die Blutgruppe abzuklären, und im Fall einer normalen Hauskatze wird das beim ersten Mal häufig nicht in einer Katastrophe enden. Aber es ist sehr viel riskanter bei Rassekatzen, bei denen seltene Blutgruppen öfter vorkommen.  Feline nonregenerative anemia: diagnosis and treatment (2009) White C. & Reine N., Compendium: Continuing Education for Veterinarians 31(7) ppE8-12 schreiben: „Ungefähr 70 Prozent aller Katzen der Blutgruppe B verfügen über ausreichende Mengen an Anti-A-Antikörpern, um mit einer akuten hämolytischen oder anaphylaktischen Reaktion selbst auf eine so geringe Menge wie nur 1 ml Blut des Typs A zu reagieren. Im Gegensatz dazu haben 35 Prozent aller Katzen mit der Blutgruppe A ebenfalls Anti-B-Antikörper, aber normalerweise in so reduzierter Anzahl, dass eine Transfusion mit der Blutgruppe B nur zu einer verminderten Überlebenszeit der roten Blutkörperchen und geringfügigen Transfusionsreaktionen führt.“ Wenn es die Zeit erlaubt (wie das normalerweise der Fall ist bei CNE-Katzen), ist es bei weitem sicherer, vor einer Transfusion die Blutgruppe zu bestimmen oder eine Kreuzprobe durchzuführen. Leider scheint die Blutgruppenbestimmung bei Katzen mit einem Hämatokrit unter zehn Prozent nicht genau zu sein.

 

Veterinärlabor Laboklin über die Blutgruppenbestimmung, Verträglichkeit und Rasseverteilung der Blutgruppen.

Laboklin bietet außerdem eine Information über „Blutgruppen bei Katzen“

Bluttransfusion bei der Katze ist ein Artikel von Dr. vet. Michael Streicher, in dem ebenfalls die Häufigkeit der verschiedenen Blutgruppen bei den verschiedenen Rassen aufgeführt werden.

Blutgruppen.

Whole blood transfusions in 91 cats: a clinical evaluation (2004) Weingart C., Giger U., Kohn B. Journal of Feline Medicine and Surgery 6 (3) pp139-148 schlussfolgern, dass "bei sorgfältiger Spenderauswahl und angemessenem Kompatibilitäts-Screening Bluttransfusionen gut vertragen werden, effektiv sind und die Überlebenschancen erhöhen".

Feline blood typing and transfusion - a practical approach (2006) Kohn B. & Weingart C., Präsentation auf dem 31. World Small Animal Veterinary Association World Congress bietet einen guten Überblick über Bluttransfusionen an.

Cornell University College of Veterinary Medicine gibt ebenfalls allgemeine Informationen über feline Blutgruppen und Transfusionen.

International Cat Care zeigt eine Tabelle, die aufführt, wie häufig die verschiedenen Blutgruppen in den unterschiedlichen Rassen auftreten.

 

Blutgruppenbestimmung und Kreuzproben


Blutgruppenbestimmung bedeutet, dass Sie als Spender eine Katze mit der gleichen Blutgruppe wie die Ihrer Katze finden müssen. Hat Ihre Katze z. B. Gruppe B, dann müssen Sie eine andere Katze mit Gruppe B als Spender finden.

 

Kreuzproben sind weitere Tests, die prüfen, ob das Blut der Spenderkatze sich mit dem der Empfängerkatze verträgt. Das ist wichtig, denn es gibt noch weitere Faktoren im Katzenblut. Selbst wenn die Blutgruppenbestimmung erfolgt ist, besteht immer noch das Risiko einer Antireaktion, wenn das Blut nicht gekreuzt wurde. In schweren Fällen kann das einen Schock auslösen oder sogar den Tod. Bitte beachten Sie auch: Selbst wenn die Spenderkatze bereits einmal erfolgreich mit einer Kreuzprobe getestet wurde, ist es immer noch am sichersten, die Kreuzprobe vor einer erneuten Bluttransfusion zu wiederholen, bevor Sie diese Katze wieder als Spender nehmen. Die Empfängerkatze könnte bereits Antikörper gegen das Blut der Spenderkatze entwickelt haben.

