TANYAS INFORMATIONSCENTRUM

 

ÜBER CHRONISCHES NIERENVERSAGEN (CNI)

BEI KATZEN

DIE ERFAHRUNGEN ANDERER MENSCHEN

MIT DEM VERLUST IHRER KATZEN

 

"Grieve not, nor speak of me with tears,

but laugh and talk of me

as if I were beside you...

I loved you so -

'twas Heaven here with you."

„Trauere nicht, und sprich auch nicht unter Tränen von mir,

sondern lache und rede von mir,

als wäre ich neben dir....

Ich habe dich so geliebt -

es war der Himmel hier mit dir."

 

  Isla Paschal Richardson

 

 

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Einführung

Sie finden hier die Berichte von einigen Leuten, in denen sie tapfer beschreiben, wie ihnen klar wurde und wie sie es akzeptierten, dass die letzten Stunden ihrer geliebten Katzen nahe waren. Es war nicht einfach für diese Menschen, ihre Erinnerungen wieder aufleben zu lassen, und ich bin ihnen sehr dankbar dafür, dass sie das noch einmal auf sich genommen haben.

Denken Sie daran, bei CNI können die Dinge wirklich hoffnungslos aussehen, jedoch mit der richtigen Behandlung ist es möglich, dass die Katzen sich auch wieder gut erholen, zumindest für eine Weile. Ich würde Ihnen also wirklich sehr empfehlen: lesen Sie dieses Kapitel nicht und entscheiden, dass es keine Hoffnung mehr für Ihre Katze gibt, bevor Sie nicht zuerst das Kapitel Behandlungsmöglichkeiten gelesen haben. Die Menschen, die hier ihre Geschichte mit uns teilen, haben sehr hart um das Leben ihrer Katzen gekämpft und haben viele Behandlungsmethoden versucht, bis die Behandlungen schließlich keinen Erfolg mehr zeigten.

CNI Katzen

 

Cara und Maribeth

Was ich hier erzähle ist ausschließlich meine eigene Erfahrung, meine persönliche Einschätzung und eine Aufzählung von nichts anderem als nur meinen eigenen Entscheidungen in den letzten Monaten von Maribeths Leben.

Auch ich habe geglaubt, ich würde mein Mädchen nicht im Stich lassen, solange sie nicht Schmerzen haben würde. Aber im Verlauf dieses Kampfes, der letztendlich aussichtslos war, musste ich erkennen, dass es noch andere Qualen gibt als „Schmerz", die um Erlösung flehen.

Der für mich ausschlaggebende Grundsatz für ihre Pflege war ihre Lebensqualität. Ich hätte die Möglichkeiten gehabt, sie in die USA zu bringen (ich lebe in Kanada) für eine aggressivere Behandlung. Ich hätte ihr öfter und mehr Infusionen geben können oder sie zwangsernähren oder mehr Medikamente verabreichen können.

Aber ich wusste, dass sie das traurig gemacht hätte. Es hätte sie zum Würgen gebracht, sie wäre vor mir zurückgewichen, ich hätte ihr Leben unglücklich gemacht – und das konnte ich nicht. Ihr Zustand war tödlich, und ich habe das akzeptiert. Meine Aufgabe war es, immer und jederzeit für ihr Wohlbefinden zu sorgen, und die bestmögliche Lebensqualität. Niemand kann das für eine andere Katze als für seine eigene beurteilen und bewerten. Niemand.

Nach ihrem großen Zusammenbruch im Februar 2000 bekam sie drei Monate lang intravenöse Infusionen, Vitamine, Cimetidine und subkutane Infusionen. Und das waren gute Monate – in dem Sinne, wie Maribeth sie als „gut" empfand. Ich verstand, dass es meine Aufgabe war sie zu beobachten, ihr zu helfen und ihr Freude zu bereiten. Medizinisch gesehen hätte ich mehr tun können. Ich habe es nicht getan.

Macht mich das zu einem schlechten Menschen oder jemandem, dem es an Urteilsvermögen fehlt oder gar herzlos? Das glaube ich nicht. Ich kannte mein Mädchen – so wie Sie Ihre Jungen und Mädchen kennen. Einige Katzen können eine unglaubliche Menge an medizinischer Behandlung ertragen, und es geht ihnen dabei gut. Ich bin mir so sicher darüber, wie ich mir meiner Liebe zu ihr sicher bin, dass es ihr Leben verkürzt und nicht verlängert hätte.

Maribeth litt nie unter Schmerzen – zumindest nicht an der Art von Schmerzen, wie wir sie verstehen. Aber eine schonungslose Bestandsaufnahme ihres täglichen Lebens in ihren letzten beiden Wochen zeigte mir, dass mein Mädchen unaufhaltsam dahinschwand. Es war mir überlassen, ihrer Vertrauensperson, zu entscheiden, wann sie den Punkt überschritten hatte, an dem ich nur noch um meiner Selbst willen an ihr festhalten würde, und es keine Fürsorge für sie mehr war. Als ich diesen Punkt auf uns zukommen sah, wir ihn erreichten und überschritten, war das ein äußerst schmerzhafter Prozess, wie Sie alle wissen oder sich vorstellen können.

Ich habe es nicht genossen, Gott zu sein, noch nicht mal zeitweise. Es ist eine hässliche und schmerzhafte Aufgabe. Ich hoffte, dass irgendwie dieser Kelch an mir vorüberginge – dass Beth friedlich in ihrem Schlaf hinüberdämmern würde. Dass mir der alles durchdringende Schmerz ihres letzten goldenen Blicks auf mich erspart bliebe, während ich ihren kleinen Körper nahe an mich gedrückt halte, das Leben aus ihr weicht und ich fühle, wie ihr tapferes Herz aufhört zu schlagen. Aber es gab keine Gnade für mich.

Selbst in meiner Trauer heute weiß ein Teil meines Gehirns sicher und genau, dass ich die richtige Entscheidung getroffen habe. An dem Morgen, an dem ich die Treppen herunterkam und sie sich zu mir umdrehte, so langsam und zu mir aufsah – da wusste ich es. Der beste Teil meines Mädchen war bereits gegangen, und diese schmale zerbrechliche Hülle, die sich so zögernd bewegte, wartete nur noch auf meinen Mut.

Mir war überhaupt nicht nach Tapferkeit zumute – trotz der hoffentlich hilfreichen Worte, die ich anderen vorher so leicht gespendet hatte, und die ich mir selber sagte als ich die Entscheidung traf – mir war wirklich nicht nach Tapferkeit zumute. Ich war zerrissen vor Angst am Rande dieser Entscheidung – eine der wenigen Entscheidungen im Leben, die absolut unwiderruflich sind. Das einzige, was mich aufrechthielt, war der Gedanke, dass Beth sich darauf verließ, dass ich ebenso tapfer sein würde wie sie es während ihres Kampfes gewesen war.

Sie war vergiftet. Wenn ich noch länger wartete, in der Hoffnung auf einen sonnigen Tag, oder um zu sehen, ob noch mehr Infusionen oder eine andere Tablette oder eine andere Futtersorte vielleicht ein Wunder bewirken würden, könnte sie einen Schlaganfall erleiden und verängstigt sein. Ich hatte es ihr versprochen – keine Schmerzen, keine Angst. „Sag mir, wenn du so weit bist", hatte ich immer geflüstert, ohne das auch wirklich so zu meinen. Ich wollte nie hören, dass sie mir das sagt.

Aber da war es, unmissverständlich. Ich kannte mein Mädchen. Sie und ich waren fast 17 Jahre zusammen gewesen. Ich wusste, sie war müde und krank und – am schlimmsten für mich – es gab keine Hoffnung mehr, dass es ihr jemals wieder besser gehen würde.

Hätte ich auf die Schmerzen warten sollen? Ich denke nicht. Ich leide genug für uns beide. Und das ist in Ordnung. Ich kann es ertragen. Mein Mädchen hat seinen Frieden, und irgendwann ich auch.

Carol und Merlin

Ich wusste innerhalb von drei Wochen, dass die Zeit näher kam, und in den ersten Septembertagen war mir klar, dass er nicht das Ende des Monats erleben würde. Warum?

  •  
  • Er verlor rapide an Gewicht (der Verlust war langsamer als im Juli);
  • Es wurde immer schwerer, ihn zum Essen zu bewegen;

  • Im Juli/August fing er an, immer öfter nicht das Katzenklo zu benutzen, sondern anderswo hinzupinkeln. Wir hatte Ende Juli ein weiteres Klo im oberen Stockwerk aufgestellt, aber er konnte nicht mehr lange genug an sich halten, wenn er den Drang verspürte;

  • Ende August wurde er wacklig, hatte Schwierigkeit beim Hinauf- und Herunterspringen. Er war zittrig wenn er vom Liegen aufstand. Wir versuchten es mit Tumil K (Kaliumergänzung) und Winstrol (Anaboles Steroid), eine Zeitlang schienen sie zu helfen, dann nicht mehr;

  • Es wurde schwieriger, ihm Infusionen zu geben – es war kaum noch möglich ein Zelt aus seiner Haut zu bilden – er war SO dünn;

  • Er hörte auf, sein Lieblingsfutter zu essen (etwas länger als einen Monat schon). Dann hörte er auf, zu uns ins Bett zu kommen – er blieb die letzten vier Tage im Wohnzimmer. Bis dahin hatte er IMMER bei uns auf unseren Kissen geschlafen.

All das zusammen und außerdem noch dieses Gefühl. Sie wissen was ich meine. Es ging bergab mit ihm, und ich wusste es, und ich war in einer solchen seelischen Übereinstimmung mit ihm und er mit mir, dass ich wusste, wann er genug hatte.

Kim und Shasta

Shastas CNI hatte sich weiterentwickelt in eine nicht-regenerative Anämie. In den letzten paar Wochen konnte sie nicht mehr springen, und selbst ihre Fähigkeit, nur die Treppen auf- oder abzugehen nahm rapide ab bis zu dem Punkt, wo sie kaum noch gehen konnte oder gar aufstehen, um von ihrem Teller zu essen. Sie war außerdem bereits seit mehreren Wochen inkontinent. Besonders die letzten ein, zwei Wochen hatte sie auch Probleme mit ihrem Stuhlgang, und sie musste sich dazu auf die Seite legen.

Während des Labor Day Wochenendes machte sie ihren letzten „Spaziergang" nach draußen, wo sie sich in der Sonne ausruhte. Daraufhin bekam ich wieder etwas Hoffnung, weil sie seit drei Wochen Epogen erhielt, und ich wartete darauf, dass ihr Winstrol (Anaboles Steroid) in den nächsten Wochen eintreffen würde in der Hoffnung, dass diese Medikamente das Ruder noch einmal herumreissen würden.

Am nächsten Tag, Sonntag, war alle Hoffnung verloren. Sie war völlig unfähig sich zu bewegen, musste zwangsernährt werden und konnte kaum noch atmen. Mein TA gab mir das Ergebnis des Roten Blutkörperchentests vom Tag zuvor, und er zeigte, dass das Epogen immer noch nicht wirkte. Ich fühlte, dass am Montag, Labor Day, ihre Zeit gekommen war, aber die TA-Praxis war geschlossen. Mein TA rief mich jedoch an diesem Tag an, und ich sagte ihm, dass ich denke, dass ihre Zeit gekommen sei und vereinbarte einen Termin, um sie am nächsten Tag zu bringen.

Montag nacht legte ich sie auf eine Decke mit einem Inkontinenzset darunter in mein Bett neben mich. Ich streichelte sie und sprach die ganze Nacht mit ihr. Manchmal öffnete sie ihre traurigen, müden Augen als wenn sie sagen wollte: „Es ist Zeit, lass mich gehen, Mom." Sie bewegte sich überhaupt nicht, sie war so schwach und atmete die ganze Zeit schwer. Es war ganz offensichtlich Zeit, sie hatte den Kampf um ihr Leben verloren.

