TANYAS UMFASSENDES HANDBUCH

 

ÜBER CHRONISCHE NIERENINSUFFIZIENZ (CNI)

 

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INTRAVENÖSE FLÜSSIGKEITEN

 

AUF DIESER SEITE:


Was sind intravenöse Infusionen?


Wo werden sie eingesetzt?


Wann werden sie eingesetzt?


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Startseite > Flüssigkeitstherapie > Intravenöse Flüssigkeiten

 


Überblick


  • "Intravenös" bedeutett, die Flüssigkeit wird direkt in eine Vene geleitet.

  • Wie bei Menschen wird diese Behandlung normalerweise nur stationär vorgenommen

  • Daher ist diese Behandlungsmethode für akute Notfälle reserviert, d.h., bei CNE-Katzen wird sie meistens bei schwer ausgetrockneten Katzen eingesetzt (Zusammenbruch).

  • Aber auch bei Katzen mit Pankreatitis, Nierensteinen oder -infektionen, oder vor und während einer Operation.


Was sind intravenöse Infusionen?


 

Intravenöse Flüssigkeiten (IV Tropf) sind eine Infusionsvariante, bei der die Flüssigkeiten per Venenzugang (intravenös) verabreicht werden. Wenn Sie jemals in einem Krankenhaus lagen, erhielten Sie dort vermutlich auch intravenöse Infusionen. Eine häufige Bezeichnung ist: „er/sie hängt am Tropf“.

 

Bei der eingesetzten Flüssigkeit handelt es sich nicht einfach nur um Wasser, denn normales Wasser ist für den Körper ungeeignet. Es muss eine dafür geeignete Flüssigkeit sein wie z.B. die oft eingesetzte isotonische Variante Ringerlaktat, d.h., sie hat die gleiche Natriumkonzentration wie Körpergewebe.

 

Deutsch:

Die Tierhochschule Hannover zeigt anhand eines Videos detailliert, wie bei einer Katze ein Venenverweilkatheter gelegt wird.

Synlab Vet stellt eine Fachinformation über die „Grundzüge der Infusionstherapie“ zur Verfügung.

Notfalltherapie bei Hund und Katze ist ein Fachbuchauszug, der genaue fachspezifische Angaben zur Infusionstherapie gibt.

 

Englisch:

Das Cornell University College of Veterinary Medicine zeigt das Video einer Katze am intravenösen Tropf und was damit alles zusammenhängt (klicken Sie auf Diuresis und Hospitalization).

Management of chronic renal failure: beyond the can (2001) Wallace M., Vortrag auf der Atlantic Coast Veterinary Conference 2001, beschreibt, wann und wie intravenöse Flüssigkeiten eingesetzt werden sollen.

Fluid therapy for critically ill dogs and cats (2005) Schaer M., Vortrag auf dem 30. World Small Animal Veterinary Association World Congress informiert über intravenöse Flüssigkeiten. Das ist ein für Laien sehr fachwissenschaftlich geschriebener Artikel.

 


Wo werden Intravenöse Infusionen eingesetzt?


 

Diese professionelle Behandlungsvariante erfordert große Sorgfalt, um sicherzustellen, dass die Fließgeschwindigkeit für die Katze stimmt - zu schnell ist gefährlich (das Herz kann überfordert werden), und zu langsam reicht möglicherweise nicht aus, um die Katze schnell genug zu rehydrieren.

 

Daher werden IV Infusionen normalerweise nur in der TA-Praxis verabreicht, wo die Katze sorgfältig überwacht werden kann. Wenn Sie zu Hause infundieren, handelt es sich wahrscheinlich um subkutane Infusionen, keine IV Infusionen.  

 


Wann werden intravenöse Infusionen eingesetzt?


 

IV Flüssigkeiten werden zur Unterstützung von Katzen eingesetzt, die aus unterschiedlichen Gründen erkrankt sind. Introduction to fluid therapy (2008) Dr. S. DiBartola schreibt: „Die intravenöse Behandlung wird bei sehr kranken Patienten bevorzugt, wenn ein schwerer oder akuter Flüssigkeitsverlust vorliegt.“

 

Kritisch erkrankte Katzen


 

Wie im Kapitel Flüssigkeitstherapie erklärt, werden intravenöse Infusionen oft zur Lösung akuter Probleme eingesetzt, z.B., um ein kritisch krankes Tier zu stabilisieren, das eine lebensbedrohliche Menge Körperflüssigkeiten vielleicht durch einen Verkehrsunfall verloren hat, oder bei einer vergifteten Katze.

