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Überblick


  • Pankreatitis ist eine Entzündung des Pankreas (Bauchspeicheldrüsenentzündung). Das Pankreas ist eine Drüse, die beim Verdauungsprozess hilft und die Hormone kontrolliert, die den Blutzuckerspiegel regulieren.

  • CNE-Katzen leiden manchmal an einer Pankreatitis, und noch verwirrender: Eine Pankreatitis geht manchmal ebenfalls mit einem erhöhten Kreatininspiegel einher.

  • Liegt der Kreatininspiegel Ihrer Katze noch relativ niedrig (im Bereich um 2 mg/dl in den USA oder unter 200 µmol/L international), aber sie wirkt trotzdem lethargisch oder kränker, als es die noch nicht weit fortgeschrittene CNE erklären würde, schlage ich vor, Sie bitten Ihren TA, eine Pankreatitis in Betracht zu ziehen. 


Was ist Pankreatitis?


 

Das Pankreas ist eine Drüse unterhalb des Magens, die zwei Hauptaufgaben erfüllt:

  • die endokrine (hormonale): kontrolliert die Hormone (Insulin und Glukagon), die den Blutzuckerspiegel regulieren.

  • die exokrine: unterstützt den Verdauungsprozess durch die Produktion von Verdauungsenzymen.

Bei einer felinen Pankreatitis ist normalerweise die exokrine Funktion betroffen. Das Pankreas entzündet sich, dadurch kehren die normalerweise in den Darm abgehenden Enzyme zurück in das Pankreas und verursachen dort Schmerzen und weitere Entzündungen, auch die Leber kann mitbetroffen sein (siehe unten).

 

Wird auch der für die endokrine Funktion zuständige Teil der Bauchspeicheldrüse geschädigt, kann sich eine Diabetes entwickeln.

 

Während einer Pankreatitis bewegen sich Gifte im gesamten Körper und können schlimmstenfalls Atemversagen oder Gehirnschäden hervorrufen. Solche schweren Nebenwirkungen sind glücklicherweise selten.

 

Eine Pankreatitis kann entweder akut oder chronisch sein. Akute Fälle heilen häufig selbständig wieder völlig ab. Bei Katzen mit chronischer Pankreatitis kann sie jedoch in Zeitabständen immer wieder aufflammen.

 

Erkrankungen des exokrinen Pankreas bei Hund und Katze ist eine Information des veterinärmedizinischen Labors Laboklin mit Bildern.

 

Pankreatitis bei der Katze ist eine Zusammenfassung von IDEXX.

 

Feline akute Pankreatitis - wichtige Speziesunterschiede (2001) erklärt mehr über akute Pankreatitis bei Katzen.

 

Pankreatitis – eine diagnostische und therapeutische Herausforderung (2010) Rummel G Tierärztliches Journal Reise & Medizin 4/2010 pp2-3 bietet ebenfalls Informationen an.

 

Mar Vista Vet  bietet einen Überblick auf Englisch über feline Pankreatits an.

 


Feline Triaditis


 

„Feline Triaditis“ lautet der Fachausdruck für einen Krankheitskomplex, bei dem eine Katze an einer dreifachen Entzündung leidet:

 

 

Was zuerst auftritt ist umstritten. Eine Ursache für eine Triaditis bei Katzen liegt darin, dass ihre Gallen- und Pankreasgänge – im Gegensatz zu anderen Spezien mit getrennten Gallen- und Pankreasgängen - häufig vor dem Darm ineinander münden. Daher kann sich eine Entzündung in einem dieser drei Körperteile leicht auf alle drei ausdehnen.

 

Chronische gastrointestinale Erkrankungen adulter Katzen ist ein Artikel der britischen TÄ Dr. Penny Watson, der in der deutschen Ausgabe von „The Veterinary“ erschien.

 

Chronic diarrhoea in cats Gunn-Moore D. A., Purina Presentation erklärt mehr zu Triaditis (Seite 15).

 

Triaditis syndrome (2015) Della Maggiore A. & Marks S. L., Clinician's Brief Nov 2015 pp77-83 erklären mehr zur Diagnose und Behandlung einer feline Triaditis.

 


Ursachen einer Pankreatitis


 

Häufig wird die Ursache nie entdeckt (Chronic diarrhoea in cats Gunn-Moore D. A., Purina Präsentation sagt: „Obwohl es viele mögliche Ursachen für eine Pankreatitis bei Katzen gibt, über 90 Prozent davon sind idiopathisch), kann es aber auch mit einer Autoimmunerkrankung, Entzündung oder Infektion zusammenhängen. Current approaches to vomiting in cats and puppies (2013) Gaschen F. P., Lee J. A., Parnell N., Richter K., Tams T. R., Twedt D. & Gloyd K., Pfizer Roundtable Discussion schreiben (Dr. Twedt bezieht sich auf eine Studie von 2011): „Wir identifizierten Bakterien im Pankreas von ungefähr 40 Prozent der Katzen mit einer schweren chronischen oder akuten Pankreatitis.“

 

Auch die nachfolgenden Faktoren können eine Rolle spielen:

 

  • Katzen, die ein Trauma erlitten wie einen Unfall wie z.B. durch einen Sturz, scheinen, gefährdet zu sein.

  • Katzen mit Diabetes oder IBD  können ein erhöhtes Risiko haben.

  • Katzen mit CNE, bei denen eine Urämie vorliegt, nnten ein erhöhtes Risiko haben.

  • Viele Katzen mit hepatischer Lipidose entwickeln eine Pankreatitis mit nur vorsichtiger Prognose.

 


Häufigkeit


 

Eine Pankreatitis scheint bei Katzen häufiger aufzutreten als früher vermutet wurde.

 

Prevalence and histopathologic characteristics of pancreatitis in cats (2007) De Cock H. E. V., Forman M. A., Farver T. B. & Marks S. L., Veterinary Pathology 44 pp39-49 untersuchten verstorbene Katzen und fanden heraus, dass eine chronische Pankreatitis „bei Katzen sehr häufig auftritt, mit einer Gesamtstudienprävalenz von 67 Prozent, davon waren 45 Prozent der Katzen scheinbar gesund.“ Außerdem fanden sie heraus, dass eine chronische Pankreatitis bei älteren Katzen wahrscheinlicher ist.

 

Zeigt Ihre Katzen die unten aufgeführten Symptome, bitten Sie Ihren TA darum, eine Pankreatitis auszuschließen.

 


Symptome


 

Leider treten bei einer Pankreatitis keine so eindeutigen Symptome auf, dass sie einzigartig für diese Krankheit wären. Auch unterscheiden sich die sichtbaren Symptome abhängig davon, ob die Pankreatitis akut oder chronisch ist oder ob es sich um das akute Wiederaufflammen bei einer Katze handelt, die bereits an chronischer Pankreatitis leidet.

 

Idexx Laboratories bezeichnet Katzen mit Pankreatits mit der amerikanischen Abkürzung als „ADR“-Katzen – „cats who Aint Doing Right“ (Katzen, denen es  nicht gut geht). Auf ihrer britischen Website beschreiben sie sie als „under the weather“ (sie kränkeln). Sowohl bei akuter als auch chronischer Pankreatitis sind Lethargie und Appetitverlust extrem häufig: In einer Studie trat Lethargie bei 100 Prozent der an einer Pankreatitis erkrankten Katzen auf, Appetitverlust bei 97 Prozent.

