TANYAS UMFASSENDES HANDBUCH

 

ÜBER CHRONISCHE NIERENINSUFFIZIENZ (CNI)

 

BEI KATZEN

 

 

 

DIE WICHTIGKEIT DER PHOSPHATKONTROLLE

 

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Warum hohe Phosphatwerte so wichtig sind


Symptome eines erhöhten Phosphatspiegels


Phosphat messen und anzustrebender Blutphosphatwert


Zusammenfassung der Phosphatziele


Wege zur Kontrolle des Phosphatspiegels



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Überblick


  • Liegt der Phosphatwert Ihrer Katze beim Bluttest über 1,9 mmol/L (international)  oder 6 mg/dl (USA), ist er zu hoch, und Sie müssen ihn unter Kontrolle bringen.

  • Dadurch können Sie das Voranschreiten der CNE verlangsamen und zugleich das Risiko anderer schwerwiegender gesundheitlicher Probleme reduzieren, und das Wohlbefinden Ihrer Katze steigern.

  • Der erste und beste Schritt ist phosphatreduziertes Futter, idealerweise mit einem Wert unter 0,5 Prozent Phosphat in der Trockensubstanzanalyse. Dieses Kriterium erfüllen aber nur die therapeutischen  Nierendiäten.

  • Das kann helfen, den Phosphatspiegel Ihrer Katze zu kontrollieren. Verweigert Ihre Katze so eine Nierendiät, geben Sie ihr eine Sorte mit so wenig Phosphatanteil wie möglich und - falls nötig – zusätzlich Phosphatbinder. Das kann helfen, den Phosphatspiegel Ihrer Katze zu kontrollieren.

  • Auf der linken Seite ist die Liste mit den Inhaltsangaben dieses Kapitels.

Bitte lesen Sie auch das Kapitel über Phosphatbinder.

 


Warum hohe Phosphatwerte so wichtig sind


 

Phosphat ist ein für die Gesundheit unentbehrliches Mineral, das in vielen Lebensmitteln enthalten ist. Der Körper reguliert seinen Phosphathaushalt sehr gut, indem er überschüssiges Phosphat durch die Nieren ausscheidet. Die kranken Nieren einer CNE-Katze können diese Leistung jedoch nicht mehr erbringen und überschüssiges Phosphat ausreichend ausfiltern. Dadurch steigt bei den meisten CNE-Katzen der Phosphatspiegel stark an, das nennt man Hyperphosphatämie.

 

Anders als in der umstrittenen Proteinfrage muss eine Hyperphosphatämie zweifelsfrei wegen der damit zusammenhängenden Probleme behandelt werden. Hohe Phosphatspiegel können:

 

dazu beitragen, dass eine Katze sich krank fühlt


Hohe Phosphatwerte können eine ganze Reihe verschiedener, sehr unangenehmer Symptome hervorrufen und sind auch  dafür verantwortlich, dass sich eine CNE-Katze ganz generell krank fühlt. Eine Liste möglicherweise auftretender Symptome finden Sie unten.

 

das Voranschreiten der CNE beschleunigen


Hohe Phosphatspiegel können das Fortschreiten der CNE beschleunigen. Die Studie Serum phosphate and mortality in patients with chronic kidney disease (2010) Eddington H., Hoefield R., Sinha S., Chrysochou C., Lane B., Foley R. N., Hegarty J., New J., O'Donoghue D. J., Middleton R. J. & Kalra P. A.,  Clinical Journal of the American Society of Nephrology 5(12) pp2251-2257 fand heraus, dass das Todesrisiko menschlicher Patienten in den Stadien 3 und 4 erhöht war, wenn ihre Phosphatspiegel im oberen Referenzbereich lagen, sogar auch dann, wenn ihr Phosphatwert noch innerhalb der normalen Referenzwerte lag. Eine Studie an Katzen: Survival in cats with naturally occurring chronic kidney disease (2000-2002) (2008) Boyd L. M., Langston C., Thompson K., Zivin K. & Imanishi M., Journal of Veterinary Internal Medicine 22(5) pp1111-7, fand heraus, dass sich das Todesrisiko mit jedem mg/dl Phosphatanstieg im Blut der Katzen um 11,8 Prozent erhöhte.

 

Survival of cats with naturally occurring chronic renal failure: effect of dietary management  (2000) Elliott J., Rawlings J. M., Markwell P. J., Barber P. J. Journal of Small Animal Practice 41(6) pp235-242, fanden heraus, dass Katzen, die eine phosphatreduzierte Diät erhielten oder Futter mit zusätzlichem Phosphatbinder, mehr als doppelt so lange lebten wie Katzen, die keinen bekamen.

 

The role of phosphorus in the pathophysiology of chronic kidney disease (2013) Geddes R. F., Finch N. C., Syme H. M., Elliott J., Journal of Veterinary Emergency & Critical Care (San Antonio) 23 pp122-133 berichten über ein Phosphatonin, genannt Fibroblastenwachstumsfaktor 23 (FGF-23), das als „Schlüsselregulator der Plasmaphosphatkonzentration bei Menschen betrachtet wird" und sagt, dass die Rolle von FGF-23 auch bei Haustieren mit CNE untersucht wird. Früherkennung geht kurz auf die Rolle von FGF-23 bei der Früherkennung einer CNE ein. Eine deutsche Erklärung finden Sie bei Spektrum der Dialyse.