 

Aber auch bei Katzen, die aus anderen Gründen kritisch krank sind, wie z.B. bei unserem George (links), der zu diesem Zeitpunkt an einer schweren Lebererkrankung litt.

 

CNE-Katzen


IV Infusionen werden oft bei schwer ausgetrockneten kranken Katzen eingesetzt. Nachdem CNE-Katzen aufgrund ihrer vermehrten Harnproduktion zur Austrocknung neigen, eventuell auch nicht ausreichend essen und/oder trinken, ist es keineswegs ungewöhnlich, dass sie so stark austrocknen, dass sie an einen IV Tropf müssen. Das wird manchmal auch als Zusammenbruch  bezeichnet. Es kommt vor, dass es sogar das erste Anzeichen dafür ist, dass eine Katze an CNE leidet.

 

Die meisten Katzen in dieser Situation haben hohe Blutwerte (Kreatinin über 6 bis 7 mg/dl (US) oder 550 bis 650 µmol/L (International). Die IV Infusionen „spülen“ die Nieren, um die akute Krisensituation der schweren Austrocknung  zu korrigieren und gleichzeitig auch alle damit einhergehenden Elektrolytungleichgewichte. Zusätzlich werden Giftstoffe aus dem Blut geschwemmt. Das Durchspülen der Nieren auf diese Art und Weise wird „Diurese“ genannt.

 

Auch bei Katzen mit akuten Nierenschädigungen (akuter Niereninsuffizienz) werden IV Infusionen eingesetzt, wie etwa bei einer Nierenentzündung oder bei Nierensteinen. Manchmal werden Nierensteine damit auch ausgespült.

 

Katzen in Narkose


Katzen in Narkose werden häufig an einen IV-Tropf gelegt, insbesondere CNE-Katzen, denn durch eine Anästhesie reduziert sich die Durchblutung der Nieren, das kann zu einem Blutdruckabfall führen, der wiederum die Nieren weiter schädigen kann. Intravenöse Flüssigkeiten während des Eingriffs reduzieren dieses Risiko.

 


Ziele der intravenösen Infusionstherapie bei CNE-Katzen


 

Das Hauptziel bei CNE-Patienten am intravenösen Tropf ist normalerweise die Rehydrierung einer schwer ausgetrockneten Katze. Eine Austrocknung ist äußerst unangenehm und führt dazu, dass die Katze nicht nur schlecht aussieht, sondern sich auch sehr krank fühlt. Sobald die Austrocknung unter Kontrolle ist, sieht sie normalerweise nicht nur besser aus, es geht ihr auch wieder sehr viel besser.

 

Als Nebenwirkung verbessern sich die Blutwerte der Katze. Aber das eigentliche Ziel liegt nicht in einer Verbesserung der Blutwerte, auch wenn das für gewöhnlich passiert, denn durch eine Austrocknung zeigen sich die Werte künstlich erhöht.

 


Geschwindigkeit und Behandlungsdauer am intravenösen Tropf


 

Die Berechnung der täglichen Flüssigkeitsmenge und Tropfgeschwindigkeit (wie schnell die Flüssigkeit in die Vene Ihrer Katze läuft) ist kompliziert. Sie basiert auf mehreren Faktoren, wie z.B. dem Gewicht Ihrer Katze und ihrem Austrocknungsgrad. Ihr TA hat das gelernt.

 

Die meisten CNE-Katzen brauchen zwei bis vier Tage am intravenösen Tropf. Die ersten zwei bis vier Stunden dienen der Rehydrierung schwer ausgetrockneter Katzen, damit die Austrocknung schnell korrigiert wird. Das ist die „Ersatzphase“. Die Katzen bleiben jedoch weiterhin über einen längeren Zeitraum am Tropf, normalerweise mehrere Tage: Das ist die „Erhaltungsphase", die der Katze die Chance gibt, sich wieder zu stabilisieren.