 

Wenn Sie eine Kreuzprobe machen, müssen Sie die Blutgruppe vorher nicht noch extra bestimmen lassen, denn das passiert dann automatisch bei der Kreuzbestimmung.

 

Eine Blutgruppenbestimmung machen in Deutschland, Österreich und der Schweiz die Veterinärlabore. Sie kostet ca. €35.

 

Das österreichische Labor Megacor beschreibt den Blutgruppenbestimmungstest – Info zum Test RapidVETTM- H Feline.

 

Das deutsche Labor Laboklin informiert ebenfalls über Blutgruppen und deren Bestimmung. Dort finden Sie auch generelle Informationen über die genetischen Blutgruppen von Katzen.

 

Woher bekommt man Blut: Blutspenderkatzen


Das Hauptproblem bei Bluttransfusionen ist meistens das Finden einer Spenderkatze, ganz besonders kurzfristig. Vielleicht eignet sich dafür eine andere Katze Ihrer Familie oder dem Freundes-/Bekanntenkreis als Spender, oder Ihr Tierarzt ist vielleicht in der Lage, eine zu finden (manchmal bieten TÄ auch ihre eigene Katze als Spender an).

 

Wenn Sie einen Spender haben, dann sollte dieser natürlich getestet und frei von ansteckenden Krankheiten sein wie z. B. Feliner Leukämie. Retroviral DNA - the silent winner: blood transfusions containing latent feline leukemia provirus causes infection and disease in naive recipient cats (2015) Nesina S., Helfer-Hungerbuehler A. K., Riond B., Boretti F. S., Willi B., Meli M. L., Grest P., Hofmann-Lehmann R., Retrovirology 12(105) beschreiben die Risiken mit Spenderblut von Katzen mit einem latenten Leukämievirus.

 

Die Spenderkatze muss außerdem gesund und groß genug sein, um ohne Nebenwirkungen für sich selbst Blut spenden zu können. Normalerweise sollte eine Spenderkatze mindestens 4,5 bis 5 kg wiegen. Zusätzlich darf sie nicht öfter als alle zwei Monate Blut spenden. Erfüllt die Spenderkatze diese Voraussetzungen, sind normalerweise keine Nebenwirkungen für sie zu befürchten, und es ist sowohl für die Spender- als auch die Empfängerkatze nicht stressiger als ein ganz normaler Tierarzt-Besuch. Das bedeutet nicht, dass es überhaupt keine Risiken gibt: Ein Mitglied von Tanya’s CKD Support Group verlor traurigerweise ihren Spenderkater. Plötzlich und unerwartet brauch er nach einer Blutspende zusammen und starb. Es besteht der Verdacht, dass es sich hierbei um eine unentdeckte Herzerkrankung handelte.

 

International Cat Care bietet weitere Informationen über Blut von Spenderkatzen an.

 

Als Alternative dazu gibt es eine begrenzte Anzahl von felinen Blutbanken, die helfen können:

 

Blutbanken: Hilfe aus dem Gefrierfach ist ein deutscher Artikel bei vetline.

 

Hier finden Sie Informationen zu Blutbanken in den USA, UK und Kanada.

 

Deutschland


Die Universitätskliniken bieten Bluttransfusionen an, aber mittlerweile gibt es auch immer mehr TA-Praxen, die Ihren Kundenstamm darum bitten, ihre Tiere als mögliche Blutspender registrieren zu lassen. Besprechen Sie mit Ihrem TA, ob sie/er das macht oder ob es jemanden in Ihrer Region gibt.