Sie war leblos und schlaff als ich sie in der TA-Praxis am Dienstag im Arm hielt und auf ihn wartete. Zweimal öffnete sie noch ihre Augen, aber sie war sehr ruhig. Der TA sagte, ihr Herz war bereits so schwach, dass sie sehr schnell starb. Wir wussten, wir hatten das richtige getan, und es war keinen Tag zu früh gewesen.

Das Winstrol kam am nächsten Tag. Wir haben ihre Asche bei uns und die Erinnerung an sie wird für immer in unseren Herzen sein.

Cathy und Bill

Meine Glückskatze Bill ist nun schon seit dem 21. März 1998 tot. Ich habe aus folgenden Gründen damit gezögert ihre Geschichte zu erzählen:

  • sie war niemals offiziell mit CNI oder ANI diagnostiziert worden;

  • wegen meiner Schuldgefühle;

  • es beunruhigt mich.

Wie ich bereits gesagt habe, war Bill niemals als CNI krank diagnostiziert worden. Sie hatte 17 Jahre lang keinen TA gesehen (da sie bereits als Kätzchen kastriert und geimpft worden war). Sie war sehr gesund (so dachte ich jedenfalls). Als Gilda im August 1999 diagnostiziert wurde und ich daraufhin die CRF-Liste fand, fühlte ich mich, als würde ein Eimer kaltes Wasser in mein Gesicht gegossen. Mit klopfendem Herzen wurde mir klar, dass das die Krankheit gewesen sein musste, die Bill getötet hatte. Sie hatte alle klassischen Symptome... Gewichtsverlust, exzessives Urinieren, exzessives Trinken. Ihr Fell sah furchtbar aus. Ich habe das, wie viele andere auch, auf ihr Alter geschoben.

Das Ende begann an einem Donnerstag. Ich kam von der Arbeit nach Hause, und sie war einfach nicht mehr sie selber. Sie aß kaum und war nicht kommunikativ wie sonst. Sie trank aber noch sehr viel und urinierte viel.

Als ich Freitag von der Arbeit nach Hause kam, futterte sie überhaupt nicht mehr, aber sie hatte eine Art „Wache" bei ihrer Wasserschüssel eingelegt. Sie blieb einfach da liegen. Ich dachte, sie hätte vielleicht einen Haarballen im Magen und dadurch einen gereizten Magen (das war vorher schon mal passiert). Ich gab ihr etwas, um diesen Haarball aus dem Magen heraus zu befördern (irgendwas wie Laxatone glaube ich). Zwischendrin schrie sie mitleiderregend auf (was meinen Glauben verstärkte, dass sie Probleme mit einem Haarball hatte). Als der Abend fortschritt, hörte sie auch zu Trinken auf, aber benahm sich, als würde sie die Luft über dem Wassernapf auflecken, aber sie trank nicht. Sie legte sich auf ihren üblichen Schlafplatz bevor ich ins Bett ging. Ich weiß nicht, ob sie noch urinierte.

Samstag morgen wachte ich auf und fand sie ausgestreckt auf der Seite liegend an der Haustür (kein Platz, an dem sie je sein wollte, da es da zugig ist). Sie miaute mich an, und es ging ihr sichtlich nicht gut. Sie versuchte aufzustehen, taumelte ein paar Schritte und legte sich gleich wieder hin. Ich versuchte sie mit der Hand zu füttern, aber sie wollte weder essen noch trinken.

Ungefähr eine Stunde später brachte ich sie zum TA. Zu diesem Zeitpunkt war sie kaum noch ansprechbar. Ich dachte sogar, sie sei schon gestorben. Sie reagierte zwar auf meine Stimme und drehte ihren Kopf zu mir, aber es war, als würde sie mich nicht mehr sehen. Ich würde sagen, sie war bereits fast im Koma. Es war eine Anstrengung für sie, ihren Kopf zu heben. Es ging so schnell. (Ich sollte dazu bemerken, dass sie bereits einen ähnlichen Anfall im Januar hatte, nicht nahe am Koma, aber mit Appetitlosigkeit, generellem Unwohlsein, wovon sie sich aber von selber wieder erholt hatte).

Das Einschläfern: Der TA untersuchte sie schnell während er sich ihren Zustand beschreiben ließ. Er sagte, sie sei sehr krank. Er empfehle die Euthanasie. Ich wusste bereits auf dem Weg dahin, dass sie nicht mehr mit mir nach Hause kommen würde. Der TA hatte Schwierigkeiten, eine Vene in ihrem Vorderbein zu finden und gab ihr eine Injektion (ich weiß nicht was), während er ihr Herz abhörte. Überraschenderweise war ich sehr ruhig (ich wusste, ich musste es für Bill sein). Was immer er ihr injiziert hatte, es wirkte nicht (Bill war ruhig währenddessen). Der TA sagte, manchmal habe sich der Körper der Katze so sehr an die Abwehr von Giften gewöhnt (Nierenversagen?), dass die Katze sogar die (unbekannte) Injektionsflüssigkeit abwehren würde. Dann zog er schnell eine andere Spritze mit ich glaube der gleichen Substanz auf, und er sagte mir, dass er ihr diese Injektion direkt ins Herz geben würde. Ich beobachtete (noch immer erstaunlich ruhig), wie er die Spritze einführte. Als er die Spritze wieder etwas herauszog, sah ich wie ihr Herzblut die Spritze füllte und die Spritze pulsierte im Rhythmus ihres Herzschlags bevor er ihr die Injektion gab. Das war es. [Bitte beachten Sie: Das ist nicht die übliche Euthanasiemethode, siehe Was passiert während der Euthanasie].

Ich kann das jetzt nicht beenden. Ich will es versuchen und in einem oder zwei Tagen wieder schreiben.

Ila und Merlin

Mit einem traurigen Herzen schreibe ich, dass mein magischer kleiner Kater Merlin am 13. September 2000 um 14.25 Uhr starb.

Nachdem ich keine Verbesserung bei ihm feststellen konnte als ich ihn am Vortag vom Krankenhaus abgeholt hatte, fand ich den Mut, ihm den Frieden zu geben, den er verdiente. Ich hatte sogar ein Gefühl der Erleichterung als ich die TÄ anrief und sie bat, zu uns nach Hause zu kommen, um Merlin einzuschläfern.

Der Gedanke an Euthanasie hat mir immer Angst gemacht. Für diejenigen unter Ihnen, die sich gerade mit dieser unglaublich schweren Entscheidung quälen, habe ich das aufgeschrieben, damit Sie ein bisschen über unser Erlebnis Bescheid wissen.

Merlin aß und schien an diesem Tag kleinere Mengen von Babynahrung zu genießen. Er lief langsam im Haus herum, ließ sich dann auf einem sonnigen Fleck auf dem Teppich nieder, umrundet von unseren anderen drei Katzen.

Als die TÄ mit einer Helferin kam, legte ich Merlin auf ein Kissen auf seinen Lieblingsplatz, ein sonniges Fensterbrett, während ich ihm sanft von der großen Reise erzählte, die er jetzt antreten würde. Während ich zum ihm sprach und ihn streichelte, legte die TÄ einen Katheter in sein Vorderbein. Er fauchte ein bisschen. Als nächstes gab sie ihm eine Salzlösung. Als Merlin und ich bereit waren, injizierte sie das Narkosemittel. Ich hatte meinen Kopf nahe bei seinem, und meine Hand lag auf seinem Herzen. Ich fragte, ob er tot sei. Ich konnte keinen großen Unterschied bemerken in der Art wie sein Körper sich bewegte. Er war innerhalb von 15 Sekunden gestorben. Er bäumte sich nicht auf oder rang um Luft wie ich befürchtet hatte. Merlins Tod war friedlich, ruhig, so wie er es verdiente.

Die Welt fühlte sich anschließend für mich surreal an. Merlin war mein Seelengefährte. Ich hatte ihm immer gesagt, dass er die Liebe meines Lebens sei.

Jo und Yoda

Ich weiß nicht, ob ich das hier zu Ende schreiben kann, aber ich will es versuchen. Es sind jetzt 15 Monate her seit wir meinen geliebten Yoda einschläfern lassen mussten. Es war eines der schwersten Dinge, die ich je in meinem Leben tun musste, und ich trauere noch immer.

Yoda bekam mit 15 Jahren CNI. Drei Jahre behandelten wir diese Erkrankung sehr gut mit Hill‘s Prescription Diät und zweimal wöchentlich subkutanen Infusionen. Er war gesund, glücklich, aktiv und ein sehr munterer Junge mit strahlenden Augen. Der einzige Hinweis auf seine Diagnose war ein sehr langsam fortschreitender Gewichtsverlust, ungefähr ein Pfund verteilt auf die drei Jahre. Da er ein kapitaler Kater war, fiel das kaum auf.

Steve und ich gingen in Rente, und wir wollten die Winter in Texas verbringen und Yoda mit uns mitnehmen. Bevor wir abfuhren, ließen wir ihn noch einmal gründlich untersuchen, und da sein Kreatininwert etwas angestiegen war, empfahl uns der TA die Infusionen auf dreimal wöchentlich zu steigern. Alles andere sah ziemlich gut aus.

Als wir in Texas waren bekam Yoda eine Herzkrankheit, und dann hatte er einen Schlaganfall. Zu diesem Zeitpunkt fand ich dann die online CRF-Liste als ich nach Informationen über Herzkrankheiten suchte. Wir fanden in Texas einen TA, freundlich, aber nicht wirklich auf dem neuesten Stand. Er half uns dabei, ihn so gut wir konnten zu behandeln. Dann machten wir eine entsetzliche Drei-Tages-Fahrt zurück nach KC mit einer sehr kranken Katze. Am nächsten Tag gingen wir zu einem bereits vereinbarten Treffen zu unserem eigenen TA, und es endete mit einer Notfall-Thorax-Drainage (Flüssigkeit wurde aus dem Brustkorb abgesaugt) und einer Fahrt ins Tierkrankenhaus. Yoda war nun auch an einer Schilddrüsenüberfunktion und einer Kardiomyopathie mit Herzversagen erkrankt.

Jetzt mussten Steve und ich akzeptieren, dass „gute Pflege" alleine nicht mehr ausreichend ist. Wir führten die „Lebensqualitätdiskussion" mit unserem wundervollen TA. Er war mehr als nur bereit, uns bei diesen neu aufgetretenen Schwierigkeiten zu unterstützen und wies uns darauf hin, wie gut Yoda immer noch aussah und wie strahlend seine Augen seien. Es wurde beschlossen, dass wir Yoda mit Medikamenten behandeln würden, sehr VORSICHTIG bei der Gabe von Infusionen seien (50 ml dreimal wöchentlich), und er eine Thoraxdrainage bekommen würde, um die überflüssige Flüssigkeit aus seiner Brust abzuziehen, wenn er Schwierigkeiten beim Atmen bekäme. Offensichtlich sind CNI und Herzversagen zusammen sehr schwierig zu behandeln. Im Laufe von drei Monaten erhielt Yoda vier Thoraxdrainagen.

Steve und ich mussten uns dann wirklich zusammensetzen und sprechen. Da ich in der CRF Liste war und dort auch sehr aktiv, wusste ich, dass wir irgendwann die Entscheidung treffen mussten. Wir entschieden uns, die folgenden Maßstäbe für Lebensqualität zugrunde zu legen: Grunddinge wie essen, trinken, pinkeln, koten, in der Lage sein, das Katzenklo zu benutzen und sich etwas bewegen zu können. In Yodas Fall mussten wir außerdem noch hinzufügen, dass er gut atmen können sollte. Dann fügten wir die höheren Ansprüche hinzu wie sprechen, schnurren und seine wundervollen strahlenden Augen (meine Tränen fließen).

Er benötigte sehr viel Fürsorge. Oft musste ich ihn dazu „ermutigen" zu essen, normalerweise fütterte ich ihn per Hand. Ich probierte jede nur vorstellbare Futtersorte aus. Mehrmals am Tag bekam er Tabletten, und das Ausbalancieren der Flüssigkeitsgaben und das Überwachen seines Herzens waren mühsam. Er bekam Verstopfung, die wiederum mehr Arztbesuche und Medikamente mit sich brachte. Ich überwachte sein Essen, seine Atmung, seinen Herzschlag.