 

IV-Infusionen dürfen nicht abrupt abgesetzt werden, sondern werden langsam zurückgefahren, damit sich die Nieren langsam daran anpassen können. Wenn intravenöse Infusionen schwer ausgetrockneten Katzen gegeben werden, beginnen die meisten Tierärzte (TÄ) diesen Ausschleichungsprozess, sobald keine weiteren Verbesserungen bei den Blutwerten mehr eintreten. Das erstreckt sich meist über einen Zeitraum von ein bis zwei Tagen, d.h., bleibt der Kreatininwert am dritten Tag im Vergleich zum zweiten Tag unverändert, reduziert der TA langsam die Flüssigkeitsmenge. Bleibt die Katze weiter stabil, kann sie am vierten Tag entlassen werden.

 

Ein Tag am intravenösen Tropf reicht bei den meisten Katzen nicht aus, um den Flüssigkeitshaushalt wieder aufzufüllen und auszugleichen. Daher beunruhigt es mich zunehmend, dass eine Reihe von Tierärzten nach nur einem einzigen Tag am intravenösen Tropf den Besitzern die Euthanasie empfehlen, wenn sich die Blutwerte nicht innerhalb dieses kurzen Zeitraums verbessert haben. In den meisten Fällen ist das meiner Meinung nach nicht richtig. Ja, nicht jede CNE-Katze kann gerettet werden. Aber die Euthanasie ist eine unwiderrufliche Entscheidung. Wenn Sie sie treffen, sollten Sie sich sehr sicher sein, und das bedeutet für die meisten Menschen, ihrer Katze jede Chance zu ermöglichen. Bei einer schwer kranken Katze sind ein oder zwei Tage an einem intravenösen Tropf einfach zu kurz. Ich schlage vor, Sie stellen sicher, - wenn Sie es sich leisten können - dass Ihre Katze über einen vernünftigen Zeitraum von drei bis vier Tagen am Tropf bleibt. Verbessern sich die Blutwerte Ihrer Katze sogar immer noch weiter, auch länger. Einige Katzen brauchen sogar eine ganze Woche. IV-Katheter können normalerweise 72 Stunden lang in der Vene bleiben, bevor man das Risiko einer Infektion eingeht. Danach wird er - falls notwendig - in eine andere Pfote verlegt.

 


Die Blutwerte verbessern sich trotz intravenöser Infusionen nicht


 

Seien Sie nicht zu enttäuscht, wenn sich die Blutwerte Ihrer Katze nach ein paar Tagen am IV Tropf nicht verbessert haben. Tatsache ist, manchmal verschlechtern sich die Blutwerte sogar noch nach ein bis drei Tagen am Tropf. In diesem Fall empfehlen manche TÄ die Euthanasie. Fühlen Sie sich nicht verpflichtet, dieser Empfehlung nachzugeben. Insbesondere dann nicht, wenn Ihre Katze in einer Notaufnahme ist. TÄ in Notaufnahmen sind normalerweise Notfallspezialisten und gewohnt, mit akuten Situationen umzugehen. Häufig haben sie jedoch erheblich weniger Erfahrung im Umgang mit chronischen Krankheiten und können sich nicht vorstellen, dass sich Ihre Katze zu Hause bei subkutanen Infusionen nach und nach weiter erholen kann.

 

Thomas ist ein gutes Beispiel für eine Katze, bei der durch die intravenöse Flüsssigkeitstherapie keine dramatische Verbesserung auftrat. Aber sie half ihm bei der Stabilisierung, und zu Hause erholte er sich weiter. Thomas war volle vier Tage und Nächte am Dauertropf, erst am dritten Tag begann er ein wenig zu fressen. Sein Harnstoff lag zum Zeitpunkt der Diagnosestellung bei 89 mmol/L (BUN: 241 mg/dl) und hatte sich auch nach vier Tagen und Nächten am Tropf nicht wirklich verbessert. But he was rehydrated and acting better in himself by the end of the four days so we took him home. He had his good and bad days, which were influenced in particular by his severe anaemia, but with home sub-Qs and ESA and other treatments over a number of weeks he improved and began to enjoy life again. Eventually sanken seine Werte schließlich auf Harnstoff 27 mmol/L (BUN: 76 mg/dl) und Kreatinin 316 μmol/L (US: 3,57 mg/dl). Dort blieben sie dann monatelang stabil.  

