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Hypertrophe Kardiomyopathie (Herzkrankungen)

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Einführung

Es gibt einige andere Krankheiten, die bei CNI-Katzen auftreten können. Es ist sehr wichtig, dass Sie diese Krankheiten kennen, um sie behandeln lassen zu können, wenn sie auftreten. Wenn Sie dies tun, dann haben Sie eine größere Chance, alles besser in den Griff zu bekommen, auch wenn es manchmal zu einem Balanceakt wird. Diese Krankheiten sind unterteilt in zwei verschiedene Gruppen: Krankheiten, die CNI begleiten, und Krankheiten, die CNI auslösen können. Dieses Kapitel beinhaltet folgendes:

  1. Krankheiten als Begleiterscheinungen von CNI:

A. Hypertrophe Kardiomyopathie (Herzkrankheit)

B. Schilddrüsenüberfunktion

C.  Diabetes

  1. Krankheiten, die CNI auslösen können:

A.  Polyzystische Nierenkrankung (PKD)

B.   Zahnerkrankungen

 

1.  Krankheiten, die CNI begleiten können

Hypertrophe Kardiomyopathie (Herzerkrankung)

Was ist das?

Es gibt verschiedene Arten von Herzerkrankungen, wobei die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) bei CNI-Katzen am häufigsten auftritt. Die Kardiomyopathie ist eine Erkrankung des Herzmuskels. Bei HCM ist die linke Herzkammer, die das Blut durch die größte Körperarterie, die Aorta pumpt, verdickt. Diese Verdickung verhindert, dass sich das Herz richtig ausdehnen kann.

HCM kann durch eine Schilddrüsenüberfunktion verursacht werden - tatsächlich sagen Gulf Coast Veterinary Specialists, dass 87% der Katzen mit einer Schilddrüsenüberfunktion bis zu einem gewissen Grad auch HCM haben. Die Schweizerische Vereinigung für Kleintiermedizin erwähnt den Zusammenhang zwischen Schilddrüsenüberfunktion und Herzerkrankungen. Katzenfreunde Norddeutschland e.V. hat einen Bericht über HCM von führenden amerikanischen Tierärzte auf diesem Gebiet, darin wird auch die Verbindung zu Schilddrüsenüberfunktion erwähnt. Andere mögliche Gründe für HCM sind hoher Blutdruck oder CNI. Bei einigen Rassen, wie z.B. bei Maine Coons oder Ragdolls ist HCM häufig ein genetisches  Problem. The Winn Feline Foundation erklärt mehr dazu. Es ist jedoch auch möglich, dass eine Katze HCM hat ohne Begleiterkrankung.

Andere Herzkrankheiten

Herzgeräusche

Manche Katzen mit HCM können Herzgeräusche haben, obwohl Herzgeräusche auch ohne HCM vorkommen. Herzgeräusche werden durch das Blut verursacht, das zu heftig durch das Herz fließt statt nur sanft. Sie werden je nach Schweregrad von 1 bis 6 unterteilt. 1 ist die niedrigste Geräuschstufe und 6 ist die schwerste. Das ist dann ein sehr lautes Herzgeräusch, das oft sogar ohne Stethoskop gehört werden kann.

Herzgeräusche benötigen je nach Ursache und Schwere eine Behandlung oder auch nicht. Sowohl Anämie als auch eine Schilddrüsenüberfunktion können Herzgeräusche verursachen, die jedoch nach entsprechender Behandlung wieder verschwinden können.

Die Tierkardiologie der Ludwig-Maximilian-Universität in München hat eine sehr gute und umfangreiche Seite zu Herzerkrankungen. Hier können Sie auch über die Einteilung der Herzgeräusche nachlesen und auch Herzgeräusche hören.

Merck Veterinary Manual bietet detaillierte Informationen über Herzgeräusche an.

University of California at Los Angeles – auf dieser Seite können Sie die verschiedenen Arten von Herzgeräuschen hören – stellen Sie Ihre Lautsprecher am besten laut, um sie gut zu hören. Das ist eine Humanseite, aber trotzdem bekommen Sie dort eine Vorstellung davon, wie es sich anhört.

Heart Sounds – dort können Sie verschiedene Herzgeräusche hören.

 

Kongestives Herzversagen (KHV)

Wenn die Herzerkrankung und/oder Nierenerkrankung fortschreiten, kommt die Katze in das Stadium kongestives Herzversagen. Bei einer Anämie erhöht sich das Risiko, dass KHV entsteht, sie sollte also bei einem Auftreten immer behandelt werden. Bei KHV strampelt sich das Herz stark ab, um seine Aufgabe noch zu erfüllen, und es können sich Flüssigkeiten ansammeln: Wasser sammelt sich in den Lungen an (pulmonares Ödem) oder um die Lungen herum (Pleuraler Erguss) oder im Bauch (Aszites = Bauchwassersucht). Viele Katzen im Stadium KHV haben nur noch eine kurze Überlebenszeit. Trotzdem lohnt es sich zu versuchen, diese Situation unter Kontrolle zu bekommen. Es ist wie bei CNI, manchen Katzen geht es damit besser als anderen. Normalerweise beinhaltet die Behandlung den Einsatz von Diuretika.

 

Falls Ihre Katze innerhalb einer Woche nach dem Beginn einer Behandlung mit Kortikosteroiden CHF (Kongestive Herzinsuffizienz) bekommt, dann kann das die Ursache sein. Eine Studie, Corticosteroid-associated congestive heart failure in 12 cats (2004) Smith SA, Tobias AH, Fine DM, Jacob KA, Ployngam T The International Journal of Applied Research in Veterinary Medicine 2 (3) pp159-170 fand heraus, dass einige Katzen eine besondere Form von Kongestivem Herzversagen (CHV) innerhalb von sieben Tagen nach Beginn der Behandlung mit Steroiden bekamen. Fünf der Katzen starben, aber den sieben Überlebenden ging es nach Beendigung der Steroide sehr viel besser als den typischen CHF Patienten.

 

Cancer Back Up bietet mehr Informationen über ein pulmonares Ödem.

Health A to Z erklärt mehr über Aszites.

Virginia-Maryland Regional College of Veterinary Medicine hat Beispiele verschiedener Atemgeräusche, einschließlich dem Geräusch, das eine Katze mit einem Lungenödem macht.

Warning signs for congestive heart failure ist eine hilfreiche Seite von einem Katzenbesitzer dessen Katze, Coco, beides hatte, CNI und Herzprobleme. Die Seite gibt nützliche Informationen darüber, was zu beachten ist. Coco lebte mit CHF noch einige Zeit.

Emergency respiratory assessment (2001) Hughes D ist ein Bericht von der World Small Animal Veterinary Association World Congress 2001. Er ist ziemlich fachorientiert, könnte aber trotzdem von Nutzen sein.

Vetgo Vetgo erklärt die üblichen Behandlungsmaßnahmen bei einer kongestiven Herzinsuffizienz.

Mar Vista Vet bietet Informationen über eine Langzeittherapie bei Herzinsuffizienz an.

Effect of coenzyme Q10 therapy in patients with congestive heart failure: a long-term multicenter randomised study (1993) Morisco C, Trimarco B, Condorelli M Clinical Investigation 71 (8 Supp) pp134-6 zeigt, "wenn zusätzlich zur konventionellen Therapie noch Coenzyme Q10 hinzugefügt wird, die Anzahl von Krankenhausaufenthalten aufgrund von Verschlechterungen der Herzerkrankung signifikant gesenkt wird, ebenso wie das Auftreten ernsthafter Komplikationen bei Patienten mit chronisch kongestivem Herzversagen".

 

Symptome

Unglücklicherweise zeigen viele Katzen keine Symptome oder nur sehr wenige. Das macht es sehr schwer, HCM zu diagnostizieren und zu behandeln. Bei einer unserer Katzen, Harpsie, kam der Verdacht auf, dass er an einer Herzkrankheit leiden könnte, da er bei zwei Tierarzt-Besuchen einen beschleunigten Herzschlag hatte (der aber genauso gut durch den Stress oder auch das sogenannte „Weißkittelsyndrom" hervorgerufen sein konnte) und er an Gewicht verloren hatte. Andere mögliche Symptome ähneln denen von CNI, einschließlich Appetitlosigkeit, Lethargie und Erbrechen. Es kann auch sein, dass Sie eine beschleunigte Atmung sehen (die normale Atemgeschwindigkeit einer Katze liegt zwischen 20 bis 30 Atemzügen pro Minute).

 

Ernstere Symptome

 

Flüssigkeitsansammlung/Kongestives Herzversagen

Sehr viel ernstere Symptome, die eine sofortige tierärztliche Hilfe erfordern, sind plötzliche Gewichtszunahme, Atemprobleme, Husten oder Atmen bei offenem Mund. Die Katze kann in sitzender Position verharren und weigert sich, sich hinzulegen. Der Grund dafür: Es ist leichter in dieser Position zu atmen. Das kann ein Hinweis auf eine Flüssigkeitsansammlung sein, die wiederum das Zeichen für ein Kongestives Herzversagen (KHV = Stauungsinsuffizienz) sein kann, oder, seltener, eines nephrotischen Syndroms. Eine niedrige Körpertemperatur kann auch bei Kongestivem Herzversagen auftreten, sodass die Katze dann wärmere Plätze aufsuchen wird.

 

Bei KHV sammelt sich Wasser in den Lungen an (pulmonares Ödem) oder um die Lungen herum (Pleuraler Erguss) oder im Bauch (Aszites = Bauchwassersucht). Cancer Back Up bietet mehr Informationen über ein pulmonares Ödem. Diese Erkrankungen können durch Röntgenaufnahmen des Brustkorbs bestätigt werden.

 

Unbehandeltes KHV kann eine Katze töten. Wenn eine Flüssigkeitsansammlung nicht behandelt wird, kann sie töten. Daher muss die Flüssigkeit entfernt werden. Üblicherweise werden dafür Diuretika in Form von Tabletten eingesetzt, um überschüssige Flüssigkeit zu entfernen. Aber sie brauchen ein paar Tage, um ihre volle Wirksamkeit zu entfalten. Für eine sofortige Erleichterung ist eine Thorakozentese erforderlich (Feinnadelaspiration). Das bedeutet, eine sehr dünne Nadel wird in die Brust gestoßen und damit die Flüssigkeit abgesaugt. Das hört sich schrecklich an. Aber bei meinem Kater wurde das eingesetzt, um Aszites abzusaugen, und er hat noch nicht einmal dabei gezuckt. Es ist jedoch eine heikle Prozedur. Und es bedarf Geschicklichkeit, um die Nadel am rechten Ort einzuführen und die richtige Flüssigkeitsmenge abzusaugen. Aber es kann lebensrettend sein.