Yoda liebte es, zu unserem Haus am See zu fahren. Wenn wir dort waren, ging er sehr gerne nach draußen und legte sich unter die Terrasse. Während seiner letzten Monate konnten wir ihn einige Male mit zum See nehmen, und er bestand jedes Mal darauf, nach draußen zu gehen, und sich dort ins Gras in die Sonne zu legen. Ich wusste, dass ihn das überanstrengte, denn es ging ihm jedes Mal schlechter, wenn wir wieder nach Hause kamen, aber es schien mir, dass es auch eine große Freude für ihn war.

Kommen wir zur Entscheidung. Er hatte seine vierte Drainage, und diesmal „sprang er nicht so gut zurück" wie bei den letzten Malen. Auch seine Verstopfung wurde schlimmer. Und er begann sich gegen das Füttern zu wehren. Sieben Tage nach der letzten Drainage war er schon wieder kurzatmig. Es war ein Feiertagswochenende (der 4. Juli), und wir entschieden uns, wenn es ihm nicht besser ginge, müssten wir Euthanasie in Betracht ziehen. Die Nacht vorher versuchte ich ihn zu halten und mit ihm darüber zu sprechen über das, was wir tun sollten. Er schnurrte nicht, er erlaubte es mir nicht ihn zu halten, er ging weg und versteckte sich.

Am Morgen hielten wir nach irgendwelchen Zeichen Ausschau. Er hatte etwas Trockenfutter gegessen, gut. Er wollte nicht das Babyessen von meinem Finger lecken, schlecht. Er war extrem kurzatmig als er aus dem Katzenklo kam und legte sich auf den Boden. Und das schlimmste von allem: Seine strahlenden Augen strahlten nicht mehr. Wir hatten zwei Möglichkeiten: Eine weitere Drainage (die letzte war noch nicht mal zwei Wochen her) oder Euthanasie. Wir hatten keine Garantie dafür, dass er überhaupt die Narkose für die Drainage überleben würde. Wir entschieden uns für den Abschied und bei ihm zu sein.

Ich wiederhole, es war die härteste Entscheidung die ich je in meinem Leben getroffen habe. Die Weisheit der Liste besagt, dass die Katze es Ihnen sagen wird, wenn die Zeit gekommen ist. Bei Yoda waren die Zeichen zwar da, aber irgendwie durcheinander. Bis zum Ende war er sehr tapfer und mutig. Zuzusehen, wie er sich nach seinem Schlaganfall wieder selbst dazu zwang zu laufen, sich dabei gegen die Wand und die Möbel anlehnte, lehrte mich eine Lektion, die ich den Rest meines Lebens nicht vergessen werde. Er war so brav bei allen Behandlungen, so brav bei den Tierärzten. Er schnurrte. Bis zur vierten Drainage, dann schien er ärgerlich zu werden und ach, so müde.

Ich weiß nicht, ob ich die Entscheidung jemals emotional werde akzeptieren können (jetzt fließen meine Tränen unkontrolliert). Ich weiß vom Verstand her, dass wir die richtige Entscheidung getroffen haben, dass er keine weitere Drainage WOLLTE, und dass er um Luft kämpfte.

Das ist lang geworden. Ich sehe keine Möglichkeit, wie ich es kurz erklären kann, wie wir zu dieser Entscheidung kamen. Ich weiß nicht, ob Sie in der Lage sein werden, all das zu lesen und ob Sie etwas damit anfangen können. Ich habe die Hauptkriterien genannt, die wir zugrunde legten. Ich glaube außerdem, dass ein Gespräch mit Ihrem TA, das Festlegen von einigen Regeln und über „es" im vorhinein nachzudenken eine gute Idee sind. Das ist der Grund, warum ich mir die Zeit (und die Tränen) genommen habe zu antworten.

Julia und Albion

Mein Katzenmädchen Albion litt nur sechs Monate an CNI bevor ich sie einschläfern lassen musste. Es waren harte sechs Monate. Sie war nie eine sehr kräftige Katze gewesen, und ich lernte in einem Crashkurs soviel und so schnell wie möglich, was es über die Behandlung einer CNI Katze zu lernen gab. Auch wenn ich heute einige Dinge anders tun würde als damals, wenn ich schon all das gewusst hätte, was ich heute weiß, so bin ich doch nicht davon überzeugt, dass es irgendeinen Unterschied gemacht hätte. Es hätte nur MIR ein besseres Gefühl gegeben zu wissen, dass ich alles was irgend möglich ist, tue.

Albion verlor gleich von Beginn an sehr schnell an Gewicht. Sie verlor nie ganz ihren Appetit, obwohl sie gegen Ende nicht mehr viel aß. Ich entschied mich gegen eine Zwangsfütterung, weil sie immer schon eine pathologisch zu nennende Angst davor hatte, festgehalten zu werden (es waren zwei Erwachsene dazu nötig, um ihr Infusionen zu geben, und sie wog gegen Ende nur noch vier Pfund). Und ich glaube nicht, dass es ihre Lebensqualität verbesserte hätte, wenn ich sie zum Zwangsfüttern hätte festbinden müssen. Sie liebte es, auf meinem Schoß zu sitzen (das war immer schon so, auch als sie noch gesund war) und wenn ich dann so tat, als würde ich ein bisschen von dem Löffel essen, und dabei schmatzende Geräusche machte, aß sie auch ein bisschen.

Gegen Ende wurde sie völlig inkontinent. Sie ließ ohne es überhaupt zu bemerken den kompletten Inhalt ihrer Blase unter sich. Als extrem saubere Katze regte sie sich furchtbar darüber auf, dass sie in ihrem eigenen Urin liegen musste, ohne die Kraft zu haben aufstehen und weggehen zu können. Wir legten Handtuchlagen auf die wenigen Plätze, die sie zum Schlafen bevorzugte, und wechselten sie einfach immer dann aus, wenn sie wieder beschmutzt waren. Der TA bestätigte uns, dass sie nicht an einer Harnwegsinfektion litt und ebenfalls, dass ihr Urin bereits so verdünnt war, dass es im Grunde genommen nur noch Wasser war – ihre Nieren arbeiteten in Wirklichkeit gar nicht mehr. Die Anämie geriet ernsthaft außer Kontrolle, und ihre Blutwerte stiegen an statt zu sinken.

Der entscheidende Augenblick jedoch war als meine Partnerin und ich Albion ihre Infusion gaben. Ich gab ihr immer die Infusion, und meine Lebensgefährtin hielt Albion fest und streichelte sie und beruhigte sie. Während wir ihr die Infusion gaben, brach meine Freundin plötzlich in Tränen aus. „Sie ist nur noch Haut und Knochen! Es fühlt sich an, als würde ich ein Skelett festhalten!" Sie sah mich an und sagte: „Bitte, ich möchte nicht, dass sie sich zu Tode hungert. Es ist einfach zu grausam, sie zu Tode hungern zu lassen."

Wir sprachen eine Menge darüber wann die richtige Zeit wäre, um die Entscheidung zu treffen. Es ist im Grunde genommen ziemlich willkürlich. Einer CNI Katze wird es nicht wieder „besser gehen". Am Ende sterben CNI Katzen, und die Entscheidung darüber, wann sie eingeschläfert werden sollen, ist schlichtweg nur eine Entscheidung darüber, wann das passieren soll. Ab welchem Punkt Sie dem Verfall nicht mehr weiter zusehen möchten oder können. Aber es gibt wohl kaum einen bestimmten Punkt wo sie es tun „sollten". Es hängt davon ab, was Sie tun wollen oder tun können und was ihre Katze verzeihen kann.

Ich habe das Glück, eine Freundin zu haben, die als Tierarzthelferin arbeitet, und wir hatten bereits mit ihr gesprochen, dass sie in mein Haus kommen würde, um Albion einzuschläfern, wenn die Zeit gekommen ist. (Albion hasste es, das Haus verlassen zu müssen und mit dem Auto irgendwo hingefahren zu werden). Ich rief meine Freundin am nächsten Tag an. Wir verabredeten uns um 16.00 Uhr an diesem Freitag in meinem Haus.

Das Härteste waren die Infusionen am Donnerstag abend. Es war so schwer sich vorzustellen, dass nach jetzt sechs Monaten dies das letzte Mal sein würde, dass ich das für sie tun würde. Und doch wollte ich sie gut pflegen bis zum Ende. Ich wollte nicht, dass sie sich noch schlechter fühlte, als es ihr ohnehin schon ging, nur weil ich wusste, dass es bald vorüber sein würde. Wir gaben ihr also die Medikamente und eine Sterbepflege bis 16.00 Uhr des nächsten Tages.

Sofort danach wünschte ich mir, dass es nicht passiert sei. Es war nicht so, dass ich dachte, die falsche Entscheidung getroffen zu haben oder dass da noch etwas gewesen wäre, was wir hätten tun können. Ich wollte nur nicht, dass IRGENDETWAS davon passiert wäre. Ich WOLLTE nicht, dass meine Katze sechs Monate lang leiden musste und in meinen Armen stirbt! Zu wissen, dass es die richtige Entscheidung war, machte es einfacher, denke ich. Aber es machte es keineswegs weniger traurig.

Linda und Snowball

In der Woche vor Snowballs Tod ging es ihm gut bis auf einen zu hohen Phosphatspiegel, den wir einfach nicht herunterbekamen. Mit stärkeren und höheren Phosphatbindermengen wurde er ein wenig wacklig, aber ich dachte, das sei aufgrund der zusätzlichen Medikamente. Der TA sagte, wir sollten die erhöhte Menge Phosphatbinder für zwei Wochen ausprobieren, und wenn es dann nicht funktioniert, sollten wir auf die normale Dosis zurückgehen und uns nicht so viele Sorgen über den Phosphatwert machen.

Ein Mitglied der CRF-Liste wies uns darauf hin, dass ein Stein in Snowballs Harnleiter dafür die Ursache sein könnte – hoher Phosphatgehalt bei einer ansonsten sich normal benehmenden Katze. Mein TA bezweifelte das, aber er röntgte. Da war ein Stein in Snowballs Harnleiter und mehrere in den Nieren. Das Entfernen eines Steins aus dem Harnleiter ist eine teure und riskante Mikrochirurgie, die an den Veterinäruniversitäten durchgeführt wird. Aber mit den anderen Steinen in seinen Nieren, die jederzeit in den Harntrakt abwandern konnten, war diese Operation nicht empfehlenswert.

Der TA hängte Snowball für einen Tag an einen Tropf in der Hoffnung, dass vielleicht die Chance bestünde, dass der Stein sich im Harntrakt von selber löst. Er tat es nicht. Als wir am nächsten Tag zum TA kamen, um Snowball zu besuchen, war es ganz offensichtlich, dass er müde und bereit zu gehen war. Unser TA fragte uns, ob wir es noch einen weiteren Tag mit intravenöser Spülung versuchen sollten, aber er wies uns darauf hin, dass es unwahrscheinlich war, dass der Stein sich bewegen würde. Wir trafen die entsetzliche Entscheidung, ihn gehen zu lassen. Ich brachte es nicht fertig, bis zum Ende bei Snowball zu bleiben (ich würde es in der Erinnerung immer und immer wieder erneut durchmachen müssen). Sandy, Snowballs Lieblings-tierarzthelferin, hielt ihn und küsste ihn als er ging.

Unser TA hatte selber Steine in den Harnleitern und sagte, dass es extrem schmerzhaft ist. Obwohl Snowball keine Schmerzen zu haben schien, hatte er sie wahrscheinlich doch. Ein Tag am Tropf mit der Aussicht, dass der Stein sich vielleicht lösen würde war es wert – ein weiterer Tag mit nur wenig Aussicht, dass sich die Situation ändern würde, war es nicht wert für Snowball.