 

Laboratory evaluation in dogs and cats with chronic kidney disease (2015) Grauer GF Clinician's Brief May 2015 pp65-69 stellt fest: „Engere Kontrollen von Hyperphosphatämie, renaler Proteinurie und der systolischen Hypertonie könnten das Behandlungsergebnis verbessern.“

 

verursachen Sekundären Hyperparathyreoidismus


Erhöhte Phosphatwerte wirken sich nachhaltig negativ auf den Kalziumspiegel aus,  und können irgendwann Probleme verursachen, indem sie ein Hormon namens Parathormon aktivieren. Im Laufe der Zeit entsteht dadurch eine ernsthafte Erkrankung, ein sogenannter Sekundärer Hyperparathyreoidismus. Das ist eine Überfunktion der Nebenschilddrüsen und hat nichts mit Hyperthyreoidismus, einer Schilddrüsenüberfunktion, zu tun. Cornell University College of Veterinary Medicine weist aber darauf hin, dass bei ungefähr 20 Prozent der Katzen mit einer Schilddrüsenüberfunktion auch erhöhte Phosphatwerte vorliegen.

 

In Chronic kidney disease (CKD) in dogs and cats - staging and management strategies (2015), einem Vortrag auf der Virginia Veterinary Medical Association 2015 Virginia Veterinary Conference, macht Dr. D. Chew darauf aufmerksam, dass bei einer CNE-Katze selbst dann sekundärer Hyperparathyreoidismus auftreten kann, wenn sowohl der Phosphatspiegel als auch das ionisierte Kalzium normal sind. Er erklärt: „Im Frühstadium einer chronischen Nierenerkrankung halten erhöhte Parathormonwerte (PTH) das Serumphosphat innerhalb der normalen Grenzwerte, indem sie die Phosphatausscheidung durch den Urin erhöhen. Dadurch normalisiert sich zwar das Serumphosphat, aber auf Kosten eines Hyperparathyreoidismus.“ Aus diesem Grund profitieren selbst Katzen mit normalen Phosphatwerten, aber erhöhtem PTH-Spiegel, von einer Phosphatreduzierung.  

 

Relationship among serum creatinine, serum gastrin, calcium-phosphorus product, and uremic gastropathy in cats with chronic kidney disease (2014) McLeland S. M., Lunn K. F., Duncan C. G.,, Refsal K. R. & Quimby J. M., Journal of Veterinary Internal Medicine 28(3) pp827-37 verglichen CNE-Katzen mit gesunden Katzen und fanden heraus, dass „das hohe Auftreten von Fibrosen und Mineralisierungen bei CNE-Katzen darauf hinweist, dass eine aggressivere Behandlung sowohl der Hyperphosphatämie als auch des renalen sekundären Hyperparathyreodismus in Betracht gezogen werden sollten.“

 

die Reaktion auf eine Anämiebehandlung erschweren


Hohe Phosphatwerte könnten die Reaktion einer Katze auf ESS erschweren. Diese  Behandlungsmethode wird bei schweren Anämien eingesetzt, die bei CNE-Katzen relativ häufig auftritt.

 


Symptome einer Hyperphosphatämie


Ein zu hoher Phosphatspiegel zeigt sich durch eine Reihe verschiedener Symptome. Sie müssen nicht alle auftreten, einige haben auch noch andere Ursachen, die bei jedem Symptom beschrieben werden. Fällt Ihnen aber eines der unten aufgeführten Symptome bei Ihrer Katze auf, überprüfen Sie bitte den Phosphatspiegel, und stellen Sie sicher, dass er nicht höher als 1,9 mmol/L (internationale Einheit) oder 6 mg/dl (US-Einheit) liegt.

 

Appetitverlust


Katzen mit hohen Phosphatspiegeln fühlen sich krank und elend, dadurch kommt es zu Appetitverlust, insbesondere, wenn sich auch ein Sekundärer Hyperparathyreoidismus entwickelt.

 

Andere Gründe sind Giftstoffe im Blut, die einen Magensäureüberschuss verursachen. Anämie, Zusammenbruch, metabolische Azidose, Mundgeschwüre, Flüssigkeitsansammlung, der Einsatz von Antibiotika, Verstopfung oder Medikamente gegen Schilddrüsenüberfunktion. Auch Probleme mit den Zähnen können Appetitverlust verursachen.

 

Katzen, die nicht regelmäßig fressen, laufen Gefahr, an einer potentiell lebensgefährlichen Krankheit, der „hepatischen Lipidose", zu erkranken: Mar Vista Vet bietet auf Englisch weitere Informationen dazu an. Eine deutsche Erklärung finden Sie bei der Schweizerischen Vereinigung für Kleintiermedizin (scrollen Sie runter bis zum zweiten Absatz). Daher ist es wichtig, dass Sie die Ursache herausfinden und schnellstmöglich behandeln.

