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Was sind intravenöse
Infusionen?
Intravenöse
Flüssigkeiten (IV Tropf) sind eine Art von Infusionstherapie. Dabei wird
eine spezielle Flüssigkeitsart mit ausgeglichener Elektrolytbalance (das
sind vom Körper benötigte Salze) durch einen Venenzugang (intravenös)
verabreicht. Das ist eine professionelle Variante der Behandlung und
erfordert große Sorgfalt, um sicherzustellen, dass die
Fließgeschwindigkeit für die Katze stimmt - zu schnell kann gefährlich
sein (das Herz könnte überfordert werden), und zu langsam reicht
möglicherweise nicht aus, um die fehlende Flüssigkeit schnell genug zu
ergänzen.
Daher werden IV
Infusionen normalerweise nur in der TA-Praxis verabreicht, wo die Katze
sorgfältig überwacht werden kann. Wenn Sie zu Hause infundieren, handelt
es sich dabei wahrscheinlich um subkutane Infusionen, keine iv
Infusionen.
Wann werden iv Infusionen eingesetzt?
Wie im Kapitel
Flüssigkeitstherapie erklärt, werden intravenöse Infusionen oft
eingesetzt, um akute Probleme zu lösen wie z.B., um ein kritisch krankes Tier
zu stabilisieren, das eine lebensbedrohliche Menge an Körperflüssigkeit durch
einen Verkehrsunfall verloren hat. Sie werden auch zur Behandlung von Katzen
eingesetzt, die sich aus anderen Gründen in einem kritischen
Gesundheitszustand befinden, wie z.B. bei unserem George (links), der zu
diesem Zeitpunkt an einer schweren Lebererkrankung und nicht an CNI litt.
Im Zusammenhang
mit CNI-Katzen werden iv Infusionen normalerweise bei schwer
ausgetrockneten kranken Katzen eingesetzt (Katzen, die einen
Zusammenbruch erlitten haben). In den
meisten Fällen haben Katzen in dieser Situation hohe Blutwerte (Kreatinin
über 550 bis 650, oder US-Werte über 6 bis 7). Die iv Infusionen werden
als eine Form des „Durchspülens" der Nieren eingesetzt, um die akute
Krisensituation der schweren Austrocknung zu korrigieren und auch alle
daraus resultierenden Elektrolytungleichgewichte. Außerdem sollen
Giftstoffe aus dem Blut geschwemmt werden.
Iv Infusionen
werden auch bei Katzen eingesetzt, die eine akute Nierenschädigung haben,
etwa eine Nierenentzündung oder Nierensteine sowie bei Katzen mit
akutem Nierenversagen (ANI). In einigen Fällen können sie helfen,
Nierensteine auszuspülen.
Auf der anderen Seite habe ich kürzlich gehört, dass einige TÄ bereits
Katzen mit niedrigen oder mittleren Blutwerten (Kreatinin um 260 bis 300
oder US 3 bis 3,5) intravenös infundieren. In den meisten Fällen ist es
unwahrscheinlich, dass das bereits nötig ist, denn die wenigsten Katzen
sind zu diesem Zeitpunkt bereits ausgetrocknet. Es kann aber notwendig
sein, wenn eine Katze trotz noch niedriger Blutwerte bereits stark
ausgetrocknet ist, vielleicht durch Erbrechen oder Durchfall und /oder sie
hat eine Niereninfektion oder –steine, oder Pankreatitis.
Intravenöse
Infusionen sind keine passende Methode zum regelmäßigen
Flüssigkeitsausgleich: Sie strapaziert die Nieren zu sehr und, da es die
GFR (glomeruläre Filtrationsrate – siehe
Was ist CNI?)
erhöht, kann sie den Verlust der Nierenfunktion beschleunigen, wenn sie zu
lang getrieben werden. Hinzu kommt, dass die Katze in der Tierarztpraxis
bleiben muss, was für die meisten Katzen sehr viel Stress bedeutet,
außerdem ist es sehr teuer.
Cornell University College of Veterinary Medicine
zeigt ein Video mit einer Katze am intravenösen Tropf und was das alles
beinhaltet. In
Management of chronic renal failure: beyond the
can (2001), a presentation to the Atlantic Coast Veterinary
Conference 2001, beschreibt Dr. Melissa Wallace beschreibt,
wann und wie intravenöse Flüssigkeiten eingesetzt werden sollen.
Fluid therapy for critically ill dogs and cats
(2005) Schaer M Presentation to the 30th World Small Animal Veterinary
Association World Congress diskutiert intravenöse Flüssigkeiten. Das
ist ein für Laien sehr fachlich geschriebener Artikel.