Übrigens, das Listenmitglied war am Boden zerstört. Er hatte gedacht, die Steinoperation wäre eine relativ einfache Operation. Er sagte: „Es gefällt mir, recht zu haben, aber das ist furchtbar."

Maureen und Binnie

Binnie war definitiv im Endstadium der Niereninsuffizienz angelangt. Sein Kreatinin war in den 9ern (international: in den 800ern). Ich erinnere mich nicht mehr an seinen Harnstoffwert, aber er hatte hohe Phosphor-, Kalzium-, Kaliumwerte, Bluthochdruck, und er war anämisch.

Bis drei Tage vor seinem Tod hätten Sie nicht erkennen können, dass er krank war, wenn Sie ihn nicht gekannt hätten. Die ersten Anzeichen waren ein langsamer werden... wenn er vorher nach den Infusionen die Treppen hinaufrannte, ging er nun zu den Treppen und sah hinauf, bevor er hochkletterte. Seine Atmung wurde etwas schwerer, aber da war nichts, wo ich hätte ansetzen können, da er ununterbrochen schnurrte. Er hörte auf zu essen, und am Morgen, als ich versuchte, ihn zwangszuernähren, wurde er wirklich krank, und er begann durch den offenen Mund zu atmen. Ich rief den Notierarzt an und sprach mit ihm darüber, ob ich ihn bringen sollte (statt ihn zu seinem normalen TA zu bringen). Aber dann bekam Sunny, eine meiner anderen Katzen, eine Serie von Anfällen, so dass ich beide packte und weg waren wir.

Der Nottierarzt drainierte Binnies Brust und gab ihm etwas Lasix, ein Diuretikum, das ihn dazu bringen sollte, zu „pinkeln wie ein Rennpferd". Aber das tat er nicht, überhaupt nicht. Ich brachte ihn (und Sunny) am nächsten Tag zu unserem TA, wo weitere 150 ml drainiert wurden.

Mir wurde gesagt, ich solle die Infusionen einstellen und auf die Blutwerte warten, die am nächsten Tag fertig sein würden. Sunny hatte währenddessen zwei weitere Anfälle. Am nächsten Tag gab es keine Blutwerte, weil das Labor vergessen hatte, die Proben abzuholen. Wir mussten also einen weiteren Tag warten ohne Anweisungen, was wir tun sollten. Binnie fraß nicht mehr, und zum ersten Mal in seinem Leben versuchte er, sich vor mir unter dem Bett zu verstecken. Er trank nur einmal während dieser Zeit, und er pinkelte und aß nicht. Seine Atmung war normal, aber er bewegte sich überhaupt nicht mehr.

Am nächsten Morgen machte ich mich fertig, um zur Arbeit zu gehen, und Sunny erlitt einen weiteren Anfall. Ich blieb also zu Hause. Binnie starb während ich am Telefon mit meinem TA über die Laborergebnisse sprach. Ich hatte keine Ahnung, dass er einfach so von alleine sterben würde. Sein Harnstoff war 64 (US: BUN 179), Kreatinin war 872 (US: 9.8), Phosphat 5.78 (US: 17.9).

Genau die Hälfte seiner Werte waren außerhalb des Referenzbereichs, entweder zu hoch oder zu niedrig, obwohl ich nicht weiß, wie viel davon auf die Ursache zurückzuführen ist, dass das Blut eine ganze Nacht lang nur herumstand. Sunny hatte von dem Tag an als Binnie starb keine Anfälle mehr.

Ich denke, die „Zähigkeit" einer Katze hat eine Menge damit zu tun, wie schnell sie gehen. Ich glaube dass Binnie, genau wie Thomas, ein sehr zäher Bursche war und seine Krankheit sehr gut kompensierte. Aber irgendwann erreichen sie einen Punkt, ungefähr wie der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, wo sie einfach nicht mehr kompensieren können, und dann geht es rasend schnell bergab.

Lizz und Fuzz

Mein Fuzz verließ mich am 12. Februar 2000. Fuzz war mit CNI diagnostiziert worden und schien für ungefähr einen Monat mit Infusionen und Winstrol gut durchzuhalten. Er aß nur ungefähr ein Maul voll täglich, aber ansonsten hielt er durch. An einem Freitagabend fiel uns auf, dass Fuzz in der Kauerstellung saß und sich nicht bewegte. Ich legte mich zu ihm auf den Boden in dieser Nacht und sah ihm in die Augen. Ich glaube, da wusste ich, dass es Zeit war, Fuzz gehen zu lassen. Am nächsten Morgen stellten wir fest, dass er die Kontrolle über seine Blase verloren hatte, und irgendwann in dieser Nacht hatte er dicken, teeartigen Kot abgesetzt.

Es war ganz offensichtlich Zeit für den Abschied. Ich fuhr mit Fuzz in meinem Schoß liegend zum TA, blind vor Tränen. Mein wundervoller TA untersuchte Fuzz, dann sah er mich an und sagte: „Was wollen Sie tun?" Es ist eine furchtbare, schmerzhafte und magenumdrehende Entscheidung, die da getroffen werden muss. Ich konnte mich nicht dazu zwingen, die Worte „lassen sie ihn gehen" zu sagen. Ich konnte es einfach nicht. Schließlich sagte ich zu dem TA: „Was würden SIE tun, wenn es IHRE Katze wäre?" Seine Antwort kam sehr schnell: „Ich würde ihn gehen lassen." Ich nickte meine Zustimmung. Während der TA und ich sprachen, hatte eine der TA-Helferinnen sanft Fuzz haarige Höschen gewaschen, sie sagte, sie wolle nicht, dass er so zur Regenbogenbrücke geht. Irgendwie gab mir dieser kleine Akt der Freundlichkeit den Rest. Jede von uns hielt eine Pfote als der TA ihm die Spritze gab, die Fuzzs Leiden beenden würde. Der TA musste mehrere Male seine Augen trocknen. Und dann, fast sofort, bekam Fuzz seine Engelsflügel. Es war ein friedliches und von Liebe erfülltes Gehen.

Als ich da saß und seinen armen, gebrochenen kleinen Körper in meine Arme kuschelte, kam ein Gefühl des Friedens über mich und das Gefühl, dass ich die richtige Entscheidung getroffen hatte. Er war krank, er hatte Schmerzen, und er war müde von dem Kampf... Ich hatte das richtige getan. Aber es schmerzte. Oh Gott, es schmerzte. Und jetzt, acht Monate später, schmerzt es immer noch. Aber ich weiß immer noch, dass ich das beste, freundlichste und liebevollste für meinen Engel getan habe. Mein heiß geliebter Fuzz.

 

Mike und Ziggy

Wir verloren unseren Kater Ziggy an CNI. Bei ihm war es nicht so schwer, den richtigen Zeitpunkt zu bestimmen, wann es Zeit war zu gehen. Über Nacht verwandelte er sich von seiner normalen Persönlichkeit in eine Katze, die den Kopf nicht mehr hochhalten konnte. Er hatte noch ein paar Anzeichen von etwas Energie, aber zu dem Zeitpunkt, als wir beim TA ankamen, wussten wir, dass er es nicht schaffen würde. Er hatte aufgehört, sich umzusehen und er zitterte ein wenig. Etwas, das er in dem ganzen Jahr zuvor als er gegen CNI gekämpft hatte, nie getan hatte. Der TA hatte den Eindruck, dass er bereits gegangen sei, als er ihm die Injektion gab, nur dass sein Körper noch nicht ganz aufgegeben hatte.

Wenn ich Menschen irgendeinen Rat geben sollte, wann sie sich entscheiden sollen, dann würde ich sagen, beobachten Sie Ihre Katze. Eine Mehrheit der Menschen mit denen ich gesprochen habe, sagten mir, dass ihre Katzen es sie mehr oder weniger subtil hatten wissen lassen. Außerdem sollten Sie nicht Ihre Gefühle in die Katze hineinprojizieren, wenn Sie diese Entscheidung treffen. Unser Wunsch, unsere geliebten Tiere so lange wie irgend möglich bei uns behalten zu können, ist nobel. Aber selbst die Hunderte oder Tausende von Dollar, die Sie vielleicht dafür ausgeben, um mehr Zeit mit ihnen verbringen zu können, sind möglicherweise nur dafür da, dass wir uns besser fühlen, und sie sind nicht wirklich im Interesse unserer geliebten Katzen. Wir hatten sogar schon zweimal Abschied genommen bevor das Ende da war, und das half ein bisschen. Die Katze einer Freundin war kurz zuvor mit CNI diagnostiziert worden, und sie hatte bereits geplant, was sie tun würde, wenn es soweit wäre, obwohl es wahrscheinlich Jahre dauern kann, bevor es soweit ist. Das Unausweichliche anzunehmen und sich damit zu beschäftigen, hat einen großen Anteil daran, wie man die Entscheidung trifft. Ich weiß, ich mache das jetzt so einfach klingend, aber das ist nicht meine Absicht. Ich bin ein 37jähriger Mann, der den größten Teil der Nacht damit verbrachte zu weinen als Ziggy starb. Aber ich hasse es, darüber nachdenken zu müssen, was gewesen wäre, wenn ich nicht schon meinen Frieden mit seinem Zustand gemacht gehabt hätte.

Als Ziggy das zweite Mal zusammenbrach gingen wir zu einem sehr einfühlsamen TA, der uns erklärte, dass eine der Auswirkungen dieser Krankheit die Produktion von Chemikalien im Körper ist, die dafür sorgen, dass die Katzen keine oder fast keine Schmerzen beim Fortschreiten dieser Krankheit empfinden. Er dachte, genau wie unserer erster TA, dass Ziggy bereits jenseits jeglicher Medikamentierung oder Behandlung sei. Er meinte, dass Infusionen wahrscheinlich Ziggys Zeit mit uns noch verlängern würden, aber nichts zu seiner Lebensqualität beitragen würden. Es wurde uns gesagt, wir sollten ihn mit nach Hause nehmen, und wir sollten uns aneinander erfreuen solange es noch möglich ist. Er war sehr zerbrechlich und von über 19 Pfund runter bis auf sechs Pfund. Er schlug auch noch vor, ob wir es nicht mit Pedialyte versuchen wollten (eine Elektrolytergänzung), die dabei helfen sollte, ihn hydriert zu halten und ihm etwas Energie zu geben. Kurze Zeit später rief ich den TA an, um ihm mitzuteilen, dass Ziggy etwas an Gewicht zugenommen hat. Mir wurde gesagt, wir sollten nicht zuviel Hoffnung schöpfen, aber dass er auch überrascht sei, dass Ziggy immer noch bei uns sei. Er sagte, wenn Ziggy in ungefähr einem Monat immer noch leben würde, sollten wir wieder anrufen und einen Termin vereinbaren. Es dauerte dann jedoch einige Monate bevor wir zurückriefen, da Ziggy anfing zu futtern wie ein Scheunendrescher, mit seinem Spielzeug spielte und an Gewicht zunahm. Als wir ihn dann schließlich zum TA brachten, waren die Nachrichten immer noch schlimm. Sein Nierenversagen war immer noch bei über 90 Prozent, und sowohl seine Harnstoff- als auch seine Kreatininwerte waren den messbaren Bereich hinausgeschossen.

Aber er wog wieder zwölf Pfund und war wieder fast so nah bei seinem früheren Selbst wie er es überhaupt wieder werden konnte. Der TA dachte immer noch, er sei jenseits jeglicher Medikamentierung. Aber er aß wieder und trank ungefähr 2,5 große Flaschen Pedialyte jeden zweiten Tag. Er verschrieb ein Medikament, das die Roten Blutkörperchen stimulieren sollte. Das einzige, worauf wir die Verbesserung seines Zustands zurückführen können, war das Pedialyte. Bis zu der Woche in der er starb, war es das einzige, was er trinken wollte. Ich denke, das war einer seiner Wege uns mitzuteilen, dass es Zeit war. Wir dachten daran, ihn zum TA zu bringen, aber er aß immer noch und zeigte keinerlei Symptome von Unwohlsein oder Schmerz. Wenn wir ihn hingebracht hätten, vielleicht hätten wir noch weitere zwei Wochen gewonnen, wenn er intravenöse Infusionen bekommen hätte. Aber ich glaube, am Ende wäre das von uns nur egoistisch gewesen. Er hatte ein Jahr länger gelebt als irgendjemand ihm gegeben hätte, und er hatte eine seiner besten Sommerferien erlebt, besser selbst als zu den Zeiten bevor er krank wurde.