 

Current approaches to vomiting in cats and puppies (2013) Gaschen F. P., Lee J. A., Parnell N., Richter K., Tams T. R., Twedt D. & Gloyd K., Pfizer Roundtable Discussion sagen: „Katzen mit einer Pankreatitis zeigen sich, wie sich Katzen immer zeigen: durch Anorexie, Erbrechen und Lethargie.“ Einer der anderen Teilnehmer sagte, für gewöhnlich fallen ihm verringerter Appetit und auch Gewichtsverlust bei Katzen mit chronischer Pankreatitis auf, das kann zyklisch auftreten.

 

Bei Katzen mit akuter Pankreatitis können auch Flüssigkeitseinlagerungen wie Aszites (Flüssigkeitseinlagerung im Abdomen) auftreten. Chronic diarrhoea in cats Gunn-Moore D. A. Purina Präsentation stellt fest: „Einige zeigen Dyspnoe verbunden mit Pleuraflüssigkeit und/oder einem Lungenödem (resultierend aus einer Pleura- und/oder Lungenentzündung, die sekundär aufgrund zirkulierender Entzündungsmediatoren auftritt).“

 

Ob nun akut oder chronisch: Manche Katzen scheinen Abdominalschmerzen zu haben, manche nicht.

 

Can we diagnose feline pancreatitis and do we need to? (2008) Mansfield C., Vortrag auf dem 33. World Small Animal Veterinary Association World Congress zeigt eine Tabelle mit Symptomen.

 

Sie sehen, dass viele Symptome einer Pankreatitis auch vergleichbar mit denen von CNE-Katzen sind. Mir fiel bisher bei Tanya's CKD Support Gruppe auf, dass viele Katzen, deren Kreatininwerte noch relativ niedrig (unter 2,25 mg/dl oder 200 µmol/L) waren, sehr viel kränker wirkten, als man es bei Katzen mit so moderaten Werten erwarten würde, tatsächlich an einer Pankreatitis litten, entweder zusätzlich zur CNE oder manchmal auch ohne CNE. Wenn Ihre CNE-Katze daher ohne im Blutbild ersichtliche Ursachen neben der Spur ist, ziehen Sie eine mögliche Pankreatitis in Betracht.

 


Diagnose


 

Leider ist die Diagnose einer Pankreatitis bei Katzen nicht einfach. Die sicherste Methode wäre eine Biopsie, da sie aber invasiv ist, veranlassen die meisten TÄ sie nicht mehr bei Pankreatitsverdacht.

 

Stattdessen wird jetzt eine Kombination anderer diagnostischer Maßnahmen eingesetzt. Canine and feline pancreatic lipase immunoreactivity (2012) Xenoulis P. G. & Steiner J. M., Veterinary Clinical Pathology 41(3) pp312-24 schreiben: „Da es derzeit keinen Goldstandard für eine ante mortem Diagnose bei Hunden und Katzen gibt, ist die Kombination aus einer vollständigen Verlaufsgeschichte und körperlicher Untersuchung, der Messung der Pankreas-Lipase-Immunreaktivität und einer Ultraschalluntersuchung des Pankreas der beste Ansatz für eine genaue, nichtinvasive Pankreatitisdiagnose.“

 

Diagnosing and managing feline pancreatitis, a roundtable discussion (2008) Robertson J., Forman M., Steiner J., Twedt D. & Williams D., IDEXX Laboratories stellt ein Protokoll über die Vorgehensweise bei einer Pankreatitisdiagnostik bei Katzen zur Verfügung.

Ultraschall


Ultraschall kann zuerst eingesetzt werden, um festzustellen, ob Veränderungen an der Bauchspeicheldrüse eingetreten sind, in diesem Fall wird der TA weitere Tests anordnen. Es ist nicht immer einfach, das Pankreas bei einem Ultraschall zu finden, auch wird nicht bei jeder erkrankten Katze dadurch eine Pankreatitis nachgewiesen, selbst nicht bei einem erfahrenen Schaller. Feline pancreatitis (2012) Reichle J. K. & Felumlee A. E., NAVC Clinician's Brief Jun 2012 beschreibt den Einsatz von Ultraschall in der Pankreatitisdiagnostik und stellt fest: „Die Sensitivität der Sonographie ist bei einer Katzenpankreatitis niedrig. Der Nachweis wurde nur bei zehn bis 35 Prozent erbracht, selbst wenn sie von einem zertifizierten Ultraschallexperten durchgeführt wurde.“

 

Agreement of serum feline pancreas-specific lipase and colorimetric lipase assays with pancreatic ultrasonographic findings in cats with suspicion of pancreatitis: 161 cases (2008-2012) (2014) Oppliger S., Hartnack S., Reusch C. E. & Kook P. H., Journal of the American Veterinary Medical Association 244(9) pp1060-5 schreiben: „Die Übereinstimmung von Pankreassonographie und Lipasetest-Ergebnissen war nur mittel. Es ist noch nicht bekannt, ob die Lipaseergebnisse oder der Pankreasultraschall das genauere Ergebnis bei einer Pankreatitisdiagnose liefern, daher müssen die Ergebnisse beider Untersuchungsmethoden mit Vorsicht interpretiert werden.“

 

Selbst bei einer Pankreatitis zeigt ein Ultraschall bei Katzen mit einer bekannten Pankreatitis die Krankheit nicht immer an. Feline acute pancreatitis: current concepts in diagnosis and therapy (2015) Armstrong P. J. & Crain S., Today's Veterinary Practice 5(1) pp22-32 schreiben: „Manche Katzen mit einer durch Biopsie bestätigten akuten Pankreatitis weisen keine nachweisbaren sonographischen Anomalien auf.“ Sie fügen hinzu: „Allerdings steigt die Sensitivität der Sonographie mit zunehmendem Schweregrad der Pankreatitis“ und „abnormale sonographische Befunde sind hochspezifisch für Pankreatitis – eine Katze mit passenden klinischen Symptomen und sichtbaren Veränderungen am Pankreas wird sehr wahrscheinlich mit einer Pankreatitis richtig diagnostiziert.“

 


Blutuntersuchungen


 

Es gibt spezielle Bluttests auf Pankreatits bei Katzen (siehe unten), aber Ihr TA wird normalerweise zuerst aufgrund der Symptome Ihrer Katze und bestimmter Ergebnisse in der allgemeinen Blutuntersuchungen (bekannt als Blutchemie) eine Pankreatitis vermuten.