 

Juckreiz


Juckreiz tritt bei Katzen mit erhöhtem Phosphatspiegel relativ häufig auf, besonders dann, wenn er nicht behandelt wird und in einen Sekundären Hyperparathyreoidismus übergeht.

 

Juckreiz kann auch durch Giftstoffe im Blut hervorgerufen werden, auf einen Vitamin-B-Mangel hinweisen oder das Zeichen für einen Mangel an essentiellen Fettsäuren sein. Insbesondere Juckreiz im Gesicht kann aber auch die Nebenwirkung eines Medikaments gegen eine  Schilddrüsenüberfunktion sein. Manchmal ist Juckreiz auch Anzeichen einer Lebererkrankung. In diesem Fall sind bei den Blutwerten Ihrer Katze die Leberenzyme erhöht.

 

Koordinationsschwierigkeiten der Glieder oder Hinterbeinschwäche


Ein hoher Phosphatspiegel kann die Botschaften der Nervenzellen stören, die die Glieder koordinieren. Diesen Zustand nennt man „Neuropathie". Einige der Symptome führen sogar zu einem „Vergessen" der Hinterbeine (die Katze steht auf und versucht, ohne sie zu laufen oder lässt sie nach dem Putzen in der Luft hängen), weitere Anzeichen sind Stolpern oder überkreuzen der Füße beim Gehen.

 

Plantigrader Gang


Auch ein plantigrader Gang ist möglich (Ollie zeigt ihn auf dem linken Foto). Dabei läuft die Katze statt auf den Füßen auf ihren Sprunggelenken. Das ist ein häufiges Symptom diabetischer Katzen, wird aber manchmal auch bei Katzen mit hohem Phosphatspiegel beobachtet oder bei neurologischen Problemen aufgrund anderer Ursachen. Bei Ollie trat dieses Symptom wegen eines zu niedrigen Kaliumspiegels auf.

 

Long Beach Animal Hospital zeigt das Foto einer Katze mit einer diabetischen Neuropathie (klicken Sie auf „Symptome"). Bei Newman Veterinary finden Sie ein gutes „Vorher"/„Nachher"-Foto einer diabetischen Katze mit diesem Symptom. Scrollen Sie runter bis zu „other common consequences", dann klicken Sie auf „Plantigrade Stance" auf dem roten Hintergrund.

 

University of Chicago Center for Peripheral Neuropathy ist eine Humanwebseite, bei der die urämische Neuropathie (das ist eine durch CNE verursachte Neuropathie) erklärt wird.

med2click bietet eine Erklärung auf Deutsch an.

 

Zähneknirschen


Wird der erhöhte Phosphatspiegel Ihrer Katze nicht behandelt, kann sich mit der Zeit auch ein sogenannter Sekundären Hyperparathyreoidismus entwickeln. Ein Symptom dafür ist der sog. „Gummikiefer", der sich manchmal auch durch Zähneknirschen zeigt.

 

Weitere häufig auftretende Ursachen für Zähneknirschen sind Magensäureüberschuss, Zahnerkrankungen oder Austrocknung.

 

Animal Dental Center of Milwaukee and Oshkosh beschreibt verschiedene Ursachen von Zähneknirschen bei Katzen.

Youtube zeigt das Video einer Katze, die mit den Zähnen knirscht.

 

Laufen auf den Knöcheln


Dabei läuft die Katze mit untergeschlagenen Zehen auf der Oberfläche ihrer Füße. Es sieht aus, als würde sie ihre Zehen hinterher ziehen. Ich habe kein Foto von einer Katze mit einem erhöhten Phosphatspiegel finden können, die dieses Symptom zeigt, aber hier sehen Sie ein Video auf youtube, wo ein Hund mit einem ähnlichen Problem gezeigt wird (wenn auch aus einem anderen Grund).

 

Schwäche


Schwäche und Muskelschwund können auch auftreten, besonders in den Hinterbeinen. Die Ursache kann ein sekundärer Hyperparathyreoidismus wegen erhöhter Phospatwerte sein.

 

Ein zu niedriger Kaliumspiegel, manchmal auch ein niedriger Magnesium- oder Kalziumspiegel, verursacht häufig eine Hinterbeinschwäche. Eine metabolische Azidose kann ebenfalls Muskelverlust auslösen. Bei einer Anämie liegt hingegen eine generelle Schwäche vor. Häufig geht man bei einer nicht mehr springenden Katze von einer generellen Schwäche aus. Der tatsächliche Grund kann jedoch auch eine Erblindung durch Bluthochdruck sein. Da sie nicht mehr sehen kann, springt sie auch nicht mehr. Eine weitere Ursache für die Unfähigkeit zu Springen oder zu Klettern wäre Arthritis. Geliebte Katze bietet Informationen dazu auf Deutsch.