 

Sattelembolie (Blutgerinnsel in der Aorta)

Zeichen dafür sind Humpeln oder die Unfähigkeit, die Beine zu benutzen, insbesondere die Hinterbeine. Die betroffenen Beine fühlen sich wahrscheinlich kalt an. Ausgelöst werden kann dies durch einen Blutgerinnsel in der Aorta, das die Blutversorgung der Beine unterbindet (manchmal auch Sattelembolie genannt). Das ist lebensbedrohlich und Sie sollten so schnell wie möglich einen Tierarzt aufsuchen. Wenn Ihr Tierarzt einen Behandlungsplan erstellt, dann stellen Sie sicher, dass auch Schmerzmittel darin vorgesehen sind, denn das ist ein äußerst schmerzhafter Zustand.

 

Das Kardiovasculäre System: Herz- und Blutkreislauf von Dr. Elaine Wexler-Mitchell erwähnt Thrombosen.

University of California at Davis bietet einige Informationen über Blutgerinnsel an.

Manhattan Cats bietet ebenfalls detaillierte Informationen zu Blutgerinnseln an und auch über die Behandlungsmöglichkeiten.

Systemic arterial embolism in cats (2007) ist ein Vortrag von Dr. C. Atkins auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress 2007.

Feline thromboembolism - new clinical perspectives (2007) ist ein Vortrag von Dr. P.R. Fox auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress 2007. Er stellt darin Behandlungsmöglichkeiten vor.

Oakland Veterinary Referral Services bietet eine gute Übersicht an über die Behandlungsmöglichkeiten einer Sattelthrombose.

 

Schwäche in den Beinen (im Gegensatz zum Humpeln), kann auch andere Ursachen haben siehe Verzeichnis der Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Wie Katzen mit HCM umgehen, ist von Katze zu Katze verschieden und abhängig davon, wie weit die Krankheit fortgeschritten ist und wie gut die Katze auf die Behandlung anspricht. Versuchen Sie jeglichen Stress auf ein Minimum zu reduzieren.

Diagnose

Der einzige Weg, um eine solide Diagnose über HCM zu erhalten, ist ein Echokardiogramm (Ultraschall), idealerweise mit einem Colour Doppler. Ihr Tierarzt möchte vielleicht auch Röntgenbilder anfertigen, um weitere Informationen zu bekommen. Röntgenbilder alleine werden normalerweise keine echte Diagnose ermöglichen. Röntgenbilder können jedoch hilfreich sein, wenn Ihr Tierarzt eine Beteiligung der Lungen vermutet, und sie sind die einzige Möglichkeit, einen Pleuraerguss (das ist eine Flüssigkeitsansammlung um die Lunge herum), ein Lungenödem oder Aszites (Wasseransammlung im Bauchraum) festzustellen (siehe kongestives Herzversagen). Wenn es möglich ist, bitten Sie um eine Überweisung zu einem Veterinärkardiologen.

Die Tierkardiologie der Ludwig-Maximilian-Universität in München bietet auf ihrer ausführlichen Seite über Herzerkrankungen auch Informationen über die EKG-Diagnostik.

Die Tierkardiologie der Ludwig-Maximilian-Universität - Informationen über den Herzultraschall und die Unterschiede zwischen den Methoden.

Die Tierkardiologie der Ludwig-Maximilian-Universität - Informationen über die Röntgendiagnostik.

Die Tierkardiologie der Ludwig-Maximilian-Universität bietet einen Kalkulator für die Referenzwerte.

The Feline Advisory Bureau hat in Zusammenarbeit mit der Veterinary Cardiovascular Society ein Ultraschallprogramm für HCM bei britischen Katzen entwickelt.

Feline cardiomyopathy - establishing a diagnosis (2002) Fuentes VL, ist eine Präsentation auf dem 26. Jährlichen Waltham/Ohio State University Symposium.

Laboratory tests for the diagnosis of heart disease and failure in dogs and cats (2007) ist ein Vortrag von A. Boswood auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress 2007. Dort wird der Einsatz "kardiologischer Labortests" erklärt.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Wenn die Herzkrankheit Ihrer Katze von einer Schilddrüsenüberfunktion herrührt, dann kann es sein, wenn Sie diese behandeln lassen und in den Griff bekommen, dass die Herzkrankheit sich teilweise oder sogar ganz zurückbildet. Ebenso können sich Herzgeräusche, die durch eine Anämie verursacht werden, auch wieder normalisieren, wenn die Anämie behandelt wird. Sonst kann HCM nicht geheilt werden, aber es kann durch Medikamente unter Kontrolle gebracht werden. Leider sind viele Medikamente, die dem Herzen helfen, eine zusätzliche Belastung für die Nieren. Wenn Ihre Katze also beide Krankheiten hat, HCM und CNI, dann besprechen Sie bitte mit Ihrem Tierarzt, welches Herzmedikament das richtige für Ihre Katze ist. Es muss betont werden, dass es lebensnotwendig ist, die Herzkrankheit zu behandeln wenn sie aufgetreten ist, und dass diese Behandlung die erste Priorität haben muss, wichtiger als die Behandlung von CNI. CNI wäre nur noch ein akademisches Problem, wenn das Herz zu schlagen aufhören würde.

Selbst wenn Ihre Katze nach Beginn der Medikamentierung einen stabilen Eindruck macht, so ist es gut, wenn Sie das Herz Ihrer Katze einmal jährlich per Ultraschall untersuchen lassen (oder öfter, wenn Ihr Kardiologe es Ihnen rät) und wenn notwendig, dabei auch die Medikamentierung jedesmal neu überdenken.

Es kann sein, dass bei Katzen mit KHV Flüssigkeitsansammlungen in den Lungen entfernt werden müssen, entweder manuell oder mit einem Entwässerungsmittel, zusätzlich zu den anderen Behandlungen. Wenn Ihre Katze an einer chronischen Herzerkrankung leidet, dann bitten Sie Ihren Tierarzt darum, Ihnen beizubringen, wie Sie das Herz Ihrer Katze abhören können. Dadurch können Sie überwachen, ob sich irgendwelche Veränderungen ergeben, die auf eine bevorstehende Krise hinweisen können.

Washington State University College of Veterinary Medicine hat einige Vorschläge, wie man einen herzkranken Patienten zu Hause behandelt.

Mar Vista Vet bietet Informationen über eine Langzeittherapie bei Herzinsuffizienz an.

Die gebräuchlichsten Herzmedikamente

HCM wird normalerweise mit Medikamenten behandelt. Es ist ziemlich häufig, dass mehr als nur ein Medikament gleichzeitig eingesetzt wird.

Die Tierkardiologie der Ludwig-Maximilian-Universität in München bietet eine ausführliche Übersicht und Erklärung über häufig in der Tiermedizin verwendete Herzmedikamente.

Herz Inform ist eine Schweizer Seite aus der Humanmedizin über die verschiedenen Herzmedikamente und ihren Einsatz und ihre Wirkungen.

Pharmakotherapie der chronischen Herzinsuffizienz bei Hund und Katze ist ein Artikel von G. Abraham und F. R. Ungemach aus dem Institut für Pharmakologie, Pharmazie und Toxikologie der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig.

Feline cardiomyopathies (2001) ist ein Bericht, den Paul Pion auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress in 2001, über die typische Dosierung von Herzmedikamenten, vorgestellt hat.

Die Mayo Clinic hat eine Tabelle (auf Englisch), auf der die Wirkungsweisen verschiedener Arten von Herzmedikamenten und ihre möglichen Nebenwirkungen gezeigt werden.

 

Die verschiedenen Arten von Medikamenten sind:

 

Betablocker

Betablocker werden eingesetzt, um den zu schnellen Herzschlag zu verlangsamen. Sie sind das häufigste Mittel der Wahl in den USA, wo ein Medikament namens Atenolol eingesetzt wird. In UK wird ein ähnliches Medikament, genannt Propranolol, benutzt. In Deutschland sind sowohl Atenolol als auch Propanolol (schreibt sich im Deutschen ohne „r") gebräuchlich, hinzu kommt ein drittes Medikament, Esmolol.

 

Die Tierkardiologie der Ludwig-Maximilian-Universität hat Informationen über Betablocker auf Deutsch.

Pharmacokinetics of atenolol in clinically normal cats (1996) Quinones M, Dyer DC, Ware WA & Mehvar R American Journal of Veterinary Research 57(7) pp1050-3 erklärt die Auswirkungen von Atenolol auf Katzen.

 

ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzyme

Diese Medikamente verhindern die Umwandlung eines Hormons, das Angiotensin I genannt wird, in ein anderes Hormon, das dann Angiotensin II heisst. Die Aufgabe von Angiotensin II ist es, die Adern zu verengen. Durch den Einsatz dieser Medikamente entspannen sich die Blutgefäße. Es wird dadurch für das Herz leichter, das Blut durch den Körper zu pumpen. Sie sollten vorsichtig sein, wenn Sie ACE-Hemmer gleichzeitig mit Kaliumergänzungen geben, da sie den Kaliumspiegel zusätzlich gefährlich hochtreiben können.

ACE-Hemmer sind sehr häufig eingesetzte Herzmedikamente in UK. Eines der gebräuchlichsten ist Enalapril, der Handelsname ist Enacard. Es ist auch in den USA erhältlich. Bei Mar Vista Vet finden Sie Informationen und Warnungen über den Einsatz von Enalapril, einschließlich der Information über den Gebrauch im Zusammenhang mit Entwässerungsmitteln wie z. B. Furosemide (siehe unten)

Ein weiterer ACE-Hemmer ist Fortekor (Benazepril). Er ist zugelassen für die Behandlung von CNI bei Katzen in Europa und Australien, sogar für Katzen, die keine Herzkrankheit haben. Weitere Informationen darüber können Sie im Kapitel Behandlungsmöglichkeiten nachlesen. Manche Tierärzte in den USA setzen Enalapril bei CNI-Katzen aus den gleichen Gründen ein.

Ein ACE-Hemmer genannt Ramipril (Handelsname Altace oder Vasotop) ist in UK und Europa erhältlich, obwohl ich nue eine Person kenne, die ihn bei ihrer Katze eingesetzt hat. The efficacy, tolerance and safety of the angiotensin converting enzyme inhibitor ramipril in cats with cardiomyopathy with or without hypertension (2002) Schille F & Skrodski M ist ein Dokument, das auf dem World Small Animal Veterinary Association World  Congress 2002 veröffentlicht wurde.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Katzen, die an kongestivem Herzversagen leiden, sowohl einen ACE Hemmer als auch ein Diuretikum bekommen.

Die Tierkardiologie der Ludwig-Maximilian-Universität in München bietet eine ausführliche Übersicht und Erklärung über ACE-Hemmer.

Kalziumkanalblocker oder Kalziumantagonisten

Kalziumantagonisten wirken, indem sie die Aufnahme von Kalzium in die Muskelzellen verlangsamen. Das bewirkt, dass sich die Gefäßmuskulatur entspannt und sich dadurch wiederum die Blutgefäße weiter öffnen. Der gebräuchlichste in Großbritannien ist Diltiazem, der auch in den USA erhältlich ist.

Die Tierkardiologie der Ludwig-Maximilian-Universität in München bietet eine ausführliche Übersicht und Erklärung über CA-Kanalblocker.