 

Niedrige Kalziumwerte (Hypokalzämie)


Bis zu 50 Prozent der Katzen mit Pankreatitis haben erniedrigte Kalziumwerte. (Hypokalzämie)Current approaches to vomiting in cats and puppies (2013) Gaschen F. P., Lee J. A., Parnell N., Richter K., Tams T. R., Twedt D. & Gloyd K., Pfizer Roundtable Discussion sagt: „Ist eine Katze hypokalzämisch und ein Entzündungsleukogramm liegt vor, denke ich an eine akute Pankreatitis. Normalerweise führe ich dann eine klinische Diagnose mit Bildgebung (Ultraschall) und einen felinen Pankreas-Lipase-Immunreaktivitäts Test (fPLI) durch und schließe andere Ursachen aus.“

 

Serum ionised calcium as a prognostic risk factor in the clinical course of pancreatitis in cats (2015) Dias C. & Carreira L. M., Journal of Feline Medicine & Surgery 17(12) pp984-90 fanden heraus, das 58,3 Prozent der Katzen dieser Studie eine Hypokalzämie hatten und schlossen daraus, dass ionisiertes Kalzium als prognostischer Risikofaktor für eine Vorhersage des klinischen Krankheitsverlaufs eingesetzt werden könnte, wobei Werte < 1 mmol/l einer schlechten Prognose entsprechen.“

 

Andere Blutchemiewerte


 

  • BUN und Kreatinin können aufgrund einer prärenalen Azotämie erhöht sein.
  • Kalium kann erniedrigt sein.
  • Weiße Blutkörperchen sind für gewöhnlich erhöht.
  • ALT and AST, beides Leberenzyme, sind häufig erhöht.
  • die Katze kann anämisch sein.

 

Amylase und Lipase


Bei Hunden mit einer Pankreatitis sind Amylase und Lipase häufig erhöht, das trifft leider nicht immer auf Katzen mit einer Pankreatitis zu, daher schließen normale Werte eine Pankreatitis nicht aus. Pancreatitis in cats (2004) Williams D., Vortrag auf dem World Small Animal Veterinary Association World Congress sagt: „Serumlipase und Amylaseaktivitäten zeigen sich für die Pankreatitisdiagnostik bei Katzen klinisch als nicht hilfreich. Aktuelle Erkenntnisse legen nahe, wenn eine Erhöhrung dieser Enzyme im Katzenserum vorliegt, dass die hier zugrundeliegende Krankheit ihre Ursache nicht in der Bauchspeicheldrüse hat. Viele dieser Katzen leiden an chronischen Dünndarmerkrankungen und/oder Gastritis.“

 

Das Testen von Amylase und Lipase bei Katzen ist daher nicht von Nutzen. Current approaches to vomiting in cats and puppies (2013) Gaschen F. P., Lee J. A., Parnell N., Richter K., Tams T. R., Twedt D. & Gloyd K., Pfizer Roundtable Discussion sagt: „Wir nehmen sie daher nicht mehr in unsere Testgruppen mit auf.“

 


Spezialtests


 

Es gibt eine Reihe von Spezialtests. Ihr TA wird vermutlich einen davon einsetzen.

 

Diagnosing feline pancreatitis (2012) Forman M. A. zeigt eine Tabelle, die die Genauigkeit der verschiedenen erhältlichen Tests miteinander vergleicht.

 

Spec fPL-Test


Dieser Test wurde von den IDEXX Laboratorien in Zusammenarbeit mit der Texas A&M University (TAMU) entwickelt und misst die Pankreaslipase-Immunreaktivität (PLI). Dieser Test ersetzte den ebenfalls von TAMU entwickelten fPLI-Test (siehe unten). Der Spec fPLI-Test scheint etwas ungenauer als der ursprüngliche PLI-Test zu sein. Aber da er durch IDEXX-Labore auf der ganzen Welt erhältlich ist (die PLI-Test-Probe muss nach Texas an die A&M Universität geschickt werden), ist dieser Test viel breiter verfügbar.

 

Die Ergebnisse kommen normalerweise sehr schnell, meistens innerhalb eines Tages. Als ein Mitglied von Tanya's CKD Support Group ihn 2015 machen ließ, kostete er 160 US$, aber der Preis hängt davon ab wo Sie leben. In Deutschland kostet er um die 40 €.

 

Theoretisch sollten Katzen für diesen Test nüchtern sein, aber das ist nicht unbedingt erforderlich (die Ergebnisse können um etwa zehn Prozent variieren wenn die Katze nicht nüchtern ist, aber es ist unwahrscheinlich, dass das einen großen Unterschied macht, außer das Ergebnis Ihrer Katze ist stark grenzwertig).

 

Die Ergebnisse werden wie folgt interpretiert:

 

Wert Interpretation
Unter 3,5 Vermutlich liegt keine Pankreatitis vor, ziehen Sie andere Ursachen in Betracht.
Zwischen 3,5 and 5,3

Pankreatitis könnte vorliegen, wiederholen Sie den Test in zwei Wochen

Über 5,3

Vermutlich liegt eine Pankreatitis vor.

 

IDEXX bietet eine Information zu dem Test an.

 

IDEXX vergleicht den Spec fPL-Test mit dem fPLI-Test.

 

Einschränkungen des Spec fPL-Tests


Current approaches to vomiting in cats and puppies (2013) Gaschen F. P., Lee J. A., Parnell N., Richter K., Tams T.  R., Twedt D. & Gloyd K ., Pfizer Roundtable Discussion schreiben: „Tierärzte erhalten manchmal ein positives fPLI-Ergebnis und hören dann auf zu suchen, weil sie davon ausgehen, dass ein positives Testergebnis bedeutet, eine Pankreatitis liegt eindeutig vor ... was ein großer Fehler ist.“

 

Denn dieser Test ist nicht in jedem Fall 100 Prozent akkurat, insbesondere nicht in weniger schweren Fällen. IDEXX schreibt selbst: „Die Sensitivität (Fähigkeit, eine Pankreatitis zu entdecken) des fPLI-Test lag bei moderaten bis schweren Pankreatitisfällen bei 100 Prozent und in leichten Fällen bei 54 Prozent, mit einer Gesamtsensitivität (die Möglichkeit, eine Pankreatitis völlig auszuschließen) von 67 Prozent.

 

Feline pancreatitis and fPLI - making sense of sensitivity and specificity Lewis J., Greendale Veterinary Diagnostics erklärt dazu mehr und stellt fest: „Die bisher veröffentlichten Studien sind enttäuschenderweise nicht sehr überzeugend, dass der fPLI eine zuverlässige Rolle beim Nachweis der häufigsten Form der felinen Pankreatitis spielt – einer milden chronischen Pankreatitis. Die momentan verfügbaren Studien weisen darauf hin, dass bei den Proben von 13 Katzen mit einer histopathologisch nachgewiesenen leichten Pankreatitis der fPLI-Test nur eine ~50/50 Chance einer korrekten Diagnose ermöglichte. Basierend auf diesen Zahlen heißt das in der Praxis, dass der fPLI-Test bei einer milden Pankreatitis für jede richtig diagnostizierte Katze eine andere völlig übersieht.

 

Ein weiteres Problem für Menschen mit CNE-Katzen ist, dass die CNE das Ergebnis beeinflussen kann. Wie oben erwähnt, sind sowohl Harnstoff- als auch Kreatinin bei vielen Katzen mit einer Pankreatitis leicht erhöht, daher kann es in einigen Fällen vorkommen, dass man als Ursache dafür CNE vermutet, obwohl in Wahrheit eine Pankreatitis vorliegt. Aber auch das Gegenteil ist möglich, d.h., Katzen mit einer CNE können erhöhte Pankreasenzymwerte haben, obwohl sie keine Pankreatitis haben.