 

Kann Ihre Katze aber plötzlich nicht mehr richtig auf einem Bein laufen, insbesondere, wenn es ein Hinterbein ist und es sich kalt anfühlt, haben Sie es möglicherweise mit einer Sattelthrombose aufgrund einer Herzerkrankung zu tun. Das ist ein medizinischer Notfall, und Sie müssen schleunigst zu einem TA.

 

Gewichtsverlust


Ursache dafür kann ein zu hoher Phosphatspiegel sein.

 

Andere Gründe sind Proteinurie oder metabolische Azidose. Gewichtsverlust ist auch ein Symptom anderer Krankheiten wie Diabetes oder Schilddrüsenüberfunktion. Weitere Möglichkeiten sind IBD (Inflammatory Bowel Disease), oder Krebs.

 

Purina zeigt ein Diagramm, das Ihnen hilft, den physischen Zustand Ihrer Katze einzuschätzen.

 

Übelkeit


Hohe Phosphatspiegel und der daraus resultierende sekundäre Hyperparathyreoidismus können Übelkeit verursachen, die wiederum zu Appetitmangel führt, ebenso wie Anämie und metabolische Azidose.

 

Zuckungen, Zittern oder Schütteln


Zuckungen können durch einen zu hohen Phosphatspiegel ausgelöst werden.

 

Weitere Ursachen für Zuckungen sind erhöhter oder erniedrigter Kaliumspiegel, Bluthochdruck, Kalziumungleichgewicht (insbesondere bei Kopfzuckungen), Schilddrüsenüberfunktion oder Vitamin-B-Mangel. Auch erhöhte Toxinwerte können dafür verantwortlich sein. Zuckt Ihre Katze nur während der Infusionen, liegt die Ursache dafür entweder vielleicht in der Art der Infusionsflüssigkeit oder weil die Flüssigkeit zu kalt (Raumtemperatur) ist.

 

Pharaoh's Shakes ist ein Video, das eine Katze mit zitternder Vorderpfote zeigt.

Pet MD schreibt, dass Zuckungen durch eine Nierenerkrankung ausgelöst werden können.

 


Phosphatmessung und angestrebter Zielwert


Ihr TA kann durch eine Blutentnahme bei Ihrer Katze feststellen, ob Phos, P oder Pi (das sind die Abkürzungen für Phosphat), zu hoch liegt. Die meisten TÄ machen das routinemäßig. Aber wenn Ihrer es nicht tut, bitten Sie ihn darum.

Referenzwerte Phosphatspiegel


Der gängige Laborreferenzbereich des Phosphatspiegels von Katzen liegt zwischen 2,5 bis 7,5 mg/dl (USA) oder 0,81 bis 1,61 mmol/L (international).

 

Leider achten viele TÄ nur darauf, ob der Phosphatspiegel einer CNE-Katze innerhalb der Referenzwerte ihres Labors liegt und geben sich damit zufrieden. Sie vergessen dabei, dass höhere Grenzwerte ausschließlich auf noch in der Wachstumsphase befindliche gesunde, junge Katzen zutrifft. Der Phosphatwert - selbst der einer gesunden älteren Katze – sollte jedoch in der unteren Hälfte der meisten Laborreferenzbereiche liegen.

 

In The role of phosphorus in feline chronic renal disease (2010) CVC in San Diego Proceedings,  schreibt Dr. D. Chew: "Bei jungen, noch im Wachstum befindlichen Tieren, sind die Serumphosphatwerte häufig höher als bei erwachsenen... Der normale Referenzbereich vieler Labore umfasst leider sowohl die Werte erwachsener als auch im Wachstum befindlicher Tiere. Das macht es daher schwierig bis unmöglich, einen frühen Anstieg des Serumphosphatwertes über den Normalbereich festzustellen. Bei den meisten gesunden erwachsenen Katzen liegt die Serumphosphatkonzentration unter 5,5 mg/dl.“

 

Das University of Texas Health Science Center veröffentlichte vor wenigen Jahren die unten stehenden Referenzwerte gesunder Katzen verschiedener Altersstufen:

 
Alter

Phosphatreferenzwerte

 in mg/dl (US)

Phosphatreferenzwerte

in mmol/L (International)

10 Tage - 2 Jahre 4,5 - 6,7 1,45 - 2,16
2 Jahre - 12 Jahre

4,5 - 5,5

1,45 - 1,80
Über 12 Jahre

2,7 - 4,5

0,90 - 1,45

 

Wenn sich also schon der Wert einer gesunden erwachsenen Katze im unteren Bereich der meisten Laborreferenzwerte bewegen soll, ist das sogar noch sehr viel wichtiger bei einer CNE-Katze.

 

In Chronic kidney disease (CKD) in dogs and cats - staging and management strategies (2015) einem Vortrag auf der Virginia Veterinary Medical Association 2015 Virginia Veterinary Conference, erklärte Dr. D. Chew:  „Die Kontrolle der Phosphatbelastung des Körpers insgesamt bleibt das übergeordnete Ziel einer CNE-Behandlung. Bei einer CNE tritt eine Phosphatretention sogar dann auf, wenn sich die Phosphatwerte noch innerhalb des Laborreferenzbereichs bewegen.“

 

Die Phosphatkontrolle bei CNE ist außerdem wichtig, wenn der Phosphatwert multipliziert mit dem Kalziumwert höher als 70 (US) oder 5 (international) liegt, weil dann das Risiko einer Gewebekalzifizierung besteht, (siehe sekundärer Hyperparathyreoidismus).