Karen und Merlin

Am Freitag, dem 28. Januar 2000 um 9.25 Uhr morgens glitt mein geliebter Merlin von dieser Welt in die nächste. Im Grunde war es ein Glück für mich, denn die Entscheidung, ihn „einschläfern" zu lassen, war bereits getroffen.

Es begann spät abends am Mittwoch, dem 26. Januar. Er war auf seinem Katzenklo gewesen, das in einem kleinen Zimmer neben meinem Schlafzimmer stand. Anschließend kam er ins Bett, und mir fiel auf, dass er Probleme damit hatte, aufs Bett zu springen – seine Hinterbeine waren sehr schwach. Natürlich war ich besorgt, seine letzten Blutwerte waren grauenvoll gewesen – Harnstoff 51.4 (US: 144), Kreatinin 739 (US: 8.3) und Phosphor lag bei extremen 4.65 (US: 14.4). Aber ich wollte ihn beobachten, und wenn es sein musste, ihn am Wochenende zum Arzt bringen, damit er intravenöse Flüssigkeit bekam. Ich hatte ohnehin schon eine fürchterliche Woche hinter mir: Ich hatte eine neue Arbeit begonnen und war fürchterlich krank. Merlin und seine Freundin Nikki waren ebenfalls krank – Nikki hatte schon fast eine Woche lang nichts mehr fressen können, ohne sich zu erbrechen. All ihre Untersuchungsergebnisse kamen negativ zurück, so dass ich annahm, dass es eine psychische Reaktion von ihr war. Was wusste sie, was ich nicht wusste?

Am Donnerstag, dem 27. Januar 2000 fingen die echten Probleme an. Wir alle standen zur üblichen Zeit auf. Merlin bekam 200 ml Flüssigkeit, außerdem hatte er ein bisschen von selber gefressen. Mir ging es gut genug, um zur Arbeit zu gehen, und ich war gerade mit der Morgendusche fertig, als Merlin ins Badezimmer gerannt kam und in die Badewanne sprang (ja, ich war da immer noch drin, mich abtrocknend), um sein Wasser zu bekommen. Nachdem er fertig getrunken hatte, sprang er aus der Wanne heraus und schlug sich ein Bein an der Kante an, oder so dachte ich zumindest. Ich griff mein Handtuch und rannte im Flur hinter ihm her. Im Schlafzimmer holte ich ihn ein, wo er einen Krampf hatte (nach meinen Aufzeichnungen war es 8.45 Uhr morgens).

Ich hob ihn sanft hoch und legte ihn aufs Bett und hielt ihn die ganze Zeit fest. Der Vorfall dauerte ungefähr 20 Sekunden, dann sprang er vom Bett und rannte in seinen Schrank.

Ich war ein Nervenbündel! Zuerst wusste ich nicht, was ich tun sollte – schließlich beruhigte ich mich und rief den TA an, der meinte, das beste was sie für ihn tun könnten, wäre an den intravenösen Tropf. Irgendwie wusste ich bereits, dass das nicht helfen würde. Aber in der unwahrscheinlichen Hoffnung, dass vielleicht doch ein Wunder passieren könnte, stimmte ich zu, ihn um die Mittagszeit vorbeizubringen. Ich schrieb mich außerdem wieder in der CRF-Liste ein, die während der Monate seiner Krankheit  mein Rettungsanker war und bat um Gebete. Dann öffnete ich die Kleiderschranktür und setzte mich neben meinen Jungen und weinte und sagte ihm, wie sehr ich ihn liebe.

Ich hatte dem TA gesagt, ich würde ihn Mittags bringen, weil ich Merlin nicht zu sehr stressen wollte. Aber die Wahrheit ist, ich wusste ganz einfach, dass dies der Anfang vom Ende ist, und ich wollte die Chance haben, mich zu verabschieden. Nikki kam und legte sich vor die offene Schranktür, und ich erinnere mich, dass ich dachte, wie gut es ist, dass wir alle zusammen sind. Also weinte und weinte ich und erzählte ihm von meiner Liebe und meiner Freude mit ihm. Ich dankte ihm dafür, dass er mein Leben bereichert hatte. Natürlich sah ich während eines besonders ergreifenden Moments zu ihm. Vielleicht erwartete ich, dass er mich bewundernd ansehen würde, aber er war zu sehr damit beschäftigt sich zu putzen!!! Und Nikki hatte beschlossen, dass dies ein guter Moment sei, um etwas zu essen und es bei sich zu behalten (ich hatte ihr ständig gesagt, es würde Mommy so glücklich machen, wenn sie das täte). Hier saß ich also, weinte um ein Baby und lächelte wegen des anderen.

Mittags setzte ich Merlin sanft in seinen Kennel, und wir gingen los. Er war niedergeschlagen zu diesem Zeitpunkt – vielleicht wusste er es. Ich weinte und weinte noch viel heftiger, als ich ihn dem TA übergab.

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich auf dem Sofa, zusammengerollt in einer Ecke, weinend und mich erinnernd und mich davor wappnend, was auf mich zukommen würde. Um 16.30 Uhr rief ich bei den TÄ an, und eine der Helferinnen sagte, dass es ihm gut ginge und dass er ihr „diesen Blick" gäbe. Mein Herz sprang hoch – vielleicht, nur vielleicht, würde es ihm bald besser gehen. Aber es war eine lange schlaflose Nacht ohne meinen Babyboy.

Am nächsten Morgen rief ich gegen 7 Uhr bei den TÄ an – die Frau am Empfang teilte mir mit, dass die Ärzte noch nicht ihre Runde gemacht hätten. Ich sagte ihr, dass ich nur wissen wollte, ob er überhaupt noch atme. Und ja, er war immer noch bei uns.

Um 8 Uhr rief Merlins TA an, und die Nachricht war nicht gut. Merlins Werte waren jenseits der Skala: Harnstoff 79.3 (US: 222), Kreatinin 739 (US: 8.3, unverändert) und Phosphor war nun 5.5 (US 17.1)!! All die zusätzlichen Phosphatbinder, die ich ihm während der vergangenen Woche gegeben hatte, hatten ihm nicht geholfen. Kein Wunder, dass seine Beine so zittrig waren! Ich fragte den TA, wie lange genau diese erneute Flüssigkeitsgabe ihm helfen würde. Er sagte eine Woche, vielleicht zwei Wochen oder einen Monat. Es war schwer zu sagen, da Merlin so ein Kämpfer war. Wieder kam dieses furchtbare Gefühl über mich, und ich musste mich selber fragen, ob ich die Entscheidung treffen konnte, sein Leben zu beenden und ihn gehen zu lassen.

Um 8.30 Uhr ging ich in die Klinik, und sie brachten ihn mir. Wahrscheinlich weil ich mich schon aufs Schlimmste vorbereitet hatte, war ich fast überrascht ihn zu sehen. Sie brachten ihn und den Tropf in den Untersuchungsraum (normalerweise ließen sie mich nach hinten, aber nicht heute, weil dort ein Hund mit einer schweren Rückgratverletzung behandelt wurde).

Das erste was mir auffiel war sein ständiges Knurren. Nun war Merlin immer schon gesprächig, aber das war nicht er – irgendetwas war definitiv verkehrt. Außerdem war seine rechte Vorderpfote untergezogen (Hintergrund: als er acht Monate alt war, wurde Merlin von einem Auto angefahren und wurde dabei auf der linken Seite seines Kopfes verletzt. Die Benutzung seiner rechten Vorderpfote war immer schon ein Problem, und es war für mich jedes Mal ein Hinweis darauf, dass irgendetwas mit ihm nicht stimmte). Sie waren sich nicht sicher darüber, was das Problem mit seiner Pfote sein könnte, aber ich wusste es. In der Zwischenzeit fragten sie mich, ob ich ihn füttern würde, da er nicht von alleine essen würde. Er hatte jedoch die Katzenklos benutzt, und das gab mir ein etwas besseres Gefühl. Ich vermischte also etwas Hill‘s a/d Futter mit Wasser und fütterte ihn mit der Spritze. Er aß ungefähr 18 ml und entschied dann, dass es genug sei und wollte runter auf den Boden, um diesen zu inspizieren.

Innerhalb kürzester Zeit hatte er einen weiteren Krampf – ich öffnete die Tür, die nach hinten führte, und schrie um Hilfe. Sie kamen angerannt – Merlin war auf dem Fußboden, und ich hielt ihn einfach und sagte ihm dauernd, dass ich da sei. Wiederum hörte es innerhalb von 20 Sekunden auf, und er stand einfach auf und fing an herumzulaufen. Aber ich konnte sehen, dass sein Gehirn ernsthaft geschädigt war, und ich wusste nun, das war es. Ich entschied gleich dort und auf der Stelle – ich würde ihn auf gar keinen Fall leiden lassen. Der TA sagte mir, er würde noch in den Waschraum gehen und wäre dann gleich bei mir. So blieben Merlin und ich alleine.

Ich saß auf einem Stuhl und hielt ihn, kuschelte ihn wie ein Baby, rieb seine Nase und versicherte ihm, ich würde mich um alles kümmern.

Als der TA zurückkam sagte er mir, dass Merlins Harnstoffwerte heruntergegangen seien über Nacht auf 53.6 (US: 150). Ich fragte ihn, ob Merlin das überstehen könne, und nach einer kurzen Pause sagte er leise „nein". In diesem Augenblick traf ich die beste und schrecklichste Entscheidung meines ganzen Lebens. Ich sagte: „Lassen Sie es uns beenden." Jetzt? Ja.

Ich hielt meinen Jungen im Arm während ich all die Papiere unterschrieb, die sicherstellten, dass er alleine verbrannt würde. Der TA hatte die Injektion und ein blaues Handtuch geholt, damit Merlin sich wohlfühlen würde. Ich machte noch den Scherz, dass blau immer schon seine Farbe gewesen sei. Und zum allerersten Mal an diesem Tag drehte er sich um und sah mir direkt in die Augen. Furchtlos wie immer.

Die Schnur zum Tropf wurde weggenommen und der TA injizierte die Euthanasielösung. Innerhalb von Sekunden sank Merlin zusammen während der TA und ich beide die Hände ausstreckten, um ihm zum Tisch zu helfen und vielleicht fünf Sekunden später war Merlin tot (es war 9.25 Uhr EST). Meine Arme waren um ihn. Ein Gefühl von Erleichterung durchlief mich, und ich glaube, das war Merlins Seele. Es war vorbei. Ich hatte mich auf die körperlichen Funktionen vorbereitet, von denen ich wusste, dass sie kommen würden: Das Zusammenzucken, Urinieren, Einkoten – aber sie kamen nicht. Er schlief einfach ein.

Der TA ließ mich mit ihm alleine, und ich weinte einfach. Ich begrub mein Gesicht in seinem Fell und weinte. Es war mir egal wer mich hören konnte. Ich wollte nicht, dass er leiden muss, aber mein Babyboy war tot. Mein Beastieboy, der die vergangenen 15 Jahre lang mein Freund gewesen war, war tot. Ich hasste es, seinen Körper da zu lassen. Ich ging einfach nach Hause und fühlte mich so leer.