 


Überwachung von Katzen am intravenösen Tropf


 

Katzen am intravenösen Tropf müssen engmaschig überwacht werden, um sicherzustellen, dass sie nicht überhydriert und damit das Herz überstrapaziert wird. Deswegen sollten sie stündlich überprüft werden, Herz und Lunge alle drei bis vier Stunden abgehört werden. Ein TA sollte wenigstens einmal alle zwölf Stunden den Gesundheitszustand durchchecken und man soll die Katze regelmäßig wiegen. Die folgenden Punkte müssen routinemäßig kontrolliert werden: 

  • Körpergewicht

  • Blutdruck

  • Elektrolyte wie Kalium- und Natriumspiegel

  • Brustkorb abhören

  • die abgesetzte Urinmenge

In vielen TA-Praxen ist leider nachts niemand da, so dass einige dieser Tests stundenlang nicht durchgeführt werden, das ist sehr riskant.  2013 AAHA/AAFP fluid therapy guidelines for dogs and cats (2013) Davis H., Jensen T., Johnson A., Knowles P., Meyer R., Rucinsky R. & Shafford H., Journal of the American Animal Hospital Association 49(3) pp149-159 stellen fest: „Zu den Patienten mit einem hohen Risiko einer Flüssigkeitsüberladung gehören Herzkranke, Nierenkranke und Patienten, die Infusionen per Schwerkraft bekommen.“

 

Ich persönlich würde mich mit einer unbeaufsichtigten Katze am Tropf äußerst unwohl fühlen. Empfiehlt Ihr Tierarzt intravenöse Infusionen für Ihre Katze, aber sie ist nachts allein, wäre es vielleicht ein guter Kompromiss, sie tagsüber in der Praxis an den Tropf zu hängen, aber nachts (mit dem Katheter in der Pfote) ist sie zu Hause. Idealerweise sollte Ihre Katze am intravenösen Tropf ständig unter Beobachtung stehen.  

 

Der TA kann den intravenösen Infusionen ein Medikament gegen Übelkeit oder Magenübersäuerung zufügen. Fragen Sie danach.

 


Wie Sie Ihrer Katze an intravenösen Infusionen helfen können


 

Wenn Sie damit einverstanden sind, dass Ihre Katze an einen intravenösen Tropf kommt, bitten Sie darum, sie an einem ruhigen Ort und so weit entfernt wie möglich von Hundepatienten, unterzubringen. Lassen Sie ihr eine Decke, einen Gegenstand oder ein Kleidungsstück mit Ihrem vertrauten Geruch als Trost im Käfig.

 

Stellen Sie sicher, dass sie auch wirklich gefüttert wird, denn es geht Ihrer Katze besser, wenn sie während des Klinikaufenthalts frisst. Einige Tierärzte werden sagen, Ihre Katze bekommt Nährstoffe und Kalorien durch die intravenöse Flüssigkeit. Ein Liter Ringerlaktatlösung enthält nur ungefähr zehn Kalorien, das reicht nicht! Viele TÄ sagen, Ihre Katze wird gefüttert, stellen aber einfach Futter vor die Katze und überwachen nicht, ob sie tatsächlich frisst. Bitten Sie, falls nötig, um die Assistenzfütterung Ihrer Katze oder ziehen Sie einen Futtertubus in Betracht, siehe Kapitel So motivieren Sie Ihre Katze zum Fressen. Dort finden Sie Tipps, wie Sie Futter in Ihre Katze bekommen können.

 

Einige Menschen glauben, sie sollten ihre Katze in der Klinik nicht besuchen, denn sie könnte sich zu sehr aufregen. Damit bin ich nicht einverstanden. Ich denke, es ist sowohl für die Katze als auch ihren Menschen besser, wenn sie besucht wird, vorzugsweise täglich. Dann können Sie sie während Ihrer Besuche auch selbst füttern. Im Kapitel So motivieren Sie Ihre Katze zum Fressen finden Sie Tipps, wie Sie Futter in Ihre Katze bekommen können.