Bronchodilatatoren oder Bronchospasmolytikum

Das sind Asthmamedikamente, sie können aber auch bei Herzproblemen eingesetzt werden. Sie öffnen verengte Luftwege in den Lungen. Millophyline-V (Etamiphylline) ist das in Großbritannien gebräuchlichste Medikament. Theophylline wird normalerweise in den USA benutzt, es ist aber auch in Großbritannien und Deutschland erhältlich. Bei Veterinary Partner gibt es Informationen über den Gebrauch von Theophylline.

 

Diuretika (Entwässerungsmittel)

Diuretika werden bei einer Herzkrankheit eingesetzt, um den Körper von einer Flüssigkeitsansammlung zu befreien. Sie werden auch manchmal eingesetzt, wenn eine Katze sich im Endstadium von CNI befindet und aufhört zu Urinieren (Anurie), in einem Versuch, die Nieren wieder anzutreiben.

 

Das am häufigsten in UK eingesetzte Medikament heißt Frusemide (in Deutschland und den USA Furosemide). Es wird häufig unter dem Handelsnamen Lasix verkauft, der Name wird zur Zeit aber umgeändert in Salix. Die gleichzeitige Anwendung von Diuretika und ACE-Hemmern kann manchmal gefährlich sein. Lasix ist auch eine starke Belastung für die Nieren. Einige Leute haben herausgefunden, dass ein anderes Diuretikum, Spironolactone, sanfter ist. Lasix ist jedoch die beste Wahl während einer Krise.

 

Es ist nicht ungewöhnlich, dass Katzen, die an kongestivem Herzversagen leiden, sowohl einen ACE Hemmer als auch ein Diuretikum bekommen.

 

Laktulose (Verstopfungsmedikament) kann die Wirkung von Diuretika verstärken. Bei Drugs.com finden Sie mehr Informationen darüber.

 

Die Tierkardiologie der Ludwig-Maximilian-Universität in München bietet eine ausführliche Übersicht und Erklärung über die verschiedenen in Deutschland erhältlichen Diuretika und ihre verschiedenen Einsatzmöglichkeiten.

Washington State University College of Veterinary Medicine bietet Informationen an über die verschiedenen Arten von Entwässerungsmitteln (Diuretika).

Bei Mar Vista Vet finden Sie weitere Informationen über Lasix. Dort wird auch vor der gleichzeitigen Anwendung von Diuretika und ACE-Hemmern gewarnt.

Net Doktor ist ein deutscher Link mit guter Erklärung zu Spironolactone.

Bei Pet Place finden Sie mehr Informationen über Spironolactone.

 

Aspirin  

Man kann versuchen, mit Aspirin die Bildung kleiner Blutklümpchen zu reduzieren. Aspirin kann giftig für Katzen sein, die es nur sehr langsam verstoffwechseln können, und sollte nur auf tierärztliche Anweisung gegeben werden. In der Regel wird es nur in einer sehr kleinen Dosierung einmal alle drei Tage gegeben. In den USA wird Katzen mit HCM routinemäßig eine sorgfältig angepasste Dosis Aspirin gegeben, zusätzlich zu anderen Medikamenten. Aber sobald die Katze negativ reagiert, wird es wieder abgesetzt.

Mar Vista Vet - hier finden Sie Informationen über Aspirin.

Webseiten über Herzkrankheiten

 

Tierärztliche Seiten über Herzerkrankungen

Tierkardiologie der Ludwig-Maximilian-Universität ist eine sehr umfangreiche Website über Herzerkrankungen.

Vetion bietet eine grundsätzliche Erklärung der Hyperthrophen Kardiomyopathie bei der Katze.

Dr Bernhard Lazarz schreibt ausführlich über HCM und andere Herzerkrankungen und deren Behandlung.

Herzerkrankungen bei Hund und Katze ist ein anschaulicher Bericht von Intervet.de über diese Erkrankung und die Therapien.

Long Beach Animal Hospital – hier wird erklärt, wie das Herz arbeitet. Unter dem Link „Specific Diseases" finden Sie HCM.

Vetinfo – ein Überblick über feline Herzprobleme und deren Medikamentierung von einem amerikanischen Tierarzt.

Vetinfo CRF – dies ist die Antwort desselben Tierarzt zu einer Anfrage über den Einsatz gängiger Herzmedikamente bei Katzen mit CNI, insbesondere der ACE-Hemmer wie Enalapril (Enacard) oder Benazepril (Fortekor).

Cardiorespiratory diseases of the dog and cat ist die Online Version eines detaillierten Buches, geschrieben von einem Tierkardiologen.

 

Andere Herzseiten

Feline Advisory Bureau – ein Überblick über HCM von der britischen Katzenhilfe.

Boo Boo's Story – das ist eine Seite, die Boo Boo gewidmet ist. Eine Katze, die sowohl CNI als auch HCM hatte und mit ganzheitlichen Methoden behandelt wurde.

Ragdolls – Ragdolls (und Maine Coons) können besonders anfällig für HCM sein. Auf dieser Seite finden Sie gute Bilder wie ein gesundes Herz aussieht und wie ein durch HCM-geschädigtes Herz aussieht.

Jody Chinitz's Site – dies ist die Seite einer Frau, die eine Katze an HCM verloren hat.

 

Listen, die bei Herzkrankheiten unterstützen

Herz Katzen Liste ist eine Unterstützungsliste für Menschen, deren Katzen Herzprobleme haben. Dort erhalten Sie Informationen über Behandlungsmöglichkeiten und Unterstützung dabei, wie Ihre Katze und Sie mit HCM leben können, aber auch bei anderen felinen Herzproblemen.

Herzerkrankungen Liste ist eine ähnliche Liste.

Feline Heart List – ist eine ähnliche Unterstützungsliste, aber auf Englisch.

Schilddrüsenüberfunktion (SDÜ) (Hyperthyroidismus)

Was ist das?

Die Schilddrüse sitzt vorne im Hals und ist verantwortlich für die Regulierung des Stoffwechsels. Wenn sie überaktiv ist, beschleunigt sich der Stoffwechsel, und das Ergebnis davon ist, dass sich alle Körperfunktionen beschleunigen. Eine SDÜ ist sehr häufig bei älteren Katzen.

 

Symptome

Einige der Symptome einer SDÜ sind ähnlich denen, die bei CNI auftreten, wie Gewichtsverlust, vermehrte Urinausscheidung, vermehrter Durst, ein fettiges Fell, struppiges Fell und manchmal Erbrechen oder Heiserkeit. SDÜ-Katzen können sich auch sehr viel kratzen und ihr Fell ausreissen (Newman Veterinary zeigt ein Foto, wo man das Ergebnis eines solchen Verhaltens sehen kann). Es gibt auch noch andere Symptome, die manchmal auftreten, wie ein vermehrtes Hungergefühl, Rastlosigkeit, Heulen (besonders Nachts), ein schnellerer Herzschlag (Tachikardie) und manchmal auch Herzgeräusche. Bluthochdruck ist auch relativ häufig bei Katzen mit einer Schilddrüsenüberfunktion. Und um alles noch verwirrender zu machen, leiden manche SDÜ-Katzen auch unter einer apathischen Schilddrüsenüberfunktion, werden lethargisch und verlieren stattdessen ihren Appetit.

 

Mögliche Ursachen

Bis in die späten 1970er war eine Schilddrüsenüberfunktion bei Katzen unbekannt, daher gibt es immer noch viele Spekulationen über die möglichen Ursachen. Dieses Kapitel enthält Informationen über die aktuelle Forschung nach möglichen (aber bisher unbewiesenen) Ursachen.

 

Eine Futterverbindung?

Epidemiologic study of relationships between consumption of commercial canned food and risk of hyperthyroidism in cats (2004) Edinboro CH, Scott-Moncrieff JC, Janovitz E, Thacker HL & Glickman LT Journal of the American Veterinary Medical Association 224 (6) pp 879-886 ist eine Studie, bei der die Untersuchungsergebnisse von fast 170.000 Katzen über einen Zeitraum von 20 Jahren überprüft wurden. Die Studie gibt Hinweise darauf, dass die Ernährung mit Dosenfutter scheinbar ein erhöhtes Risiko (fast vier Mal so hoch wie das Risiko bei Trockenfutter) aufweist, eine Schilddrüsenüberfunktion zu entwickeln, und dass das Risiko mit jedem Jahr weiter ansteigt, in dem die Katzen Dosenfutter fressen. Der Grund dafür ist bisher unbekannt. Aber es ist möglich, dass eine chemische Verbindung bei den Dosenverschlüssen dafür verantwortlich ist, Bisphenol-A (BPA), ein potentieller endokriner Disrupter (das sind Substanzen in Nahrung, Umwelt und Umgebung mit Wirkung auf das menschliche und tierische Hormonsystem). Bei Katern scheint das Risiko nur dann erhöht zu sein, wenn sie sogenanntes Ring-Pull-Dosenfutter bekamen. Im Vergleich dazu scheint das normale Dosenfutter kein erhöhtes Risiko für sie zu beinhalten. Bei den weiblichen Katzen jedoch scheint das Risiko erhöht zu sein, gleichgültig, ob sie Ring-Pull-Dosen oder normales Dosenfutter bekommen.

 

Obwohl das eine beunruhigende Studie ist, ist es trotzdem im Großen und Ganzen besser, wenn Katzen eine Nassfutterernährung bekommen (siehe Trockenfutter versus Nassfutter). Eine mögliche Lösung könnte es daher sein, wenn man Futter aus Plastikbeuteln oder Aludöschen gibt. Falls Sie Dosen verwenden, sollten Sie Reste in Glasbehältern im Kühlschrank aufbewahren anstatt in der Dose selbst. The Food Standards Agency bietet mehr Informationen darüber.

 

Bei der University of Purdue, die die Studie durchführte, finden Sie eine Zusammenfassung der Untersuchungsergebnisse.

Eine andere Studie, Evaluation of dietary and environmental risk factors for hyperthyroidism in cats (2000) Martin K.M., Rossing M.A., Ryland L.M., DiGiacomo R.F., Freitag W.A. Journal of the American Veterinary Medical Association 217(6) pp853-856, hat herausgefunden, dass "Katzen mit einer Vorliebe für Dosenfutter mit Fisch-, Leber- und Hühnerkleingeschmack einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind".

Effect of dietary soy on serum thyroid hormone concentrations in healthy adult cats (2004) White HL, Freeman LM, Mahony O, Grahan PA, Hao Q & Court MH American Journal of Veterinary Research 65(5) pp586-91 fand heraus, dass Soja im Futter bei einer gesunden Katze den T4-Wert erhöhen kann.

 

Eine Flammschutzmittelverbindung?