 

The effect of naturally occurring renal insufficiency on serum pancreatic-specific lipase in cats (2013) Jaensh S., Comparative Clinical Pathology 22(5) p801-803 untersuchte die Auswirkung von CNE auf den Spec-fPL-Test und stellte fest: „Azotämische Katzen und Katzen mit einer Niereninsuffizienz hatten signifikant höhere mittlere Spec fPL-Testwerte als Katzen ohne Azotämie oder mit vor-renaler Azotämie... bei Katzen mit Niereninsuffizienz lag in 50 Prozent der Fälle ein erhöhter Spec fPL-Wert vor, bei 14 Prozent war er geringfügig erhöht, bei 36 Prozent mit einer Pankreatitis vereinbar.“ Die Studie schlussfolgert: „Diese Veröffentlichung zeigt eine erhöhte pankreasspezifische Lipase bei Katzen mit Niereninsuffizienz, aber nicht bei prärenaler Azotämie und legt daher nahe, dass bei einer Niereninsuffizienz eine signifikante Auswirkung auf die pankreasspezifische Lipasekonzentration im Serum vorliegt.“

 

Daher ist der Test bei CNE-Katzen vielleicht nicht so zuverlässig. Eine moderate fPLI-Erhöhung bedeutet bei einer CNE-Katze nicht automatisch, dass sie an einer Pankreatitis leidet. Die Studie weist jedoch bei einem fPLI-Ergebnis um 8 oder höher auf das Vorliegen einer Pankreatitis hin. Liegen zusätzlich noch Symptome vor, entscheidet sich Ihr TA möglicherweise für die sichere Seite und behandelt auf Bauchspeicheldrüsenentzündung, um herauszufinden, ob sich dadurch das Befinden Ihrer Katze bessert.

 

Snap fPL-Test


IDEXX bietet noch einen weiteren Test, genannt Snap fPL Test, an. Dieser Test gibt im Grunde genommen nur Auskunft darüber, ob der Wert Ihrer Katze über oder unter 3,5 liegt, d.h., ob der Wert über dem Punkt liegt, an dem eine Pankreatitis wahrscheinlich wird.

 

Der Vorteil dieses Tests ist, dass er direkt in der TA-Praxis gemacht werden kann und das Ergebnis innerhalb weniger Minuten vorliegt. Liegt das Ergebnis aber über 3,5, schlage ich vor, auch den Spec fPL-Test durchführen zu lassen, da der Snap fPL-Test etwas unzuverlässiger ist.

 

IDEXX erklärt mehr zum Snap fPL-Test.

 

IDEXX bietet weitere Informationen zur Vergleichbarkeit der beiden Tests an.

 

PLI-Test


Der Pankreatische Lipase Immunoreactivity (PLI)-Test war der Vorläufer des Spec fPL-Test. Er wurde von der Texas A&M University (TAMU) patentiert und konnte daher auch nur dort durchgeführt werden. 

 

Dieser Test war für die Bestätigung einer Pankreatitis bei Katzen etwas genauer als der Spec fPL-Test, aber die Katze musste zwölf Stunden vorher fasten, bevor das Blut für den Test abgenommen werden konnte. Außerdem dauerte es bis zu einer Woche, bis die Ergebnisse kamen (als wir ihn jedoch für unseren Harpsie beauftragten, warteten wir furchtbare 17 Tage, obwohl wir in den USA wohnten!).

 

Texas A&M bietet diesen Test nicht mehr an, stattdessen verwenden sie jetzt den Spec fPL-Test.

 


DGGR-Lipase Test


 

DGGR ist ein neuer Test, der kürzlich als Diagnosemöglichkeit einer Pankreatitis bei Katzen untersucht wurde. Agreement of the serum Spec fPL and 1,2-o-dilauryl-rac-glycero-3-glutaric acid-(6'-methylresorufin) ester lipase assay for the determination of serum lipase in cats with suspicion of pancreatitis (2013) Oppliger S., Hartnack S., Riond B., Reusch C. E. & Kook P. H., Journal of Veterinary Internal Medicine 27(5) pp1077-82 untersuchten die DGGR-Lipaseaktivität und die Spec fPL-Werte bei 251 Katzen, die klinische Symptome einer Pankreatitis zeigten. Die Studie kam zu dem Schluss, dass beide Lipase-Tests im Wesentlichen übereinstimmten. Der DGGR-Test scheint daher im Vergleich zum Spec FPL-Test eine nützliche und kosteneffiziente Methode zu sein.“

 

Das gastrointestinale Labor - Updates zur Pankreatitisdiagnostik. (2014) Kook P. H., Universität Zürich schreibt: „Wir konnten jüngst zeigen, dass der (DGGR-)Test auch bei der Katze hochpräzise und linear arbeitet.“

 

Eine neuere Studie: Comparison of Serum Spec fPL and 1,2-0-dilauryl-rac-glycero-3-glutaric acid-(6'-methylresorufin) ester assay in 60 cats using standardized assessment of pancreatic histology (2016) Oppliger S., Hilbe M., Hartnack S., Zini E., Reusch C. E. &, Kook P. H., Journal of Veterinary Internal Medicine201(30) pp764 -770 fand ebenfalls heraus, dass der DGGR so exakt zu sein scheint wie der Spec fPL-Test.

 

Comparison of Serum Spec fPL and 1,2-0-dilauryl-rac-glycero-3-glutaric acid-(6'-methylresorufin) ester assay in 60 cats using standardized assessment of pancreatic histology (2017) Lucibello T. J., McGrath C., Papakonstantinou S. & O'Brien P. J. berichten über die Studien und sagen, dass der DGGR-Lipasetest erheblich kostengünstiger ist. Sie zahlten dafür 50 Cent (in Euro) im Vergleich zu 41 Euro für den Spec fPL-Test.

 

Nach und nach bieten verschiedene Laboratorien diese Tests an, darunter auch Antech Laboratories, die sie offenbar als Bestandteil ihres Standard-Antech-Blutprofils kostenlos mittesten. Da ich auf der Website von Antech dazu jedoch keine Angaben finden konnte, weiß ich nicht, ob sie das noch anbieten.

 

Biovet in Kanada bietet den DGGR-Lipase-Test in all seinen Laboren an (möglichlicherweise einschließlich USA). Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

 

Vetpath in Australien bietet den Test seit 2015 an.  

 

Synlab bietet ihn in Deutschland an.

 

Eurolyser Diagnostics scheint ihn in Österreich anzubieten.

 

Vermutlich sind Sie nicht überrascht zu hören, dass Texas A&M University diesen Test nicht für so gut hält wie ihren eigenen fPLI-Test und erklären die Gründe dafür in dem Link.

 

IDEXX schließt sich dem auf Deutsch an und behauptet, ihre Tests sind die aussagekräftigsten zur Diagnostik einer Pankreatitis. Dabei beziehen sie sich auf fünf Jahre ältere Studien als die oben genannten.

 

TLI Test


Der Trypsin-Like Immunoreactivity (TLI)-Test ist ein weiterer älterer Test, ebenfalls von der Texas A&M University entwickelt. Dieser Test misst zwei Enzyme, Trypsinogen und Trypsin, die ausschließlich das Pankreas hervorbringt. Eine Katze muss zwölf Stunden vor dem Test fasten, bevor das Blut abgenommen wird.

 

Der TLI ist bei Katzen mit einer Pankreatitis nicht immer erhöht, daher kann sie mit diesem Test auch nicht immer ausgeschlossen werden.

 

Dieser Test wurde weitestgehend durch den fPLI-Test verdrängt. Wenn Sie  aber den Spec fPL-Test bei TAMU beauftragen, wird man Sie oft bitten, ihn zusammen mit einem Folsäure-Test durchführen zu lassen.