 

Die Aachener Tierblutbank hat felines Blut. Leider kommen dort nur Tierärzte an die weiterführenden Informationen, aber sie versenden das Blut anscheinend überall hin.

Herzblutfürkatzen ist eine private Initiative und vermittelt in dringenden Fällen im gesamten deutschsprachigen Raum kostenlos Spenderkatzen. Es gibt einen Notruf für Notfälle.

 

Österreich


Die Veterinäruniversität Wien führt eine Blutdatenbank. Sie helfen dort nicht nur Hunden, sondern auch Katzen.

Planet Hund ist eine Blutbank für Hunde und Katzen in Österreich

 

Schweiz


Das Tierspital der Universitätsklinik Zürich führt schon seit etlichen Jahren Transfusionen durch.

Das Tierärztliche Überweisungszentrum (TÜZ) verfügt über eine Blutbank für Hunde.

Die Tierklinik Aarau-West plant den Aufbau einer Blutbank.

 

Andere Möglichkeiten, an Blut zu gelangen


Da es schwierig sein kann, an felines Blut zu kommen, müssen manche Menschen sich nach anderen Alternativen umsehen.

 

Kanines Blut (Hundeblut)


Handelt es sich um einen Notfall, und Sie haben keine Möglichkeit, schnell genug an felines Blut zu kommen, können Sie auch einen Hund als Spender in Betracht ziehen. Die Studie Xenotransfusion with canine blood in the feline species: review of the literature (2013) Bovens C. & Gruffydd-Jones T., Journal of Feline Medicine and Surgery 15(2) pp62-7 fand heraus, dass kanines Blut einen Aufschub bis zu vier Tagen ermöglichen kann. Es darf aber nur einmal transfundiert werden. Jede weitere Transfusion wird einen anaphylaktischen Schock auslösen, der die Katze meistens tötet.

 

Pet360 erzählt die Erfahrung eines Katzenhalters nach einer kaninen Bluttransfusion.

 

Stern berichtet auf Deutsch über einen Kater in Neuseeland, dessen Leben durch Hundeblut gerettet wurde.

 

Oxyglobin (Synthetisches Blut)


Oxyglobin ist ein synthetisches Blutprodukt und enthält Hämoglobin. Es wurde genehmigt zur Anwendung bei Hunden zu einer einmaligen Behandlung. Es enthält keine Roten Blutkörperchen, deshalb hält seine Wirkung nur kurzfristig an (ein paar Tage). Da es eher für Hunde als für Katzen entwickelt wurde, besteht das Risiko einer Volumenüberladung beim Gebrauch von Oxyglobin (nur vier Prozent des Körpergewichts einer Katze zählt zum Blutvolumen, bei Hunden liegt dieser Wert bei sieben Prozent). Es ist daher besser, felines Blut für eine Transfusion zu verwenden, aber in dringenden Fällen könnte eine einmalige Gabe von Oxyglobin helfen, etwas Zeit zu gewinnen, um eine passende Spenderkatze zu finden.

 

Leider ist der Hersteller Pleite gegangen, aber offensichtlich hat eine andere Firme die Produktion übernommen.

 

Vetline beschreibt das auf Deutsch.

Hemoglobin Oxygen Therapeutics ist die Website des Herstellers.

Dechra ist die Website des Vertreibers.

Veterinary Practice News erklärt, wie Oxyglobin den Zeitraum überbrücken kann bis frisches Blut eintrifft.

Clinical use of a haemoglobin-based oxygen carrying solution (Oxyglobin) in 48 cats (2002-2006) (2008) Weingart C., Kohn B., Journal of Feline Medicine & Surgery 10(5) pp431-8 fand heraus, dass Oxyglobin sehr gut wirkt, um eine Anämie von Katzen zu verbessern, aber der Einsatz bei herzkranken Katzen riskant ist.