Elevated PBDE levels in pet cats: sentinels for humans? (2007) Dye J.A., Venier M., Zhu L., Ward C.R., Hites R.A. & Birnbaum L.S. Environmental Scientific Technology 41 (18), pp6350 -6356, berichte, dass es einen Zusammenhang geben könnte zwischen dem Anstieg von Schilddrüsenüberfunktionen bei Katzen und dem vermehrten Einsatz einer Chemikalie bekannt als Polybromierte Diphenylether (PBDE) in privaten Haushalten. PBDE werden oft als Flammschutzmittel eingesetzt. Sie stehen im Verdacht, Schilddrüsenhormone vorzutäuschen und könnten daher ein Faktor bei der Entwicklung einer SDÜ sein. In dieser Studie wurde bei 23 Katzen (elf davon litten an einer SDÜ) PBDE-Spiegel im Körper gemessen. Die Katzen mit einer SDÜ hatten dreimal höhere PBDE-Werte im Körper als die gesunden Katzen. Ausschließlich im Haus gehaltene Katzen hatten besondere hohe Werte. Wahrscheinlich verursacht durch die Tatsache, dass sie im Haus ständig dieser chemikalischen Verbindung ausgesetzt waren. An die oben erwähtnen Ernährungsstudie knüpft an, dass Wohnungskatzen, die Dosenfutter mit Fischgeschmack bevorzugen, das höchste Risiko haben, an einer SDÜ zu erkranken; und es scheint, dass diese Futtersorten die höchsten PBDE-Anteile enthalten.

The feline thyroid gland: a model for endocrine disruption by PBDEs? (2007) Mensching D.A., Ferguson D., Bordson G., Scott J., Piwoni M., Beasley V. ist die Zusammenfassung der Ergebnisse einer zweijährigen Studie (abgeschlossen im Juni 2007), die ebenfalls die Bedeutung von PBDE in Katzenfutter untersuchte und die mögliche Verbindung zwischen PBDE und der Erkrankung an einer Schilddrüsenüberfunktion von Katzen. Scrollen Sie runter bis zu den Seiten 102/103.

News Bigg berichtet auf deutsch über diese Studie.

 

Diagnose

Häufig kann der Tierarzt ein Knötchen in der Schilddrüse ertasten. Blutuntersuchungen werden ebenfalls für eine endgültige Diagnose eingesetzt - sie messen die Hormone, die von der Schilddrüse produziert werden, Thyroxin (T4). Wie jedoch die Winn Feline Foundation erwähnt, kommt es vor, dass eine kleine Anzahl von Katzen mit Schilddrüsenüberfunktion normale T4-Werte haben können, da die Werte während des Tagesablaufs schwanken. Es kann vorkommen, dass der Test gerade dann durchgeführt wird, wenn der T4-Hormonspiegel normal aussieht. Daher testen viele Tierärzte routinemäßig auch noch andere Hormone, die Trijodthyronine (T3). Bei einer SDÜ-Katze sind normalerweise beide Hormone erhöht, obwohl manchmal nur einer von beiden höher erscheint als normal, da die T4-Werte schwanken.

 

Bitte beachten Sie, dass, wie Mar Vista Vet erwähnt, die normalen Referenzwerte nicht auf ältere Katzen zutreffen (älter als 10 Jahre): vergewissern Sie sich, dass der Tierarzt das berücksichtigt, wenn er die Testergebnisse auswertet.

Manchmal erscheinen die oben erwähnten Tests auch normal. Wenn Sie jedoch trotzdem den Verdacht haben, dass Ihre Katze an einer SDÜ leidet, dann sollten Sie Ihren Tierarzt nach einem Freien Thyroxintest (FT4) fragen. Auf diesen Test sollte man sich nicht alleine verlassen (nur in Verbindung mit den T4 und T3 Tests), aber er kann die Diagnose unterstützen. Links mit Informationen zu diesem Thema beinhalten sind:

Morphologische Grundlagen der Schilddrüsensonografie bei der Katze ist eine Doktorarbeit an der Ludwig-Maximilians-Universität München, in der ausführlich auf Krankheitsbild und Untersuchungsmethoden eingegangen wird. Hier wird auch „euthyroid" besprochen.

Michigan State University bietet einen sehr hilfreichen Überblick über die Wichtigkeit der einzelnen Tests.

Newman Veterinary hat auch einige Informationen über den Nutzen des Freien T4 durch Equilibriumtest (klicken Sie auf Schilddrüsenüberfunktion Diagnose, ein update).

Mar Vista Vet bietet Informationen über T4 Spiegel an der Grenze zum Referenzwert.

Feline hyperthyroidism: those difficult diagnoses (2006) Schori JL Clinician's Brief Journal June 2006 erklärt die Probleme, die auftreten können, um eine genaue Diagnose zu erhalten.

Manchmal kann eine Katze einen niedrigen Schilddrüsenhormonspiegel haben und damit scheinbar eine Schilddrüsenunterfunktion (SDU). Eine echte SDU ist extrem selten bei Katzen, und im Fall einer CNI-Katze ist es sehr viel wahrscheinlicher, dass die Katze das sogenannte "Euthyroid Syndrom" hat. Das ist der Fall, wenn der T4-Spiegel niedriger erscheint als er in Wirklichkeit ist aufgrund anderer Begleiterkrankungen wie CNI. Wenn diese Begleiterkrankung unter Kontrolle ist, sollten auch die Schilddrüsenhormone wieder auf einen normalen Spiegel zurückkehren.

Newman Veterinary hat mehr Informationen über Euthyroid.

Emedicine beschreibt auch die Probleme bei einem Euthyroidsyndrom.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Es ist lebenswichtig, eine Schilddrüsenüberfunktion zu behandeln, denn eine aus dem Ruder gelaufene Schilddrüse ist eine große Belastung für den gesamten Körper, ganz besonders für das Herz. Sie sollten jedoch vorsichtig dabei vorgehen. Wenn eine Katze sowohl an CNI als auch an einer SDÜ erkrankt ist, kann die SDÜ die Auswirkungen von CNI überdecken. Sobald die SDÜ jedoch behandelt wurde, scheint es, als würde CNI sich verschlechtern. Bei Katzen, bei denen die CNI vorher noch nicht diagnostiziert worden war, kann sie zum ersten Mal offensichtlich werden. Feline hyperthyroidism and its relation with renal function (2006) Daminet S Presentation to the 31st World Small Animal Veterinary Association World Congress bietet eine Übersicht an über die Ergebnisse verschiedener Studien bei Katzen. Sie wurden den üblichen Behandlungsmethoden bei Schilddrüsenüberfunktionen unterzogen.

 

Es gibt drei Behandlungsmöglichkeiten, alle mit Vor- und Nachteilen:

 

Medikamente: Methimazol und Carbimazol

Ein Medikament genannt Methimazol, das die Produktion der Schilddrüsenhormone reguliert, ist die häufigste Behandlung in den USA. Es wurde vor kurzem auch in Europa eingeführt. Handelsnamen für Methimazol sind Tapazole (USA), Thiamazol (Deutschland) und Felimazole (UK).

 

Methimazol

Methimazol ist ein relativ einfacher Weg, um eine SDÜ zu behandeln, aber sie können Nebenwirkungen auslösen wie Appetitmangel, Erbrechen und bei einigen Katzen sogar Anämie. Obendrein kontrollieren sie nur den Zustand, sie heilen ihn nicht. Veterinary Partner erklärt die möglichen Nebenwirkungen einschließlich Juckreiz, besonders im Gesicht. Katzen, die zur Behandlung ihrer Schilddrüsenüberfunktion Methimazol bekommen, können auch erhöhte Leberenzyme haben und zuwenig weiße Blutkörperchen.
 
Wenn Ihr Tierarzt diese Behandlungsmethode empfiehlt, dann versuchen Sie mit der niedrigsten Dosierung anzufangen und erhöhen Sie sie wenn notwendig, denn das verringert das Risiko von Nebenwirkungen. In Diagnostic and treatment options for feline hyperthyroidism (2003), empfahl Richard Nelson bei einer Präsentation auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress mit einer Dosis von 2,5 mg einmal täglich zu beginnen während der ersten zwei Wochen. Dann die Dosis auf 2,5 mg zweimal täglich zu erhöhen, wenn die Katze keinerlei negative Reaktionen zeigt und Tests ergeben, dass eine höhere Dosis benötigt wird (diese Dosierungen sind pro Katze, nicht pro Pfund oder kg). Achtung: In Deutschland gehen viele Tierärzte mit einer wesentlich höheren Dosierung heran, da in dem Buch von Kraft „Dosierungsvorschläge für Arzneimittel bei Hund und Katze" 5 mg zwei- bis dreimal täglich empfohlen wird. Es ist jedoch sehr viel sinnvoller, sich langsam an die korrekte Dosis heranzutasten so wie oben beschrieben.

 

Veterinary Partner erklärt die möglichen Nebenwirkungen einschließlich Juckreiz, besonders im Gesicht.

Vet Pharm beschreibt ebenfalls einige Nebenwirkungen auf deutsch.

Einfluss von Schilddrüsenerkrankungen auf Haut und Haare ist ein Artikel von Dr. Reinhard Finke, den er für das Forum Schilddrüse e.V. geschrieben hat. Dort wird sehr gut verständlich der Einfluss der Schilddrüsen auf Haut und Haare beschrieben und ebenfalls der Juckreiz durch Schilddrüsenmedikamente.

Hier finden Sie einen deutschen Artikel in Vetion über transdermale Methimazol-Behandlung bei felinem Hyperthyroidismus.

 

Carbimazol

Carbimazol war das Medikament der Wahl bei Katzen mit Schilddrüsenüberfunktionen in Europa. Aber seit Methimazol in Form von Felimazol eingeführt wurde, sind die englischen Tierärzte gesetzlich verpflichtet, zuerst Methimazol zu verschreiben.

 

Wenn Ihre Katze trotzdem Methimazol nicht verträgt, dann möchten Sie vielleich Carbimazol ausprobieren und sehen, ob Ihre Katze das besser verträgt. Carbimazol wird vom Körper der Katze tatsächlich in Methimazol umgewandelt, aber trotzdem gibt es damit weniger Nebenwirkungen, wahrscheinlich weil Carbimazol langsamer zu wirken scheint als Methimazol und weniger schnell absorbiert wird. Einige Katzen der Feline Supportliste haben Carbimazol besser vertragen als Methimazol.

 

Carbimazol kann in den USA von Compounding Pharmacies (Apotheken, die Mischungen herstellen) bezogen werden (siehe im Kapitel Tipps wie Sie Ihre Katze medikamentieren; Island Pharmacy ist eine davon, die Carbimazol herstellt). In UK bekommen Sie es von Tierärzten in Tablettenform für Katzen, die Methimazol nicht so gut vertragen. In Deutschland bekommen Sie es mit einem Rezept Ihres Tierarztes in jeder Apotheke.

 

Ähnlich wie bei Methimazol ist es empfehlenswert, in den ersten beiden Wochen mit einer vorsichtigen Dosis von 2,5 mg einmal täglich anzufangen. Zeigt der Körper der Katze keine Abwehrreaktionen und die Blutwerte ergeben, dass eine höhere Dosis indiziert ist, wird langsam gesteigert bis auf 2,5 mg zweimal täglich. Diese Dosierungen sind pro Katze, nicht pro Pfund oder Kilogramm. Anders als Methimazol kann Carbimazol falls notwendig auch bis zu dreimal täglich verabreicht werden.