 

Dieser Test eignet sich am besten, um auf eine exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) zu testen (EPI). Chronic feline pancreatitis: cats are not small dogs (2011) Little S., Vortrag auf dem 36th World Small Animal Veterinary Association World Congress sagt: „Im Laufe der Zeit können Katzen mit einer chronischen Pankreatitis eine exokrine Pankreasinsuffizienz entwickeln. Der fTLI ist geeignet, diese Komplikation aufzudecken.“

 

Labopedia erklärt auf Deutsch mehr zum TLI.

 

Das gastrointestinale Labor – Auffrischung zu Routineparametern in der Praxis (2014) Kook, P. H., Die Universität Zürich erklärt über verschiedene Blutparameter auf, u.a. auch über den TLI und Folsäure.

 

Batt Laboratories erklärt mehr zu TLI und Folsäure.

 

Kobalamin (Vitamin B12) und Folsäure-Test


Bis zu 50 Prozent der Katzen mit Pankreatitis haben zu niedrige Folsäurewerte, insbesondere, wenn sie zusätzlich an IBD leiden.

 

Bei Katzen mit exokriner Pankreasinsuffizienz (EPI) sind die Folsäurewerte oft normal, aber es scheint ihnen besser zu gehen, wenn sie supplementiert wird.

 

Das gastrointestinale Labor – Auffrischung zu Routineparametern in der Praxis (2014) Kook, P. H., Die Universität Zürich erklärt über verschiedene Blutparameter auf, u.a. auch über den TLI und Folsäure.

 

Synlab zählt Blutparameter auf, die bei einer EPI gemessen werden können, ebenso Laboklin. Dort finden Sie auch Erklärungen, warum sie wichtig sind.

 

Batt Laboratories erklärt mehr zu TLI und Folsäure.

 

Texas A&M University kann die Werte Kobalamin und Folsäure messen und erklärt, warum sie wichtig sind.

 


Behandlungsmaßnahmen


 

Die Ecksteine der Behandlung von Katzen mit einer akuten Pankreatitis sind:

 

  • Flüssigkeitstherapie

  • Diätmanagement

  • Schmerzkontrolle

 

Bei Katzen mit chronischer Pankreatitis basiert die Behandlung häufig auf den Symptomen, bei einem akuten Schub sind jedoch zusätzliche Maßnahmen nötig.

 

Katzen, die an einer exokrinen Pankreasinsuffizienz (EPI) leiden, werden normalerweise mit (Pankreas-) Enzymergänzungsmitteln und Folsäure behandelt.

 

Behandlungsempfehlungen für feline Pankreatitis (2016) ist eine Information von IDEXX.

 

Managing pancreatitis and concurrent conditions (2009) Robertson J., DX Consult Winter 2009 pp12-13 erklärt, wie man eine Pankreatitis behandelt und weitere häufig auftretende Begleiterkrankungen wie IBD oder Diabetes.

Flüssigkeitstherapie


Katzen mit einer Pankreatitis sind oft ausgetrocknet, daher wird häufig die Flüssigkeitstherapie zur Rehydrierung eingesetzt, damit sie sich wieder besser fühlen. 

 

Anfangs sind intravenöse Infusionen (“Tropf”) in der TA-Praxis oft nötig, bei akuter Pankreatitis werden sie für gewöhnlich über mehrere Tage oder länger gegeben. Ihr TA muss die Katze sorgfältig auf Anzeichen einer Überhydratation oder einer Hypokalämie (erniedrigte Kaliumwerte) überwachen.

 

Anschließend müssen Sie eventuell noch zu Hause subkutane Infusionen geben. Katzen mit einer Pankreatitis benötigen häufig selbst dann subkutane Infusionen, wenn ihre Nierenfunktion noch nicht so stark reduziert ist, um sie bei einer normalen CNE-Katze zu rechtfertigen.

 

Diät


Das Wichtigste ist, dass Ihre Katze Nahrung aufnimmt. Bei Katzen mit einer Pankreatitis besteht ein hohes Risiko, an einer hepatischen Lipidose zu erkranken. Aus diesem Grund ist die Nahrungsaufnahme essentiell, und die Katze muss fressen, sobald sie ausreichend rehydriert ist, für gewöhnlich nach den ersten zwölf bis 24 Stunden intravenöser Flüssigkeitstherapie.

 

Sobald Ihre Katze zu Hause ist, müssen Sie weiter dafür sorgen, dass Ihre Katze Futter aufnimmt, vorzugsweise häufige kleine Portionen. Ihr TA kann Ihnen eine therapeutische Diät wie z.B. Hill’s i/d verschreiben, die die Behandlung unterstützt. Der Phosphatgehalt mit ungefähr 0,80 Prozent (Trockensubstanzanalyse) ist für eine CNE-Katze etwas hoch und mit 24 Prozent ist sie nicht fettarm, aber wenn Ihre Katze dieses Futter mag und verträgt, könnte es eine gute Wahl sein, um ihr durch diese Krise zu helfen.

 

Ob stationär oder zu Hause: Einige Katzen benötigen eine Ernährungssonde.

 

Fasten


Historisch gesehen ist eine Nahrungsenthaltung Teil des Behandlungsplans einer Pankreatitis bei Menschen und Hunden gewesen. Für Katzen ist es jedoch nicht besonders effektiv, denn bei ihnen liegt die physiologische Notwendigkeit vor, häufig zu fressen (auch bei Hunden rückt man davon wieder ab). Managing pancreatitis and concurrent conditions (2009) Robertson J., DX Consult Winter 2009 pp12-13 stellt fest: „Die historische Empfehlung, dass Tiere mit Pankreatitis nichts oral aufnehmen sollten, wird nicht mehr länger akzeptiert.“

 

Insbesondere bei CNE-Katzen kann Fasten problematisch sein, da ein Nahrungsmangel den Anstieg von Magensäure fördern könnte. Wenig, dafür häufig zu füttern, ist in der Regel effektiver, es sei denn, die Katze kann nicht mehr aufhören zu erbrechen. Aber in diesem Fall muss sie der TA stationär behandeln.

 

Reduzierte Fettaufnahme


Für Menschen und Hunde wird bei einer Pankreatitis häufig eine reduzierte Fettaufnahme empfohlen. Es gibt aber keine Hinweise, dass eine reduzierte Fettaufnahme für Katzen essentiell ist. To feed or not to feed? Controversies in the nutritional management of pancreatitis (2016) Shmalberg J., Today's Veterinary Practice Nov/Dec 2016pp45-51 sagt: „Es gibt keine Beweise, dass eine Fettreduzierung bei der felinen Pankreatitis, akut oder chronisch, gerechtfertigt ist, daher können Genesungsdiäten mit einem höheren Fettgehalt gefüttert werden, wenn sie schmackhaft und verfügbar sind.“

 

Einige Menschen sind jedoch der Ansicht, dass das Füttern einer fettarmen Diät ihrer Katze hilft, insbesondere, wenn sie an IBD oder Diabetes leidet oder die Pankreatitis chronisch ist.