Ziele der intravenösen Infusionstherapie
Für gewöhnlich
gibt es zweierlei Ziele:
-
Der Katze zu
helfen, dass sie sich besser fühlt, indem man Erbrechen, Lethargie und
Appetitmangel korrigiert, which are commonly seen
symptoms in a dehydrated cat;
-
Um die
Nierenwerte zu stabilisieren. Es ist nicht das Ziel, die Blutwerte als
solches zu verbessern, auch wenn das für gewöhnlich der Fall ist, denn
durch die Austrocknung erscheinen die Werte auch künstlich erhöht.
Überwachung
Katzen am
intravenösen Tropf benötigen eine enge Überwachung, um sicherzustellen,
dass sie nicht überhydriert werden, was wiederum das Herz überbeanspruchen
würde. Die Katze sollte stündlich überprüft werden, Herz und Lunge alle
drei bis vier Stunden abgehört werden. Ein TA sollte wenigstens einmal
alle zwölf Stunden den Gesundheitszustand durchchecken und die Katze
regelmäßig wiegen. Die folgenden Punkte müssen routinemäßig überwacht
werden:
In vielen
TA-Praxen ist leider nachts niemand in der Praxis anwesend, so dass einige
dieser Tests stundenlang nicht durchgeführt werden können. Das kann sehr
riskant werden. Ich persönlich würde mich überhaupt nicht dabei wohl
fühlen, eine Katze am Tropf alleine und unbeaufsichtigt zu lassen. Wenn
Ihr Tierarzt intravenöse Infusionen für Ihre Katze empfiehlt, sie aber
nachts alleine gelassen würde, dann wäre es vielleicht ein guter
Kompromiss, wenn Ihre Katze tagsüber in der Praxis am Tropf hängt, aber
die Nacht (mit einem Katheter in der Pfote) zu Hause verbringt.
Idealerweise aber sollte Ihre Katze am intravenösen Tropf ständig unter
Beobachtung stehen.
Wenn Ihre Katze
stationär beim TA am Tropf hängt, dann stellen Sie sicher, dass sie auch
wirklich gefüttert wird. Viele TÄ stellen einfach das Futter vor die
Katze, aber sie überwachen nicht, ob sie tatsächlich frisst. Es wird Ihrer
Katze besser gehen, wenn sie ihre Kräfte durch Fressen aufrecht erhält.
Der TA kann den iv Infusionen ein Medikament gegen
Magenübersäuerung zufügen. Fragen Sie, ob das gemacht werden kann.
Bitten Sie darum, Ihre Katze persönlich täglich besuchen und füttern zu
dürfen. Im Kapitel
So
motivieren Sie Ihre Katze zum Fressen bekommen Sie Tipps, wie Sie
Futter in Ihre Katze bekommen.
Behandlungsdauer am intravenösen Tropf
Die meisten
CNI-Katzen sind zwei bis vier Tage am intravenösen Tropf. Bei schwer
ausgetrockneten Katzen dienen die ersten zwei bis vier Stunden der
Rehydrierung, die damit recht schnell korrigiert wird. Die Katzen bleiben
jedoch noch weiter über einen längeren Zeitraum am Tropf, normalerweise
über mehrere Tage: Das ist die „Erhaltungsphase", die darauf abzielt, dass
Ihre Katze die Chance erhält, sich wieder zu stabilisieren.
IV-Infusionen
sollten nicht abrupt abgesetzt werden, sondern langsam zurückgefahren
werden, damit die Nieren der Katze Zeit haben, sich anzupassen. Die
meisten TÄ beginnen mit diesem Ausschleichungsprozess, sobald keine
weiteren Verbesserungen bei den Blutwerten mehr eintreten. Dieser Vorgang
erstreckt sich meist über einen Zeitraum von ein bis zwei Tagen. Bleibt
der Kreatininwert einer Katze am dritten Tag unverändert gegenüber dem
zweiten Tag, beginnt der TA langsam mit der Reduzierung der
Flüssigkeitsmenge mit der Aussicht, die Katze am vierten Tag zu entlassen,
wenn sie stabil bleibt.
Ein Tag am
intravenösen Tropf ist bei den meisten Katzen nicht ausreichend, um den
Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen und auszugleichen. Deshalb
beunruhigt es mich zunehmend, dass in letzter Zeit eine Reihe von
Tierärzten nur einen einzigen Tag am intravenösen Tropf anbieten und dem
Besitzer die Euthanasie empfehlen, wenn sich die Blutwerte nicht innerhalb
dieses kurzen Zeitraums verbessert haben. In den meisten Fällen ist das
meiner Meinung nach nicht richtig. Ja, nicht jede CNI-Katze kann gerettet
werden. Aber die Euthanasie ist eine unwiderrufliche Entscheidung. Wenn
Sie sie treffen, dann sollten Sie sich sehr sicher sein, und das bedeutet
für die meisten Menschen, dass sie ihrer Katze jede Chance ermöglicht
haben. Bei einer schwer kranken Katze sind ein oder zwei Tage an einem
intravenösen Tropf einfach nicht lange genug. Ich würde daher vorschlagen,
dass Sie sicherstellen, dass Ihre Katze über einen vernünftigen Zeitraum
von drei bis vier Tagen am Tropf bleibt, wenn Sie sich das leisten können.