 

Newman Veterinary erwähnt, dass bei Carbimazol weniger Nebenwirkungen auftreten als bei Methimazol.
Plumb's Veterinary Drug Handbook weist ebenfalls darauf hin.

Feline hyperthyroidism: spectrum of clinical presentations and response to carbimazole therapy (2000) Bucknell DG Australian Veterinary Journal 78 (7) führt aus, dass das Risiko von Nebenwirkungen bei Carbimazol niedriger ist als bei Methimazol.

 

Chirurgische Entfernung der Schilddrüse

Die zweite Methode ist die chirurgische Entfernung der Schilddrüse, bekannt unter dem Namen Thyroidektomie. Obwohl sie normalerweise erfolgreich ist, ist diese Behandlung doch sehr tiefgreifend, und es könnte zuviel von der Drüse entfernt werden, was wiederum zum umgekehrten Problem, einer Schilddrüsenunterfunktion, führen könnte. Diese Behandlung kann auch riskant sein für Katzen mit noch nicht diagnostizierter CNI (siehe unten).

 

Radioaktive Jodbehandlung (I-131)

Die dritte Behandlungsmöglichkeit ist die radioaktive Jodbehandlung (I-131). Sie zerstört das überaktive Schilddrüsengewebe und hat keine großen Nebenwirkungen. Es ist jedoch nicht einfach, so eine Behandlung zu bekommen, da sie nur in wenigen Kliniken durchgeführt wird, und die Katze außerdem stationär über einen Zeitraum von wenigen Tagen bis hin - in einigen wenigen Fällen - zu sechs Wochen behandelt werden muss.

 

Diese Behandlung ist jedoch normalerweise nicht geeignet für CNI-Katzen und kann riskant sein für solche, bei denen die Krankheit noch nicht diagnostiziert wurde. Wenn eine Katze sowohl an CNI als auch an einer SDÜ erkrankt ist, kann die SDÜ die Auswirkungen von CNI überdecken. Sobald die SDÜ jedoch behandelt wurde, scheint es, als würde CNI sich verschlechtern. Bei Katzen, bei denen die CNI vorher noch nicht diagnostiziert worden war, kann sie zum ersten Mal offensichtlich werden. Das ist kein geringes Risiko. Denn laut Hyperthyroidism and the kidney (2006) Langston CE & Reine NJ Clinical Techniques in Small Animal Practice 21(1) pp17-21, "tritt ein offensichtliches Nierenversagen bei ungefähr 30% aller Katzen auf, die gegen eine Schilddrüsenüberfunktion behandelt werden" ("overt renal failure occurs in approximately 30% of cats treated for hyperthyroidism"). Wenn Sie sich für die Behandlung mit Medikamenten entscheiden, dann können Sie deren Dosis angleichen, um das auszugleichen. Das ist jedoch nicht mehr möglich nach einem chirurgischen Eingriff oder einer radioaktiven Jodbehandlung.

 

Wenn Sie diese Behandlungsmöglichkeit in Betracht ziehen und in den USA leben, dann machen Sie am besten vorher den Iohexol-Clearance-Test. Er misst die Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) Ihrer Katze (siehe Methoden der Früherkennung). Dadurch wissen Sie vorher, ob bei Ihrer Katze die Gefahr besteht, aufgrund dieser Behandlung an CNI zu erkranken.

 

Washington State University empfiehlt deshalb zu Beginn eine Behandlung mit Medikamenten.

Effects of methimazole on renal function in cats with hyperthyroidism (2000) Becker TJ, Graves TK, Kruger JM, Braselton WE and Nachreiner RF Journal of the American Animal Hospital Association 36 pp215-233 ist eine Studie über den Einsatz von Methimazole bei Katzen und seine Auswirkungen bei der Demaskierung von CNI.

Long term health and predictors of survival for hyperthyroid cats treated with iodine 131 (2001) Slater MR, Geller S, Rogers K Journal of Veterinary Internal Medicine 15 pp47-51 ist eine Studie über die Überlebensrate von 231 Katzen, die mit I-131 behandelt wurden. Diese Studie fand heraus, dass eine Nierenerkrankung die Überlebenschancen bei dieser Art von Behandlung nachteilig beeinflusst.

Vetion hat einen Artikel über Radioiodtherapie bei Katzen mit Hyperthyreose.

Radioiodtherapie bei Katzen mit Hyperthyreose in Deutschland

 (2002) Puille M, Knietsch M, Spillman T, Grünbaum E-G. & Bauer R Nuklearmedizin 6 pp245-251 beschreibt Radioiodtherapie bei Katzen mit Hyperthyreose.

Die Universität Gießen führt seit einiger Zeit die Radioiodtherapie bei Katzen durch. Bei Birgit Lötzerichs Webseite finden Sie mehr Informationen darüber, auch über die Kosten und Bedingungen, scrollen Sie bis ganz nach unten.

 

Wenn eine Katze ein Herzproblem hat, dann kann die Behandlung der SDÜ häufig das Herzproblem beheben.

 

Webseiten zur Schilddrüsenüberfunktion

Kleintiermedizin hat Informationen über feline SDÜ, erschienen im Katzen-Magazin.

Wasjas Geschichte Wasja ist ein junger Berliner Kater, der bereits mit 9 Monaten an SDÜ erkrankte (sowas kommt unheimlich selten vor).

Mar Vista Vet – eine amerikanische Seite mit nützlichen Informationen über Symptome und Behandlungsmöglichkeiten.

Winn Feline Foundation bietet einen Überblick über SDÜ.

Gulf Coast Veterinary Specialists bietet einen interessanten Überblick über die Schilddrüsenüberfunktion.

Pet Education bietet eine hilfreichen Artikel über SDÜ.

Vetinfo – ein Überblick über SDÜ von einem amerikanischen Tierarzt.

Feline Advisory Bureau – ein Überblick über SDÜ bei Katzen von der UK Katzenhilfe.

Feline hyperthyroidism: not just a skinny old cat ist ein Artikel von Dr. Katherine Dodds über die Behandlung von Katzen, die sowohl an CNI als auch an SDÜ erkrankt sind.

Advanced Veterinary Medical Imaging – mehr Informationen über die Behandlungsmöglichkeiter feliner Schilddrüsenüberfunktion.

Feline HyperT list – das ist eine Unterstützungsliste für Menschen mit SDÜ-Katzen. Dort können Sie Informationen über Behandlungs möglichkeiten erhalten und Unterstützung beim täglichen Leben mit SDÜ.

 

C.  Diabetes

 

Was ist das?

Diabetes mellitus ist eine Krankheit, die entsteht, wenn die Bauchspeicheldrüse (Pankreas) nicht mehr genug Insulin produzieren kann oder die Körperzellen der Katze das vom Pankreas produzierte Insulin nicht mehr ausreichend verarbeiten können. Insulin benötigt der Körper, um Essen zu verdauen und aus dem Essen die benötigte Energie zu gewinnen. Ist dieser Vorgang gestört, entwickeln die Katzen eine Hyperglykämie (zu hoher Blutzucker), die mit der Zeit auch zu hohen Zuckeranteilen im Urin führt (Glucosurie).

Es gibt zwei verschiedene Formen von Diabetes mellitus: die unkomplizierte und die Diabetes mit Ketoazidose. Katzen, die an der ersten Art erkranken, zeigen nur leichte Symptome, zumindest im Frühstadium. Aber Katzen mit Ketoazidose sind normalerweise sehr krank und können sterben, wenn sie nicht sofort behandelt werden.

Übergewicht bei Katzen ist – genau wie bei Menschen – ein großer Risikofaktor, um an Diabetes zu erkranken.

 

Symptome

Die Zunahme von Zucker im Urin verursacht Polyurie (vermehrtes Urinieren) und Polydipsie (vermehrtes Trinken). Diabetische Katzen verlieren auch an Gewicht, sodass bis zu einem gewissen Ausmaß die Symptome der Diabetes denen von CNI ähneln. Es gibt jedoch einen gravierenden Unterschied: Diabetische Katzen verlieren nicht ihren Appetit – sie nehmen ständig ab, obwohl sie weiterhin fressen (dies kann auch ein Symptom einer Schilddrüsenüberfunktion sein). Fortgeschrittene Diabetes kann Appetitlosigkeit, schlechte Fellqualität, Erbrechen und Austrocknung und manchmal auch Atemprobleme verursachen. Aufgrund des Zuckergehalts im Urin sind auch Blaseninfektionen relativ häufig und können zu Unsauberkeit führen. Eine Schwäche in den Hinterbeinen kann durch diabetische Neuropathie ausgelöst werden, bei der die Nerven in den Beinen durch die Krankheit zerstört werden. The Mayo Clinic bietet Informationen an über periphere Neuropathie, auch über die durch eine Diabetes verursachte.

 

Diagnose

Der Tierarzt erstellt die Diagnose aufgrund der Blutwerte, klinischen Anzeichen, hoher Blut- und Urinzuckerwerte, die regelmäßig überprüft werden. Katzen, die sich bei einem Tierarzt-Besuch sehr aufregen, haben manchmal auch erhöhte Blutzuckerwerte, das ist also nicht unbedingt ein sicheres Merkmal für Diabetes. Nur wenn der Blutzuckerwert ständig erhöht ist, besitzt er eine Aussagekraft. Manche Tierärzte überprüfen auch  den Fruktosaminwert über einen Zeitraum von ungefähr zwei bis drei Wochen. Er misst die Konzentration der Zuckermoleküle.

 

Lab Tests Online bietet einen Überblick über den Fruktosamintest an.

Med 4 You erklärt den Fruktosamintest auf Deutsch.
 

Katzen mit Ketoazidose können erhöhte Harnstoff- und Kreatininwerte haben, die in diesem Fall aber nicht unbedingt ein Hinweis auf CNI sind, besonders dann nicht, wenn sowohl der Phosphor- als auch der Kaliumwert normal sind. Diabetische Katzen haben sehr oft ebenfalls einen verdünnten Urin, der aber nicht auf CNI zurückzuführen ist. Auch die daraus entstehende Austrocknung kann die Nierenwerte erhöhen. Sobald die Diabetes unter Kontrolle gebracht ist, können sich auch Harnstoff und Kreatinin wieder verbessern. Die Blutwerte können anfangs auch auf einen Leberschaden hinweisen, der sich jedoch ebenfalls wieder verbessert, sobald die Diabetes unter Kontrolle gebracht wurde.

 

Behandlungsmöglichkeiten

Katzen mit ketoazidotischer Diabetes müssen normalerweise stationär behandelt werden mit intravenösen Infusionen und einer Insulintherapie bis sie sich stabilisiert haben. Anschließend können sie dann wie die Katzen mit der unkomplizierten Diabetes behandelt werden.