 

Kosten einer Bluttransfusion


Die Kosten einer Bluttransfusion sind sehr unterschiedlich, je nachdem, wo Sie wohnen, und woher Sie das Blut bekommen. Wenn Sie Blut von einer Blutbank erhalten, kostet es mehr, als wenn Sie frisches Blut von einem registrierten Spender bei Ihrem TA bekommen oder wenn gar eine Ihrer eigenen Katzen als Spender geeignet ist.

 

Die Kosten setzen sich aus einigen oder allen folgenden Faktoren zusammen: 

  • Bluttypenbestimmung und Kreuzprobe

  • Bluttests wie z.B. Hämatokrit

  • Kosten des Bluts oder für die Bereitstellung einer Spenderkatze

  • Kosten der Untersuchung der Spenderkatze

  • Kosten der Tierklinik einschließlich intravenöser Bluttransfusion und anschließender Betreuung

In Deutschland kostet eine reine Bluttransfusion um die 80 €, nicht mitgerechnet sind die anderen oben erwähnten Kosten.

 

Antikörperbildung gegen Bluttransfusionen


Die meisten CNE-Katzen benötigen keine Bluttransfusion, und diejenigen, die eine benötigen, brauchen mit etwas Glück nur eine einzige, vielleicht um sie über die Runden zu bringen bis die Wirkung der ESS eintritt.

 

Katzen, die jedoch mehr als eine Transfusion benötigen, können unglücklicherweise genau wie bei ESS mit der Zeit Abwehrreaktionen auf Bluttransfusionen entwickeln. Das Risiko dieser Möglichkeit steigt mit jeder Transfusion (der Körper der Katze glaubt dann, das gespendete Blut ist ein Fremdkörper und beginnt es abzustoßen).

 

Man nimmt an, die Grenze liegt grob geschätzt bei ungefähr fünf Transfusionen pro Katze. Anfangs hält eine Transfusion vielleicht noch ungefähr fünf Wochen vor – immer abhängig von der Ursache der Anämie, aber dieser Zeitraum verkürzt sich mit jeder weiteren Transfusion, bis sie irgendwann nur noch wenige Tage ausreicht.

 

Nachdem ich darauf hingewiesen habe, möchte ich jedoch auch anführen, dass es einige Mitglieder in Tanya's CKD Support Group gibt, deren Katzen aufgrund von Transfusionen sehr viel länger lebten. Eine Katze überlebte neun Monate lang mit Transfusionen, nachdem sie eine Antikörperreaktion auf Epogen entwickelt hatte. Danach war nur noch ungefähr eine monatlich nötig. Eine andere Katze bekam über einen Zeitraum von zwei Jahren problemlos 40 Transfusionen (der genaue Grund der Ursache dieser Anämie ist unbekannt, aber es scheint kein CNE-Problem gewesen zu sein). Vor jeder Transfusion bekam sie zur Risikominimierung ein Antihistaminikum.

 

Bis zu zwei Wochen danach kann es manchmal auch noch zu einer verzögerten Nebenwirkung auf eine Bluttransfusion kommen. Das übliche Anzeichen dafür ist ein langsamer aber stetiger Hämatokritabfall. Die normale Vorgehensweise ist dann eine weitere Bluttransfusion.  In dem Vortrag Transfusion reactions and treatment (2015) erklärt Perry S., Präsentation auf der Michigan Veterinary Conference Proceedings mehr zu diesem und anderen möglichen Problemen.

 

Transfusionen für Katzen mit einer Antikörperreaktion auf ESS


Leidet Ihre Katze an einer schweren, CNE-bedingten, nicht-regenerativen Anämie, aber ihr Zustand ist noch nicht kritisch (d.h. bei einem Hkt über 13 bis 15 Prozent), würde ich Ihnen zu ESS statt zu Bluttransfusionen raten und die Transfusionsmöglichkeit als Sicherheit in der Hinterhand behalten für den Fall, dass Ihre Katze eine Antikörperreaktion auf ESS entwickelt. Dadurch erhalten Sie sich die Möglichkeit, durch Transfusionen weitere gemeinsame Zeit mit Ihrer Katze zu gewinnen.