 

Sagt Ihr TA, der Phosphatspiegel Ihrer Katze ist in Ordnung, nehmen Sie das also bitte nicht gleich für bare Münze, sondern erkundigen Sie sich nach der exakten Höhe, denn das Risiko besteht, dass er für eine CNE-Katze trotzdem zu hoch ist.

 

Anzustrebender Phosphat-Zielwert bei einer CNE-Katze


Sobald der Phosphatwert im Blut Ihrer Katze über 6 mg/dl (US) oder 1,9 mmol/L (international) steigt, müssen Sie handeln.

 

Früher empfahl ich – wie viele CNE-Spezialisten – dass Sie einen Wert um 4,0 mg/dl (US) oder 1,3 mmol/L (international) anstreben sollten. In Chronic kidney disease (CKD) in dogs and cats - staging and management strategies  (2015) einem Vortrag auf der Virginia Veterinary Medical Association 2015 Virginia Veterinary Conference, empfiehlt Dr. D. Chew ein weniger ehrgeiziges Ziel: „Für CNE-Patienten wird ein anzustrebender Phosphatwert von unter 4,5 mg/dl (1,45 mmol/L) empfohlen, um sicherzustellen, dass die Körper dieser Hunde und Katzen weniger mit Phosphat belastet werden.“

 

An sich ist an diesem Ziel nichts verkehrt. Wenn Sie es schaffen, den Phosphatspiegel Ihrer Katze unter 4 bis 4,5 mg/dl oder 1,30 bis 1,45 mmol/L zu halten, ist das großartig. Aber wenn die CNE voranschreitet, kann dieses Ziel zur Herausforderung werden. The International Renal Interest Society (2015) empfiehlt daher eine stufenweise Annäherung an die Phosphatkontrolle, wie Sie der Tabelle unten entnehmen können.

 

Vergessen Sie nicht, diese Stadien beziehen sich auf stabile Katzen. Ist Ihre Katze aber z.B. ausgetrocknet, sind auch ihre Blutwerte nicht genau.

 

Außerdem betreffen sie erwachsene Katzen. Ist Ihre Katze sehr jung (sechs bis zwölf Monate alt), wird ein höherer Phosphatwert empfohlen, denn junge Kätzchen brauchen Phosphat für ihr Knochenwachstum. Überprüfen Sie die Tabelle oben, und besprechen Sie mit Ihrem TA, welcher Wert akzeptabel ist.

 

Anzustrebende Phosphatwerte: USA


 

Stadium der CNE Kreatininspiegel in mg/dl Phosphatziel
IRIS Stadium 2

Zwischen 1,6 und 2,8

2,7 - 4,59 mg/dl
IRIS Stadium 3

Zwischen 2,9 und 5,0

Unter 5,0 mg/dl
IRIS Stadium 4

Über 5,0

Unter 6,0 mg/dl

 

Anzustrebende Phosphatwerte: International


 

Stadium der CNE Kreatininspiegel in mmol/L Phosphatziel
IRIS Stadium 2

Zwischen 140 und 249

0,9 - 1,49 mmol/L
IRIS Stadium 3

Zwischen 250 und 439

Unter 1,60 mmol/L
IRIS Stadium 4

Über 440

Unter 1,90 mmol/L

 

Empfehlungen der Veterinärmedizin zur Höhe der Phosphatwerte

Wenn Ihr TA nicht glauben kann, dass ein Phosphatspiegel über 1,9 mmol/L/l (international) oder 6 mg/dl (US) zu hoch ist, drucken Sie einige der hier aufgeführten Referenzen für ihn aus:

 

Empfehlungen der Veterinärmedizin zur Höhe der Phosphatwerte


Wenn Ihr TA nicht glauben kann, dass ein Phosphatspiegel über 1,9 mmol/L/l (international) oder 6 mg/dl (US) zu hoch ist, drucken Sie einige der hier aufgeführten Referenzen für sie/ihn aus:

 

The International Renal Interest Society's Richtlinien sind von 2015.

Proteinuria and renal disease: a round table discussio Dr. J. Elliott vom Royal Veterinary College schreibt auf Seite 14: „Ziel ist es, die Phosphatkonzentration im Blut am unteren Ende des Referenzbereichs zu halten."

Phosphatemia management in the treatment of chronic renal disease: a round table discussion

 (2006) hält fest: „Tierärzte müssen wissen, dass ein Phosphatspiegel innerhalb der normalen Referenzwerte für Nierenpatienten immer noch unnormal sein könnte." Auf Seite 6 werden ausführliche Informationen zur Phosphatkontrolle gegeben.

Vetline weist in einer deutschsprachigen Empfehlung auf „Phosphat als Kernproblem bei Katzen mit CNE" hin, und zeigt eine Informationstafel mit Zielwerten für Phosphat in den verschiedenen Krankheitsstadien.