Katzen mit diabetischer Neuropathie profitieren oft von Vitamin B12 in der Form von Methylcobalamin. Sie können mehr über Methylcobalamin im Kapitel Futterzusammenstellungen und Ernährungsanforderungen lesen. Katzendiabetes bietet sehr gute Informationen über Methylcobalamin, auch über Bezugsquellen.

Indem man vorhandene Infektionen unter Kontrolle bringt, wie z.B. Harnwegsinfektionen, ist es leichter, die Diabetes in den Griff zu bekommen.

Insulin

Die unkomplizierte Diabetes wird normalerweise mit Insulininjektionen behandelt. Bovines (Rinder-) Insulin ist genetisch dem felinen Insulin am ähnlichsten und ist überall in UK erhältlich. In den USA jedoch wird von Tieren gewonnenes Insulin oft aus Großbritannien importiert und kann daher relativ teuer sein. Das Insulin wird ein- bis zweimal täglich gespritzt. Da die Katzen unterschiedlich darauf reagieren, müssen die Menge und Häufigkeit überprüft werden, indem der Blutzuckerwert öfter gemessen wird. Dies muss anfangs alle paar Stunden gemacht werden und wird manchmal zuerst in der Klinik gemacht. Nach und nach kann die Häufigkeit der Tests auf ein- bis zweimal täglich reduziert werden (siehe Überwachung). Wenn die Diabetes richtig eingestellt ist, sollten die früheren Symptome auch wieder verschwinden.

 

Orale Medikamente

Manchmal können diabetische Katzen auch mit einem oralen Medikament namens Glipizide behandelt werden statt mit Insulinspritzen. Jedoch sprechen nur ca. 30% der diabetischen Katzen auf diese Behandlung an, und diese Katzen müssen auch sorgfältig überwacht werden, da dieses Medikament die Leber angreifen kann. In jedem Fall ist es bei weitem einfacher, die meisten Katzen zu spritzen, als ihnen diese Tabletten zu geben.

 

Diät

Bei diabetischen Katzen muss unbedingt auf deren Ernährung geachtet werden. Ihr Tierarzt kann Ihnen Auskunft geben über die Fütterungshäufigkeit. Aber normalerweise bekommen Katzen zweimal täglich Insulin und dabei jeweils eine Hälfte ihrer täglichen Futterportion. Ständig Futter anzubieten ist bei diabetischen Katzen nicht empfehlenswert. Katzen, die mit Glipizide behandelt werden, bekommen normalerweise mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu fressen.

Es wird manchmal empfohlen, diabetischen Katzen eine Diät mit hohem Ballaststoffanteil und vielen komplexen Kohlehydraten zu füttern (wie z. B. Hill’s w/d Diät). Es wurde nämlich angenommen, dass diese Stoffe dabei helfen, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren. Katzen jedoch haben natürlicherweise nur einen sehr geringen Bedarf an Kohlehydraten, und neuere Untersuchungen haben ergeben, dass es tatsächlich sehr viel besser für diabetische Katzen sein kann, wenn sie eine Diät bekommen, die höher im Proteingehalt liegt, viel Fett enthält und weniger Kohlehydrate. Empfehlenswerte Futtersorten für diesen Anspruch sind Purina DM (Diabetes Management) Veterinärformula (zur Zeit in UK nicht erhältlich) und Futter für Katzenkinder, das normalerweise viel Eiweiss und Fett enthält. Hill's hat kürzlich ein ähnliches Futter eingeführt genannt Hill's m/d (klicken Sie auf Prescription Diet, dann auf Cat, dann auf m/d). Es enthält ebenfalls relativ wenig Phosphat, 0,7% gerechnet auf Trockensubstanzanalysebasis. Es ist wichtig, darauf zu achten, dass Katzen
mit sowohl bei CNI als auch bei Diabetes nur eine begrenzte Phosphatmenge aufnehmen. Falls notwendig, sollte ein Phosphatbinder eingesetzt werden.

Normales Dosenfutter, das wenig Getreide und keinen zusätzlichen Zucker enthält ist ebenfalls geeignet. Aber alle Trockenfuttersorten sind ungeeignet, da sie viele Kohlehydrate enthalten. Einige diabetische Katzen reagieren so empfindlich auf Kohlehydrate, dass sie weniger Insulin und in manchen Fällen sogar gar keines mehr benötigen, sobald sie auf eine kohlehydratarme Diät umgestellt werden. Wenn eine Katze bereits Insulin erhält, sollte der Futterwechsel langsam vorgenommen werden und der Blutzuckerspiegel dabei sorgfältig überwacht werden. Manchmal kann es nämlich zu einem dramatischen Abfall des Blutzuckerspiegels kommen als Reaktion auf die verminderten Kohlehydrate im Futter, und damit steigt dann das Risiko einer Insulinüberdosis (siehe Hypoglykämie).

Vetcentric bietet mehr Infomationen über den „viel Protein – wenig Kohlehydrate"-Ansatz.

Comparison of a low carbohydrate-low fiber diet and a moderate carbohydrate-high fiber diet in the management of feline diabetes mellitus (2005) Bennett N, Greco DS, Peterson ME, Kirk C, Mathes M, Fettman MJ. Journal of Feline Medicine and Surgery Nov 3 fand heraus, dass die diabetischen Katzen in dieser Studie, die mit einer wenig-Kohlehydrate-wenig Ballaststoffe-Diät ernährt wurden, signifikant höhere Chancen hatten, kein Insulin mehr zu benötigen als die Katzen, die mit einer
moderat-Kohlehydrate-viel Ballaststoffe-Diät ernährt wurden.
Katzendiabetes bietet umfangreiche Informationen über die Ernährung von Diabeteskatzen, außerdem werden dort die in Deutschland erhältlichen und empfehlenswerten Futtersorten aufgeführt und weiterführende Links. Diese Webseite ist erste Wahl für jeden, der eine diabeteskranke Katze hat. Mehr Informationen zum Thema Ernährung finden Sie hier.

 

Überwachung

Mit Teststreifen (Ketostix) aus der Apotheke werden Sie wahrscheinlich regelmäßig den Urin auf Ketone kontrollieren müssen. Schon die kleinste Spur an Ketonen im Urin ist besorgniserregend und erfordert einen sofortigen Tierarzt-Besuch. Die Überprüfung der Uringlukose ist nur für die Anfangsdiagnose nützlich – gesunde Katzen haben keine Glukose in ihrem Urin – der Wert ist jedoch zu ungenau, um darauf eine korrekte Entscheidung über die Insulindosierung zu basieren. Bei Katzendiabetes finden Sie ausführliche Informationen dazu und auch ein Foto der empfohlenen Teststreifen mit Skala.

 

Blutzuckertests zu Hause

Sie werden auch zu Hause den Blutzuckerwert Ihrer Katze überprüfen müssen und können dafür einen Glucometer verwenden (erhältlich in Apotheken, ein Produkt für menschliche Diabetiker). Eine Heimüberwachung ist erheblich billiger für Sie und weniger stressig für Ihre Katze. Das Blut bekommen Sie, indem Sie das Ohr mit einer sterilen Lanze kurz ritzen. Es wird nur eine winzige Menge an Blut benötigt. Jedoch ist vielen Tierärzte in Europa diese Methode noch nicht geläufig. Im Großen und Ganzen wird eine Katze als kontrolliert betrachtet, wenn ihr Blutzuckerwert ständig im Bereich zwischen 5 bis 15 mmols/l (US: 100 bis 300 mg/dl) bleibt.

Manchmal werden Katzen anfangs mit zu hohen Insulindosen behandelt. Das führt zu einem plötzlichen Abfall des Blutzuckerspiegels, und der Körper reagiert darauf, indem er Glukagone freilässt, die den Blutzuckerspiegel wieder anheben. Es scheint dann also so, basierend auf Stichproben beim Tierarzt, dass die Katze noch mehr Insulin benötigt. Das Gegenteil ist in Wirklichkeit der Fall. Dieses Phänomen ist bekannt unter dem Namen „Somogyi Effekt". Die Blutzuckerüberwachung zu Hause ergibt da die genaueren Ergebnisse und ist hilfreich dabei, solche Probleme zu vermeiden.

Auf folgenden Webseiten finden Sie Informationen und Ratschläge über das Blutzuckermessen zu Hause:

 

Katzendiabetes bietet eine ausführliche Erklärung zum Hometesting mit Fotos und Erklärungen der verschiedenen Testgeräte an, Fotos beim Testen mit Fotomodell Clyde und hilfreiche Tips zur Blutentnahme.

Außerdem finden Sie bei Katzendiabetes eine Zusammenstellung der am häufigsten gestellten Fragen und Antworten zu Hometesting.

Veterinary Partner bietet eine Diashow an über das Heimtesten.

Pet Diabetes  bietet hilfreiche Informationen.

Sugar Cat Harrys Website

Sugar Cat Simons Website

Sugar Cat Punkin Pies Website

Katzendiabetes hat Informationen mit weiterführenden Links zum Somogyi-Effekt.

Feline Diabetes bietet Informationen über den Somogyi Effekt an.

 

Hypoglykämie

Als generelle Regel kann gesagt werden: Zuviel Insulin ist weit gefährlicher für eine diabetische Katze als zuwenig, denn es kann einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel provozieren (Hypoglykämie). Die Symptome sind Schwächezustände, Mangel an Bewegungskoordination, Zuckungen und Koma. Die Katze sollte sofort Futter erhalten wenn sie noch fressen kann, oder Sie müssen ihr Maissirup oder Traubenzuckerpulver auf den Gaumen streichen (in UK können Sie auch ein Produkt für menschliche Diabetiker kaufen. Es heißt Hypo-Stop und ist frei verkäuflich. In Deutschland heißt es Jubin, und Sie bekommen es in jeder Apotheke). Auf jeden Fall sollten Sie sofort Ihren Tierarzt benachrichtigen. Sie müssen auch den Behandlungsplan mit Ihrem Tierarzt überarbeiten, wenn ein Fall von Hypoglykämie aufgetreten ist.

 

Katzendiabetes hat die wichtigsten Fragen und Antworten und Tips zur Hypoglykämie zusammengestellt.

Katzendiabetes hat übrigens Berichte von Katzendiabetes-Mitgliedern, deren Katzen in eine Hypoglykämie rutschten und wie sie sie behandelten.

Pet Diabetes bietet Informationen an über Hypoglykämie.

Gorbzilla hat ebenfalls Informationen über Hypoglykämie.

 

Diabetes und CNI

Wenn Sie es sowohl mit Diabetes als auch mit CNI zu tun haben, dann ist es wichtiger, dass Sie die Diabetes richtig einstellen. Wenn Ihnen das gelungen ist, werden Sie häufig feststellen, dass sich auch die CNI verbessert. Bitte lesen Sie oben darüber nach in Diabetes Diagnose.