Voula und Sachie

Viele Leute hatten mir gesagt, dass ich es wissen würde, wenn die Zeit gekommen sei. Sie konnten mir nicht genau sagen wie, dass es von Katze zu Katze unterschiedlich sein würde und auch von Mensch zu Mensch. Ich machte mir etwas Sorgen deshalb, denn das schien mir nicht schlüssig genug zu sein. Aber jetzt weiß ich was sie meinten. Du weißt es. Und wenn du Zweifel hast, dann triff nicht die Entscheidung deine Katze einzuschläfern. Hör nicht auf andere, folge deinem Herzen.

 

Einen Monat bevor Sachie starb litt sie an inneren Blutungen. Die Schleimhäute in ihrem Mund waren blass, und sie fühlte sich sehr kalt an, besonders ihr Rücken. Sie atmete schnell (zwischen 40 und 60 Atemzüge pro Minute), und ihre Nasenflügel zitterten bei jedem Atemzug. Ihr Herzschlag war schneller als für Sachie normal war. Mir fiel auf, dass ihr Herzschlag ungefähr schon vier Tage lang schneller war bevor der Rest der Symptome auftrat. Ich fragte den TA, und er meinte, ich solle mir keine Sorgen machen. Aber ich tat es doch! Ich kannte meine Katze! So oft schon hatte ich gelernt, dass ICH AUF MEINE INSTINKTE VERTRAUEN KANN während Sachies Krankheit. Sachies Diagnose lautete auf ein Lymphsarkom in den Nieren.

Der TA half uns nicht. Er sagte, sie sei eine alte und sehr kranke Katze. Natürlich ging ich zu einem anderen TA (unserem alten TA) und fragte ihn nach etwas Carafate, das er uns auch gab. Der vorherige TA wollte mir nichts mehr für Sachie geben. Ich denke, das war grausam!!! Mit jedem Tag, den sie Carafate bekam (ein Mittel gegen Magengeschwüre) und zusammen mit Slippery Elm und Antibiotika (gegen die Zungengeschwüre) normalisierte sich Sachies Atmen mehr. Wir hatten einen weiteren Monat zusammen dank des zweiten TA und meiner Hartnäckigkeit.

Meine beste Freundin dachte ebenfalls, als die Blutungen begannen, dass das Ende da sei. Ich hatte auch diese Angst, aber mein Herz (und ein Traum, den ich hatte, in dem mir gesagt wurde, dass die Zeit noch nicht reif sei) und außerdem ein Blick in Sachies Augen, die immer noch so voller Leben waren (trotz der Ernsthaftigkeit der Situation) sagte mir, dass die Zeit noch nicht gekommen ist. Sachie hatte nicht viel gegessen während der letzten Tage. Aber mit dem Carafate und den anderen Behandlungen verbesserte sich ihr Appetit, und sie begann am zweiten Tag der Behandlung wieder zu essen.

In den nächsten paar Wochen aß sie, ihr Darm und ihre Blase funktionierten normal. Sie war immer noch fähig, auf die Küchenschränke zu springen trotz ihrer schweren Anämie. Die Farbe der Schleimhäute verbesserte sich ein wenig.

In der Woche bevor sie starb (sie hatte trotz Fressens an Gewicht verloren) fing sie an langsamer zu werden und weniger zu essen. Aber sie genoss es immer noch, auf ihrem Rücken in der Sonne auf dem Balkon hin- und herzurollen. Ihr war übel, und in der letzten Woche fing sie ungefähr jeden Tag an zu erbrechen. Sie begann außerdem sich gegen ihre Tabletten und die Infusionen mehr als üblich zu wehren. Ich verringerte also die Gaben und gab ihr nur noch das, was verhinderte, dass sie leiden würde anstatt zu versuchen, dass sie sich besser fühlt.

Bis zu dem Tag an dem sie starb, sprang sie immer noch auf die Küchenschränke und rollte in der Sonne auf dem Rücken. An dem Tag, an dem sie starb, ging sie zum letzten Mal hinaus auf den Balkon, nachdem ich ihr ihre Infusion gegeben hatte, und sie sah dabei aus wie Sachie aussah, bevor sie so krank geworden war.

Am Samstag, dem 30. September 2000 wachte ich auf, und sie wollte nicht fressen. Ihre Pupillen waren verdreht und ihre Augen verschattet. Sie hatte Schluckbeschwerden (möglicherweise von Geschwüren im Hals), und ich frage mich jetzt, ob sie Krämpfe hatte. Ihr Kopf zuckte seitwärts. Oh, das ist so schwer zu schreiben!

Später am Nachmittag ging sie hinaus in den Flur, und dabei konnte sie kaum laufen. Ich hob sie hoch. Sie verlor die Kontrolle über ihre Blase. Ich wusste, die Zeit war gekommen.

Ich trug sie zum Katzenklo, und sie war zu schwach um ihren Urin zu vergraben. Ich griff mit meiner Hand hinein und bedeckte es für sie. Das schien ihr zu gefallen, denn Sachie war immer äußerst penibel damit gewesen ihren Urin zu vergraben. Sie konnte nicht laufen. Ihre Beine liefen überkreuz. Ich wusste, die Zeit war gekommen.

Ich rief den TA und hielt Sachie in meinen Armen. Sie hing völlig schlaff darin. Sachie mochte es nie, wenn sie zu lange festgehalten wurde. Ich wusste das. Ich hatte sie früher am Tag bereits gebeten, mir zu sagen, wann es Zeit ist. Sie blinkte mir mit einem Auge zu. Ich fragte sie später, als ich sie in meinen Armen hielt, ob sie bereit sei zu gehen. Sie blinkte mir mit einem Auge zu.

Der TA kam. Ich hielt sie hoch und sah ihr in die Augen. Es war Zeit.

Ich vermisse sie so sehr. Ich vermisse sie mehr als das Leben selber. Gott segne Dich Sachie für die Liebe, die du mir gegeben hast. Ich liebe dich, meine Kostbare. Meine unersetzliche Sachie.

Nick und Blob

Gestern um 12.15 Uhr beendete Blob, meine zwölfjährige Schildpatt-Glückskatze, ihren Kampf gegen CNI. Sie hatte CNI seit sie vier Jahre alt war, und der TA hatte damals – ausgehend von den Blutwerten – ihr noch eine Lebenszeit bis zum Ende der Woche gegeben. Das war vor acht Jahren. Irgendwie hatte sie sich wieder erholt, aber ich dachte die ganze Zeit, dass sie von geborgter Zeit lebte. Vor sechs Monaten begann sie Gewicht zu verlieren, da sie aber ohnehin übergewichtig war, war ich ziemlich erfreut. Vor ungefähr einem Monat hörte sie auf irgendwo raufzuspringen, und sie schien alt zu werden. Sie war aber immer noch sie selber, und da sie sich noch nie gerne übermäßig verausgabt hatte, machte ich mir keine allzu großen Sorgen. Sie fraß jedoch weniger, und vor zwei Wochen hörte sie ganz damit auf. In jeder anderen Beziehung benahm sie sich immer noch völlig normal. Sie trank sehr viel, aber das hatte sie immer schon getan. Sie hatte immer fürchterliche Zähne/Mundgeruch gehabt, aber das hatte ihr nie irgendwelche Probleme verursacht – mühelos konnte sie damit ganze Mäuse verputzen, was sie auch regelmäßig tat.

Ich brachte sie zum TA weil ich diesmal Nierenversagen vermutete. Die Blutergebnisse waren schlecht – Harnstoff bei 45 (US: 126) und Kreatinin bei 616 (US: 6,96). Sie kam für 24 Stunden an den Tropf, danach ging es ihr besser, und sie futterte sogar einige Maulvoll Futter. Das war am Montag letzter Woche. Bis Freitagmorgen ging es ihr gut, dann hörte sie wieder auf zu fressen. Sie zog sich in den Bettkasten mit Decken unter meinem Bett zurück und blieb dort. Ich trug sie zwei Mal ins untere Stockwerk, aber sie wurde schwächer und schwächer und begann zu stolpern. Sonntagnacht fing sie an zu Erbrechen wenn sie sich bewegte, und es war klar, dass es ihr wehtat, sich zu bewegen – sie gab kleine Jammertöne von sich, das arme Ding. Samstag hatte sie auch aufgehört zu Trinken. All diese Dinge zusammengenommen kam ich Sonntagnacht zu der Erkenntnis, dass sie genug hatte. Ich rief gestern, Montagmorgen, beim TA an und bat um einen Hausbesuch. Ich konnte es nicht über mich bringen sie dorthin zu bringen, und wenn ich sie die fünf Meilen in meinem Van dorthin gefahren hätte, wäre das eine Tortur für sie gewesen. Ich hatte auch das Gefühl, dass sie in ihrem eigenen Zuhause umgeben von vertrauten Dingen sterben sollte. Ich musste drei Stunden auf den TA warten bevor er seine Praxis schließen konnte. Das gab mir genug Zeit, mich zu verabschieden und unsere letzten Stunden zusammen zu verbringen. Sie lag immer noch zusammengerollt in dem Kasten, aber sie hob ein paar Mal ihren Kopf und sah mich aus schmerzerfüllten Augen an. Ich hatte keinerlei Zweifel darüber, dass es richtig war, was ich tat und dass die Zeit gekommen war, bevor sie all die furchtbaren Symptome des Endstadiums erleiden würde.

Als der TA kam trug ich Blob auf der Decke hinunter, auf der sie immer noch lag. Sie versuchte nicht aufzustehen, aber stöhnte ein bisschen, als ich sie bewegte. Der TA gab ihr sanft die Injektion, und sie glitt friedlich hinüber während ich sie streichelte. Sie war schon gegangen bevor der TA die Injektion beendet hatte – ungefähr drei bis vier Sekunden, und sie lag da auf der Decke so ruhig, so friedlich, so entspannt in ihrer Lieblingsschlafstellung. Als sie tot war, brach ich zusammen und weinte das erste Mal seit meiner Kindheit wieder wie ich mich erinnere. Der TA sagte, dass es für mich schwerer gewesen sei als für sie, und ich glaube, er hatte recht.

Ich wickelte sie in ein schönes flauschiges Handtuch und beerdigte sie gestern Abend an ihrem Lieblingsplatz im Garten. Ich weine wieder während ich dies schreibe: Ich vermisse sie so sehr. Ihre Tochter lebt noch bei mir, und sie ist so eine liebevolle kleine Seele, wir sind jetzt allein, nur sie und ich noch.

Die Entscheidung, ihre Schmerzen zu beenden, war nicht schwierig: ich hatte keinen Zweifel darüber, dass es das war, was ich für sie tun musste. Es wirklich zu tun war unglaublich schwer, aber ich bin froh dass ich es tat, um unser beider willen.

„Die Welt dreht sich weiter und das Gras wächst immer noch, aber jetzt, jetzt gibt es eine kleine liebende Seele weniger, die darüber wachen wird. Jetzt ist da ein leerer Platz, ein leerer Klang, ein leerer Stuhl. Aber nicht in meinem Herzen, wo sie für immer sein wird."

 

Pat und Hecate

Meiner Meinung nach sind Listen über „schlechte Zeichen" sehr hilfreich dabei, um uns daran zu erinnern, worauf wir ganz besonders achten sollten. Andererseits denke ich, sie sind oft von nur begrenztem Nutzen, uns bei der Entscheidung zu helfen, was wir in einer bestimmten Situation tun sollten. Wie schon viele Leute hervorgehoben haben (und wie ich es selber bei meinem tapferen und unglaublich willensstarken Hecate-Kätzchen gesehen habe), können Katzen sich erstaunlicherweise wieder erholen von scheinbaren „jetzt-ist-das-Ende-gekommen-Zusammenbrüchen".

Aber ich bin auch nicht besonders scharf darauf, den Leuten zu sagen, „sie werden schon wissen was ihre Katze möchte, wenn die Zeit kommt". Ich weiß, dass das gut gemeint ist, aber es ähnelt sehr dem, was die Ärzte jungen Müttern zu sagen pflegten: „Oh, sie sind seine Mutter. Sie werden ganz natürlich wissen, warum es schreit und was sie tun müssen." Ja. Gut. Manchmal. Und manchmal nicht. Ihre geliebte Katze im Endstadium von CNI zu pflegen ist Stress genug auch ohne den Menschen noch diese extra Anspannung und Schuld aufzuladen. Denn wenn der Fragende es ganz einfach schon WISSEN würde, dann würde er doch nicht FRAGEN, oder?