 

Falls Ihre Katze eine Reaktion auf ESS wie Darbepoetin (Aranesp) oder Epoetin (Epogen oder Eprex) entwickelt, lautet die gute Nachricht, dass das nicht heißt, dass auch das Risiko einer Antikörperreaktion auf Spenderblut steigt.

 

Katzen mit einer Antikörperreaktion auf ESS  benötigen während der Zeit, wo der Körper sich mit den Antikörpern auseinandersetzt, anfangs oft ziemlich häufig Transfusionen. Aber die Zeiträume zwischen den Transfusionen werden durch den Abbau der Antikörper mit der Zeit länger (das kann bis zu acht Monaten dauern, bei einigen Katzen sogar noch länger).

 


Wie Sie Ihrer Katze das Leben erleichtern können


 

Anstrengungen reduzieren


Ganz einfache Dinge wie z. B. aufs Bett springen oder Treppen steigen können für eine anämische Katze enorm anstrengend sein. Thomas ging drei Wochen lang nicht mehr die Treppen nach unten und blieb einfach oben, bis er wieder stärker wurde. Erleichtern Sie ihr daher liebevoll solche alltäglichen Anstrengungen wie z. B. das Aufsuchen der Katzentoilette. Steht die Toilette im unteren Stockwerk, aber Ihre Katze möchte oben bleiben, stellen Sie doch einfach oben noch in der Nähe ihres Lieblingsplatzes eine weitere Toilette hin (aber weit genug vom Futter- und Trinknapf). Ist der Rand der Toilette hoch, kann es ihr schwerfallen, rüberzuklettern. Also stellen Sie ihr bitte eine Toilette mit einem niedrigeren Rand hin bis sie wieder genug Kräfte gesammelt hat.

 

Ähnlich gehen Sie beim Futter- und Wassernapf vor. Die Katze wird geneigt sein, mehr zu fressen, wenn sie nicht erst eine ewig lange Wanderung bis zum Napf zurücklegen muss.

 

Heizkissen


Anämischen Katzen ist sehr kalt, sogar im Sommer. Die beste Behandlung, die wir finden konnten - selbstverständlich neben der Behandlung der Anämie selbst - war ein Heizkissen. Viele Heizkissen sind klein und flach mit einem flauschigen Bezug - sie sehen aus wie kleine flache Katzenbetten. Thomas hatte lange Beine, aber sein Bettchen - im Quadrat 30 Zentimeter – reichte ihm, denn anämische Katzen rollen sich ohnehin zusammen, weil sie frieren.

 

Es gibt eine ganze Reihe unterschiedlicher Modelle:

  • Elektrische Betten, die dauerhaft die gleiche Temperatur halten. Bei einigen können Sie bis zu drei verschiedene  Temperaturstufen wählen, das Kissen hält dann ständig die ausgewählte Temperatur.

  • Elektrische Betten, die sich nur dann erwärmen, sobald die Katze sich darauflegt. Auch bei diesen Kissen können Sie manchmal zwischen verschiedenen Temperaturstufen wählen.

  • Betten, die ohne Strom die Körpertemperatur der Katze reflektieren und sie dadurch warmhalten (Ancol selbstheizende Katzendecke)

Selbstverständlich müssen Sie bei den elektrischen Kissen Ihre Katze überwachen. Ich würde auch keinesfalls eines davon bei einer Katze einsetzen, die sich nicht bewegen oder weggehen kann, wenn es ihr zu heiß wird. Wir hatten nie das Problem mit einer Überhitzung. Thomas empfand das Heizkissen als äußerst angenehm, als seine Anämie sehr schwer war. Unser Harpsie liebte es, als er an Arthritis erkrankte.

 

Heizkissen finden Sie in D/A/CH in Apotheken, Sanitätsgeschäften, Kaufhäusern, Zoohandlungen oder auch bei Amazon. Es gibt eine sehr große Auswahl.