Menschen, die sowohl mit Diabetes als auch mit CNI konfrontiert werden, sind oftmals besorgt weil es scheint, als ob die Proteinanforderungen bei beiden Krankheiten unvereinbar miteinander sind. Aber in Wahrheit ist es so, dass eine niedrige Proteindiät nicht unbedingt erforderlich ist bei der Behandlung von CNI, siehe Diabetes Diät und Futterzusammenstellungen und Ernährungsanforderungen. Dort finden Sie mehr Informationen über dieses Thema.

Eine ausgetrocknete Katze reagiert schlechter auf Insulin, und viele Besitzer haben festgestellt, dass bei ihren Katzen, sobald sie Infusionen bekommen, auch das Insulin besser zu wirken scheint. Manchmal hält es auch länger vor als es vorher der Fall war.

Es gibt einige Hinweise darauf, dass diabetische Katzen mit CNI Fortekor (Benazepril) weniger gut vertragen als Katzen, die nur an CNI leiden.

Diabetes Webseiten

 

Generelle Übersicht

Cornell University College of Veterinary Medicine zeigt ein Video, das alle Aspekte aufführt, die man bei der Versorgung einer an Diabetes erkrankten Katze beachten sollte, einschließlich wie man Insulin verabreicht, seine Katze überwacht und wie man eine Hypoglykämie erkennt und behandelt.

Cornell University College of Veterinary Medicine bietet eine gute allgemeine Übersicht.

Washington State University stellt ebenfalls eine gute Übersicht zur Verfügung.

Feline Diabetes Message Board FAQs geben ausführliche Antworten zu oft gestellten Fragen.

Gorbzilla bietet eine Menge praktischer Informationen an, auch auf Deutsch.

Katzendiabetes bietet viele Informationen auf Deutsch an.

 

Unterstützung

Katzen Diabetes Forum - das größte deutschsprachige Forum, wo Sie Informationen und Unterstützung finden können. Bitte beachten Sie: Die Empfehlungen, die in diesem Forum abgegeben werden, wann mit subkutanen Infusionen begonnen werden sollte sind meiner Meinung nach unnötig aggressiv. Ich empfehle hier den Ansatz von Dr. Katherine James, einer Fachärztin für Nephrologie, der im Kapitel Flüssigkeitstherapie dargelegt ist.

Feline Diabetes Message Board - ist eine sehr aktives Informationsforum und außerdem auch eine hilfreiche Webseite.

Pet Diabetes List – ebenfalls eine hilfreiche Seite, die neben Katzen auch noch andere Tierarten berät.

Feline Diabetes List ist eine Liste für Menschen, die sich um ihre diabeteskranken Katzen kümmern.

Feline CRF-FD List ist eine neuere Liste für Menschen, die sich sowohl mit CNI als auch mit Diabetes auseinandersetzen müssen.

 

2.  Krankheiten, die CNI verursachen können

 

Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)

 

Was ist das?

Die polyzystische Nierenerkrankung (Polycystic Kidney Disease = PKD) ist eine autosomale dominante, genetische Erkrankung der Nieren, die entweder von einem oder von beiden Elternteilen vererbt wird. Geschwister brauchen davon nicht betroffen zu sein. PKD scheint bei Persern stärker verbreitet zu sein und anderen Rassen mit persischen Vorfahren. Unser Perserkater, Harpsie (im Foto oben), hat PKD. Das entscheidende Merkmal bei PKD ist, dass Zysten vorhanden sind, die normalerweise in beiden Nieren auftreten. Wenn die Katzen älter werden, nehmen diese Zysten häufig an Größe und Anzahl zu, bis sie mit der Zeit die Nierenfunktion zerstören. Die Katze bekommt dann CNI und wird letztendlich sterben.

 

Symptome

PKD ist normalerweise ohne Symptome, obgleich eine an PKD erkrankte Katze Polydipsie (vermehrten Durst) entwickeln kann. Wenn die Krankheit soweit fortschreitet, dass CNI entsteht, treten die für CNI üblichen Symptome auf. Die meisten Katzen mit PKD scheinen CNI ungefähr im Alter zwischen 5 und 7 Jahren zu entwickeln. Aber stark befallene Katzen mit sehr vielen Zysten können auch schon mit zwei Jahren erkranken. Stresssituationen oder Infektionen können die Krankheit ebenfalls beschleunigen.

 

Vieles hängt davon ab, wie stark die Nieren betroffen sind - Harpsie (oben) hat PKD und ist fast 14 Jahre alt, hat aber bis jetzt kein Nierenversagen. Harpsie jedoch bekommt öfter Niereninfektionen. Sie sind relativ häufig bei PKD-Katzen, da sich die Bakterien tief in den Zysten verstecken können. Viele PKD-Katzen haben leichte Herzgeräusche und leicht geschwollene Nieren bevor sie CNI bekommen. Und Kater sind häufig besonders anfällig für FLUTD (feline lower urinary tract disorder – Harnwegsinfektionen).

 

Häufig sterben PKD-Katzen an anderen Krankheiten, bevor sie überhaupt den CNI-Status erreichen. Bei denen, deren PKD sich zu einer CNI entwickelt, werden normalerweise dann auch die üblichen CNI-Symptome auftreten, und es können die üblichen Behandlungsmethoden angewandt werden. CNI selber wird generell nicht als eine schmerzhafte Erkrankung betrachtet. Leider trifft das nicht auf Katzen zu, die eine schwere PKD im Endstadium entwickeln. Diese Katzen leiden unter Schmerzen durch die rasant anwachsenden Zysten, die auch hin und wieder platzen. Leider kann dagegen nichts unternommen werden, daher sollten Sie darauf ganz besonders achten bei einer PKD-Katze.
 

Diagnose

The University of California at Davis hat die Genmutation identifiziert, die PKD verursacht und bietet jetzt einen genetischen Test zum Preis von US$40 pro Katze an. Der Test kann bereits durchgeführt werden, wenn die Kätzchen 8 bis 10 Wochen alt sind, er ist zu fast 100% sicher. Sie können die Probe selber vornehmen, da keine invasiven Maßnahmen dabei durchgeführt werden müssen. Sie benötigen dazu also nicht die Hilfe Ihres Tierarztes. Details darüber, wie Sie den Test durchführen können, finden Sie hier. Die Ergebnisse werden Ihnen per email mitgeteilt. Veterinary Diagnostics Center in Ohio bietet einen ähnlichen Test an für US$48.

 

Das deutsche Labor Laboklin bietet in Deutschland diesen Test an. Hier geht es direkt zu Laboklin, wo sie offiziell über den PKD-Gentest berichten. Bei Welt der Katzen finden Sie eine Erklärung und einen Brief von Laboklin mit einer ausführlichen Beschreibung des Tests. Der Test kostet €60.

 

In UK wird der Test von Animal Health Trust in Newmarket angeboten zu einem Preis von £31, oder von der University of Bristol (klicken Sie auf PCR Information, dann auf Polycystic Kidney Disease) für £37.

 

Der einzige andere Weg, um PKD richtig zu diagnostizieren, ist per Ultraschall der Nieren. Ultraschall ist eine ziemlich genaue Diagnosemethode, wenn er von jemandem durchgeführt wird, der gut geschult ist in Sonographie und idealerweise Erfahrung hat mit PKD Nieren. Mehrfachuntersuchungen können erforderlich sein, wenn die Katze noch sehr jung ist, weil die Zysten zu diesem Zeitpunkt noch nicht sichtbar sein können. Es ist häufig sehr schwierig, PKD bei Katzen, die jünger als neun Monate alt, sind festzustellen. Zysten sind selten bei Katzen, aber nicht alle Zysten sind unbedingt auch PKD. Auf diesem Gebiet wird immer noch geforscht. Manche PKD-Katzen können ebenfalls Zysten in der Leber haben.

Wenn Sie einen Perser haben mit Verdacht auf HCM und vorhaben, das Herz per Ultraschall untersuchen zu lassen, dann würde ich Ihnen ebenfalls empfehlen, die Nieren der Katze gleichzeitig mit Ultraschall untersuchen zu lassen, um PKD ausschließen zu können. Auf diesem Weg haben wir festgestellt, dass Harpsie PKD hat. Als der Kardiologe sein Herz überprüfte, überprüfte er gleichzeitig die Nieren mit. Harpsies Zysten sind über den Jahren größer geworden, aber bis heute zeigt Harpsie jedoch keine anderen Anzeichen von PKD oder CNI.

Behandlungsmöglichkeiten

PKD ist unheilbar (beachten Sie aber bitte die Links etwas weiter unten in diesem Kapitel bezüglich der Forschung über zwei Medikamente, die das Fortschreiten dieser Krankheit zu verlangsamen scheinen), und leider sind nur sehr wenige Behandlungsmöglichkeiten erhältlich.
 

Potassium citrate/citric acid intake improves renal function in rats with polycystic kidney disease (1998) Tanner GA American Society of Nephrology 9 pp1242-1248  – diese Studie zeigt, dass Kaliumcitrat an PKD erkrankten Ratten helfen kann. Es ist jedoch unbekannt, ob das auch auf Katzen zutrifft, aber Kaliumcitrat ist ein Bestandteil des Spezialfutters von Royal Canin für Perser.

 

Eine Diät mit Sojaeiweiss kann ebenfalls helfen. Versuchen Sie sicherzustellen, dass Ihre Katze ein möglichst stressfreies Leben führen kann ohne Infektionen und Gifte. Wenn sich aus der PKD CNI entwickelt, können die bei CNI üblichen Behandlungsmethoden angewandt werden.

 

The PKD Foundation berichtet über ein Medikament, genannt OPC-31260, das die Zystenbildung zu verlangsamen scheint und damit das Fortschreiten von PKD bei Menschen. Die Versuchsreihen gehen weiter. Es sieht so aus, als ob bisher noch keine Studien bei Katzen durchgeführt wurden.
Effective treatment of an orthologous model of autosomal dominant polycystic kidney disease (2004) Torres VE, Wang X, Qian Q, Somlo S, Harris PC, Gattone VH 2nd Natural Medicine 10(4) pp363-4 berichtet über Versuche von OPC-31260 bei Mäusen.
Effectiveness of vasopressin V2 receptor antagonists OPC-31260 and OPC-41061 on polycystic kidney disease development in the PCK rat (2005) Wang X, Gattone V 2nd, Harris PC, Torres VE Journal of the American Society of Nephrology 16(4) pp846-51 berichtet über Forschungsreihen bei Ratten mit OPC-31260 und ein weiteres Medikament, genannt OPC-41061.
 

PKD Webseiten

Autosomal Dominant Polycystic Kidney Disease in Persian Cats – das ist ein informativer Artikel von US Tierärzten, Biller DS, DiBartola S und Lagerwerf WJ. Eine Übersetzung auf Deutsch findet man hier.

Bei dem Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. findet man eine Liste der für PKD-Untersuchungen zertifizierten Tierärzte (Ultraschalluntersuchung).

PKD FAQs - diese Seite gibt einen guten Überblick über PKD.

PKD Links - diese Seite beinhaltet viele Links zu PKD einschließlich der wichtigsten wissenschaftlichen Arbeiten.