Also. ;-) 

 

Für mich (was immer es auch wert sein mag), reduziert es sich auf die Frage, ob die Katze unabwendbar (d.h., nichts was in Ihrer Macht steht, kann diesen Zustand ändern) unglücklich wegen ihres körperlichen oder mentalen Wohlbefindens ist. Zum Beispiel brach Hecate ein paar Mal zusammen, und es ging ihr körperlich wirklich schlecht, aber auf eine irgendwie „benebelte Art und Weise" schien es ihr seelisch nicht schlecht zu gehen. Ihr Gesicht war friedlich, und da schien es nichts zu geben, was sie wirklich unbedingt wollte. Wir versuchten es mit einer aggressiveren Behandlung, und sie erholte sich wieder, und das bereue ich keinen Augenblick, und ich bin mir ziemlich sicher, sie ebenfalls nicht.


Gegen Ende des letzten Zusammenbruchs, als sie bereits seit Tagen nichts mehr gefressen hatte, ging es ihr ebenfalls körperlich nicht gut – besonders Herzprobleme verhinderten, dass sie sich schnell bewegen konnte oder in ihren Lieblingsstellungen schlafen. Ich glaube nicht, dass sie viel schlief, und sie benahm sich irgendwie zerbrechlich und als ob sie Kopfschmerzen hätte. Aber wiederum schien sie das so akzeptieren, dass das halt jetzt ganz einfach so war. Sie setzte sich hin und sah sich mit einem anerkennenden Gesichtsausdruck im Zimmer um, der es nahe legte, dass sie es keineswegs eilig hatte zu gehen. Sie schien ganz offenbar zu denken, dass es genauso befriedigend sei, einfach nur noch „fähig" zu sein zu sitzen und sich im Zimmer umsehen zu können. Ich glaube, sie war im Oberstübchen bereits ziemlich vernebelt, verstehen Sie, aber zufrieden.

Bis zum letzten Tag. Ich weiß nicht, ob auch ihr körperlicher Zustand soviel schlechter wurde oder ob sie zu verwirrt wurde, um noch etwas verstehen zu können oder ob sie nicht nur ganz einfach genug hatte. Es war ihr einfach nicht mehr möglich, es sich bequem zu machen. Sie warf sich hin und her und bewegte sich unentwegt, dann stand sie auf und arbeitete sich ein paar Zentimeter vorwärts und legte sich dann wieder hin. Aber auch dort lag sie nicht bequem. Also stand sie wieder auf und wackelte auf einen anderen Platz und so weiter. Sie schien sich nicht mehr länger „in Ordnung" zu fühlen. Gerade heraus gesagt, sie konnte es nicht mehr. Ich würde noch nicht sagen, dass in ihrem Benehmen so etwas wie Verzweiflung zu erkennen war, aber man konnte es schon kommen sehen.

Und ich wusste, dass es jetzt nichts mehr gab, was ich noch für sie tun konnte. Es war etwas mehr als vier Jahre her seit ihrer Diagnose. Ihre PKD-Nieren hatten die Größe von Orangen angenommen und hatten sogar die Fähigkeit verloren, Wasser auszuscheiden. Ihr Herz konnte noch nicht einmal mehr ihre normalen Handlungen ertragen, geschweige denn ihre Krankheit oder deren Behandlung. Und sie hatte seit zehn Tagen nichts mehr gefressen. Sobald ich erkannte, dass sie wirklich diese Situation beenden wollte, gingen wir zum TA und bald darauf hatte sie ihren Frieden. (In Wirklichkeit war es nicht ganz so einfach, und es funktionierte gegen Ende auch nicht ganz so leicht wie dieser letzte Satz es vermuten lässt, aber das ist eine andere Geschichte).

Ich glaube nicht, dass wir immer sicher sein können, normalerweise alle Wünsche unserer Katze zu kennen. Aber ich denke, sehr oft KÖNNEN wir sagen – bildlich gesprochen – wann eine Katze an der Schwelle zu dieser großen geheimnisvollen Tür steht und dort unbedingt hindurchgehen möchte. Und ich denke, dass wir genauso oft eine besonnene Entscheidung darüber treffen können, ob weitere Behandlungen der Katze eine gute Chance geben, einen ausreichend zufriedenstellenden Gemütszustand wieder zu erreichen – oder nicht.

Natürlich will ich jetzt, wo ich das geschrieben habe, hinzufügen, dass ich nicht glaube, dass diese Frage wirklich wichtig ist. Nicht auf diese ganz besondere Art und Weise wie wir oft vorgeben, dass sie wichtig ist. Ich meine damit, dass ich nicht glaube, dass es für unsere Katzen wirklich wichtig ist. Am Ende tun wir was wir tun. Es sind die „Handlungen", nicht die „Gründe", die unsere Katzen direkt am eigenen Leib erfahren. Auf der anderen Seite sind die „Gründe" für unsere Entscheidungen (besonders ihre ausgiebige mündliche oder emotionale Rechtfertigung) hauptsächlich für UNS wichtig. Da wir im Großen und Ganzen eine ziemlich unsichere und überanalytische Gattung sind, verstehen wir es gut, uns total unglücklich zu machen, solange wir nicht auf eine übergeordnete Rechtfertigung für unsere Entscheidungen hinweisen können.

Ich denke, daher ist es keine schlechte Sache, eine Liste mit Zeichen anzulegen, um zu der Überzeugung zu gelangen, dass wir vollkommen in der Lage sind, die Gedanken unserer Katze richtig verstehen zu können und unsere eigenen Entscheidungen wie oben beschrieben... aber ich bin mir nicht sicher, ob das nicht einfach nur Ablenkungsmanöver sind. Unsere Handlungen werden nicht immer nur von den Gründen beeinflusst, von denen wir es glauben. Ich glaube, dass sich unsere Gründe oft auf das reduzieren was wir selbst brauchen, um unsere Handlungen ausführen zu können. Ich denke, das ist in Ordnung. Und ich denke, es ist hilfreich, sich daran zu erinnern,  zumindest für mich.

Lorena, Christopher und Sasha

Ich schreibe das drei Tage, nachdem ich meinen 2,5 Jahre alten siamesischen Kater Sasha an CNI verloren habe. Diese Seite hat mir sehr geholfen während Sashas Krankheit, und das Kapitel „Die letzten Stunden" war ausschlaggebend für meine Entscheidung, mein Baby einschläfern zu lassen. Ich hoffe, indem ich diese Geschichte niederschreibe, dass ich damit anderen Menschen helfen kann, die durch die gleichen schwierigen Zeiten gehen müssen wie die, durch die ich gegangen bin ... und dass es mir hilft beim Verarbeiten des Verlustes von Sasha, der erst vor so kurzer Zeit war.

Mein Ehemann Chris holte Sasha aus einem Tierheim. Er war von einem furchtbaren Sammler gerettet worden, der über 120 Katzen (alles Siamesen) in einem kleinen Haus hielt! Sasha war vermutlich eine Inzucht, und ich denke, dass das einer der Gründe für seine anfällige Gesundheit war. Kurz nachdem Chris Sasha nach Hause gebracht hatte, wurde er wirklich krank, und bei ihm wurde Panleukopenie (felines Parvovirus = Katzenseuche) diagnostiziert, eine tödliche Krankheit. Sasha blieb eine Woche lang auf der Intensivstation, kämpfte tapfer gegen diese Krankheit und gewann wunderbarerweise die Schlacht. Seither war er immer gesund, obwohl er ständig niesen musste und schlechte Zähne hatte. Nichts Ernsthaftes jedoch (so dachten wir).

Sasha war die liebevollste Katze die ich JEMALS in meinem ganzen Leben gesehen habe. Ich war immer mehr ein Hundemensch, und bildete mir ein, dass Katzen keine liebevollen Tiere wären. Aber alles änderte sich, als ich heiratete, und mein Ehemann seine beiden Katzen (Sasha und Fibonacci, ein vier Jahre alt Halb-Maine Coon) mit sich nach Brasilien brachte (er ist Amerikaner, und ich bin Brasilianerin). Sasha himmelte ihn einfach an. Er gab ihm die ganze Zeit Küsse (echte!), sprach mit ihm, miaute an der Tür, wenn Chris außer Haus war... Sasha war meinem Mann vollkommen ergeben und umgekehrt. Ich muss zugeben, manchmal war ich auf die Katze eifersüchtig! Er war der Herrscher im Haus!

Ein paar Monate nachdem er nach Brasilien gekommen war, holte mein Mann eine kleine Perserkatze, Pandora, für mich. Fibonacci hasste sie am Anfang (heute sind sie jedoch gute Freunde): Er fauchte sie an und versteckte sich vor ihr. Sasha jedoch adoptierte sie von dem Augenblick an als sie nach Hause kam! Er spielte mit ihr, passte auf sie auf und, am wichtigsten, hielt Fibbers fern von ihr so gut er konnte. Es war so lustig mit anzusehen, wie er sich jedes Mal zwischen Pandora und Fib stellte, wenn Fib versuchte sie zu schlagen! Er stand einfach da in seiner königlichen Art, als ob er Fib fragen wollte: „Suchst Du Streit, Fratz?"... es war erstaunlich. Pandora liebte Sasha über alles!

Während der fünf Monate, die Sasha hier mit mir zusammen in Brasilien lebte, bemerkte ich manchmal, dass er sich eigenartig benahm... er blieb einfach in der „Kauerstellung", war sehr, sehr schwach und weigerte sich zu Fressen. Wir dachten, es sei aufgrund seiner schlechten Zähne (er hatte außerdem fürchterlichen Mundgeruch) und stellten seine Ernährung um von Trocken- zu Nassfutter, und es schien ihm besser zu gehen. Er begann wieder zu essen und sich so zu benehmen, wie er es immer getan hatte. Jetzt, wo ich mehr über CNI weiß, bin ich mir sicher, dass das bereits die ersten Anzeichen dieser Krankheit waren. Aber damals dachten wir einfach, er habe Probleme, Trockenfutter zu essen aufgrund seiner Zähne. Manchmal frage ich mich, ob er wohl immer noch bei uns wäre, wenn wir damals mehr über CNI gewusst hätten.

Ungefähr einen Monat lang war alles in Ordnung. Sasha aß gut und war sehr aktiv. Zwei Wochen später hörte er auf zu Fressen und war zwei Tage lang sehr missmutig, lag die ganze Zeit nur herum und spielte nicht mit den anderen Katzen. Wir dachten es sei nichts Ernsthaftes, eine Erkältung vielleicht... Eines Tages kam ich zurück von der Arbeit, und Chris sagte mir, dass Sasha nicht Fressen würde. Er lag auf seinem Lieblingsplatz im Bett und wollte nicht aufstehen. Als wir ihn in die Arme nahmen konnten wir einen großen Klumpen in seinem Bauch fühlen, ungefähr von der Größe einer Orange oder einem Tennisball. Beim Laufen ging er sehr vorsichtig, so, als ob er Schmerzen hätte, obwohl er nicht jammerte, wenn wir den Klumpen massierten. Natürlich bekamen wir Angst und riefen den Nottierarzt, der ihn mit in die Tierklinik nahm weil er dachte, er hätte eine Haarballverstopfung. Am nächsten Tag wollte er Röntgenbilder von Sashas Unterleib machen, um festzustellen, was nun wirklich los war mit unserem Kätzchen.