 

Überwachung des Phosphatspiegels


Wenn Ihre Katze eine therapeutische Nierendiät frisst, kann es bis zu einem Monat dauern, bis sich der Unterschied in ihren Phosphatwerten zeigt.

 

Beim Einsatz eines Phosphatbinders sollte bereits sieben bis zehn Tage später ein Unterschied in den Blutwerten zu sehen sein.

 

The International Renal Interest Society (2015) empfiehlt anfangs, die Phosphat- und Kalziumwerte alle vier bis sechs Wochen zu überprüfen. Sobald die Werte Ihrer Katze stabil sind, können Sie auf einen zwölfwöchigen Rhythmus übergehen. Dr. Chew empfiehlt eine ähnliche Vorgehensweise. Nach meiner Erfahrung gehen die meisten Menschen im ersten Monat nach der Diagnose häufig zum TA, daher empfehle ich Ihnen, den Phosphatwert Ihrer Katze alle zwei Wochen überprüfen zu lassen, bis er in Ordnung ist, dann genügt ein zwei- bis dreimonatiger Abstand, um zu sehen, ob Sie die Behandlung anpassen müssen. Es ist sinnvoll, so vorzugehen, denn Dr. Chew erwähnt: „Die Phosphatkonzentration im Blut kann sich bei CNE-Katzen erhöhen, wenn sie aufgrund anderer unterstützender Behandlungsmaßnahmen wieder mehr fressen.“

 


Zusammenfassung der anzustrebenden Phosphatziele


 

USA


  • Greifen Sie ein sobald er über 6 mg/dl ansteigt

  • Liegt der Phosphatspiegel Ihrer Katze zwischen 4,5 und 6 mg/dl, aber eine Multiplikation mit dem Kalziumspiegel Ihrer Katze ergibt einen Wert von 60 bis 70 oder höher, unternehmen Sie sofort etwas.

  • Ihr Ziel ist es, den Phosphatspiegel Ihrer Katze auf 4,6 mg/dl einzustellen. Befindet sich Ihre Katze im IRIS Stadium 3 oder 4, können Sie ihn möglicherweise nicht so weit absenken, aber versuchen Sie, ihn nie über 6 mg/dl ansteigen zu lassen.

  • Unten finden Sie Möglichkeiten, wie Sie den Wert reduzieren können. Überprüfen Sie anfangs alle zwei Wochen bis monatlich den Phosphatwert, damit Sie - falls notwendig - Ihren Behandlungsplan entsprechend anpassen können.

  • Ist Ihre Katze noch sehr jung (sechs bis zwölf Monate), ist ein höherer Wert in Ordnung, denn junge Kätzchen benötigen Phosphat für ihr Knochenwachstum. Überprüfen Sie es auf der Tabelle oben, und besprechen Sie mit Ihrem TA, welcher Wert akzeptabel ist.

  • Niedrigere Phosphatspiegel (unter 4 mg/dl) kommen normalerweise bei CNE-Katzen kaum vor. Aber sie werden üblicherweise auch nicht als Problem betrachtet, solange sie nicht unter 2,5 mg/dl fallen. Ich würde aber darauf achten, dass der Wert nicht unter 3 mg/dl abfällt. Im Kapitel Diagnose finden Sie dazu weitere Informationen.

Rest der Welt


  • Greifen Sie ein, sobald er über 1,9 mmol/L ansteigt.

  • Liegt der Phosphatspiegel Ihrer Katze zwischen 1,45 und 1,9 mmol/L, aber eine Multiplikation mit dem Kalziumspiegel Ihrer Katze ergibt einen Wert über 5 oder höher, unternehmen Sie sofort etwas.

  • Ihr Ziel ist die Einstellung des Phosphatspiegels Ihrer Katze auf 1,5 mmol/L. Möglicherweise bekommen Sie ihn nicht so niedrig, wenn sich Ihre Katze im IRIS Stadium 3 oder 4 befindet. Aber versuchen Sie, ihn nie über 1,9 mmol/L/l ansteigen zu lassen.

  • Unten finden Sie Möglichkeiten, wie Sie den Wert reduzieren können. Überprüfen Sie anfangs alle zwei Wochen bis monatlich den Phosphatwert, damit Sie - falls notwendig - Ihren Behandlungsplan entsprechend anpassen können.

  • Ist Ihre Katze noch sehr jung (sechs bis zwölf Monate), ist ein höherer Wert in Ordnung, denn junge Kätzchen benötigen Phosphat für ihr Knochenwachstum. Überprüfen Sie es auf der Tabelle oben, und besprechen Sie mit Ihrem TA, welcher Wert akzeptabel ist.

  • Niedrigere Phosphatspiegel (unter 1,3 mmol/l) kommen normalerweise bei CNE-Katzen kaum vor. Aber sie werden üblicherweise auch nicht als Problem betrachtet, solange sie nicht unter 2,5 mg/dl fallen. Ich würde aber darauf achten, dass der Wert nicht unter 0.8 mmol/l abfällt. Im Kapitel Diagnose finden Sie dazu weitere Informationen.