 

Selbstheizende Decke finden Sie ebenfalls bei Amazon, aber auch in vielen Tierfachgeschäften und Zoohandlungen.

 

Katzentreppen


Erleichtern Sie durch Kletterhilfen die Kletteranstrengung Ihrer Katze. Thomas hatte das Bett als seinen Lieblingsplatz auserkoren. Wir stellten also eine ganze Serie von Fuß- und Klavierbänken usw. auf, um ihm den Zugang dorthin durch eine Art Treppe zu erleichtern. Zusätzlich stellten wir seinen Futternapf aufs Bett, der Wassernapf kam auf den Nachttisch. Er musste das Bett also nur noch verlassen, um auf das Katzenklo zu gehen. Aber behalten Sie im Hinterkopf, dass es manchmal vorkommt, dass eine Katze aufgrund einer Erblindung durch Bluthochdruck nicht mehr klettert oder springt.

 

Fertige Treppen und Kletterhilfen finden Sie im Zoofachhandel und bei vielen Händlern im Internet.

 

Andere Behandlungsmaßnahmen


Diese Behandlungen führe ich separat auf, denn es ist unwahrscheinlich, dass sie sich für die meisten Katzen eignen oder ihnen nutzen.

Anabole Steroide


Wenn die Anämie noch nicht zu weit fortgeschritten ist, bieten einige TÄ anabole Steroide an, um die Anämie zu verbessern oder zumindest den Verlauf der Krankheit zu verlangsamen. Sie sollten auch bei CNE-Katzen mit Muskelschwund oder als Appetitanregungsmittel hilfreich sein.  

 

Als ich vor Jahren diese Website anfing, waren anabole Steroide mehr angesagt, daher setzte ich sie bei Thomas ein. Sie unterstützten zwar sein generelles Wohlbefinden, aber seine Anämie war viel zu schwer, als dass sie ihm hätten helfen können.

 

Obwohl anabole Steroide immer noch von einigen britischen TÄ angeboten werden, werden sie in den USA erheblich seltener eingesetzt. Steroide können die Leber angreifen, daher muss Ihr TA unbedingt die Leberwerte Ihrer Katze überprüfen, wenn Sie sie Ihrer Katze geben. In Anemia of chronic kidney disease (2009) Langston C. L., CVC in San Diego Proceedings steht: „Anabole Steroide wurden zur Behandlung einer Anämie bei CNE empfohlen. Die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus und waren in der Regel enttäuschend. Ihre Verwendung kann aufgrund der mangelnden Wirksamkeit und der Gefahr einer Lebertoxizität daher nicht empfohlen werden.“

 

Im Kapitel „Behandlungsmöglichkeiten“ finden Sie weitere Informationen über anabole Steroide.

 

Vitamin E


Vitamin E ist ein Antioxidans. Es gibt Studien über die Rolle von Antioxidans zur Verbesserung der Gesundheit.  The Winn Feline Foundation gab der Colorado State University 2010 einen Zuschuss für eine Studie über "Vitamin E als eine neue Behandlungsmethode von Anämie bei Felinem Chronischem Nierenversagen“. Die Studie wurde 2013 fertiggestellt, die Winn Feline Foundation berichtet, dass: „die Verabreichung von Vitamin E weder das klinische Bild noch das Ausmaß des oxidativen Stresses oder den Grad der Anämie bei Katzen mit chronischer Nierenerkrankung beeinflusste“.

 

Im Kapitel Ernährungsanforderungen finden Sie weitere Informationen über Vitamin E.