PKD List - eine sehr kleine Unterstützungsgruppe für Menschen, deren Katzen an PKD leiden. Dort erhalten Sie Informationen über Untersuchungen dieser Krankheit und Unterstützung im täglichen Leben mit PKD. Es sind eine Menge Züchter auf dieser Seite. Die Diskussion dreht sich also mehr um die Erforschung und Diagnose dieser Krankheit als um die Behandlung.

 

Zahnerkrankungen

 

Die Wichtigkeit gesunder Zähne

Neuere Studien weisen darauf hin, dass es eine Verbindung zwischen schlechter Zahnhygiene und anderen Krankheiten gibt. Die meisten Katzen haben bis zu einem gewissen Grad Zahnkrankheiten. Unbehandelte Zahnkrankheiten bei Menschen schädigen das Herz, bei Katzen scheint es die Nieren zu schädigen. Das passiert, weil die Gifte, die durch die infektiösen Zähne und Zahnfleisch in den Blutkreislauf gelangen, von den Nieren herausgefiltert werden. Der Körper der Katze versucht dagegen Antikörper zu bilden, die dann in den Nieren bleiben und mit der Zeit Schäden anrichten können.

Zahnprobleme können aufgrund von CNI auftreten oder sich dadurch verschlechtern. Behalten Sie die Zähne Ihrer Katze genau im Auge, und gehen Sie sofort zum Tierarzt wenn nötig. Eine Antibiotikakur zur rechten Zeit gegeben kann es Ihnen ermöglichen, die schlimmsten Probleme zu vermeiden, bevor sie überhaupt auftreten. Wirklich schlechte Zähne können jedoch nur unter Narkose behandelt werden: Zahnsteinentfernungen, die ausgeführt werden, während die Katze wach ist, sind lediglich kosmetischer Natur.

Vorsichtsmaßnahmen während Zahnbehandlungen

Probleme mit den Zähnen scheinen CNI auszulösen, da es häufig vorkommt, dass Katzen, die eine zahntechnische Behandlung unter Narkose hatten, kurz darauf CNI entwickeln. Es kann jedoch nicht bewiesen werden, dass CNI von der Zahnkrankheit provoziert wurde, und es ist ebenfalls möglich, dass die Narkose dabei eine Rolle spielt. Auf jeden Fall besteht eine Verbindung. Aus diesem Grund ist es wichtig, einige Vorsichtsmaßnahmen bezüglich der Zahnbehandlungen zu treffen. Wenn Ihre Katze also eine Zahnbehandlung benötigt, dann beachten Sie bitte folgende Vorsichtsmaßnahmen:

  1. Wenn Sie in UK oder den USA leben, können Sie einen Veterinärzahnspezialisten damit beauftragen. Die British Veterinary Dental Association hat eine Liste ihrer Mitglieder mit Kontaktdetails. In den USA finden Sie unter  American Veterinary Dental College (suchen Sie unter List of Diplomates) oder bei der Academy of Veterinary Dentistry. Es gibt aber nicht sehr viele Spezialisten. In Deutschland wenden Sie sich am besten an die Tierärztekammer Ihres jeweiligen Bundeslandes und fragen nach Fachtierärzten für Zahnheilkunde. Eine kleine Auswahl an Zahnspezialisten bundesweit finden Sie beim Bundesverband praktizierender Tierärzte.

  2. Wenn Ihrer Katze ein Zahn gezogen werden muss oder eine andere Zahnbehandlung unter Narkose erfolgt, dann sollte sie einige Tage vorher bereits mit Antibiotika behandelt werden und diese Behandlung sollte anschliessend noch weitere 5 bis 7 Tage danach fortgesetzt werden. Sowohl der Veterinärzahnarzt meiner PKD-Katze als auch der Nierenspezialist empfahlen beide Clindamycin (Cleorobe, Clindahexal oder Clinda) vor der Zahnbehandlung meines Katers, da dieses Antibiotikum ganz besonders gut darin ist, anaerobe Bakterien zu abzutöten, die oft im Mund gefunden werden.

  3. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach einem Narkosemittel genannt Isoflurane oder einem anderen, genannt Sevoflurane. Beides sind Gase, die den Körper der Katze weniger stressen als andere Formen der Narkosen, und sie ermöglichen es Ihrem Tierarzt außerdem, sofort mit der Behandlung aufzuhören und Ihre Katze aufzuwecken, sollten bei der chirurgischen Behandlung Probleme auftreten. Dies verringert das Narkoserisiko nicht vollständig, da noch eine andere Form von Narkose benötigt werden kann, um die Bewusstlosigkeit hervorzurufen (fragen Sie Ihren Tierarzt danach wenn Sie können), aber es reduziert sie. Veterinary Anesthesia and Analgesia Support Group empfiehlt eine spezielle Vorgehensweise für Narkosen bei Nierenpatienten.
    Es ist außerdem ratsam jede Katze während und nach einer Zahnbehandlung an einen intravenösen Tropf zu legen, um zu vermeiden, dass der Blutdruck während der Behandlung abfällt. Ein solcher Blutdruckabfall kann die Blutversorgung der Nieren reduzieren und das wiederum kann ein paar Tage später zu Nierenversagen führen. CNI-Katzen sollten sowohl vor als auch während und nach Zahnbehandlungen an einen intravenösen Tropf kommen.

  4. Der Blutdruck sollte während der gesamten Prozedur genau überwacht werden, da die Benutzung von Narkosemitteln ihn reduziert. Wenn Ihre Katze bereits Blutdruckmedikamente erhält, dann fragen Sie Ihren Tierarzt, ob es sinnvoll wäre, diese Medikamente einige Tage vor der Behandlung unter Narkose abzusetzen. Der Blutdruck sollte auch nach einer Operation eine Woche lang überwacht werden, denn eine Operation, und die damit verbundene Narkose, können den Blutdruck ansteigen lassen.

  5. Fragen Sie Ihren Tierarzt, ob die Temperatur Ihrer Katze anschließend kontrolliert wird. Manche Katzen leiden an Untertemperatur nach einer Anästhesie, daher ist es wichtig, sie zu überwachen. Es könnte Ihrer Katze guttun, nach einer Operation auf ein Heizkissen gelegt zu werden.

  6. Wenn ein größerer Eingriff überstanden ist, wird die Katze Schmerzmittel benötigen. Analgesics for oral surgery in dogs and cats (2007) ist ein Bericht von Dr. Brett Beckman über diesen Bereich. Indie (keine CNI) wurde einer sehr großen Zahnbehandlung unterzogen und bekam ein Fentanyl-Pflaster auf ihr Hinterbein, um ihre Schmerzen im Mäulchen zu unterdrücken. Mar Vista Vet bietet Informationen an über Fentanyl. Bei Vet Contact  finden Sie auf deutsch Informationen über Fentanyl. Stellen Sie sicher, dass der Tierarzt Ihrer Katze kein Metacam verabreicht.

  7. Clinical and microbiological effects of oral zinc ascorbate gel in cats (2001) Clarke DE Journal of Veterinary Dentistry 18 deutet an, dass die Benutzung von Zinkaskorbatgel als ein orales Antiseptikum die Zahngesundheit verbessert, besonders wenn es nach einer Zahnbehandlung angewendet wird.

Ich finde es sehr wichtig, dass Sie die Zahngesundheit Ihrer Katze sehr genau im Auge behalten, wie es sich auch bei unserer kleinen Gruppe von zwei CNI Katzen als notwendig herausgestellt hat: Tanya war sehr gesund, abgesehen davon, dass sie hin und wieder einen Abszess an den Zähnen hatte. Und als wir Thomas einfingen, hatte er drei böse Abszesse an den Zähnen.

.Aber Zahnbehandlungen sind chirurgische Eingriffe, und es können Probleme auftreten. Einige Katzen fangen sofort nach einer Zahnbehandlung wieder mit dem Futtern an, aber ein, zwei Tage später kann es ihnen schlechter gehen, wenn die Wirkung der Schmerzmittel (nachlassen) nachlässt. Bei anderen kann es etwas länger dauern, bis sie wieder Appetit haben. Unsere Indie, keine CNI-Katze, musste sich im Alter von neun Jahren einer Zahnbehandlung unterziehen, da sie aufgrund von Zahnschmerzen aufgehört hatte zu futtern. Obwohl sie sich schnell von der Operation erholte, dauerte es doch sehr lange, bis sie danach wieder anfing zu fressen, was mich völlig ratlos machte. Falls Ihre Katze nicht wieder anfängt zu futtern und außerdem noch an Gewicht zunimmt, dann wenden Sie sich an Ihren TA. Denn manchmal können noch andere schwerwiegende Probleme auftreten, so wie es bei unserem Harpsie der Fall war, obwohl wir uns an die oben genannten Richtlinien hielten.

Dentale Webseiten

FORL - die neue Geißel der Katze ist ein sehr nachdrückliches Artikel von einem deutschen Zahnspezialist über eine der schmerzhaftesten Zahnerkrankungen bei Katzen, die sehr weit verbreitet ist. Das Artikel diskutiert deren Behandlung und enthält beeindruckende Bilder.

Kleintierprazis New Wulmstorf hat Informationen über Zahnhygiene bei Hund und Katze.

Cornell University College of Veterinary Medicine zeigt ein Video, wie Sie
Ihrer Katze die Zähne putzen können.

Medi-Vet verkauft Zahnbürsten in Katzengröße.

Feline Advisory Bureau - ein Überblick über feline Mundprobleme von der UK Katzenhilfe.

Nelson Animal Hospital zeigt Fotos von verschiedenen Stadien oraler Krankheiten und informiert über die Vorsichtsmaßnahmen während einer Zahnbehandlung.

American Veterinary Medical Association gibt Ratschläge über die Zahnbehandlung bei Katzen.

American Veterinary Dental College erklärt, warum eine Zahnsteinentfernung ohne Narkose nur einen kosmetischen Zweck erfüllt.

Dr Milinda Lommer, eine Tierzahnärztin, erklärt, warum eine kosmetische Reinigung der Zähne kein Ersatz ist für eine gründliche medizinische Reinigung.

Die Deutsche Gesellschaft für Tier-Zahnheilkunde bietet eine Erklärung auf deutsch.

Long Beach Animal Hospital bietet detaillierte Informationen an über Zahnbehandlungen.

Veterinary Anesthesia and Analgesia Support Group stellt Informationen zur Verfügung über Anästhesien.

Veterinary Anesthesia and Analgesia Support Group empfiehlt eine spezielle Vorgehensweise für Narkosen bei Nierenpatienten.
Long Beach Animal Hospital bietet auch ausführliche Informationen über Anästhesie. 

University of Illinois College of Veterinary Medicine – dort erhalten Sie Informationen über Zahnpflege und darüber, was während einer Zahnbehandlung passiert.

Harpsie's Website bietet mehr Links zu Zahnbehandlungen.

 

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Diese Seite zuletzt überarbeitet: 14. Mai 2009

 

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