Möglichkeiten zur Kontrolle eines Phosphatspiegels


 

Wie bereits oben erklärt, ist die Phosphatkontrolle einer der effektivsten Wege, Ihrer Katze zu helfen, sich besser zu fühlen und länger zu leben. Die gute Nachricht lautet: Normalerweise ist das weder zu kompliziert noch zu teuer, auch wenn es durch das Voranschreiten der CNE schwieriger wird, den Phosphatspiegel so niedrig wie gewünscht zu halten.

 

Es gibt zwei Hauptarten, den Phosphatspiegel zu kontrollieren. In der Reihenfolge der Präferenz:

Kontrolle des Phosphatspiegels durch Diät


Die Phosphatkontrolle besteht in erster Linie in der Fütterung einer phosphatreduzierten Diät.  Der Fibroblastenwachstumsfaktor 23 (FGF-23) ist für die Phosphatregulierung im Körper wichtig. Möglicherweise steigt FGF-23 sogar schon an, bevor sich andere Anzeichen einer CNE bemerkbar machen. The effect of feeding a renal diet on plasma fibroblast growth factor 23 concentrations in cats with stable azotemic chronic kidney disease (2013) Geddes R. F., Elliott J. & Syme H. M., Journal of Veterinary Internal Medicine 27(6) pp1354-61 schreiben: „Die Fütterung einer Nierendiät ist bei hyper- und normophosphatämischen Katzen mit einer stabilen azotämischen CNE mit einer Reduktion der FGF-23 Konzentrationen im Plasma verbunden. Das deutet darauf hin, dass eine Phosphatbeschränkung bei der Nahrungsaufnahme dazu führen mag, dass bei CNE-Katzen normale Plasmaphosphatkonzentrationen zusammen mit niedrigeren Plasma-FGF-23 Konzentrationen vorliegen.“

 

Survival of cats with naturally occurring chronic renal failure: effect of dietary management (2000) (2000) Elliott J., Rawlings J. M., Markwell P. J., Barber P. J. Journal of Small Animal Practice 41(6) pp235-242 fand heraus, dass die Fütterung einer phosphatreduzierten, therapeutischen Nierendiät bei zwei Drittel der Katzen im CNE-Stadium 2 und 3 eine effektive Phosphatkontrolle war. Zusätzlich lebten die Katzen, die die therapeutische Nierendiät fraßen, mehr als doppelt so lange wie die Katzen der Studie, die normales Futter ohne Phosphatbinder fraßen.“

 

Small Animal Clinical Nutrition - 5th Edition, Chapter 37 Chronic Kidney Disease (2010) Hand M. S., (Ed.) Mark Morris Institute schreibt: „Um eine nutzbringende Wirkung zu erzielen, liegen die zur Behandlung einer CNE-Erkrankung empfohlenen Phosphatwerte für Futter bei 0,3 bis 0,6 Prozent DM für Katzen.“ DM steht für „Dry Matter“ Trockenmassenanalyse (DMA). Das unterscheidet sich von den Prozentangaben auf der Futterdose.

 

In Management of feline chronic renal failure (1998) Waltham Focus 8 (3) weist Dr. Scott Brown darauf hin, dass Sie idealerweise eine Futtersorte mit einem Phosphatwert unter 0,5 Prozent - basierend auf der Trockensubstanzanalyse - verfüttern sollten (das ist nicht vergleichbar mit den Prozentangaben auf der Dose).

 

Bei einigen der Nierendiäten liegen die Phosphatwerte unter 0,5 Prozent, das ist einer der Hauptgründe, warum diese Futtersorten entwickelt wurden (auch wenn sie noch andere Vorteile bieten, siehe Was soll ich füttern?)

 

Verweigert Ihre Katze die Nierendiätsorten (siehe Was soll ich füttern?, dort finden Sie Tipps zu diesem Thema), muss sie trotzdem ausreichend ernährt werden. Daher müssen Sie auf ein anderes, im Handel erhältliches, Futter mit einem niedrigen Phosphatgehalt ausweichen. In den USA liegt der niedrigste Phosphatwert von frei verkäuflichem Futter bei 0,5 Prozent. Sie werden daher keine Vollfuttersorte mit einem Phosphatwert darunter finden, die meisten enthalten sogar erheblich mehr Phosphat.

 

Viele Menschen scheinen zu glauben, Futter, dessen Phosphatgehalt unter einem Prozent liegt (basierend auf der Trockensubstanzanalyse), hat einen niedrigen Phosphatgehalt. Das ist jedoch nicht der Fall. Ihr Ziel muss sein, so nahe wie irgendwie möglich an die Werte der verschreibungspflichtigen Nierendiäten heranzukommen. Sehen Sie sich die Futterdatentabellen an, und versuchen Sie, die Sorte mit dem niedrigsten Phosphatgehalt zu finden, die Ihre Katze noch frisst.