 


Klinische Studien


 

Prolylhydroxylase-Hemmer (HIF-PH Hemmer)


In den vergangenen Jahren schrieben mir einige Menschen, dass sie mit ihren Katzen in verschiedenen Zentren an einer klinischen Doppelblindstudie zur Anämiebehandlung teilnahmen. Die Katzen wurden 30 Tage lang behandelt, das Blut jeweils einmal wöchentlich überprüft. Den Haltern war nicht bekannt, ob ihre Katze das Medikament oder ein Placebo bekam. Wie ich gehört habe, scheint es eine vielversprechende neue Behandlung zu sein. Ich weiß es nicht genau, aber ich vermute, dass es sich bei diesem Medikament um einen Prolylhydroxylase-Hemmer handelt.

 

Wie oben erläutert, erzeugen die Nieren ein Hormon namens Erythropoetin, es regt das Knochenmark zur Erzeugung roter Blutkörperchen an. Diesen Vorgang nennt man Erythropoese. Die roten Blutkörperchen transportieren den Sauerstoff durch den ganzen Körper überall dort hin, wo er benötigt wird. Fällt der Sauerstoffgehalt in den Zellen ab, wird ein Protein namens Hypoxie-induzierbarer Faktor (HIF) freigesetzt, es stimuliert die Nieren, zur Erythropoetinherstellung. Sobald wieder genügend Sauerstoff im Körper vorhanden ist, wird HIF wieder abgebaut und durch ein Enzym namens HIF-Prolylhydroxylase eliminiert. HIF-Prolylhydroxylase-Hemmer haben die Aufgabe, wie ihr Name schon sagt,  HIF-PH daran zu hindern, HIF zu zerstören, damit HIF die Nieren weiterhin zur Erythropoetinherstellung anregt, und weiter vermehrt rote Blutkörperchen hergestellt werden.

 

Unter anderen erforscht Bayer den Einsatz von HIF-PH-Hemmern. Dazu geben sie einmal täglich verschiedenen Spezies eine Tablette. Medicine of the future (2015) ist ein Bericht von Bayer, in dem diese Behandlungsmethode beschrieben wird. Darin steht, dass der Vorgang vergleichbar abläuft, als würde man auf eine große Höhe steigen. „Unser Wirkstoff gaukelt dem Körper vor, dass er nicht genügend Sauerstoff bekommt, ähnlich, als wäre er in einem Trainingslager auf 4000 m Höhe in dünner und sauerstoffarmer Luft“.

 

Obwohl die kranken Nieren nicht mehr so gut Erythropoetin herstellen können, hofft man doch, dass der Einsatz von HIF-PH-Hemmern sie bei der Erfüllung dieser Aufgabe besser unterstützt und sich dadurch die

Gefahr einer Anämie bei CNE-Katzen verringert.  Zusätzlich scheint der Einsatz von HIF-PH-Hemmern den Bedarf an Eisensupplementen zu reduzieren, die normalerweise bei Patienten mit chronischer Nierenerkrankung empfohlen werden, die mit ESS behandelt werden. Es wird davon ausgegangen, dass der kleine aber stetige Anstieg an Erythropoetin bei dieser Behandlungsform sicherer ist und das Bluthochdruckrisiko reduziert, das mit einer ESS-Behandlung verbunden ist.

 

University of Pennsylvania klinische Versuchsreihe (2016)


University of Pennsylvania School of Veterinary Medicine lädt zur Zeit (April 2016) neue Teilnehmer ein, sich an einer Versuchsreihe über eine neue Behandlungsmethode von an Anämie erkrankten CNE-Katzen zu bewerben. Die Teilnahmekriterien sind: Die Katze muss mindestens in Stufe 3 an CNE erkrankt sein, einen Hämatokritspiegel unter 29 Prozent haben und darf noch nie zuvor in irgendeiner Form ESS bekommen haben. In dieser Studie bekommen die Katzen eine intramuskuläre Injektion des zu testenden Medikaments. In den ersten beiden Monaten werden sie alle zwei Wochen untersucht und die Blutwerte überprüft. Wiederholungsuntersuchungen finden dann nach 3, 6, 9 und 12 Monaten statt. 