Der Klumpen in seinem Unterleib war kein Haarball wie wir erwartet hatten, sondern seine Blase, vollkommen blockiert und voll mit Urin. Der arme Kater musste seit Tagen Schmerzen gehabt haben, und wir hatten die ganze Zeit nichts bemerkt. Da wir mehrere Katzen haben, ist es sehr schwer festzustellen, wer normal pinkelt und wer nicht. Er hatte außerdem einige Blasensteine. Der TA versuchte mittels eines Katheters fünfmal die Blase freizubekommen, aber am nächsten Tag war sie schon wieder vollkommen blockiert. Bluttests wurden gemacht und eine Diagnose erstellt: Sasha hatte CNI in einem sehr weit fortgeschrittenen Stadium. 70 bis 85 Prozent seiner Nieren waren bereits zerstört. Wir hatten noch nie zuvor von dieser Krankheit gehört und bekamen große Angst. Sasha war eine Woche in der Tierklinik und kam dann nach Hause. In der folgenden Woche taten wir alles für ihn was wir konnten: Wir gaben ihm die Medikamente, die der TA verordnet hatte und fütterten ihn dreimal täglich mit einer Spritze (von alleine wollte er nicht fressen). Zusätzlich gaben wir ihm eine Salz-Zucker-Lösung, um ihn gut hydriert zu halten. Er blieb den ganzen Tag über in der Kauerstellung in seinem eigenen Urin sitzen, da er völlig inkontinent war. Er pinkelte außerdem fast reines Blut. Manchmal lief er unter größten Schwierigkeiten zum Katzenklo, saß dort für einige Minuten und versuchte etwas abzusetzen oder zu Urinieren, ohne Erfolg. In seinen letzten Tagen bemerkten wir, dass er angefangen hatte, die Wände abzulecken und das Streu zu fressen.

Er war fünf Tage zurück zu Hause. Es war ganz offensichtlich, dass er eine Menge litt, und dass er nicht auf die Behandlungen ansprach... Sasha lebte nicht mehr, er vegetierte. Er sah uns nicht an, wenn wir seinen Namen riefen. Am Mittwoch begannen mein Mann und ich über das Einschläfern zu reden, aber es war SO schwer... es ist eine Sache, eines Morgens dein Tier tot aufzufinden. Du weinst, du trauerst, aber du akzeptierst es als natürlichen Vorgang und versuchst, dein Leben weiterzuleben. Es ist eine völlig andere Sache, Gott spielen zu müssen und die Entscheidung treffen zu müssen, dein Tier einschläfern zu lassen. Eine Menge Dinge gingen uns durch den Sinn: Was, wenn er immer noch eine Chance hätte? Sollten wir ihm nicht noch eine letzte Chance geben? Nach vielen Tränen sprachen wir mit unserem TA, der uns darin zustimmte, dass Sasha langsam starb, und dass wir unser Baby einschläfern lassen sollten. Er schwand buchstäblich dahin. Er war immer eine schlanke Katze, aber innerhalb einer Woche war er nur noch Haut und Knochen. Aufgrund der CNI war er extrem anämisch (seine Mundschleimhäute waren vollkommen weiß), und er hatte eine böse Atemwegsinfektion. Wir vereinbarten einen Termin für den nächsten Tag, den 26. September 2003. Wir würden Sasha zum TA bringen und ihn einschläfern lassen.

In seiner letzten Nacht wurde Sasha mit Liebe überschüttet. Mein Mann verbrachte die ganze Nacht und die meiste Zeit des Vormittags mit ihm in seinen Armen, sprach zu ihm und verabschiedete sich von ihm. Sasha sah glücklich aus und seine Augen strahlten zum ersten Mal wieder seit wir ihn vom TA zurückbekommen hatten. Am Freitagmorgen hatte ich einen Arzttermin, und als ich zurückkam, fand ich Christopher und Sasha zusammen eingekuschelt auf dem Bett. Chris schlief fest von seiner Wacht die Nacht zuvor, aber Sasha war wach: Er berührte mit seinem Kopf den seines Daddys und starrte während der ganzen Zeit in sein Gesicht.

Der TA kam nach dem Mittagessen, um Sasha abzuholen, und wir gingen mit ihm mit. Er lag auf dem ganzen Weg in den Armen meines Mannes und sah zum ersten Mal glücklich aus seit er krank geworden war. Seine blauen Augen waren weniger traurig.

Die Euthanasie jedoch war weniger sanft als wir gehofft hatten. Sasha war so ausgetrocknet, dass der TA EINE HALBE STUNDE damit verbrachte, eine gute Vene in seiner Vorderpfote zu suchen. Er miaute zweimal klagend, und der TA gab ihm ein intramuskuläres Beruhigungsmittel. Das war das letzte Mal, dass ich Sasha bei Bewusstsein erlebte. Sein Körper wurde schlaff, und er pinkelte etwas Blut (mit einem fürchterlich spritzenden Klang), während sich zwei TA damit abmühten, eine Vene zu finden, in die sie die Euthanasielösung laufen lassen konnten. Eine halbe Stunde später versuchten sie, seinen Herzschlag abzuhören, aber da war nichts mehr: Sasha war bereits so schwach gewesen, dass das Beruhigungsmittel ausgereicht hatte, ihn zu töten. Sie ließen uns freundlicherweise alleine mit ihm. Es war so merkwürdig, seinen schlaffen Körper in den Armen zu halten und in seine blauen Augen zu sehen... seine Augen überraschten mich am meisten, wie leer sie waren. Sasha war definitiv nicht mehr da. Wir wickelten ihn in ein Tuch, und er wurde sofort im Garten der Klinik begraben, auf einem schönen Platz unter einem Baum auf einem Hügel, und wir sahen bei der Beerdigung zu.

Während der ganzen Zeit schluchzte ich wie verrückt, aber in dem Moment, in dem ich aus der Klinik herauskam, und anfing, mit meinem Mann heimzulaufen, fühlte ich mich merkwürdig...erleichtert. Ich wusste ganz einfach, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten, und dass er jetzt nicht mehr leiden würde. Erst als wir wieder zu Hause waren und mit seinem leeren Platz konfrontiert wurden, traf mich die Erkenntnis dessen, was wirklich passiert war, mit voller Wucht. Ich weine immer noch, wenn ich an meinen kleinen Siamesen denke, aber ich habe herausgefunden, dass die letzten Stunden schwieriger sind als das was anschließend kommt. Ja, da ist eine Leere in unserem Leben, die nie wieder ausgefüllt werden wird, wir vermissen Sasha wie verrückt, und ja, wir trauern. Aber der Entscheidungsprozess, und die letzten Stunden mit ihm waren die schwersten Augenblicke. Ich dachte, ich würde auf dem Boden zusammenbrechen als der TA ihn für tot erklärte, aber ich tat es nicht. Ich dachte, ich würde nie wieder glücklich sein, aber langsam kann ich seinen Tod akzeptieren. Ich bin sicher, dass wir unseren kleinen Sashatizer eines Tages wiedersehen werden, und diese Überzeugung hilft mir sehr... Meinem Mann fällt es sehr schwer, seinen Tod zu akzeptieren, aber das habe ich erwartet, da er Sasha aufzog, seit er ein Baby war. Pandora scheint ihn ebenfalls zu vermissen. Als wir vom TA zurückkamen, hielt sie Ausschau nach Sasha. Der TA weiß nicht, ob die Panleukopenie irgendetwas mit Sashas CNI zu tun hatte. Wir wissen nicht, ob wir mehr hätten tun können, um ihn zu retten. Alles was wir wissen ist, dass Sasha die Freude unseres Heims war und unsere Leben leerer sind, seit er uns verlassen hat... aber wir werden unseren kleinen blauäugigen Jungen niemals vergessen oder den Klang seines glücklichen Miauens in unserem Haus.

Mommy und Daddy lieben dich Sasha und vermissen dich furchtbar. Bitte pass gut auf dich auf, wo immer du bist, und warte auf uns. Wir werden dich niemals vergessen.

Shae and Porch

Als der kleine weißgraue Kater an meiner Haustür erschien und nervös hin und herlief, beschloss ich, ihn zu füttern. Er war nur ungefähr ein Jahr alt und bemerkenswert dünn und hungrig. Er lief davon als ich den Teller auf den Asphalt stellte, aber nur wenige Meter. Sobald ich die Haustür hinter mir geschlossen hatte, fiel er über den Teller her, und verschlang gierig das Futter.

Ich hatte nicht die Absicht, den kleinen Kerl zu behalten. Ich hatte bereits zwei Katzen im Haus und lebte alleine in einer kleinen Wohnung mit strengen Haustierregelungen. Außerdem konnte ich es mir auch wirklich nicht leisten, noch für eine weitere Katze zu sorgen. Ich wollte ihn im Auge behalten, und wenn er in der Gegend bleiben würde, dann würde ich versuchen, ein Zuhause für ihn zu finden.

Er blieb in der Gegend. Obwohl ich immer schnell Freundschaft mit Katzen schließe, blieben alle meine Versuche, ihn zu streicheln, fruchtlos. Ich stellte Futter für ihn hinaus, und er aß, sobald ich aus seinem Blickfeld verschwand. So begann unsere Beziehung.

Da es Anfang Februar war, polsterte ich einen alten Pappkarton mit Handtüchern aus und stellte ihn unter die Markise. Nach ein paar Tagen akzeptierte er das als sein Bett. Es war offensichtlich, dass er Probleme hatte, allein zu überleben, und dass er ein Zuhause brauchte trotz seiner anfänglichen Zögerlichkeit, mein Freund zu werden.

Ich beschloss, dass er einen Namen haben muss. Nachdem ich die Namen griechischer Götter in Betracht gezogen hatte und großer Persönlichkeiten in der Literatur und sogar jeden Babynamen auf einer Website für werdende Mütter, entschied ich mit dann für „Porch" (auf deutsch: Veranda) nach seinem Lieblingsplatz. Unkonventionell, aber niedlich und sehr passend.

Porch sah aus wie ein kleiner Landstreicher. Er war überwiegend weiß mit grauen Flecken, die willkürlich auf seinem Rücken und Kopf verteilt waren, und er hatte mandelförmige, sanft schauende Augen. Kämpfe mit anderen Katern und Ringkämpfe mit Waschbären um sein Futter hatten ihn zerkratzt und struppig gemacht. Er war dünn, seine Pfoten waren groß, und er war immer schmutzig.

Ich beschloss, Porch kastrieren zu lassen, um seinen Beitrag zum Zuwachs der streunenden Katzenbevölkerung in der Nachbarschaft zu unterbinden, und um ihn attraktiver für eine Adoption zu machen. Er war gar nicht erfreut darüber, in einen Transportkorb gestopft zu werden, aber es schadete unserer Beziehung nicht nachhaltig, und die Kratzer kreuz und quer über meine Arme verheilten mit der Zeit. Ich brachte ihn zu FACE, eine preisgünstige Kastrationsklinik im Zentrum von Indianapolis. Die Klinik führte einen voroperativen Checkup durch, um sicher zu gehen, dass er die OP überstehen würde, und obwohl er für in Ordnung befunden wurde, war auf seinen Unterlagen vermerkt, dass er „geschwollene Pfoten" hat. Ich versuchte sie mir anzusehen, aber Porch verweigerte eine befriedigende Untersuchung.

Die nachoperativen Anweisungen verlangten von mir, Porch für zwei Wochen nach der Operation im Haus zu behalten. Er gab für einige Zeit nach, aber bald war er total verängstigt von seiner Umgebung und bestand darauf, freigelassen zu werden, woraufhin er sich sofort in seine Pappkartonwohnung begab.

Trotz unserer anfänglichen Schwierigkeiten beschloss Porch nach und nach, dass ich sein bester Freund bin. Er verbrachte buchstäblich 24 Stunden täglich auf der Veranda und verließ sie nur für kurze Zeit. Er erlaubte mir, ihn zu streicheln während ich ihn fütterte, und er blieb in der Nähe, wenn ich draußen saß, um das schöne Wetter des nahenden Frühlings zu genießen.

Es war ungefähr zu diesem Zeitpunkt, dass ich versuchte, Porch wegzugeben. Aber er war nicht einverstanden damit.

Es schien so, als sei er zahm genug geworden, und