Wenn sich die Blutwerte Ihrer Katze immer noch verbessern, dann sollte sie
sogar noch länger am iv Tropf bleiben. Einige Katzen bleiben sogar eine
ganze Woche dran. IV-Katheter können normalerweise 72 Stunden lang in der
Vene bleiben, bevor man das Risiko einer Infektion eingeht. Danach kann
der Katheter - falls notwendig - in eine andere Pfote verlegt werden.
Seien Sie nicht zu enttäuscht, wenn sich die Blutwerte Ihrer Katze nach
ein paar Tagen am iv Tropf nicht verbessert haben. Tatsache ist, dass sich
manchmal sogar die Blutwerte nach ein bis drei Tagen am Tropf noch
verschlechtern. In so einem Fall empfehlen dann manche TÄ die Euthanasie.
Aber fühlen Sie sich nicht verpflichtet, dieser Empfehlung nachzugeben.
Weitere Verbesserungen können langsam auftreten, nachdem Sie Ihre Katze
wieder mit nach Hause genommen haben, und subkutane Flüssigkeiten
verabreichen. Thomas ist ein gutes Beispiel für eine Katze, bei der sich
keine dramatische Verbesserung durch die intravenöse Flüsssigkeitstherapie
zeigte. Aber sie half ihm dabei, sich zu stabilisieren. Als er dann nach
Hause kam, erholte er sich dort langsam wieder. Ursprünglich war Thomas
volle vier Tage und Nächte am Dauertropf. Erst am dritten Tag begann er
ein wenig zu fressen. Sein Harnstoff lag zum Zeitpunkt der
Diagnosestellung bei 89 (BUN: 241). Und er hatte sich auch nach vier Tagen
und Nächten am Tropf nicht wirklich verbessert. Aber sein Verhalten
verbesserte sich am Ende der vier Tage, und einige Wochen nach der
Weiterbehandlung zu Hause sanken seine Werte schließlich ab auf Harnstoff
27 (BUN: 76) und Kreatinin 316 (US: 3,57. Dort blieben sie dann über
mehrere Monate stabil.
Was zu erwarten nach IV
Wenn Ihre Katze von einem stationären Aufenthalt wieder nach Hause kommt,
dann erwarten Sie nicht von ihr, dass es ihr sofort wieder gut geht. Die
meisten Katzen sind erschöpft. Wenn Sie jemals im Krankenhaus waren, dann
werden Sie sich daran erinnern, wie schwer es ist, dort gut zu schlafen.
Müdigkeit und Lethargie sind also normal. Ihre Katze wird vermutlich auch
nicht viel trinken, denn sie ist durch die intravenösen Flüssigkeiten gut
hydriert. Viele Katzen verstecken sich, das ist ein Hinweis darauf, dass
sie sich nicht hundertprozentig gut fühlen. Geben Sie ihnen Zeit. Die
meisten Katzen benötigen ein paar Tage der Erholung zu Hause bevor sie
zeigen, dass es ihnen besser geht. Es kann einige Tage dauern, bis der
Appetit zurückkehrt, vielleicht braucht Ihre Katze auf diesem Gebiet auch
etwas Unterstützung, eventuell durch Magensäuremedikamente oder durch
einen Appetitanreger.
Die meisten
Katzen, die am intravenösen Tropf waren, benötigen zu Hause subkutane
Infusionen, um zu vermeiden, dass sie erneut einen Zusammenbruch erleiden.
Vermutlich müssen Sie nicht gleich mit den subkutanen Infusionen beginnen,
sobald Ihre Katze nach Hause kommt, da Ihre Katze noch gut hydriert sein
wird. Sie werden ungefähr zwei Tage nach der Heimkehr wahrscheinlich damit
beginnen müssen. Nehmen Sie einige notwendige Ausstattungsgegenstände von
Ihrem TA mit, und dann lesen Sie im Kapitel
Wo Sie
das Zubehör günstig bekommen können nach, wo Sie diese Dinge
preiswerter bekommen.
Wenn Ihr TA der Meinung ist,
dass die beste Behandlung für Ihre Katze eine intravenöse
Infusionstherapie ist, dann sollten Sie das ernsthaft in Erwägung ziehen –
es kann wirklich lebensrettend sein.

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Diese Seite zuletzt überarbeitet: 09 September 2011
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zuletzt überprüft: 15 December 2010
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