 

Essentielle Fettsäuren


Einige Menschen erzählten mir, dass sie der Meinung sind, essentielle Fettsäuren würden ihren Katzen mit Pankreatitis nicht bekommen und Probleme wie Durchfall verursachen. Potential adverse effects of Omega-3 fatty acids in dogs and cats (2013) Lenox C. E. & Bauer J. E., Journal of Veterinary Internal Medicine 27(2) schreiben: „Pankreatitis ist auch ein Anlass zur Sorge bei der Fütterung fettreicher Diäten oder bei hohen Dosen an Fettsäureergänzungsmitteln, insbesondere bei Hunden mit einem Pankreatitisrisiko. Es gibt jedoch keine Berichte darüber, dass Omega-3-Fettsäuren oder Fischöl-Nahrungsmittelergänzungen bei Hunden, Katzen oder Menschen eine Pankreatitis verursachen. Theoretisch könnten Omega-3-Fettsäuren eine Pankreatitis durch eine Reduzierung der Triglyceridkonzentration im Blut verhindern. Wahrscheinlich wäre eine extrem hohe Dosierung von Omega-3-Fettsäuren oder Fischöl-Nahrungsmittelergänzungen zusätzlich zu einer sehr fettreichen Ernährung erforderlich, um eine Pankreatitis hervorzurufen.“ Weiter heißt es: „Klinische Patienten, die Durchfall oder andere nachteilige gastrointestinale Symptome zeigen, benötigen eventuell eine geringere Dosis Omega-3-Fettsäuren und andere diätetische Veränderungen.“

 

Ein erhöhter Anteil essentieller Fettsäuren im Vergleich zu normalem Standard-Katzenfutter ist eines der Merkmale therapeutischer Nierendiäten. Wenn Sie eine Katze mit CNE und Pankreatitis haben, fragen Sie Ihren TA, ob Nierendiäten und/oder zusätzliche essentielle Fettsäuren für ihre Katze geeignet sind.

 

Schmerzmedikamente


Eine Pankreatitis kann sehr schmerzhaft sein, auch wenn das nicht auf jeden Fall zutrifft. Leider verbergen Katzen häufig die Tatsache, dass sie Schmerzen haben (mögliche Schmerzanzeichen bei Katzen finden Sie hier), daher ist es normalerweise sicherer, davon auszugehen, dass Ihre Katze Schmerzen hat so lange nicht das Gegenteil bewiesen ist. Managing pancreatitis and concurrent conditions (2009) Robertson J., DX Consult Winter 2009 pp12-13 schreibt: „Schmerzen im Abdomen werden bei Katzen mit einer Pankreatitis selten erkannt. Nichtsdestoweniger reagieren viele Katzen mit einer klinischen Verbesserung, wenn sie eine analgetische Therapie bekommen. Daher sollten alle Katzen mit akuter Pankreatitis eine Schmerzbehandlung bekommen.“ 

 

Current approaches to vomiting in cats and puppies (2013) Gaschen F., P., Lee J. A., Parnell N., Richter K., Tams T. R., Twedt D. & Gloyd K., Pfizer Roundtable Discussion schreibt: „Wenn ich bei einem Tier eine akute Pankreatitis diagnostiziere, selbst wenn der Patient keine Schmerzanzeichen zeigt, beginne ich mit einer Schmerzbehandlung. Ich war überrascht, wie vielen Patienten es klinisch besser ging durch den einzigen Unterschied, dass sie eine Schmerzbehandlung bekamen.“

 

Auch Katzen mit chronischer Pankreatitis kann es durch eine Schmerztherapie besser gehen und sie fühlen sich wohler. Managing pancreatitis and concurrent conditions (2009) Robertson J., DX Consult Winter 2009 pp12-13 schreibt weiter: „Katzen mit chronischer Pankreatitis können ebenfalls von einer Schmerztherapie profitieren. Zu den Möglichkeiten einer ambulanten Behandlung gehören Fentanylpflaster, Buprenorphin sublingual verabreicht und Butorphanol oder Tramadol oral.“ Sprechen Sie mit Ihrem TA über die Bereitstellung von Schmerzmitteln. Wenn Sie merken, dass es ihrer Katze nach der Verabreichung besser geht, besteht die Möglichkeit, dass sie Schmerzen litt.“

 

Buprenorphin (Buprenex oder Vetergesic) ist ein Schmerzmittel, das bei Bedarf sicher bei CNE-Katzen eingesetzt werden kann, und das die meisten Menschen als wirksam einschätzen. Hier können Sie mehr darüber lesen.

 

Vitamin B12 (Methylcobalamin)


Pankreatitis kann zu einer Malabsorption (mangelhaften Aufnahme) von Vitamin B12 führen, besonders bei Katzen, die zusätzlich an IBD leiden, daher sollten sie Supplemente bekommen.

 

Katzen, die an einer Krankheit namens exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) erkrankt sind, benötigen Vitamin B12-Supplemente. Feline exocrine pancreatic insufficiency: a retrospective study of 150 cases (2016) Xenoulis P. G., Zoran D. L., Fosgate G. T., Suchodolski J. S. & Steiner J. M., Journal of Feline Internal Medicine 30(6) pp1790-1797 schreiben: „Bei denjenigen, die eine Cobalamintherapie erhielten, stieg die Wahrscheinlichkeit einer positiven klinischen Reaktion um das Dreifache an, unabhängig davon, ob sie vor der Behandlung hypocobalaminämisch waren oder nicht.“ Die Studie kommt zu dem Schluss: „Cobalamin sollte bei allen Patienten mit einer felinen EPI ergänzt werden, auch bei denen, deren Testergebnisse keine Cobalaminämie zeigen, denn Cobalamin ist im Körpergewebe aufgebraucht, bevor sich eine Hypocobalaminämie im Blut zeigt.“

 

Texas A&M University stellt falls erforderlich ein Behandlungsschema zur Verfügung.

 

Vetline weist in einem deutschsprachigen Artikel auf einen Vitamin-B12-Mangel als Komplikation bei chronischen Gastrointestinalkrankheiten hin.

 

Die meisten Menschen mit CNE-Katzen sind der Meinung, dass es ihren Katzen besser geht, wenn sie Vitamin-B-12 bekommen. Vermutlich bekommt Ihre Pankreatitis-Katze es bereits, aber wenn nicht, sprechen Sie mit Ihrem TA, dass Sie mit einer Methylcobalamintherapie beginnen möchten.

 

Medikamente gegen Übelkeit (Antiemetika)


Katzen mit Pankreatitis erbrechen nicht zwangsläufig, selbst wenn sie an Übelkeit leiden. Daher werden Medikamente gegen Übelkeit häufig empfohlen. Genau wie bei Schmerzmitteln finden viele Menschen, dass es ihren Katzen mit diesen Medikamenten besser zu gehen scheint.

 

Ein häufig eingesetztes und sehr wirksames Mittel gegen Übelkeit  ist Ondansetron (Zofran).