 

Ich dachte zuerst, auch hier handelt es sich um einen Test von HIF-PH-Hemmern. Aber nachdem das Medikament intramuskulär injiziert wird, bin ich mir da nicht sicher. 

 


Zusammenfassung


 

Ich weiß, das alles erscheint erst einmal überwältigend, daher eine kurze Zusammenfassung: 

  • Wenn Ihre Katze anämisch ist, egal wie schwer und was auch immer der Grund sein mag, geben Sie ihr sofort B-Vitamine. Vitamin 12 in Form von Methylcobalamin ist ganz besonders hilfreich. Auf der B-Vitamine-Seite finden Sie dazu weitere Informationen.

  • Wenn Sie eine andere Ursache außer der CNE feststellen, dann behandeln Sie sie. Vielleicht reicht das schon, um die Anämie unter Kontrolle zu bringen. Beispielsweise können sich die Werte anämischer Katzen mit Infektionen erheblich verbessern, wenn die Infektion unter Kontrolle gebracht wird. Katzen mit gastrointestinalen Blutungen benötigen vielleicht eine Behandlung mit Sucralfat (Ulcogant in D). In manchen Fällen kann schon die Behandlung dieser anderen Ursachen die Anämie in einem solchen Ausmaß verbessern, dass Sie noch nicht mit ESS anfangen müssen.

  • Wenn Ihre Katze an einem Eisenmangel leidet oder Sie anfangen, mit ESS wie z.B. Darbepoetin (Aranesp) oder Epoetin (Epogen oder Eprex) zu behandeln, dann fragen Sie Ihren TA nach einem Eisensupplement, das auch bei einer Eisenmangelanämie nötig sein kann. Katzen mit Infektionen oder die eine Transfusion bekommen haben, dürfen keine Eisensupplemente erhalten.

  • In Fällen leichter Anämie (Hkt über 19 Prozent), könnten anabole Steroide bis zu einem gewissen Grad hilfreich sein, auch wenn sie heutzutage nicht mehr üblich sind.

  • Bei einer schweren nicht-regenerativen Anämie (Hkt unter 20 Prozent), die von einer CNE verursacht ist (weil das Hormon Erythropoetin fehlt, das die kranken Nieren nicht mehr länger herstellen können), werden Sie den Einsatz einer synthetischen Version dieses Hormons wie NeoRecormon oder Aranesp in Betracht ziehen, insbesondere, wenn Ihre Katze bereits Symptome einer Anämie zeigt. Das Kapitel Erythropoese-stimulierende Substanzen klärt über diese Behandlungen sehr detailliert auf.

  • Ist die Anämie Ihrer Katze extrem schwer (Hkt unter 13 Prozent) - aus welchem Grund auch immer – werden Sie eine Bluttransfusion veranlassen müssen, um Ihre Katze am Leben zu erhalten, und um ausreichend Zeit zu gewinnen, der Ursache auf den Grund zu gehen und andere passende Behandlungsmaßnahmen zu beginnen.

Erinnern Sie sich:

 

Eine Anämie ist fast immer behandelbar, also geben Sie die Hoffnung nicht auf! Thomas Weg ging von der Unfähigkeit, noch Treppen steigen zu können, bis zu dem Punkt, dass er wieder jagen konnte, als seine Anämie unter Kontrolle war. (Ja, ich weiß, nicht gerade sein bester Charakterzug, aber er war jahrelang ein Streuner gewesen, und alte Gewohnheiten sterben langsam.)

 

 

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Diese Seite zuletzt überarbeitet: 07 November 2016

 

Links auf dieser Seite zuletzt überprüft: 05. September 2016

 

   

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Ich habe mich sehr bemüht sicherzustellen, dass alle Informationen auf dieser Website richtig sind. Aber ich bin KEIN Tierarzt, nur eine ganz normale Person, die mit drei ihrer Katzen chronische Nierenerkrankungen durchlebt hat.

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