 

Manchmal bekomme ich Mails von aufgeregten Menschen, die mir begeistert mitteilen, dass sie offenbar eine Futtersorte ganz ohne Phosphat gefunden haben, da es nicht auf dem Etikett erwähnt wird. Es ist aber praktisch unmöglich, Katzenfutter zu finden, das nur wenig oder gar kein Phosphat enthält, insbesondere, wenn das Futter - wie die meisten Katzenfuttersorten - tierisches Protein enthält (Fleisch enthält Phosphat, insbesondere Knochen). Die Erklärung ist einfach: Die Gesetze in den USA schreiben eine Phosphatkennzeichnung auf dem Etikett nicht vor.

 

Da die Phosphatkontrolle so enorm wichtig ist, würde ich – obwohl Nassfutter generell besser ist für CNE-Katzen als Trockenfutter - meiner Katze, so sie bereit ist, es zu fressen, lieber ein diätetisches Nierentrockenfutter geben als normales, handelsübliches Nassfutter mit Phosphatbinder.

 

Wie hoch der Phosphatspiegel im Blut Ihrer Katze sein sollte hängt vom Stadium der Erkrankung ab. Oben finden Sie mehr Informationen über die von Ihnen anzustrebende Phosphathöhe.

 

In Chronic kidney disease (CKD) in dogs and cats - staging and management strategies (2015) Einem Vortrag auf der Virginia Veterinary Medical Association 2015 Virginia Veterinary Conference sagte Dr. D. Chew: „Zuerst lautet das Ziel, zu versuchen, hohe Serumphosphatwerte durch das Füttern eine phosphatreduzierten Nierendiät wieder in den normalen Referenzbereich zurückzuführen. Ist der Serumphosphatwert nach einem Monat Nierendiät weiter erhöht oder akzeptiert das Tier den Wechsel zur Nierendiät nicht, sollten intestinale Phosphatbinder hinzugefügt werden.“

 

Wie von Dr. Chew gesagt: selbst wenn Ihre Katze eine phosphatreduzierte Diät futtert, ist es möglich, dass auch das irgendwann nicht mehr zur Kontrolle des Phosphatspiegels reicht. In The role of phosphorus in feline chronic renal disease (2010) CVC in San Diego Proceedings, Chew D. & Kidder  A., steht: „Wenn eine CNE fortschreitet, reicht irgendwann eine Diät alleine nicht mehr zur Phosphatkontrolle aus. In diesen Fällen steigt die Phosphatkonzentration im Serum über den normalen Referenzbereich hinaus oder bleibt in der oberen Hälfte des Normalbereichs stehen.“ Dann müssen Sie einen Phosphatbinder in Erwägung ziehen.

 

Selbst wenn der Phosphatspiegel Ihrer Katze normal ist, ist es trotzdem empfehlenswert, eine Futtersorte mit dem niedrigstmöglichen Phosphatwert zu geben, denn je weniger Phosphat Ihre Katze aufnimmt, um so weniger Arbeit haben die Nieren mit der Verarbeitung. Außerdem neigen die Phosphatwerte dazu anzusteigen, wenn die CNE weiter voranschreitet, und es ist normalerweise einfacher, sie unten zu halten, als daran zu arbeiten, sie wieder abzusenken.

 

Oben finden Sie Informationen, wie Sie den Phosphatspiegel Ihrer Katze überwachen können.

 

Kontrolle des Phosphatspiegels mit Phosphatbindern


Verweigert Ihre Katze eine Nierendiät oder ist ihr Phosphatspiegel trotzdem zu hoch (über 6 mg/dl US oder 1,9 mmol/L international), obwohl Sie bereits seit einem Monat eine Nierendiät frisst, werden sogenannte Phosphatbinder eingesetzt. Sie werden einfach unter das Futter gemischt, dort verbinden sie sich im Verdauungstrakt mit dem Phosphat aus dem Futter, verhindern die Absorption und reduzieren dadurch den Phosphatspiegel im Katzenkörper.

 

Survey of dietary and medication practices of owners of cats with chronic kidney disease (2014) Markovich J. E., Freeman L. M., Labato M. A. and Heize C. R., Journal of Feline Medicine and Surgery 22 fand heraus, dass nur 22 Prozent der 1080 Katzen dieser Studie einen Phosphatbinder bekamen. Vielleicht benötigten nicht alle Katzen zum Zeitpunkt der Studie bereits einen Binder, trotzdem ist das eine sehr niedrige Prozentzahl, vor allem, wenn man die Folgen eines unkontrollierten Phosphatspiegels bei CNE-Katzen in Betracht zieht.

 

Über Phosphatbinder finden Sie alles in einem separaten Kapitel. 

 

 

 

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Diese Seite zuletzt überarbeitet: 01. März 2017

Links auf dieser Seite zuletzt überprüft: 01. März 2017

 

   

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Ich habe mich sehr bemüht sicherzustellen, dass alle Informationen auf dieser Website richtig sind. Aber ich bin KEIN Tierarzt, nur eine ganz normale Person, die mit drei ihrer Katzen chronische Nierenerkrankungen durchlebt hat.

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