 

Möglicherweise bietet man Ihnen auch Metoclopramid (Reglan, MCP-Tropfen) an. Es wirkt regulierend auf die Magenkontraktionen ein und kann daher gegen eine Übelkeit helfen, die durch einen Bewegungsmangel des Magens entsteht. Aber da es die Blut/Hirn-Schranke überwindet, wirkt es außerdem auf das Gehirn ein und kontrolliert das Übelkeitsgefühl. Es scheint jedoch, dass es insbesondere bei Katzen nicht besonders wirksam ist. Current approaches to vomiting in cats and puppies (2013) Gaschen F. P., Lee J. A., Parnell N., Richter K., Tams T. R., Twedt D. & Gloyd K., Pfizer Roundtable Discussion schreiben: „Ich verwende Metoclopramid nicht mehr bei Katzen, da ich nicht völlig überzeugt bin, dass es bei ihnen so wirksam ist wie ein Antiemetikum. Es gibt Hinweise darauf, dass sich bei Katzen in der Triggerzone für Chemorezeptoren - das ist die Stelle, an der Metoclopramid seine Wirkung zeigt - keine Dopaminrezeptoren befinden.“

 

Mehr über diese Medikamente können Sie im Kapitel Appetitverlust, Erbrechen und Übelkeit nachlesen.

 

Magensäureblocker


Es gibt mehrere Medikamente, die bei der Kontrolle einer Magensäureüberproduktion sehr wirksam sind und dadurch Erbrechen und Übelkeit reduzieren und den Appetit steigern.

 

Diagnosing and managing feline pancreatitis, a roundtable discussion (2008) Robertson J., Forman M., Steiner J., Twedt D. & Williams D., IDEXX Laboratories hier werden die unterschiedlichen Meinungen diskutiert, ob diese Medikamente für Katzen mit Pankreatitis hilfreich sein können.

 

Weitere Informationen zu diesen Behandlungsmethoden finden Sie hier.

 

Antibiotika


Antibiotika gehören bei Katzen mit Pankreatitis nicht zur Routinebehandlung. Managing pancreatitis and concurrent conditions (2009) Robertson J., DX Consult Winter 2009 pp12-13 sagt: „Pankreatitis ist bei Katzen meist ein steriler Prozess, daher sind Antibiotoka selten indiziert.“

 

In Current approaches to vomiting in cats and puppies (2013) Gaschen F. P., Lee J. A., Parnell N., Richter K., Tams T. R., Twedt D. & Gloyd K., Pfizer Roundtable Discussion steht jedoch: „Bei etwa 40 Prozent der Katzen mit mittlerer bis schwerer chronischer oder akuter Pankreatitis identifizierten wir in der Bauchspeicheldrüse Bakterien. Mein Behandlungsansatz bei einer Katze mit chronischer Pankreatitis beginnt zur Zeit mit Kulturen und Histopathologie. Für gewöhnlich fange ich mit einer Antibiotikatherapie an, da Bakterien eine Rolle spielen könnten.“

 

Ein Antibiotikum namens Metronidazol (Flagyl) kann aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften verschrieben werden. Es schmeckt absolut fürchterlich. Wenn Ihr TA es Ihnen für Ihre Katze verschreibt, versuchen Sie es in eine Gelkapsel verpackt zu verabreichen.

 

Mar Vista Vet bietet Informationen über Metronidazol an.

 

Das Institut für Veterinärpharmakologie und –toxikologie der Universität Zürich bietet Informationen dazu auf Deutsch an.

 

Pankreasenzyme Supplemente


Einige Menschen mit Pankreatitis berichteten, dass sie mit einem Pankreasenzympräparat weniger Schmerzen hatten, anderen wiederum ging es damit schlechter. Es ist nicht bekannt, ob das auch auf Katzen zutrifft, aber einige Tierärzte empfehlen, es auszuprobieren.

 

Feline acute pancreatitis: current concepts in diagnosis and therapy (2015) Armstrong P. J. & Crain S., Today's Veterinary Practice 5(1) pp22-32 schreiben: „Pankreasenzympräparate werden bei einigen Menschen, die an chronischer Pankreatitis mit einer normalen exokrinen Pankreasfunktion leiden, eingesetzt, da sie in Verbindung gebracht werden mit einer verminderten Häufigkeit und Intensität abdominaler Schmerzepisoden. Bei Katzen wurde das nicht untersucht, aber es gibt anekdotische Berichte, dass sich durch diese Behandlung sowohl der Appetit als auch die gastrointestinalen Symptome bei Katzen mit chronischer Pankreatitis verbessern.“

 

Ist Ihr TA der Meinung, Sie sollten es mit Pankreasenzymen versuchen, empfiehlt Chronic diarrhoea in cats Gunn-Moore D. A., Purina Präsentation eine Supplementierung bei Katzen mit chronischer Pankreatitis nach folgendem Schema: „Ersetzen Sie die Pankreasenzyme indem Sie Pankreasenzymersatzmittel unter das Futter mischen pro Mahlzeit (~ ½  Teelöffel Pulver oder bis es wirkt. Idealerweise lassen Sie das Pulver eine halbe Stunde auf das Futter einwirken bevor Sie es füttern, um eine Reizung der Lippen zu vermeiden), oder Sie fügen frisch eingefrorenes und wieder aufgetautes Schweinepankreas (pro Mahlzeit ~20 bis 40g oder bis es wirkt).“

 

PetCoach gibt Bezugsquellen von pankreatischen Enzymzusätzen. Viokase ist eine häufig verwendete Marke.

 

In Deutschland gibt es eine ganze Reihe verschiedener Pankreasenzymepräparate für Katzen. Besprechen Sie mir Ihrem TA, welches am besten für Ihre Katze geeignet ist bzw. testen sie, welches davon Ihre Katze akzeptiert.

 

Katzen mit einer Erkrankung genannt exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) benötigen immer Pankreasenzyme.

 

Haben Sie den Eindruck, dass Pankreasenzympräparate den Zustand Ihrer Katze verschlechtern, müssen Sie selbstverständlich über das Absetzen des Supplements mit Ihrem TA sprechen.

 

Steroide


Nachdem bei einer Pankreatitis häufig auch eine Entzündung vorliegt, können auch Kortikosteroide verschrieben werden, um die Entzündung einzudämmen.

 

Diagnosing and managing feline pancreatitis, a roundtable discussion (2008) Robertson J., Forman M., Steiner J., Twedt D. & Williams D., IDEXX Laboratories diskutieren die Verwendung von Steroiden bei einer Pankreatitis, dort steht: „Es ist wichtig, dass Tierärzte Kortikosteroide nicht nur aus einem Reflex heraus geben. Ich gebe Kortikosteroide nur während der Überwachung durch Spec fPL-Ergebnisse. Vor Beginn der Therapie möchte ich ein Spec fPL-Ergebnis, zehn Tage später wieder. Ist das Befinden der Katze klinisch verbessert und das Spec fPL-Ergebnis nimmt ab, werde ich sicherlich weitermachen. Ist der Zustand der Katze verbessert, aber das Spec fPL-Ergebnis ist gleichgeblieben, überdenke ich es. Ebenso, wenn die Spec fPL abnimmt, aber der Katze geht es nicht besser, in diesem Fall überdenke ich den Einsatz der Kortikosteroide doppelt. Steigt der Spec fPLI an, die Katze fühlt sich nicht besser, höre ich auf jeden Fall mit der Behandlung durch Kortikosteroide auf.“

 

Vielleicht möchte Ihr TA mit einer höheren Dosis zur Reduzierung der Entzündung beginnen, um dann auf eine niedrigere Erhaltungsdosis zu reduzieren. Wenn Ihre Katze die Steroide irgendwann absetzen kann, sollte das nicht plötzlich geschehen, sondern die Dosis muss langsam ausgeschlichen werden. Der Grund ist, dass bei der Verwendung von Kortikosteroiden die natürliche Fähigkeit der Nebennieren, Kortison zu produzieren, unterdrückt werden kann. Durch das allmähliche Ausschleichen der Dosis minimiert sich das Risiko einer Nebenniereninsuffizienz.