 


Was kommt nach der stationären IV Infusionstherapie


 

Erwarten Sie nach einem stationären Aufenthalt nicht, dass es Ihrer Katze zu Hause sofort wieder gut geht. Die meisten Katzen sind erschöpft. Wenn Sie jemals im Krankenhaus waren, werden Sie sich erinnern, wie schwer es ist, dort gut zu schlafen. Müdigkeit und Lethargie sind also normal. Vermutlich trinkt sie auch nicht viel, denn durch die intravenösen Flüssigkeiten ist sie gut hydriert. Versteckt sie sich, ist das ein Hinweis, dass sie sich nicht hundertprozentig gut fühlt, geben Sie ihr Zeit. Die meisten Katzen benötigen einige Erholungstage zu Hause, bevor sie zeigen, es geht ihnen besser. Es kann auch einige Tage dauern, bis der Appetit zurückkehrt, vielleicht braucht Ihre Katze auch hier etwas Unterstützung, eventuell durch Medikamente gegen überhöhte Magensäure oder durch Appetitanreger.

 

Die meisten Katzen, die am intravenösen Tropf waren, brauchen zu Hause weiter subkutane Infusionen, um einen erneuten Zusammenbruch zu vermeiden. Vermutlich müssen Sie nicht sofort nach der Heimkehr damit beginnen, da sie noch gut hydriert sein wird, aber ungefähr zwei bis drei Tage nach der Heimkehr werden Sie oft damit anfangen müssen. Nehmen Sie das dafür benötigte Zubehör von Ihrem TA mit, und lesen Sie im Kapitel Wo Sie das Zubehör günstig bekommen können, wo Sie diese Dinge preiswerter kaufen können.

 

Ist Ihr TA der Meinung, die beste Behandlung für Ihre Katze ist eine intravenöse Infusionstherapie, sollten Sie das ernsthaft in Erwägung ziehen – es kann wirklich lebensrettend sein.

 


Wann sollten keine intravenösen Infusionen gegeben werden


Intravenöse Infusionen sind nicht immer eine harmlose Behandlungsmethode, zudem sind sie stressig für Ihre Katze und teuer für Sie. Daher sollten sie nur, wenn sie wirklich nötig sind, eingesetzt werden. Manchmal höre ich, dass Tierärzte CNE-Katzen bereits bei niedrigen oder mittleren Werten (Kreatinin um 3 bis 3,5 mg/dl (US) oder 260 bis 300 µmol/l (International)) intravenös infundieren. Meistens sind Katzen mit diesen Werten jedoch noch nicht ausgetrocknet, und die Notwendigkeit dafür eher selten. Einzige Ausnahme: Die Katze ist trotz dieser moderaten Blutwerte aus anderen Gründen stark ausgetrocknet, vielleicht weil sie viel erbricht, Durchfall hat oder andere Gesundheitsprobleme, wie z.B. Niereninfektion oder Nierensteine oder Pankreatitis vorliegen.

 

Intravenöse Infusionen sind keine geeignete Behandlungsmethode zur andauernden Rehydrierung, denn sie beanspruchen die Nieren zu stark und erhöhen die GFR (siehe Was passiert bei einer CNE?). Dauern sie zu lange, können sie den Verlust von Nierenfunktionen beschleunigen. Da sie ausschließlich beim TA durchgeführt werden, stresst es viele Katzen zusätzlich, außerdem ist es sehr teuer.

 

 

 

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Diese Seite zuletzt überarbeitet:  24. Februar 2017

Links auf dieser Seite zuletzt überprüft: 14. Juli 2016

 

   

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Ich habe mich sehr bemüht sicherzustellen, dass alle Informationen auf dieser Website richtig sind. Aber ich bin KEIN Tierarzt, nur eine ganz normale Person, die mit drei ihrer Katzen chronische Nierenerkrankungen durchlebt hat.

Diese Website dient nur Informationszwecken und nicht dazu, Diagnosen zu erstellen oder eine Katze zu behandeln. Bevor Sie irgendeine der hier beschriebenen Behandlungsmaßnahmen ausprobieren, MÜSSEN Sie einen Tierarzt aufsuchen und sich professionellen Rat für die richtige Behandlung Ihrer Katze holen und ihre individuellen Anforderungen. Sie sollten auch keine der hier beschriebenen Behandlungsarten ohne Kenntnis und Zustimmung Ihres TA einsetzen.

 

Wenn Ihre Katze Schmerzen zu haben scheint, oder es ihr nicht gut geht, dann verschwenden Sie bitte keine Zeit im Internet, sondern suchen Sie sofort Ihren TA auf.

 

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