 

Ein häufig bei Katzen eingesetztes Kortikosteroid ist Pred (Prednison oder Prednisolon). Katzen verstoffwechseln Prednisolon besser als Prednison (sie müssen in ihrem Körper Prednison ohnehin erst in Prednisolon umwandeln bevor er es nutzen kann). Aus diesem Grund ist es besser, gleich Prednisolon zu verwenden. Bioavailability and activity of prednisone and prednisolone in the feline patient (2004) Graham-Mize C. A. &  Rosser E. J., Veterinary Dermatology 15 (s1), pp 10 unterstützt diese Meinung.

 

Im Kapitel Behandlungsmaßnahmen finden Sie mehr Informationen über Steroide.

 

Probiotika


In einer Studie an Menschen mit schwerer akuter Pankreatitis: Probiotic prophylaxis in predicted severe acute pancreatitis: a randomised double-blind placebo-controlled trial (2008) Besselink M. G. H., van Santvoort H. C., Buskens E., Boermeester M. A., van Goor H., Timmerman H. M., Nieuwenhuijs V. B., Bollen T. L., van Ramshorst B., Witteman B. J M., Rosman C., Ploeg R. J., Brink M. A., Schaapherder A. F. M. , Dejong C. H. C., Wahab P. J. , van Laarhoven C. J. H. M., van der Harst E., van Eijck C. H. J. , Cuesta M. A., Akkermans L. M. A., Gooszen H. G., The Lancet 371(9613) pp651-659, wurde herausgefunden, dass die Verwendung von Probiotika das Todesrisiko mehr als verdoppelte.

 

Über die Ergebnisse dieser Studie wurde diskutiert und gestritten. Use of probiotics in the treatment of severe acute pancreatitis: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials (2014)Gou S., Yang Z., Liu T., Wu H., & Wang C., Critical Care 18(2) R57 bezieht sich auf die oben genannte Studie und stellt fest: „Die Studie besagte, Probiotika hätten schädliche Auswirkungen gehabt, wodurch der Beginn anderer Studien mit Probiotika verhindert wurde. In den letzten Jahren wurden jedoch zwei andere randomisierte, kontrollierte Studien (RCT) abgeschlossen. Bei den dort mit Probiotika behandelten Patienten traten keine negativen Folgen auf.  Wir sind daher der Ansicht, dass die Ergebnisse der PROPATRIA-Studie fragwürdig sind und weitere Metaanalysen über die neueren RCT erforderlich. Daher führten wir diese Metaanalysen an sechs ausgewählten RCT durch und ermittelten die Auswirkungen von Probiotika auf die Rate der Pankreas- und Gesamtinfektionen, Operationsraten, Dauer des Krankenhausaufenthalts und Mortalität. Außerdem versuchten wir, den Grund für die unterschiedlichen Ergebnisse der verschiedenen Studien herauszufinden.“

 

Die Studie kommt zu dem Schluss: „Probiotika zeigten weder positive noch negative Auswirkungen auf die klinischen Ergebnisse bei Patienten mit einer prognostizierten schweren akuten Pankreatitis. Es wurde jedoch eine signifikante Heterogenität zwischen den überprüften Studien in Bezug auf Art, Dosis und Behandlungsdauer mit Probiotika beobachtet, die zu der Heterogenität der klinischen Ergebnisse beigetragen haben könnten. Die zur Zeit vorliegenden Daten reichen nicht aus, um einen Schluss bezüglich der Auswirkungen auf Patienten mit prognostizierter schwerer akuter Pankreatitis zuzulassen.“

 

Diese Studien bezogen sich auf Menschen mit akuter Pankreatitis und sind möglicherweise nicht auf Katzen anwendbar, insbesondere auf Katzen mit chronischer Pankreatitis. Wenn Sie Probiotika verwenden, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt darüber, ob Sie damit weitermachen.

 


Exokrine Pankreasinsufficienz


 

Bei einigen Katzen mit chronischer Pankreatitis kann sich eine sogenannte exokrine Pankreasinsuffizienz (EPI) entwickeln. Das bedeutet, die Bauchspeicheldrüse produziert nicht genug Pankreasenzyme, die benötigt werden, um Protein, Fett und Kohlehydrate in der Nahrung zu verarbeiten. Früher nahm man an, dieser Zustand sei selten bei Katzen, aber neuere Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass es häufiger vorkommt als bisher angenommen wurde (sie kann sich auch bei Katzen ohne Pankreatitis entwickeln).

 

Feline exocrine pancreatic insufficiency: a retrospective study of 150 cases (2016) Xenoulis P. G., Zoran D. L., Fosgate G. T., Suchodolski J. S. & Steiner J. M., Journal of Feline Internal Medicine 30(6) pp1790-1797 untersuchten 150 Katzen mit EPI und fanden heraus, dass das häufigste Symptom (bei 91 Prozent der Katzen dieser Studie) Gewichtsverlust war. Auch weicher Stuhl oder schlechte Fellqualität treten auf. Eine gleichmäßig verteilte Anzahl von Katzen (42 Prozent) dieser Studie hatte entweder schlechten Appetit oder vermehrten Appetit.

 

Die beste Weise, eine EPI zu diagnostizieren, ist durch den fTLI Test.

 

Die übliche Behandlungsmethode besteht in einer oralen Ergänzung mit Pankreasenzymen. Die oben genannte Studie fand heraus, dass es auch wichtig ist, Cobalamin (Vitamin B12) zu geben, weil es Katzen, die sowohl B12 als auch einen Enzymersatz erhielten, besser ging. Sie besagt: „Bei denjenigen, die eine Cobalamin-Therapie erhielten, erhöhte sich die Wahrscheinlichkeit auf eine positive klinische Reaktion um den Faktor 3, gleichgültig, ob sie vor der Behandlung hypocobalanämisch waren oder nicht.“ Die Studie kommt zu dem Schluss, "Cobalamin sollte bei allen Katzenpatienten mit EPI ergänzt werden, auch wenn die Testergebnisse eine Normocobalaminämie zeigen, da das im Gewebe enthaltene Cobalamin bereits vor einer Hypokobalaminämie aufgebraucht ist. Die Autoren spekulieren, dass Katzen, die nur teilweise oder schlecht auf eine ERT [Enzymersatztherapie] reagierten, nicht gleichzeitig eine Cobalaminsupplementation bekommen hatten."

 

Laboklin bietet Informationen über Exokrine Pankreasinsuffizienz an.

 

Enpevet bietet ebenfalls Informationen an.

 

Tierklinik hat Informationen dazu.

 

Pet MD gibt weitere Erklärungen zu dieser Erkrankung.

 

Exocrine pancreatic insufficiency in small animals (2016) Steiner J., Merck Veterinary Manual bietet einen guten Überblick über EPI an.

 


Unterstützung


 

Feline Pancreatitis Support Group ist einer englischsprachige Unterstützungsgruppe für Menschen, deren Katzen an einer Pankreatitis erkrankt sind.

 

 

 

 

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Diese Seite zuletzt überarbeitet: 05. April 2018

Links auf dieser Seite zuletzt überprüft: 05. April 2018

 

   

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